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Das C4F-Schreibprojekt 2003: Gorka in Trouble

Hallo, liebe Fans, ich bins wieder, euer Latino Lover, Gorka Antonio Jimenez Valverde! Seit der Mallorca Challenge habt ihr nichts mehr von mir gehört. Dabei habe ich soviel zu erzählen, aber ich will meinen vielen weiblichen Fans ja nicht die Hoffnungen zerstören!

Seit vorgestern nun bin ich schon hier in Andalusien, genauer gesagt in Cordoba. Gestern haben wir bei diesem Scheißwetter hier 90 Kilometer locker abgespult und uns sind dabei die rosaroten Panther um ihren Kapitän, den Manolo nur als "Senor Nimmersatt" bezeichnet, entgegengekommen! Die Jungs fahren ganz schön verbissen und wehe einer führt mal nicht vernünftiger, dann gibt's gleich einen Rüffel von "Senor Nimmersatt"!

Gestern Abend im Hotel hatten wir dann noch unsere übliche Teambesprechung. Unsere Fahrer sind:

81 Zarrabeita, Mikel

82 Castresana, Angel

83 Caruso, Giampaolo

84 Davis, Allan

85 Gil, Koldo

86 Rodriguez, Joaquin

87 Jimenez Valverde, Gorka Antonio

88 Gonzalez, Jonathan

Als Kapitän hat Manolo mal wieder Mikel ausgesucht, er soll für uns möglichst den ersten Rundfahrtsieg des Jahres holen. In den Sprints soll der dumme Aussie, der immer noch kein Wort spanisch kann, gewinnen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er Chancen haben wird gegen "Senor Nimmersatt", oder unseren zweimaligen Weltmeister, oder das blau-weiße Kampfmonichi, oder gegen einen Deutschen der fast genauso heißt wie Ballack, der Fussballer , die am Mittwoch 1:3 verloren haben, gegen uns!

Die anderen Favoriten aus Manolos Sicht sind:

1 Antonio Colom

155 Davide Rebellin

141 Axel Merckx

91 Francisco Cabello

53 Mikel Astarloza

11 Javier Pascual Rodriguez

15 Aitor Osa

Die 1. Etappe:

Am Morgen nach dem Frühstück sagte mir Manolo, dass er mit mir sprechen wolle. Mir war klar dass es nur darum gehen kann, dass er voll von mir überzeugt ist oder mir eine saftige Gehaltserhöhung bewilligen würde.

Ich kam also voller Zuversicht in das Teamfahrzeug, wo er mit mir sprechen wollte. Doch kaum dass ich ins Auto stieg, sah ich bereits seine finstere Miene. Ich fragte ihn was los sei. Doch er polterte nur los: "Gorka, was glaubst du eigentlich wer du bist, dass du immer wieder die Teamstrategie manipulierst und deine Spielereien machst. Warum hast du auf Mallorca einfach so im flachen Gelände 100 km vor dem Ziel attackiert? Warum warst du nie über den Knopf im Ohr zu erreichen? Warum hast du nicht Allan unterstützt, der gute Chancen auf Etappensiege hatte? Sag nichts Gorka! Ich gebe dir hier bei der Ruta del Sol, eine allerletzte Bewährungschance. Du wirst dich hier ganz genau an meine Weisungen halten, verstehst du?! Wenn du hier auch nur noch ein einziges Mal deine Spielchen spielst, ist es aus, dann ist deine Karriere hier beendet und du wirst nie wieder ein Rennen im Once Trikot bestreiten! Und jetzt raus mit dir!"

Als ich das Teamfahrzeug verließ, war ich völlig fertig und zu Tode betrübt. Warum nur war Manolo so böse zu mir. Ich habe ihm doch nichts getan und was soll es für Once bringen, wenn ich dem dummen Aussie helfe? Was ist daran so schlimm wenn ich Manolos Taktiken nicht beachte, wenn sie einfach Scheiße sind?

Auf dem Weg zum Start merkte ich wie die Anderen mich beobachteten. Einige fragten mich, was mit mir los ist, doch ich antwortete ihnen nicht. Ich stieg einfach auf mein Rad und fuhr los.

