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Jan der Faule kehrt zurück

 

Es herrscht Volksfeststimmung am Bonner Rheinufer. Eine große, beinahe hysterische aber fröhliche Menschenmenge hat sich um den Anlegeplatz des Rosaroten Sklavenschiffs versammelt, um der Rückkehr von Jan dem Faulen, ihres glorreichen Helden, beizuwohnen. Nur auf der Galeere selbst ist von der ausgelassenen Stimmung am Ufer nichts zu merken.

 

Der Kapitän, Walter der Belgier, steht verärgert an der Reling und schaut mit versteinertem Blick aufs vorbeiziehende Rheinwasser. Jetzt hat er ihn wieder am Hals, diesen Wunderknaben, dem alles in den Schoß fällt, im Gegensatz zu ihm selbst, der sich immer alles hart und mühsam erkämpfen mußte. Ach Odin, wie hat er sich letztes Jahr noch gefreut, als er diesen unreifen Burschen nach dessen nächtlichem Ausflug mit dem Beiboot, der in einer Haverie endete, und seinen Selbstversuchen mit verbotenen Kräuter von Deck jagen konnte. Nur ein Jahr später muß er jetzt wegen eines Befehls der Rosaroten Herrscher Jan den Faulen wieder in seine Crew aufnehmen. Mit dem Liebling der ordinären Massen kommen noch 2 persönliche Leibsklaven, Andre der Unbekannte und Tobias der Babysitter, die Walter der Belgier so gar nicht in seiner Mannschaft gebrauchen kann.

 

Auf den Ruderbänken unter Deck sieht einer ebenfalls durchwegs resignierte und enttäuschte Gesichter. Einige der bis jetzt privilegierten Sklaven müssen wegen Jans Rückkehr dort ihre neuen Plätze einnehmen und ganz gewöhnliche Arbeit verrichten. Santiago der Testosteronlatino, Alexander der Kampfbär, Cadel der Knochenbrecher (der Name klingt furchterregender als er ist, eigentlich bricht er sich immer nur die eigenen...) und Paolo der Überschätze würden lieber heute als morgen zur Meuterei blasen. Die 4 sind jedoch lange genug im Sklavengeschäft, um davon Abstand zu nehmen. Sie wissen ganz genau, was ihnen nach einem Aufstand blühen würde. Die gnadenlose Rache ihrer Feinde und sogenannten Freunde würde zu ihrer sicheren Verbannung und zu ihrem unvermeidbaren Hungertod führen.

 

Derweil bemühen sich am Heck der Galeere die 3 Offiziere, Mario der Ersatzkapitän, Frans der Loyale und Olaf der Verkünder, mit ihren Langpeitschen durchaus erfolgreich den Versuch ihres ehemaligen und von Walter dem Belgier im Zorn verbannten Mitstreiters, Rudy der Ex-Offizier (auch bekannt als Rudy der Verräter oder Rudy das Bauernopfer), wieder an Bord zu gelangen, zu vereiteln.

 

Ein Mitglied des Sklavenschiffes freut sich allerdings über die Rückkehr des verlorenen Sohnes, Erik der Ehrgeizige! Er konnte während der Abwesenheit von Jan dem Faulen nie an seine alten Triumphe anknüpfen. Er war den Erwartungen seiner Mannschaft, seiner Herrscher und des gemeinen, nach Erfolgen gierenden Fußvolkes einfach nicht gewachsen. So verlor das Rosarote Sklavenschiff durch sein persönliches Versagen die bedeutenden Bastionen an der italienischen Riviera, am Main, an der Elbe und an der Garonne. Erst als Jans Rückkehr bekannt wurde, gewann Erik der Ehrgeizige befreit vom Druck wieder eine große Schlacht am Ufer der Loire. Bemerkt hat er die Ankunft von Jan dem Faulen trotzdem nicht. Er sitzt schon wieder völlig verbissen unter Deck auf seinem grünen Trainingsgerät.

 

Jan dem Faulen scheint der Rummel und das Aufsehen um seine Person überhaupt nicht zu stören. Nicht einmal das extra für ihn aufgestellte Buffet beachtet er. Er schlendert strahlend mit seiner bezaubernden Tochter unter Arm über Deck und zeigt ihr stolz Papis neuen/alten Arbeitsplatz.

 

 

von Werner


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