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Platz 7 - Moreno Moser




Moreno Moser

Italien

25.12.1990

 

Fahrertyp: Allrounder – Klassiker

Wichtigster Erfolg: zwei Etappensiege GiroBio

Team/Verein 2011: Lucchini Maniva Ski

Stagiaire: Liquigas - Cannondale

Team 2012: Liquigas-Cannondale

Beste Mock-Platzierung: -

Web: it-it.facebook.com/moreno.moser

 

Der Name Moser steht bekanntlich im italienischen Radsport schon seit vielen Jahren für Qualität. Bei Moreno handelt es sich um den Sohn von Diego Moser, den Bruder von Leonardo Moser und den Neffen von Francesco Moser. Es ist also wenig verwunderlich, dass Moreno aktuell als Stagiare für Liquigas fährt und auch schon für das Jahr 2012 dort unterschrieben hat. Dennoch verdankt er dieses Engagement nicht nur seiner Familie, sondern auch einer Reihe von guten bis starken Leistungen.

 

Verfolgt man den Karriereweg von Moreno, so muss man als erstes auf die Jahre 2007 und 2008, also die Juniorenzeit Mosers schauen. Im Jahr 2007 konnte er sechs Rennen gewinnen, im Jahr 2008 verdoppelte er seine Ausbeute gleich nochmal und sammelte zwölf Siege ein. Ein Bestwert für dieses Juniorenjahr in Italien. Dazu folgen etliche Top fünf Platzierungen. Der größte Erfolg war dabei sicherlich der Gewinn der schweren Tour du Pays de Vaud in der Schweiz, den er mit zwei Etappenerfolgen garnierte. Auf den Plätzen übrigens die Briten Luke Rowe und Erick Rowsell.

 

Zur Saison 2009 schloss sich Moser dann dem Team Lucchini an. Allerdings ist dies ein Jahr, über dass man nicht viele Worte verlieren muss. Für Moser fand es auf den Ergebnisbögen praktisch nicht statt. Kein Sieg für den erfolgsverwöhnten Junior, immerhin zwei zweite Plätze. Einer davon beim Bergklassiker zum Ossario del Pasubio.

 

Auch das Jahr 2010 schien zunächst keine Verbesserung mit sich zu bringen. Ein fünfter Platz bei der Trofeo Rosalpina war alles, was bis zum August auf Mosers Konto stand. In den Piemonteser Alpen, beim schweren Giro delle Valli Cuneesi nelle Alpi del Mare Anfang August sollte Mosers Saison dann so richtig beginnen. Ausgerechnet auf der Königsetappe mit einer Bergankunft am 2511 Meter hohen Colle Fauniere konnte Moser so richtig glänzen und den vierten Platz belegen. Dies bedeute zugleich auch in der Endabrechnung Platz vier.

Nur eine Woche später folgte dann der erste U23-Sieg Mosers. Beim GP Citta' di Felino (1.2) konnte sich Moser auf einem hügeligen Rundkurs fünf Kilometer vor dem Ziel entscheidend in einer Abfahrt lösen und einen Vorsprung von 21 Sekunden vor Michael Matthews und Matteo Trentin ins Ziel bringen.

Im September musste sich Moser dann dreimal als Zweiter knapp geschlagen geben, bevor er am 17. Oktober beim lombardischen Gran Premio Somma seinen zweiten Saisonsieg feiern durfte. Auch hier attackierte er kurz vor dem Ziel, diesmal allerdings an einem Anstieg. Schnell erreichte er die Spitzengruppe, ließ sie stehen und durfte sich nach einer erneuten Solofahrt als Sieger feiern lassen. Ein rundum gelungener Saisonabschluss also.

 

Wie schon im Vorjahr ließ Moser das Frühjahr 2011 eher ruhiger angehen. Das erste erwähnenswerte Ergebnis gab es immerhin schon Ende April, als er beim Palio del Recioto (1.2U) den fünften Platz belegte. Rund einen Monat später folgte der erste Saisonsieg, viel mehr ein Doppelsieg. Denn bei den Due Giorni Marchigiana in Castelfidardo konnte Moser gleich beide Rennen gewinnen. Am Samstag hatte Moser auf dem leicht welligen Parcours erneut auf den letzten Kilometern attackiert und brachte einen Sekundenvorsprung ins Ziel. Beim zweiten Rennen am Sonntag bestimmte Moser das Geschehen in einer sieben Fahrer starken Spitzengruppe und siegte schließlich im Sprint dieser Gruppe. In Castelfidardo hatte übrigens 1972 auch Francesco Moser seinen letzten Sieg als Amateur feiern dürfen.