Das Rennen begann sehr langsam und ich fuhr ziemlich am Ende vom Feld. Prompt schrie eine Stimme in mein Ohr: "Memm nicht rum und fahr nach vorne, Gorka! Mikel muss gegen den Seitenwind geschützt werden." Ich überlegte kurz ob ich nicht zurückschreien sollte, doch ich ließ es lieber sein. Kaum vorne angekommen, hörte ich schon wieder die Stimme im Ohr: "Allan, Mikel, Joaquin und Gianpaolo brauchen frische Getränke, komm mal die Flaschen am Auto holen, sofort!" Ich dachte mir nur "Verdammte Scheiße, warum schon wieder ich?" , aber ich beugte mich widerwillig und ließ mich zum Teamfahrzeug zurückfallen. Doch nur kurz nachdem ich die Flaschen aufnahm, passierte im hinteren Drittel des Feldes ein Massensturz. Ich war zwar nicht direkt betroffen, aber ich war deswegen nun in einem 2. Feld, in dem außer mir kein weiterer von unserer Mannschaft dabei war. Aber ich hatte doch die 8 Trinkflaschen bei mir, was also damit tun? Ich nahm Funkkontakt zu Manolo auf, doch der war hinter der ersten Gruppe und auch unser zweites Teamfahrzeug war hinter der ersten Gruppe. Ich sagte zu unserem 2. DS, dass er auf mich warten sollte um mir die Flaschen abzunehmen, aber er sagte nur, dass ich diese noch für den Rest der Etappe brauchen würde und ich von nun an heute ohne Teamunterstützung auskommen müsste. Ich schrie ihn an, dass war so was von ungerecht. Doch er sagte nur, der Radsport sei halt nicht immer gerecht.

Hinten bei den Betroffenen vom Massensturz waren auch die Nummern 1, 91, 53, das Kampfmonichi und der Möchtegern-Ballack. Auch wenn deren Mannschaften es zunächst versuchten wieder ans Peloton heranzukommen, schafften sie es nicht mehr. Ich erreichte also mit der Gruppe das Ziel mit 23 Minuten Rückstand. Gewonnen, so hörte ich von unserem Masseur, hat "Senor Nimmersatt" vor unserem zweimaligen Weltmeister. Unser doofer Aussie wurde enttäuschender Dritter!

2. Etappe

Am Morgen vor dem Start bat mich Manolo wieder zu sich, ich befürchtete das schlimmste. Was machte ich diesmal falsch? Waren meinen Fingernägel ungenügend manikürt? Saß meine Rennkappe in einem ungünstigen Winkel auf dem Kopf oder sollte ich mir vielleicht meine Socken höherziehen? Ich wusste es nicht.

Doch als ich zu Manolo kam, war dieser freundlich gestimmt. Er sagte mir, dass ich gestern zum ersten Mal vorbildlich gearbeitet habe und dass wenn ich weiterhin meine Aufgaben erfülle, ich auch irgendwann meine Carte Blanche, meinen Freifahrtsschein bekomme. Aber der Radsport besteht nun mal aus Geben und Nehmen gleichermaßen und heute ist auf jeden Fall noch mal Geben angesagt, sprach er zu mir.

Die 2. Etappe selbst ließ von vorneherein keine großen Erwartungen aufkommen, es gab eine einzige Bergwertung und die war nicht sehr schwer und 100 KM vor dem Ziel.

Schon früh nach 20 KM setzten sich 3 Leute ab, die Nummern 17, 107 und 125, zwei Spanier und ein Schweizer. Manolo sagte aber, dass von keinem der drei eine Gefahr ausgehen würde. Die anderen DS sahen dies wohl ähnlich und so geschah es, dass im Feld gar nichts passierte und die Drei 30 KM vor dem Ziel immer noch fast 5 Minuten Vorsprung hatten. Das wurde Manolo dann doch zu gefährlich und er beorderte Gianpaolo und mich nach vorne. Als wir gerade einmal 2 Minuten geführt hatten, kamen auch schon die rosaroten Panther nach vorne. Am meisten leistete so ein 2m-Schlaks von ihnen, über den gesagt wird, dass er einen Bauernhof habe. Als sich dann auch noch die Holländer und die Lottospieler vorne einreihten, wurde es für mich zu schnell. Obwohl ich meine größte Übersetzung trat wie ein Bekloppter, wurde ich immer mehr nach hinten durchgereicht. 5 KM vor dem Ziel verlor ich dann auch den Kontakt zu Hauptfeld, ich war in einer Gruppe mit ganz vielen orangenen Trikots und ein paar anderen Versprengten. Im Ziel angekommen hörte ich dass es die Ausreisser knapp geschafft haben. Gewonnen hat übrigens der Schweizer Rast, der jetzt auch der Lider General ist. Den Spurt vom Hauptfeld gewann "Senor Nimmersatt" vor dem Kampfmonichi und unserem Aussie.

