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Länder-Saisonbilanzen 2005

von Steamboat, Februar 2006, Fotos: velo-photos.com

 

Die einzelnen Länder-Bilanzen von Steamboat  findet ihr hier >>>>>

 



Einführende Betrachtungen

Eine Saisonbilanz aus Nationensicht - muss die sein? Der Kenner des professionellen Radsports wird diese Frage spontan verneinen; denn er weiß, dass diese Sportart weniger Wert auf die Herkunft eines Fahrers legt, sondern Radsportrennställe und deren Interessen das Geschehen dominieren. Diese Mannschaften setzen sich aufgrund unterschiedlicher Gesichtspunkte aus Fahrern aller Herren Länder zusammen. Die meisten Teams hegen zwar auch landsmannschaftliche Interessen und möchten in erster Linie auf Fahrer des Herkunftslandes des Teamsponsors zurückgreifen, doch wenn es an den entsprechenden sportlichen Qualitäten dieser Fahrer fehlt, rücken „Legionäre“ in den Fokus der Teams.

 





Michal Hrazdira



Yuriy Krivtsov



Gustav Erik Larsson



Ivan Ramiro Parra Pinto



Eric Wohlberg
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Fahrer in den Nationaltrikots für die WM 2004



So ist es vielleicht für eine italienische Mannschaft nicht ganz unerheblich, ob der Gewinner eines Rennens auch Staatsbürger Italiens ist, es gilt aber als oberste Maxime, dass ein Teammitglied - gleich welcher Nationalität – einen Event gewinnen soll. Welche Muttersprache dieser Fahrer sein eigen nennt, ist offensichtlich weniger erheblich.

 

Vermutlich ist es für viele Teammitglieder und -chefs auch deshalb von untergeordneter Bedeutung, unter welcher Flagge das jeweilige Team fährt, weil sich viele Mannschaften mittlerweile zu Multi-Kulti-Truppen entwickelt haben. Z.B. das dänische Team CSC verdankt viele seiner momentanen Erfolge den Herren Basso, Sastre, Voigt, Julich und Schleck. Einige wenige Brocken der skandinavischen Sprache werden sie vermutlich beherrschen. Die Amtssprache ist dem Vernehmen nach hauptsächlich Englisch.

 

Eigentlich gelten so gesehen Euskaltel und Bouygues Telecom schon als Paradiesvögel im internationalen Radsport, da sich beide Teams fast ausschließlich aus einheimischen Fahrern zusammen setzen. Das baskische Team gewährte lediglich einem Venezolaner Aufnahme, während bei der französischen Equipe der einzige Ausländer - der spanische Baske Unai Yus - während der Saison vor die Tür gesetzt wurde.

 




Dennoch darf die nationale Komponente in diesem Sport nicht völlig vernachlässigt werden. Auch der Radsportkalender tut dieses nicht. Einmal jährlich findet die Weltmeisterschaft statt, und alle vier Jahre stehen olympische Spiele auf dem Programm. Für diese Anlässe werden Nationalmannschaften gebildet. Diese Veranstaltungen stellen für Aktive, Verantwortliche und sicherlich auch Fans Kuriositäten dar, weil dann Mannschaftskollegen gegeneinander arbeiten müssen bzw. ansonsten erbitterte Kontrahenten aufgrund ihrer gemeinsamen Staatsangehörigkeit an einem Strang ziehen müssen. Besonders die Italiener fallen diesbezüglich immer wieder auf, da ihnen das Festhalten an einer patriotischen Marschroute offenkundig schwer fällt. Dann kann es passieren, dass Bettini aus dem Feld attackiert, obwohl Di Luca der Spitzengruppe angehört.

 

Der nationale Faktor wird bei anderen Teams aufgrund anderer Aspekte bedeutsam. Solange eine Nation ein oder mehrere sportliche Aushängeschilder in seinen eigenen Reihen hat, lassen sich leichter Sponsoren rekrutieren. Von daher hängt ein Engagement von T-Mobile sicherlich vom Verweilen eines Jan Ullrichs in dieser Sportart ab. Ob der Bonner Rennstall auch Geld für eine Mannschaft zur Verfügung stellen wird, wenn der Leader Michael Rogers heißen sollte, steht in den Sternen... 

 

Anders als bei CSC ist für das deutsche Team von höherer Bedeutung, dass der Sieger eines Wettbewerbs auch die „richtige“ Nationalität hat. Während bei den Dänen vorrangig der Erfolg zählt, wünscht man sich bei T-Mobile lieber auch einen deutschen Gewinner. Damit befindet sich das Team in guter Gesellschaft. Bei den Italienern und Spaniern ist diese Frage von ähnlicher Bedeutung. Man muss kritisch beobachten, wie sich der Radsport in den USA entwickelt, wenn nun die Ikone Armstrong nicht mehr dabei ist. Seine Mannschaft hat sich im Laufe der Jahre zu einer Truppe mit internationaler Zusammensetzung entwickelt, die in dieser Konstellation auch weiter Erfolge haben dürfte. Wie sich aber der Sponsor verhält und nicht zuletzt amerikanische Anhänger des Teams reagieren, wenn der Erfolg auf das Konto eines Radsportlers gehen sollte, der nicht unter dem „Stars und Stripes“-Banner fährt, muss abgewartet werden. Das Interesse der Öffentlichkeit wird wahrscheinlich abnehmen.

 

Deshalb setzen wir nun einmal die Brille eines patriotischen Fans auf:Wie fällt dessen Rückblick auf das Jahr 2005 aus?



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