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Oenone Wood (Australien)

von crn





In Kürze



Steckbrief

Geburtstag 
24. September 1980 
Geburtsort 
Newcastle (Newsouthwales) 
Nationalität 
Aussie 
Größe 
1,58 m 
Gewicht 
54 kg 
Profi seit 
2005 


Teams

2001-2004 
Australian Institute of Sports 
2005 
Equipe Nürnberger 


Biografie & Karriere



Der Weg zum Profi



Im Alter von 20 Jahren fuhr Oenone Wood ihre ersten Radrennen, sie gehörte zur neuen Radsportgeneration in Australien, die nach dem Ausstieg der Veteranen wieder den Anschluss an die internationale Weltspitze schaffen sollte. Während sie nebenbei Elektrotechnik studierte und in der Behindertenbetreuung des entsprechenden Ministeriums (Department of Disability, Housing and Comunity Services des Hauptstadtsbundesstaates) arbeitete, entwickelte sie sich sehr schnell zu einer vielversprechenden Zeitfahrerin und endschellen Kandidatin für Kriterien.



Sie erhielt ein Stipendium des AIS und fuhr 2003 zu den UCI-Rennen nach Europa. Mit dabei waren zahlreiche weitere erfolgversprechende Fahrerinnen, Amy Safe etwa, die von den Ruderern gekommen war und großes Zeitfahrtalent andeutete, Natalie Bates, die erstaunlich gut mit den harten, hügligen europäischen Rennen zurechtkam. Ebenfalls dabei war Haudegen Olivia Gollan, die australische Meisterin, die mit 30 Jahren in der Form ihres Lebens war.

 



Das Jahr war ein außerordentlicher Erfolg für das AIS. Das Team konnte bei den Weltcups bereits gut mithalten. Oenone kam bei ihrer Premiere in San Remo auf den sechsten Rang. Die "australischen" Klassiker mit dem Amstel und dem Fleche standen erst noch bevor.

 



Beim Amstel bewies das australische Team Respektlosigkeit gegenüber den Profis und lancierte einen mustergültigen Angriff am vorletzten Berg, niemand konnte Oenone folgen, die sich bei einer 20%-Steigung auf und davon machte. Zwar konnte sich (erwartungsgemäß) Nicole Cooke lösen und das Rennen gewinnen, aber Olivia Gollan konnte aus dem Verfolgerfeld heraus den zweiten Platz sichern und Oenone, die erst 300m vor dem Ziel gestellt wurde, erreichte noch Rang elf.



Vier Tage später siegte die dominierende Waliserin auch an der Mauer von Huy, Olivia und Oenone hatten sich aufmerksam, aber bedeckt in der Spitzengruppe gehalten und Oenone erkämpfte sich gegen die versammelte Weltspitze einen dritten Platz am möderischen Schlussanstieg, Olivia wurde fünfte.



Der Erfolg riss nicht ab. Olivia gewann im Anschluss die Tour de Berne, Oenone wurde vierte, und beide konnten sogar bei den großen Rundfahrten achtbare Platzierungen erzielen. Oenone holte dazu ihren ersten UCI-Sieg beim kleinen italienischen GP Cavrie.



Die Aussichten für das Olympiajahr 2004 waren entsprechend groß. Zum Team stieß Sara Carrigan vom Bik Team, eine weitere Allrounderin mit Stärken in jedem Gebiet und australische Radfahrerin des (Vor-)Jahres. Oenones Saison startete mit einem Hammer: Sie gewann den Weltcupauftakt in Australien und fortan schrieb sich das Team den Kampf ums Weltcuptrikot auf die Fahnen. Zwar blieb dies der einzige Sieg bei einem Weltcuprennen, dazu kamen aber Podiumsplätze in San Remo, bei Castilla y Leon, in Plouay und beim Finale in Nürnberg, in den anderen Rennen war sie immer unter den ersten zehn, selbst bei der zum ersten Mal ausgetragenen Tour de Flanders quälte sie sich auf einen achten Platz -- ein überlegener Sieg in der Gesamtwertung. Unmittelbar nach dem Rennen in Nürnberg, das Petra Rossner gewann, dann zurücktrat und sportliche Leiterin der Equipe Nürnberger wurde, gab diese den Wechsel von Oenone Wood und Olivia Gollan zum deutschen Profiteam bekannt. Das zweite internationale Rennjahr Oenones brachte ihr 10 Siege, darunter Rundfahrtsiege, Weltcups und Zeitfahren und sah sie zum Jahresende auf Platz eins der Weltrangliste.



Erste Profisaison



Den ernsthaften Saisonauftakt stellten die australischen nationalen Meisterschaften dar, Mitte Januar, wenn andere Radprofis noch ihren Winterschlaf halten. Oenone galt als Mitfavoritin im Zeitfahren, zusammen mit iihren Ex-Kolleginnen des Vorjahres. Doch es wurde ein deutlicher Sieg: Der Olympiasiegerin Sara Carrigan nahm sie 40 Sekunden ab, dem Zeitfahr-Supertalent Amy Safe eine Minute.

 

Durch diesen Sieg war Oenone natürlich für das Straßenrennen haushoch favorisiert. Allerdings stand mit Olivia Gollan nur eine Teamkollegin hinter ihr, ihre Konkurrentinnen wussten: die beiden würden eine Menge Arbeit bekommen, wenn sie den Titel holen wollten.