3. Etappe

Die 3. Etappe war prinzipiell genauso flach, wie die Witze von einem Deutschen der immer doof grinst und so ähnlich heißt wie "Estefan Braavo", mit der kleinen Nuance dass am Ende eine Bergankunft auf uns wartete. Manolo sagte in der Teambesprechung vor dem Start, dass es heute die ersten 160 KM darum geht Mikel und Joaquin so gut es geht aus dem Wind zu nehmen und dafür zu sorgen, dass es ihnen nichts passiert. Die letzten 6 Kilometer müssen sie dann alleine fahren und der Rest soll seine Kräfte für morgen schonen.

Der Anfang der Etappe verlief denn auch so wie die gestrige, früh schon setzten sich 5 Fahrer ab. Darunter waren die Nummern 156, also ein Deutscher, die Nummer 145 ein Belgier, die Nummer 4, die Nummer 66 und die Nummer 77, alles Spanier, alle ungefährlich, also würde es wohl genauso laufen wie gestern. In der Spitze hatten die 5 Helden bei KM 100 11 Minuten Vorsprung. Hinten im Hauptfeld machten die Schweizer dann Tempo unterstützt von den Grün-Weißen und so blau-weißen Belgiern. Sie reduzierten langsam aber kontinuierlich den Rückstand, bei 50 Kilometer vor dem Ziel waren es noch 8 Minuten, bei 30 KM nur noch 5 Minuten und 10 Kilometer vor dem Ziel noch 2 Minuten.

Ich hatte in der Zwischenzeit meine normale Arbeit geleistet, also Joaquin nach seinem Defekt zurück ins Feld eskortiert und Getränkemarkt für die Anderen gespielt.

10 KM vor dem Ziel kam dann die Ansage von Manolo, dass wir nun Mikel, Joaquin und auch Angel nach vorne fahren sollten, damit sie gut platziert sind, wenn es in den Berg geht. Also sind der Aussie, Gianpaolo und ich mit den Dreien am Hinterrad, rechts am Feld mit 60 Sachen vorbei gefahren. Wobei, sich dass gar nicht so einfach gestaltete, da auch andere Teams ihre Leader nach vorne fuhren und es ziemlich mühevoll wurde. Gerade als in die erste Kehre des Schlussanstiegs ging, war unser Trio an der Spitze des Feldes.

Diesmal kam ich gar nicht erst in Versuchung auch vorne bleiben zu wollen, weil dies einfach unmöglich war, meine Beine waren schwer wie Blei.

Aber zu meinem Trost ging es Gianpaolo und dem Aussie auch nicht besser und den ganzen Anderen Fahrern, die sich auch den Arsch für ihre Leader aufgerissen haben, erst recht nicht.

So fuhren wir mit ca. 60 Fahren so locker wie möglich die 6 KM hinauf. Im Ziel hatte ich einen Rückstand von 8 Minuten auf den Tagessieger.

Zu unserer vollsten Zufriedenheit, war dies tatsächlich Mikel, der einen Dreiersprint gegen Merckx und die Nummer 1, Colom gewann. Eine ebenfalls ganz tolle Leistung erbrachte Joaquin, der 10. wurde mit nur 40 Sekunden Rückstand auf Mikel, der jetzt auch in der Gesamtwertung führte. Das war zwar schön, hieß aber auch dass wir auf der 4. Etappe, der Königsetappe mit 5 Anstiegen viel arbeiten würden müssen!

4. Etappe

Die 4. Etappe wies zwar keinen Schlussanstieg auf wie Etappe 3, aber hatte insgesamt 5 Anstiege. Es war also eine einzige Berg und Talfahrt, wobei der letzte Berg 30 KM vom Ziel entfernt war. Es sollte uns also doch gelingen, Mikels Trikot zu verteidigen, oder?

