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Cofidis - das Tour-Team 2009

von T-MobileR



Bisherige Saison:


Cofidis kann auf eine eher durchwachsene erste Saisonhälfte zurückblicken. Die Glanzlichter setzte vor allem der erfahrene David Moncoutie, der es scheinbar endlich vermag, sein großes Potential auch in Ergebnisse umzusetzen. So gewann er die Königsetappe der Dauphiné Libéré aus einer Fluchtgruppe heraus und hielt dabei die Tour-Favoriten Contador und Evans auf Distanz.

 

Weitere große Erfolge des Teams sucht man beinahe vergeblich. Der Etappensieg von Julien El Fares bei Tirreno-Adriatico ist eines der wenigen herausragenden Resultate. Auch der Sieg von Remi Pauriol zum Beginn der Radsportsaison beim GP d’Ouverture La Marseillaise kann man hier noch erwähnen. Einen Monat später gewann er noch den GP Lugano. Eben dieser Remi Pauriol erlitt bei Paris-Nizza einen Schlüsselbeinbruch wodurch er seine gute Form leider in keine weiteren Ergebnisse ummünzen konnte.

 

Die Überraschung des Teams war der erst 22jährige Este Rein Taaramae. Zwei zweite Etappenplatzierungen bei der Tour de Romandie sowie der Baskenland-Rundfahrt und ein überragender dritter Gesamtplatz bei der Tour de Romandie zeigten sein großes Potential.

 

Ansonsten sah es eher mau aus, was Siege betrifft. Dies könnte aber auch an der Tatsache liegen dass die Mannschaft sich voll und ganz auf die Tour konzentriert...



Tour 2009 – Die Fahrer



Der Kapitän

Mit David Moncoutie schickt Cofidis einen sehr starken Bergfahrer ins Rennen, vielleicht den einzigen Franzosen der mit Fahrern wie Contador, Sastre oder Schleck einigermaßen auf Augenhöhe klettern kann. Moncoutie fährt seit 1997 bei Cofidis – eine Ewigkeit also, die aber nicht immer positiv für ihn verlief. Durch Verletzungen konnte er vor allem in den Jahren 2006 und 2007 nicht an seine alten Erfolge anknüpfen. Der sportliche Leiter des Teams Eric Boyer wollte ihm schon keinen Vertrag mehr geben wenn er nicht bald wieder in die Erfolgsspur zurückfinden würde. Erst 2008 als er eine Etappe der Vuelta hinauf zum Pla de Beret sowie die Bergwertung gewinnen konnte war klar dass er wieder voll "da" war.

 

Mit seiner enormen Erfahrung sollte für ihn in diesem Jahr ein Etappensieg im Bereich des Möglichen liegen, es wäre dann schon sein Dritter. Auch das Bergtrikot hat er schon vor der Tour als Ziel angegeben. Wie schon oben erwähnt verlief auch die Tour-Generalprobe sehr gut für ihn, bei der Dauphiné zeigte er seine gute Form – Man kann nur hoffen, dass er sie bis zur Tour konservieren kann.



Der Co-Kapitän

Mit Amael Moinard schickt das Team einen weiteren sehr kletterstarken Fahrer ins Rennen der David Moncoutie unterstützen könnte aber auch eigene Ambitionen haben dürfte. Moinard bewies bei der letztjährigen Tour mit einem 14. Gesamtplatz dass er mehr als nur ein Helfer ist. Er könnte mit etwas Glück einen weiteren Schritt nach vorne machen und eine Top10-Platzierung anstreben. Er hat in diesem Jahr bisher noch keine herausragenden Ergebnisse herausgefahren, doch das war letztes Jahr bis vor der Tour ebenfalls so. Mit 27 Jahren ist er sowieso noch in einem entwicklungsfähigen Radfahreralter. Ob er die sieglose Zeit der Franzosen bei der Tour beendet darf bezweifelt werden, aber er ist einer der wenigen der Grand Nation die eine gute Endplatzierung überhaupt erreichen können.