Letztendlich war gegen die ständigen Angriffe kein Kraut gewachsen, Olivia war von der ständigen Nachführarbeit zermürbt, fiel zurück und gab auf. Allein gegen ein Dutzend aggressiv fahrende Gegnerinnen war für Oenone nichts zu holen, als Lorian Graham, deren Tempohärte Oenone im Vorjahr noch zum Weltcupsieg geführt hatte, antrat, war der Sieg vergeben und Oenone ließ auch den Sprint um den zweiten Platz aus.



Erste internationale Bewährungsprobe als Profi sollte die Tour of Geelong werden, ein Mini-Etappenrennen unmittelbar vor dem Weltcup-Auftakt. Obwohl dieses Rennen im Februar stattfindet, starten vor allem die Australierinnen in Topform dank der frühen nationalen Meisterschaften. Den Kampf um den Rundfahrtsieg lieferte sich Oenone mit ihrer Ex-Teamkollegin und van-Bemmelen-Neo Natalie Bates. Trotz schwächerem Zeitfahren konnte Oenone durch Zeitbonifikationen am Ende einen sogar relativ deutlichen Sieg einfahren.

 

So standen Ende Februar, rechnet man die Kriterien dazu, bereits 8 Profisiege auf dem Konto der kleinen Australierin. Ordentliche Bilanz nach zwei Wintermonaten Profitum.





Die Equipe Nürnberger hatte Oenone aber primär wegen des Weltcups geholt (und nicht etwa, wie allgemein vermutet, ihrer schönen Augen wegen). Eine Fahrerin für diese harten Rennen, die allerdings allzu oft im Sprint der Spitzengruppe entschieden wurden, fehlte ihnen bislang.

 

Der Weltcupauftakt in Geelong ist Territorium der Aussies. Die Equipe hatte das Motor-Pacing-Paket aus Europa vorbeigeschickt, um alles für eine Sprintankunft zu tun. Anke Wichmann, Olivia Gollan und Madeleine Lindberg jagten die Gruppen und am Ende fuhren Trixi Worrack und Judith "das Moped" Arndt die letzten Kilometer in einer Geschwindigkeit, dass es Oenone den Atem verschlug.

Der Sieg ging allerdings an Rochelle Gilmore, die aus dem Windschatten Oenones, die den Sprint etwas zu früh lancierte, unschlagbar war.



Eine Woche nach Geelong stand in Wellington, Neuseeland, der zweite Weltcup auf dem Programm. Der Wind erschwerte das Rennen und das Feld zerfiel in viele kleine Gruppen. Am Ende entschied eine überraschende Attacke von van Bemmelens Sprinterin Suzanne de Goede das Rennen, die sich im gegen ihre Mitflüchtende durchsetzte. Oenone musste sich im Sprint der Verfolgergruppe Tina Mayolo geschlagen geben. Dennoch: Gesamtweltcupführung und damit dem wichtigsten Ziel ein Stück näher gekommen.

 

Nun hieß es: Auf nach Europa.



San Remo. Anders als bei den Männern wurde bei den Frauen nicht lange gefackelt. Von Beginn an war das Tempo hoch und die Sprintteams wollten kein Risiko mit Ausreißern eingehen. Dennoch, auch bei den Frauen beginnt das eigentliche Rennen erst an der Cipressa. Und für sehr viele endet es dort auch. Wenige Kilometer vor dem Anstieg dann ein Sturz, Oenone war dahinter gefangen. Anke Wichmann und Liv Gollan fuhren sie gerade rechtzeitig wieder nach vorn, als da die Post abging. Auf der Abfahrt rollte Judith einige der Ausreißer wieder ein, andere endeten am Straßenrand. Die Attacken am Poggio waren nicht entscheidend, denn auch hier konnte Judith die Ausreißer in der Abfahrt wieder auffahren. Die Gruppe war nicht groß, aber mit Trixi, Judith und Regine waren noch drei Mannschaftskameradinnen vertreten. Trixi und Judith hielten das Tempo hoch, als kurz vor dem Ziel Trixi die Kurve enger nahm als Judith und ein kleines Loch herausfuhr, rief ihr die Weltmeisterin zu: "Fahr!", während die drei verbliebenen Nürnberger das Tempo verschleppten. Die Reaktion der Konkurrenz kam zu spät, Trixi war auf und davon. Den Sprint um Platz zwei gewann Nicole Cooke, dahinter dann Oenone und Regina Schleicher. Viel mehr kann man beim bestbesetzten Rennen des Jahres nicht erreichen ...



Links

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Resultate

2003

1 Sieg

3. Platz Fleche Wallone (Weltcup)

6. Platz Primavera Rosa (Weltcup)

4. Platz Giro della Toscana

 

2004

10 Siege

1. Platz Geelong (Weltcup)

2. Platz Castilla y Leon (Weltcup)

3. Platz Primavera Rosa (Weltcup)

3. Platz GP de Plouay (Weltcup)

3. Platz Nürnberger Altstadt (Weltcupfinale)

5. Platz Rotterdam Tour (Weltcup)

6. Platz Fleche Wallone (Weltcup)

8. Platz Tour de Flanders (Weltcup)

Weltcup-Gesamtsieg

Australische Meisterin im Zeitfahren und im Straßenrennen

Punktetrikot beim Giro d'Italia

4. Platz Olympisches Straßenrennen

6. Platz Olympisches Zeitfahren

 

2005

14 Siege

Gesamtsieg Tour de Montreal

Gesamtsieg Geelong Tour

Punktetrikot der Tour de l'Aude

Australische Meisterin im Zeitfahren


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