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Helden Mai 2004



Held zur Zeit:



Damiano Cunogo beim Giro d´Italia 2004. (Foto: www.cyclingimages.com)

Damiano Cunego: Nach dem Gewinn der Trentino-Rundfahrt mit zwei Etappenerfolgen, besaß der Jungprofi die Frechheit und das Können, den schwächelnden Kapitän seiner Saeco-Mannschaft anzugreifen und sogar zu überflügeln. Was vor dem Giro keiner vorhergesagt hatte, passierte: Damiano Cunego holte sich nicht nur vier Etappen und gewann souverän die Gesamtwertung, er ging auch als einer der jüngsten Sieger in die Geschichte des Rennens ein – und das mit 22 Jahren!

 



Deutschsprachiger Held: Fabian Wegmann

Was poltert grinsend italienische Berge hoch? Ganz klar, Gerolsteiner´s Fabian Wegmann! Der Wahl-Freiburger sicherte sich bei seinem ersten Giro d´Italia das grüne Trikot des besten Bergfahrers und sah zusammen mit Olaf Pollack (durfte einen Tag "Pretty in Pink" spielen) so aus, als wären beide in einen Kasten bunter Tusche gefallen. Keine Frage, das wollen wir wieder sehen! Außerdem: Keiner wirft so nett wie Wegmann Kusshändchen in die TV-Kameras… .



Co-Helden

Michele Scarponi: Der 24-jährige DVE-Fahrer aus Jesi bei Ancona feierte mit dem Gewinn der Gesamtwertung der 57. Friedensfahrt nicht nur seinen sechsten Saisonerfolg, sondern er schrieb damit auch Radsportgeschichte für Italien: Er ist der erste Italiener, der dieses prestigeträchtige Rennen für sich entscheiden konnte.



Dario Cioni: Cionissimo. Schon lange wurde er als Helfer bewundert, so eine Art Davide Bramati, nur bergfester, immer wieder zu sehen, wenn es darum ging am Berg das Hauptfeld anzuführen, Gruppen zu initiieren oder Ausreißer einzuprügeln. Bei diesem Giro hat sich nun das bestätigt, was sich schon lange angebahnt hat. "Dada" hat problemlos den unbeliebten Seriensieger zu massenhaft Massensprintsiegen gezogen und trotzdem am Berg noch die Favoriten angegriffen, um locker flockig auf Rang vier im Endklassement zu zirkulieren. Ganz großes Tennis, Signor Cioni.



Alessandro Petacchi: Eigentlich hätte der 30-jährige Italiener auch locker in der Pechvogel-Kategorie landen können: Da gewinnt er fast die Hälfte aller Etappen des Giro d´Italia plus drei Sonderwertungen und was passiert?! Ein 22-jähriger Landsmann poltert ihm vor die Füße, gewinnt den Giro und heimst so den "Held des Monats Mai"-Titel ein. Sorry, Alessandro... so hat es halt nur zum Co-Helden gereicht. Aber wir merken dich schon mal für den Juli und die Tour de France vor.

 



Neu-Held: Tadej Valjavec

Lange Jahre Hoffen und Bangen, wann schafft Tadej endlich den Durchbruch? Ferretti der alte Blockierer hat den guten Tadej immer zurückhalten müssen, damit er seinen Quotenitalianos nicht um die Ohren fährt. Aber bei den Swizzeros kommt er jetzt endlich richtig in Fahrt, geht sogar mal mit Papa Simoni attackieren und fährt ganz spontan auch noch ausgezeichnete Zeitfahren. Wenn man es jetzt noch schafft, Cunego und Popovych zu eliminieren, könnte der Girosieger 2006 aus Slowenien kommen...

 



Helden-Teams

Saeco: Cunego, Simoni, Mazzoleni, Szmyd, Tonti, Bertagnolli und so weiter: Unglaubliches Team beim Giro, bis auf einen Tag mit aller Kontrolle in den Bergen, taktisch geschickt und auch verdient mit zwei Podisten. Manche werden dabei von Langeweile sprechen, wir nennen das rote Dominanz, bei der das Zugucken auch Spaß machen kann. Cipollini sucht nach dem perfekten Sprintzug, Saeco nach dem perfekten italienischen (na gut, Szmyd ist Pole) Giroteam. Hoffentlich wird nächstes Jahr weiter gebastelt.



Fassa Bortolo: Schon bei der Tour de Romandie konnte man den jungen Dario Cioni bewundern, mit welchem Eifer und Einsatz er sich den fünften Gesamtrang sicherte. Die Fassa-Fans sollten dann beim Giro ihr blaues Wunder erleben. Neun Mal konnte sich Alessandro Petacchi auf dem Siegerpodest austoben. Natürlich haben auch die Jungs um Petacchi mitgewonnen. Vorbildlich und fast fehlerfrei haben sie die den Allitalia-Express Fassa Bortolo zu Höchsleistungen getrieben. Soll ich die anderen acht jetzt alle aufzählen? Ok, schließlich haben wir ja was gegen Monopolstellungen. Also: Marco Bruseghin, Dario Cioni, Massimo Codol, Alberto Ongarato, Fabio Sacchi, Matteo Tosatto, Volodymir Gustov und Marco Velo. Wir dürfen nun alle auf die Tour de France gespannt sein, ob man bei Allitalia auch französisch spricht.

 



Pechvögel des Monats

Corey Sweet: Der Australier vom deutschen GSIII Team ComNet Senges spielt seit Monaten Duracell-Häschen: Er fährt und fährt und fährt und fährt.... doch es will einfach nicht mit einem Sieg klappen. Das höchste der Gefühle war für den Radler mit dem netten Nachnamen bislang das eine oder andere Wertungstrikot inklusive eines feuchten Händedrucks einiger Offizieller. Wenn das so weitergeht, läuft er wahrscheinlich bald Amok...