Nach dem sich Moser Anfang Juni bei zwei Eintagesrennen von Matteo Trentin und Enrico Battaglin im Sprint um den Sieg hatte schlagen lassen, räumte er beim GiroBio (2.2) der „Baby-Version“ des Giro d'Italia so richtig ab. Gleich auf der ersten Etappe attackierte Moser mit einigen anderen Fahrern aus einer Abfahrt heraus und ließ seinen sechs Mitangreifern nach einem langen und harten Sprint keine Chance. Die Gesamtführung musste er jedoch schon auf der zweiten Etappe wieder abgeben, als sich eine Gruppe mit dem späteren Gesamtsieger Mattia Cattaneo entscheidend löste. Eine Entwicklung, die Moser jedoch nicht bremsen konnte. Immer wieder attackierte der junge Rennfahrer aus dem Trentino und suchte den Etappensieg. Zweiter in Benevento, Vierter bei der Bergankunft an Campo Imperatore und Zweiter beim Einzelzeitfahren in Alba Adriatica. Auf der achten Etappe sollte Moser dann einen weiteren Etappensieg feiern dürfen. Aus einer Spitzengruppe von 21 Fahrern attackierte er rund 25 Kilometer vor dem Ziel und im Anstieg zum Rifugio Granezza. Nur wenige Sekunden dahinter mit Agostini und Anacona weitere Topfahrer dieses Rennens. Diese waren jedoch nicht mal ansatzweise in der Lage Moser zu folgen, der seinen Vorsprung sehr schnell enorm vergrößern konnte. Das Ziel erreicht er mit fast zwei Minuten Vorsprung. Neben dem fünften Rang in der Gesamtwertung, konnte sich Moser durch seine Fahrweise auch noch mit dem Punktetrikot belohnen.

Anfang Juli schlug Moser dann bei zwei weiteren Eintagesrennen zu. Beide mit einem hügeligen Profil und erneut attackierte er auf den letzten Kilometern, um die Rennen dann mit einer Solofahrt zu gewinnen. Außerdem belegte er beim GP Capodarco (1.2) im August den dritten Platz hinter Cattaneo und Battaglin. Für das Team Liquigas ist er aktuell als Stagiare unterwegs, der Profi-Vertrag für 2012 ist ebenfalls schon unterschrieben.

 

Es ist nicht so ganz leicht eine Schublade oder Kategorisierung für Moreno Moser zu finden. Auf der einen Seite hält er schon mal bei Bergankünften mit, auf der anderen Seite fährt er seine Siege fast immer nach Attacken ein. Angriffe, die er punktgenau setzt und dann mit viel Kraft durchziehen kann. Sprints aus kleinen Gruppen kann er ebenso gewinnen und auch sein Zeitfahren braucht sich nicht zu verstecken. Kurzum Moser verfügt über einen tollen Punch, kann über wenige Kilometer einen Vorsprung verteidigen oder ausbauen und hat sich in diesem Jahr zu einem Siegfahrer entwickelt.

Nach dem schwierigen Übergang von den Junioren in die U23, folgt nun ein noch größerer Schritt. Die Voraussetzungen dafür bringt Moser alle mit. Wenn man ihn also in Ruhe aufbaut und seine Stärken fördert, könnte sich aus ihm ein toller Rennfahrer entwickeln. Ebenfalls bleibt abzuwarten wie Moser mit der häufig erwähnten berühmten Verwandtschaft und den damit eingehenden Erwartungen umgehen kann.

 

Update:

Dass er mehr als klar für die Profis ist bewies er am Wochenende vor der WM mit einem Sieg bei der Trofeo Gianfranco Bianchin (1.2).

 

Nominiert von ocana, geschrieben von ocana



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