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Saisonbilanz Niederlande




Die Niederlande verweisen auf eine lange Tradition im Radsport. Aus den Reihen der Radsportler gingen in den 70er und 80er Jahren Größen hervor, die bei der Tour de France oder bei anderen Rennen entsprechende Akzente setzten. Joop Zoetemelk, Jan Raas oder Henrik Kuipers seien hier stellvertretend für viele andere genannt.

 

Heutzutage gestalten immer noch einige Niederländer das Geschehen aktiv mit. In der Mehrzahl gehören sie dem Team Rabobank an, das eine Pro Tour Lizenz hat und in den Niederlanden ansässig ist. Es gibt aber auch eine Delegation, die in Diensten von Quick Step steht. Versprengelt sind einzelne Fahrer bei Discovery Channel, T-Mobile, Liberty Seguros und Davitamon-Lotto zu finden.

 



In den letzten Jahren bestimmten zwei Fahrer aus dem Land der Windmühlen das Geschehen in dieser Sportart – Michael Boogerd und Erik Dekker. Boogerd verfügte vorrangig über Stärken bei Hügelklassikern und einwöchigen Rundfahrten, während Dekker für seine Ausritte in Fluchtgruppen und bei flacheren Klassikern berühmt wurde.

 

In den letzten Jahren hat sich die Lage jedoch gewandelt. Dekker musste eine schwere Beckenverletzung auskurieren und ist beileibe nicht mehr so stark wie einst, während Boogerd seine Leaderrolle gerade in großen Landesrundfahrten an andere Fahrer abgeben musste.

 




Michael Boogerd



Erik Dekker



Heute nehmen die Schlüsselpositionen bei Rabobank häufig Fahrer anderer Nationalität ein. Für die GTs sind der Russe Menchov und der Däne Rasmussen zuständig, während der Mangel an niederländischen Sprintern durch den dreimaligen Weltmeister Freire kompensiert wird. Künftig wird noch ein weiterer starker Spanier dem Team angehören, um die vakante Stelle für die Frühjahrsklassiker auszufüllen – Juan Antonio Flecha.

 





Thomas Dekker



Theo Eltink



Pieter Weening



Es zeichnet sich aber aufgrund einer hervorragenden Jugendarbeit ein Generationenwechsel ab. Schon 2005 bekam man einen Vorgeschmack auf die „jungen Wilden“: Thomas Dekker, Joost Posthuma, Theo Eltink und Pieter Weening sind die Namen, die man sich für die Zukunft merken sollte.

 





Joost Posthuma

Im Rückblick richtet sich der Fokus zunächst auf die Leistungen von Boogerd, der sich erneut zuversichtlich in die Ardennen begab, um wenigstens eines der drei dortigen Rennen zu gewinnen. Zweimal bestieg er das Podium – als Zweiter beim Amstel Gold Race und als Dritter bei Lüttich-Bastogne-Lüttich. Nur ganz oben stand er auch 2005 nicht. Die Ardennen sind für Boogerd das, was für Ullrich die Tour de France ist – meist stark dabei, aber fast nie ganz vorne.

 

Auf dem Podium von Pro Tour Eventen standen auch zwei Youngster. Bei der Polen-Tour, bei der Boogerd immerhin Sechster wurde, belegte Weening den zweiten und Thomas Dekker den dritten Platz. Beide konnten jeweils eine Etappe gewinnen. Der beachtliche Erfolg wird aber durch die Tatsache geschmälert, dass die Polen-Tour am Ende einer Saison lag; zeitgleich fand die Vuelta statt, so dass diese kleine Rundfahrt nicht übermäßig stark besetzt wurde.

 

Viel nachdrücklicher und spektakulärer konnte sich Weening ohnehin im letzten Jahr in Szene setzen, als er in einem Wimpernschlagfinale bei einer Etappe der Tour de France im Duell Klöden das Nachsehen gab. Da ist niemandem entgangen, welches Talent sich beim Nachbarn entwickelt.

 

Thomas Dekker stand bei der Benelux-Tour in einer sportlichen Privatfehde mit seinem Namensvetter Erik, der sich letztlich vor dem hoffnungsvollen Nachwuchstalent noch einmal durchsetzen konnte und den zweiten Rang belegte, während dem anderen der vierte Platz blieb.

 

Etwas auffällig ist allerdings schon, dass die Niederländer sich um die Podiumsplätze bei den Rundfahrten drängten, die zeitlich nach dem Saisonhöhepunkt der Tour de France lagen. Auf der einen Seite stellte die Benelux-Tour ein weiteres Highlight im Rennkalender für die Niederländer dar, man kann man es auch so werten, dass sie bei den anderen – renommierteren Touren – nichts zu bestellen hatten und erst zuschlagen durften, als sich die übrigen Teams bereits bedient hatten. Zu Gute muss man ihnen jedoch halten, dass ihre Hauptaufgabe in der Unterstützung ihrer ausländischen Kapitäne bestand. Ansonsten muss ein siebter Gesamtplatz von Boogerd bei der Baskenland-Rundfahrt als magere Ausbeute gelten.





Koos Moerenhout

Der einzige, der durch die Platzierung im Endklassement einer GT punkten konnte, ist übrigens Koos Moerenhout, der 13. bei der Vuelta wurde. Er fährt für Davitamon-Lotto. Wie auch Leon Van Bon, der zwar als Edelhelfer für Peter Van Petegem gedacht war, aber dennoch mit einem achten Platz in Flandern und dem sechsten Platz bei Paris-Roubaix  positiv von sich reden machte.

 





Max von Heeswijk

Max von Heeswijk (Discovery Channel) konnte auf diesem Terrain in der abgelaufenen Saison nicht mithalten. Er spezialisierte sich offensichtlich auf Etappensiege. Einer gelang ihm bei der Vuelta und zwei bei der Benelux-Tour, wo auch Landsmann Stefan Van Dijk vom Professional Team MrBookmaker.com einmal gewinnen konnte.

 





Servais Knaven

Auch Servais Knaven, ehemaliger Paris-Roubaix-Sieger, verlegte seinen persönlichen Saisonhöhepunkt an einen anderen Ort. Bei Tirreno-Adriatico siegte er bei einer Etappe.

 



Der Jungspund Joost Posthuma gewann eindrucksvoll eine Etappe bei Paris-Nizza und deutete sein Potential an. Bliebe noch Bram Tankink, der bei der Deutschland-Tour die Auftaktetappe für sich entschied.

 

In der Niederlande sieht man hoffnungsvoll der Zukunft der jungen Fahrer entgegen. Sie sind das Faustpfand für erfolgreichere Ergebnisse als in dieser Saison. So sehr Siege der Rabobank-Legionäre begeistern mögen, auf Dauer wünscht man sich diese von den Eigengewächsen. Zudem blieb nicht verborgen, dass es bei den Herbstklassikern für die Oranjes kaum etwas zu holen gab. Wenn der 11. Rang von Van Dijk bei Paris-Tour nicht gewesen wäre, könnte man fast den Eindruck gewinnen, die Niederländer hätten die Arbeit bei den Eintagesrennen nach der Tour de France eingestellt. Es gibt also eine Menge zu tun.



Teamsaisonbilanzen

 

• Rabobank


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