Der Sprinter

Leonardo Duque wird die Cofidis-Fahnen bei den Massensprints versuchen hochzuhalten. Dies dürfte jedoch ein sehr schwieriges Unterfangen werden bei so namhafter Konkurrenz wie Cavendish, Bennati oder Hushovd. Duque war nie ein Siegfahrer und wird vermutlich auch keiner mehr werden, aber er ist immer dabei wenn es zum Sprint des Hauptfeldes kommt. Eine solch große Anzahl an Top-10 Platzierungen bei Rundfahrten dürften nur wenige Andere haben.

Dass er auch gewinnen kann zeigte er bei der Vuelta 2007 als er die 16. Etappe gewann – jedoch aus einer Fluchtgruppe heraus. Wenn er bei der Tour erfolgreich sein will muss er wohl wieder diesen Weg gehen. Im Vergleich zu vielen anderen Sprintern hat er den Vorteil dass er sehr gut die Berge hochkommt.



Die Helfer

Mit Stephane Augé hat das Team einen weiteren erfahrenen Recken im Team, der eine große Erfahrung besitzt und seinen Erfolg oft in Fluchtgruppen sucht. So gelang es ihm zum Beispiel, im letzten Jahr eine Etappe der Deutschland-Tour zu gewinnen. Ein weiterer erfolgreicher Fluchtvesuch brachte ihm auch den vermutlich größten Erfolg seiner Karriere ein – den Sieg bei den 4 Tagen von Dünkirchen ebenfalls im vergangenen Jahr. Man muss kein Hellseher sein um vorherzusagen dass Augé auch dieses Jahr wieder in einer oder mehreren Fluchtgruppen dabei sein wird.

 

Remi Pauriol dürfte der kletterstärkste Helfer im Team sein und am ehesten die beiden Kapitäne am Berg unterstützen können. Dass er selbst mehr als nur ein Helfer ist, hat er im vergangenen Jahr mit einem dritten Gesamtrang bei der Katalonien-Rundfahrt gezeigt. Ebenso mit seinen beiden Siegen in diesem Jahr (GP La Marseillaise sowie GP Lugano). Leider brach er sich bei einem Sturz auf der zweiten Etappe von Paris-Nizza das Schlüsselbein, wodurch sein erfolgreiches Frühjahr abprubt gestoppt wurde.

 

Ein weiterer erfahrener Recke des Teams ist Bingen Fernandez, der mittlerweile schon im achten Jahr das Cofidis Trikot trägt. Mit seiner immensen Erfahrung wird er dem Team sicher helfen können und eigene Ambitionen zurückstellen.

 

Dies dürfte auch Christophe Kern tun, der immerhin im letzten Jahr noch für das inzwischen aufgelöste Crédit Agricole Team Zweiter der Bergwertung bei der Vuelta geworden ist – hinter seinem jetzigen Kapitän David Moncoutie.

Um den Altersschnitt des Teams nicht noch weiter steigen zu lassen schickt Eric Boyer mit dem 27jährigen Sebastian Minard einen weiteren Franzosen ins Rennen der seine Tour-Premiere feiert.

 

Der Joker des Teams dürfte der Vorjahres-Etappensieger Samuel Dumoulin sein. Der endschnelle Franzose gewann 2008 die 3. Etappe nach Nantes im Sprint aus einer dreiköpfigen Fluchtgruppe der auch Romain Feillu angehörte. Mit nur 1,59m ist er einer der kleinsten Fahrer im Peloton.



Fazit

Cofidis schickt ein ausgeglichenes Team an den Start, das aus jungen erfolgshungrigen Franzosen sowie erfahrenen Recken besteht. Mit David Moncoutie haben sie einen klaren Kapitän, der die volle Unterstützung des Teams bekommen wird. Ihm ist ein Etappensieg allemal zuzutrauen und auch das Bergtrikot liegt im Bereich des Möglichen.

 

Mit Moinard haben sie auch einen Mann der im Gesamtklassement im vorderen Bereich landen kann und Leonardo Duque wird das Cofidis-Trikot bei den Sprints präsentieren.

 

Die anderen Fahrer sind alle für Fluchtgruppen gut und man kann erwarten, dass sie dort auch oft präsent sein werden. Das Mindestziel des Teams muss ein Etappensieg sein und mit diesem Team können sie dieses Ziel auch erreichen.



 

für alle Fotos gilt: © www.cycling4fans.de bzw. des jeweiligen Fotografen (fotografiert von Maniroller)


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