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31/05 2005

ComNet-Senges 04/05: Der April bringt nicht ganz das, was man will…




von Sven

 

Als außerordentlich gelungen konnte der Saisonauftakt des Teams ComNet-Senges durchaus bezeichnet werden. Der erhoffte „große Sieg“ durch Robert Retschke bei Köln-Schuld-Frechen warf bereits eine gehörige Portion Ballast von den Schultern der Stolberger. Trotzdem sollte es nicht an der Tagesordnung sein, sich auf dem passablen Start auszuruhen: Der April war vollgepackt mit stark besetzten Eintagesrennen und dem abschließenden Höhepunkt bei der ODDSET-Rundfahrt in Niedersachsen, wo Corey Sweet im Vorjahr Bergkönig werden konnte und einen herausragenden vierten Rang im Abschlussklassement belegte. Auch der Folgemonat Mai wartete mit einem prall gefüllten Rennkalender auf...



Internationales Lehrgeld



© foto-grafik-satz.de
Das Ziel: Entrinnen der 'Hölle' für Wolfram Wiese

Beim Monatsauftakt „Hel van het Mergelland“ in der grenznahen niederländischen Provinz Limburg zeigte insbesondere Robert Retschke, dass er die starke Form des Vormonats konservieren konnte. Zwar war das finale Tempo in der so genannten „Hölle“ eine Spur zu hoch, dennoch verbuchte er mit Rang zwölf eine weitere starke Platzierung. Daran anknüpfen konnte im Laufe des Monats auf internationaler Ebene leider kaum noch ein ComNet-Fahrer. Die Rennen waren schnell, zudem äußerst stark besetzt – umso schwieriger für die Stolberger war es, sich zu behaupten.



Rund um Düren: ComNet vs. Lamonta



© peloton-pictures.com
Robert Retschke: Nach Sieg in Frechen auch Triumphator in Düren

„Rund um Düren“ ist alljährlich eine Art Heimspiel für die Mannen um den sportlichen Leiter Hans-Jürgen Juretzek. Alle Jahre wieder entbrennt dabei ein Kampf zwischen den deutschen GS-III- respektive Continental-Teams. In diesem Jahr wurde wie schon im Vorjahr ein Duell zwischen ComNet-Senges und dem Team Lamonta erwartet. Vor Jahresfrist unterlag dabei der ehemalige ComNet- und jetzige Lamonta-Profi Stefan Cohnen David Kopp (damals Lamonta) nur hauchdünn in einem Zweiersprint. Déjà-vu in diesem Jahr: Erneut kam es zu einem Duell auf der Zielgeraden zwischen Fahrern beider Mannschaften. Diesmal wurden die Stolberger durch Robert Retschke vertreten, Lamonta durch Björn Papstein - mit glücklicherem Ende für Retschke, der sich nach 159 Kilometern durchsetzen und den zweiten Saisonsieg für sich und sein Team einfahren konnte.



Niedersachsen-Rundfahrt: Im Bilde…



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Der Chef in action: Markus Ganser hinauf nach St. Andreasberg

Mit der Niedersachsen-Rundfahrt Ende April begann die Phase der deutschen Rundfahrten, bei denen es für die ComNet-Fahrer vor allen Dingen um einzelne Etappen gehen sollte. Daneben galt Corey Sweet als aussichtsreichster Kandidat für vordere Platzierungen in den jeweiligen Gesamtwertungen. Schnell wurde deutlich, dass die ProTour-Teams um Rabobank, Davitamon und Gerolsteiner der Niedersachsen-Rundfahrt den Stempel aufdrücken sollten. Nach der ersten Etappe Richtung Burgdorf war es nur noch Corey Sweet vergönnt, im Reigen der Fahrer mitzuspielen, die eine Chance auf eine vordere Platzierung behielten, da das große Peloton bereits nach dem ersten Tag eine halbe Stunde Rückstand aufgebrummt bekam. Die folgenden Tage hielt sich Sweet konstant im Vorderfeld und belegte schlussendlich einen ordentlichen zehnten Rang. Für positive Schlagzeilen sorgten bei dieser Rundfahrt neben Sweet auch „the chief himself“, Markus Ganser, der sich mit großem Kämpferherzen die Steigungen um und in St. Andreasberg hinaufquälte, und Neuzugang Elnathan Heizmann mit einem starken fünften Rang in Göttingen aus einer Ausreißergruppe heraus.



Team ComNet-Senges 05/05: … im Mai dafür voll dabei.