Sven Montgomery: Aller unguten Dinge sind fünf, wenn es für Sven um große Rundfahrten geht. Zum fünften Mal kam für ihn das vorzeitige Aus. Mit doch recht ansprechender Form kam Montgomery aus der Tour de Romandie in den Giro. Dann stand die 13. Etappe an, ein Einzelzeitfahren. Dummerweise ist der Wettergott nicht immer gut auf den Radsport zu sprechen, und beglückte die Fahrer mal wieder mit Regen. Mit Vollgas preschte der Schweizer um eine Kurve, die ihm dann prompt auch zum Verhängnis wurde. Eine Runde Asphalt küssen war nun angesagt. Besonders angetan war der Asphalt von seiner rechten Schulter. Die war nämlich gebrochen, und somit war Sven nun ein Fall für den Puppendoktor. Arrividerci Giro. Nun ruhen viele Hoffnungen des sympathischen Schweizers auf eine erfolgreiche Tour de France. Wir wünschen viel Glück!



Mario Cipollini: Laut Definition ist Pech eine „unglückliche Fügung oder eine Verkettung mehrerer Ereignisse, die sich für das Geschick der betroffenen Person negativ auswirken“. Ist also ein Fahrer, der bei demselben Rennen (Giro d’Italia) erst 2003 von einem Fahrerkollegen einer fremden Mannschaft (Isaac Galvez) und dann 2004 vom eigenen Teamkollegen (Andrus Aug) abgeschossen wird ein würdiger Pechvogel? Definitiv!

 



Sonderkategorie: Aktiv zur Rente mit Johan Museeuw

Eigentlich begann König Johan seine Rente offiziell am 17. April diesen Jahres. Inoffiziell war es aber sein eigenes Abschiedskriterium in Gistel, mit dem die Doppelherz-Phase eingeläutet wurde. Die 50000 Menschen begeisterte der „Löwe von Flandern“ mit einem letzten Sieg. 38 Lenze zählt der Flame. 17 bewegende, erfolgreiche, weniger erfolgreiche und verletzungsreiche Profijahre liegen hinter ihm. Einen Zahlensalat über die Anzahl der Rennen, errungener Siege und Titel wird es an dieser Stelle nicht geben. Es ist eine Verneigung vor einem großartigen Radsportler. 

Johan, wir danken dir für die vielen spannenden Rennen, die wir durch deine attraktive, kämpferische und unermüdliche Fahrweise miterleben durften. Oft haben wir vor den Fernsehern mitgelitten, aber umso größer war dann die Freude, wenn du dann wieder den Löwen in dir geweckt hast (und somit natürlich auch den in uns).

Veel geluk en plezier voor jouw leven na het wielrennleven!

 



Sonderkategorie: Fleißigster Nebendarsteller

Raffaele Illiano: Der fleißigste Nebendarsteller bei Tadej Valjavecs Triumphfahrt war in diesem Jahr Kolumbianer und hat für ein sehr ansehnliches Rahmenprogramm gesorgt. Er hat immer wieder die Gruppen eingeleitet, in denen Fabi Wegmann die Punkte abräumen durfte, in denen Marzoli und Mason ihre Mamas in die Kamera grüßen durften und hat sich danach immer wieder artig zurückgezogen, als die Protagonisten, scusi, der Protagonist aus Slowenien seine Kreise gezogen hat. Im Namen aller Radsportfans möchten wir uns bei Raffillo dafür bedanken, auf ein neues.

 



"Silberner Ludo" - wir blicken über Deutschlands Grenzen hinaus

Dave Bruylandts: Wie schön waren die guten, alten Zeiten, mit Toni Rominger auf dem Co-Kommentatorensessel, der jede Kurve schon 200m bevor sie auftauchte nannte, der Fahrer persönlich kannte und der Rennsituationen richtig einschätzen konnte.

Milliarden Menschen trieb sein Ausscheiden in den Suizid, die Gemeinde der deutschsprachigen Radsportfans wurde schwer getroffen. Nur wenige, schlaue Exemplare dieser Spezies haben sich einen Überlebensplan erarbeitet, sie sind ins westliche, benachbarte Ausland ausgewandert. Und dort wurden sie spätestens beim Giro d´Italia fürstlich für belohnt:

Dave „Mikrogott“ Bruylandts griff zum Sprechstab und machte Toni Rominger vergessen. Fantastische Insiderinfos gepaart mit tollen Geschichten aus dem Fahrerfeld und dem romingerischen Kurvenerkennen, bevor sie am Horizont sichtbar sind, welches durch das tägliche „parcours verkennen“ auf dem Fahrrard gewährleistet wurde, sicherten eine anbetungswürdige Kommentatorendarbietung.

Sollte sich der Dave nächstes Jahr nicht freiwillig wieder langfristig verletzen, werden wir vermutlich nachhelfen, denn er ist für den Rennsattel viel zu schade.

Und es hat sogar einen großen Vorteil; im Gegensatz zu Rominger kann man den Däjf immer deutlich verstehen (sofern man Niederländisch spricht...)! Die Sprachbarriere zwischen den Niederlanden und Flandern ist deutlich geringer als die zwischen Deutschland und dem kleinen, vielsprachigen, südlichen Nachbarn der Bundesrepublik.

Da der Silberne Ludo irgendwie negativ belastet ist und sowieso silber die falsche Farbe für Dave ist, schlagen wir ihn für den GOLDENEN LUDO vor!



 

 

 

Das "Held des Monats Mai"-Team bestand aus Prinzin, Cyclist, Niki2000, ogkempf und Hanna.


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