Weil Mikel der Lider General war, war die von Manolo ausgegebene Taktik auch relativ simpel: Wir sollten das Feld kontrollieren und dafür sorgen, dass niemand in die Lage kommen konnte, Mikels Führung zu bedrohen. Allerdings wenn Merckx, Osa, Rebellin oder Pascual Rodriguez attackierten, dann musste Mikel schon selber reagieren. Meine Aufgabe war es mit Koldo Gil und Gian Paolo an den ersten 3-4 Anstiegen das Feld zu kontrollieren. Auf den wenigen flachen Kilometern sollten der Aussie und Jonathan die Führungsarbeit machen. Dann an den beiden letzten Anstiegen sollten Angel und auch Joaquin für Mikel arbeiten.

Das Rennen gestaltete sich, wie zu erwarten war, schon an der ersten Anstiegen ziemlich nervös. Vor allem die Kelmes und die Euskaltels wollten unbedingt noch einen Etappensieg auf der für sie bisher so enttäuschenden Rundfahrt holen. Schon am zweiten Berg attackierte die 91, der vor dem Rennen noch als Favorit gehandelte Cabello. Seinem wirklich sehr starken Antritt konnten nur David Etxebarria, Verbrugghe und Dufaux folgen. Ihre Attacke war wirklich brutal und selbst wenn ich hätte mitgehen wollen, nach spätestens 100 Metern hätte sich der Mann mit dem Hammer gemeldet. Weil dieser 4 Fahrer jedoch auch alle schon auf der 1. Etappe 23 Minuten verloren hatten unternahmen wir nichts. Und die anderen Mannschaften hatten auch kein Interesse an ihrer Verfolgung. Es war also frühzeitig klar, dass ihr Unternehmen gelingen würde und einer von ihnen die Etappe gewinnen würde.

Bei uns im Hauptfeld passierte nicht sonderlich viel. Als es in den vorletzten Anstieg ging, war unser Team sogar noch vollzählig. Also konnten sogar der Aussie und Jonathan noch dem Tempo folgen. Manolo funkte mich dann um mir zu sagen, dass ich am Berg mich an die Spitze des Feldes setzen sollte und an meine Leistungsgrenze gehen sollte. Das verwunderte mich, weil es doch für uns ideal lief und noch alle beisammen war. Manolo aber erklärte mir, dass Tempo sei so niedrig dass es für Mikels Konkurrenten ein Leichtes sei, aus dem Feld herauszuspringen und dass sollte verhindert werden.

Ich folgte also Manolos Direktive und setzte mich an die Spitze. Meinem Tempo konnten bereits einige nicht mehr folgen, darunter der Aussie, Jonathan und Gian Paolo. Als ich nach weiteren 5 KM immer noch an der Spitze des Hauptfeldes war, und dieses auf ca. 50 Mann geschrumpft war, entwickelte ich einen gewissen Stolz, da ich viel stärker war, als ein Großteil der Anderen. Über diese Bergwertung kamen wir denn auch mit den 50 Mannen und 7 Minuten Rückstand auf die 4 Musketiere. Nach nur einen kurzen Abfahrt begann auch schon der 5. und letzte Anstieg dieser Etappe. Als es in diesen hineinging war ich noch vorne in der Gruppe. Doch ehe ich mich versah attackierte rechts von mir die Banesto Mannschaft mit einem wahren Höllentempo. Gleich 4 von ihnen schossen an mir vorbei dass es nur so krachte. In meinem Ohr hörte ich ein "Mikel y Joaquin: Venga, venga, venga!" und tatsächlich: direkt auf die 4 Bekloppten von Banesto folgten Joaquin und Mikel, an dessen Hinterrad auch die ganzen anderen Favoriten hingen.

Ich dagegen fiel schnell aus der Gruppe heraus. Ich hörte von Manolo, dass vorne noch nach den 4 Musketieren 9 Fahrer in einer Gruppe waren, darunter Mikel und Joaquin, sowie noch 2 Banestos: Osa und Pascual Rodriguez, sowie Rebellin, Merckx, Colom, Sanchez und Caucchioli. Mikel und Joaquin gelang es auch in dieser Gruppe bis zum Ende zu bleiben.

