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Lampre - das Tour-Team 2009

von Perry



Setzte man beim italienischen Team Lampre in den Jahren 2006 und 2008 vor allem auf Aushängeschild Damiano Cunego, so verzichtet der Girosieger von 2004 dieses Jahr auf die Tour de France, obwohl er sich unmittelbar vor ihrem Start in seiner bisher besten Verfassung 2009 befand. So kann man die diesjährige Teamauswahl wohl am ehesten mit dem Jahr 2007 vergleichen. Vor zwei Jahren gelang der Mannschaft immerhin ein Etappensieg und mit dem Verzicht auf Cunego geht man zumindest dem leichten Hauch von vergeblicher Investition seitens des Teams aus dem Weg, der sich aufgrund des fehlenden Erfolges von Cunego bei Grand Tours in jüngerer Vergangenheit immer wieder eingeschlichen hat.

 

Bislang verlief die Saison für Lampre nicht gerade optimal. Der lange Ausfall von Ballan machte den Italienern im Frühjahr einen großen Strich durch die Rechnung und das erneute Versagen von Cunego beim Giro, den das Team zudem ohne einen einzigen Etappenerfolg abschloss, wiegt schwer. Zuletzt konnte man immerhin Achtungserfolge bei der Dauphiné Libéré, Tour de Suisse und den italienischen Meisterschaft einfahren. Nun schickt man ein Team in die Tour de France, welches nicht gerade ein Feuerwerk erwarten lässt, aber vielleicht liegt gerade hier eine Chance.

 



Der Kapitän

Alessandro Ballan :

Der Weltmeister. Kaum zu glauben, aber es gibt ihn und sein so verfluchtes Trikot doch noch. Was es heißt den Regenbogenfluch zu haben, musste Ballan dieses Jahr schon zur Genüge spüren. Im Frühjahr legte ihn eine rätselhafte Viruserkrankung flach und so konnte er bei den großen Frühjahresklassikern, bei denen er normalerweise als Favorit anzusehen ist, nicht eingreifen. Allerdings hat sich der Weltmeister bei der Tour de Suisse und der italienischen Meisterschaft zuletzt die nötigen Kilometer geholt und so kann man ihn in der ein oder anderen Ausreißergruppe beziehungsweise dem ein oder anderen Sprint aus einem dezimierten Feld durchaus vorne erwarten. Ein Etappensieg ist für Ballan jedenfalls immer drin.

 



Der Mann für die Gesamtwertung

Marzio Bruseghin

Bruseghin geht als Mann für die Gesamtwertung ins Rennen, mit dem Ziel die Top15 zu erreichen. Beim Giro d’Italia dieses Jahr blieb er trotz seines ordentlichen 10.Platzes, wie eigentlich das gesamte Team etwas hinter den Erwartungen zurück. Zudem ist er bei der Tour im Gegensatz zum Giro wohl nur als passabler Zeitfahrer anzusehen. Seine beste Platzierung bei einer Tour de France war sein 19.Platz 2006. Im vergangenen Jahr fuhr er alle drei großen Landesrundfahrten zu Ende, an Substanz wird es ihm also auch diesmal nicht fehlen. Er könnte es in der dritten Woche auch in der einen oder anderen Fluchtgruppe versuchen, sollte es seine Platzierung im Gesamtklassement zulassen.

 



Der Sprinter

Angelo Furlan

Furlan ist wohl der Mann für die Sprints bei Lampre. Der Neuzugang von Crédit Agricole konnte bei der Dauphiné Libéré auf der 2. Etappe seinen ersten Sieg für sein neues Team einfahren und so liegen viele Hoffnungen auf ihm. Es erscheint jedoch fraglich, ob er sich gegen die absolute Sprintelite wirklich durchsetzen kann oder ob es dafür auch einer besonderen Situation aus einer möglichen Ausreißergruppe bedarf.

 



Die Joker

Simon Spilak

Der Slowene, der sich letztes Jahr vor allem bei der Flandern-Rundfahrt und Paris-Nizza ins Rampenlicht gefahren hatte, könnte bei günstigem Verlauf auch um eine ordentliche Gesamtwertungsplatzierung buhlen. Ansonsten ist er ein weiterer Mann für Spitzengruppen.

 

David Loosli

Der Schweizer wird wohl vor allem als Helfer für Bruseghin in den Bergen agieren. Möglicherweise kann er auch gerade bei der Etappe durch die Schweiz sein eigenes Glück versuchen.

 



Die Helfer

Marco Bandiera

Mauro Santambrogio

Marcin Sapa

Daniele Righi

 

Natürlich könnten auch diese 4 Fahrer in Spitzengruppen auftauchen, gerade Santambrogio, der im Januar eine beachtliche Tour Down Under hinlegte, aber hauptsächlich wird sich das Quartett wohl um die wichtigen Helferdienste kümmern müssen.

 



Prognose / Fazit

Das Team würde gut daran tun sich in möglichst vielen Fluchtgruppen zu zeigen, da eine Top10 Platzierung von Bruseghin in weiter Ferne scheint und ein Sieg von Furlan oder Ballan im Massensprint als unrealistisch anzusehen ist. Allerdings kann man der Mannschaft durchaus einen Etappensieg zutrauen, der jedoch nur mit einer offensiven Fahrweise erreicht werden kann.


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