Rund um den Henninger Turm: Premiere

Dank der neu geschaffenen ProTour und den damit verbundenen Wertigkeitsänderungen für Rennen im internationalen Radsport bekamen die Fahrer um Hans-Jürgen Juretzek zum ersten Male die Gelegenheit, beim traditionsreichsten Eintagesrennen Deutschlands teilzunehmen. Trotz alledem hat das Rennen nichts von seiner Bedeutung und Akzeptanz unter den teilnehmenden Teams und Fahrern eingebüßt. Sowohl T-Mobile, als auch Gerolsteiner schickten ein bärenstarkes Aufgebot nach Frankfurt. Neben den unzähligen Steigungen im Taunus sollte der unerwartete "Sommereinbruch" bei Temperaturen von 30 Grad das Rennen zusätzlich erschweren. Nachdem sich bereits frühzeitig während der ersten Taunusdurchquerung Spitzengruppen um die wichtigsten Fahrer (Erik Zabel, Fabian Wegmann, Mirko Celestino oder Stefan Schumacher) bildeten, zog es das Peloton vor, gemächlich einher zu fahren. Letztlich erreichten daher nur 21 Fahrer das Ziel in Frankfurt - der Rest stieg aus oder wurde vom Besenwagen eingesammelt. Mit dabei im Reigen der Großen war ComNet-Kapitän Corey Sweet, der sich im Taunus an die kletterstärksten Rennfahrer heftete und im Zielsprint der Spitzengruppe einen tollen elften Rang belegen konnte.



Flèche du Sud: Wieses Meisterstück

„Flèche du Sud“, was ist das schon, wird selbst Otto-Normal-Radsportfan gemeinhin fragen, wenn von der kleinen Rundfahrt im noch kleineren Luxemburg die Rede ist. Mag die Startliste vom Bekanntheitsgrad der Fahrer her vergleichsweise dünn besiedelt sein, darf trotz allem nicht vergessen werden, dass die Sieger der vergangenen Jahre zum Beispiel Kim Kirchen, Bradley Wiggins oder Andy Schleck hießen. Alles Fahrer, die heute Verträge in ProTour-Teams besitzen.

Wolfram Wiese gehört zwar nicht mehr zu den jungen Hüpfern, geschweige denn zu den ersten Anwärtern auf einen ProTour-Vertrag, da er jeden Tag einer geregelten Arbeit nach geht und das Radfahren demzufolge nicht mehr als ein sehr intensives Hobby betrachtet. Dennoch und gerade deshalb ist sein Gesamtsieg, den er durch zwei Etappensiege untermauerte und der im Laufe der Rundfahrt nie in ernsthafte Gefahr geriet, umso höher zu bewerten.

 



Rheinland-Pfalz-Rundfahrt: Ein Unglück kommt selten allein



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1. Etappe Rheinland-Pfalz: Corey Sweet vergeblich auf der Flucht

Die Rundfahrt begann für ComNet-Kapitän Sweet unglücklich und endete dramatisch. Auf der ersten Etappe von Koblenz nach Bad Marienberg war er zwar als einziger ComNet in der Lage, dem ersten großen Feld zu folgen, wurde aber 200 Meter vor dem Ziel nach einem weiteren Fluchtversuch, solo diesmal, vom Gerolsteiner-Zug um Michael Rich und Fabian Wegmann eingefangen. Die folgenden Tage hielt sich der Australier erfolgreich im Vorderfeld und alles sah nach einer weiteren guten Rundfahrtplazierung aus, auch wenn das Einzelzeitfahren in Landau eher mäßig verlief. Am letzten Tag dann, bereits nach knapp 40 Kilometern, stürzte er unglücklich im Feld und musste daraufhin das Rennen beenden. Die anderen ComNet-Fahrer setzten sich auf einzelnen Etappen gut in Szene, Retschke auf Etappe zwei, Renäng und Heizmann jeweils im Zeitfahren, konnten aber den Ausfall von Sweet in der Gesamtwertung nicht kompensieren.



Bayern-Rundfahrt: Erfolgreicher Abschluss



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Elnathan Heizmann: Forsches Auftreten in Bayern

Wie schon während der Niedersachsen-Rundfahrt und bei der Rheinland-Pfalz-Durchquerung wurde die Bayern-Rundfahrt durch ein 25 bis 30 Fahrer starkes Feld vorentschieden, welches sich vom großen Rest auf einer Etappe um viele Minuten absetzen konnte. Diesmal sollte es der dritte Tagesabschnitt sein und erneut war Corey Sweet bei den Auserwählten zu finden. Allerdings vertrat er die ComNet-Farben nicht alleine: Elnathan Heizmann, Neuzugang im Team, zeigte starke Form und schaffte sowohl auf diesem Teilstück, als auch tags darauf eine Top 10-Etappenplatzierung. Dies brachte ihm zwischenzeitlich die Führung in der U23-Sonderwertung und erst nach dem Zeitfahren wurde er von CSC-Profi Linus Gerdemann aus dieser Spitzenposition verdrängt.

Während Heizmann letztlich den zweiten Rang hinter Gerdemann festigte, beendete Corey Sweet das Rennen als Sechster in der Gesamtwertung. Ein rundum gelungener Abschluss eines gelungenen Monats.



ComNet des Frühsommers: Wolfram Wiese




© peloton-pictures.com
Die Wahl fiel schwer zwischen Corey Sweet und Wolfram Wiese. Beide sorgten in den vergangenen Wochen für Glanzlichter. Hier musste in diesem Falle die Statistik entscheiden und die sprach eindeutig für den Rheinländer, der drei Siege - inklusive des Gesamtsieges - beim Flèche du Sud einheimste.


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