Wie zu erwarten war, machten die 4 Helden vorne den Sieg unter sich aus. Es gewann am Ende Etxebarria vor Verbugghe, sowie Dufaux und Cabello. Mit 5 Minuten Rückstand erreichte die 9er Gruppe das Ziel. Mikel hatte sein Leadertrikot verteidigt vor dem zeitgleichen Merkcx und Joaquin machte einen Sprung auf Rang 7. Ich erreichte indes als 44. mit 14 Minuten das Ziel. Aber ich habe meine Vorgaben erfüllt und kann stolz auf mich sein!

5. Etappe

Nun war es endlich so weit. Nach 4 Tagen harten Schuftens für die Mannschaft stand die letzte Etappe auf dem Programm und wen Mikel das Trikot verteidigen würde, hätte sich unsere Arbeit auch in jedem Falle mehr als gelohnt.

Doch es sollte nicht zu leicht werden. Denn die Etappe war alles andere als leicht und nur 6 vor dem Ziel stand noch mal ein kurzer aber giftiger Hügel vor uns. Dieser würde Merckx und allen Anderen noch mal eine Chance bieten Mikel das Trikot abzunehmen!

Meine Aufgabe war es zu verhindern dass schon in den ersten Bergen des Tages gefährliche Angriffe entstanden. Diese Aufgabe wurde mir von den anderen Teams aber auch sehr einfach gemacht, da keine gefährlichen Fahrer attackierten. Vorne setzte sich eine Gruppe ab um Wauters, Julich, Colom, Astarloza und Ruslan Ivanov. Diese Gruppe wurde wie alle anderen Gruppen in den letzten Tagen auch fahrengelassen. Am Ende sollten sie im Ziel 3 Minuten Vorsprung auf die nachfolgenden haben und Wauters sollte die Etappe gewinnen.

Doch hinten im Hauptfeld spürte man, wie sich die Spannung sukzessive aufbaute. Alle wussten dass es nur auf den Hügel kurz vorm Schluss ankommen würde und so herrschte über das Gros der Etappe eine trügerische Ruhe. Doch so gegen 20 Kilometer vorm Ziel kamen dann die Lottos für Merckx an die Spitze gefahren. Und auch die Trikots von Banesto und Gerolsteiner etablierten sich vorne. Zu allem Überfluss sollte Mikel 15 KM vor dem Ziel einen Defekt erleiden. Unsere ganze Mannschaft bis auf Joaquin ließ sich zurückfallen. Und wir hatten Mikel auch schnell wieder ins Feld gebracht, weil die anderen Teams sich fair verhielten. Dennoch war es eine schwere Arbeit Mikel wieder in den ersten Rängen zu positionieren. Doch kaum dass wir ihn vorne abgeliefert hatten, begann auch schon der Scharfrichter, der Hügel. Sofort ging Verbrugghe nach vorne und fuhr eine unglaubliche Tempoverschärfung. Unmittelbar hinter ihm war Merckx und an dessen Hinterrad Osa und Rebellin. Doch wo war Mikel?

Er war 10 Meter hinter Rebellin hatte also den Kontakt verloren. Doch zum Glück für ihn war da zum einen schon der Kulminationspunkt erreicht und zum anderen fuhren die Lottos selbst schon an der absoluten Kotzgrenze, eine weitere Forcierung war also auch ihnen nicht möglich. Und so schaffte es Mikel auf der Abfahrt schließlich wieder zu Merckx und den Anderen aufzuschließen. Damit war sein Gesamtsieg gesichert. Als Manolo dies via dem Funk mitteilte, fing ich spontan an vor Freude zu weinen. Wir alle hatten unseren Anteil an diesem Triumph. Nicht Mikel alleine hat gewonnen, sondern wir alle. Ich auch und zwar nicht zuletzt an der Einsicht dass Profi-Radsport eben doch eine Teamsportart ist und man mit Egoismus nichts erreichen kann. Auch habe ich gelernt dass es für mich noch ein Riesenweg ist bis nach oben, dass es aber nicht unmöglich ist nach oben zu kommen.

Hasta luego, Gorka!

 

von Tourmalet!

 


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