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Platz 23 - Georg Preidler




Georg Preidler

Österreich

17.06.1990

 

Fahrertyp: Schwere Eintagesrennen

Wichtigster Erfolg: 1. Toscana-Terra di Ciclismo-Coppa delle Nazioni

Team/Verein 2011: Tyrol Team

Stagiaire: -

Team 2012: Team Type 1

Beste Mock-Platzierung: neu

Web: -

 

 

Bergbau? Das krasse Gegenteil dessen, was Georg Preidler besser kann. Während es während des Studiums an der Montanuniversität in Leoben eher um das Berginnere ging, fährt der Preidinator - so wird er hoffentlich zwar nie genannt, die Teamhomepage führt diesen Namen dennoch als Spitznamen – besonders gut am Berg entlang, beziehungsweise oben drauf.

 

Berge sind also genau das Ding des jungen Österreichers. Geboren wurde er am 17. Juni 1990 in Graz. Bei den Junioren war er eher mittelmäßig, aber immerhin im Nationaltrikot unterwegs. Cyclingarchives.com kennt genau ein Juniorenergebnis, von der dritten Etappe der Friedensfahrt 2008. Es schlagen ihn nur Kwiatkowski und ein gewisser Peter Sagan. 2010 heuerte er beim CT-Team Arbö aus Wels an. Er gewann die U23-Bundesliga in Österreich,und wurde Vizemeister am Berg. Trotz Zusage des Teams nahm man ihn nicht mit zur Österreich-Rundfahrt, dem wichtigsten Rennen im Alpenland. 2011 schloss er sich Tyrol Team, ebenfalls eine Kontinental-Equipe, an.

 

Preidler startete seine Saison im neuen Team in Kroatien. Im Sprint bei der Porec Trophy klappt es nicht besonders, der zwanzigste Platz steht am Ende zu Buche. Bei der Istrian Sprin Trophy kommt er mit den Besten über die Berge, wird Fünfter auf der zweiten Etappe. Auf der ersten Etappe lässt er aber zu viel Zeit liegen und sodass es nach drei Etappen „nur“ zum dreizehnten Endplatz langt. Beim österreichen Saisoneröffnungsrennen in Leonding fuhr er immerhin als Fünfter über die Ziellinie. Die Marschroute für den April scheint vorgegeben.

 

Dieser April ist ein ganz besonderer, sowohl für Preidler als auch für den österreichen Radsport. Im Sprint des Trofeo Banca Popolare di Vicenza hat er wieder keine Chance, Platz 13 am Ende. Knapp drei Wochen später feierte er dann aber seinen größten Erfolg. In der Toskana fand der Nationen Cup der U23 statt. Fünf Etappen kämpfte er sich durch das Rennen, war immer vorne dabei, auf zwei Etappen sogar in den Top 10, einmal als Neunter, das andere Mal als Vierter. Bis zum Schluss trug Fabio Aru das Leadertrikot, das sich der Italiener auf der dritten Etappe sicherte. Doch dann fiel Aru auf der letzten Etappe, zum Entsetzen der Italiener gewann ein Österreicher, plötzlich und unerwartet. Von diesen Ereignissen angespornt düpierte er die italienische U23-Elite drei Tage später ein weiteres Mal. Beim GP Palio del Recioto (1.2u) gewann er solo, setzte sich kurz vor dem Ziel mit einer Attacke ab und keiner konnte folgen. Auf den Plätzen landeten Puccio, Locatelli, Battaglin, Moser und wieder Aru, abgesehen von Locatelli haben alle Fahrer einen Platz in dieser Mock-List gefunden.

 

Nach dieser extrem erfolgreichen Woche kam eine kleine Pause, international trat er erst wieder zur Thüringen Rundfahrt (2.2U) in Erscheinung. In der Gesamtwertung sprach er kein Wörtchen mit, sicherte sich aber das Bergtrikot. Bei der Staatsmeisterschaft eine Woche später reichte es zum fünften Platz, hinter zwei Teamkollegen.

 

Dieses Jahr klappte es auch mit der Österreich-Rundfahrt (2.HC). Er konnte sich beim überragenden Sieg Kessiakoffs aber nicht besonders weit vorne platzieren. Am Ende wurde wurde es der 27. Platz. Allerdings war der nächste Formhöhepunkt erst im September gesetzt. Über das Eintagesrennen Ljubljana – Zagreb (1.2) (14. Platz) ging es nach Frankreich zur Tour de l'Avenir. Ein weiteres Nation Cup-Rennen, das er weit vorne liegend beenden wollte. Auf der ersten Etappe verlor er nur vier Sekunden auf den Etappensieger Hofland, auf der fünften Etappe hinauf zum Ont Salève erreichte er 50 Sekunden nach Bardet das Ziel. Am Ende der Chaosrundfahrt, bei der auf jeder Etappe irgendwas verrücktes passierte und auf der letzten, relativ leichten Etappe das Gesamtklassement noch einmal durchgewirbelt wurde, belegte er den siebten Platz.

 

Preidler ist zweifelsohne ein kommender Mann für schwere Eintagesrennen und leichtere Rundfahrten. Der Sieg in Italien war natürlich glücklich, aber auch Glück muss man sich über fünf Etappen erarbeiten. Und die siebte Platz bei der Tour de l'Avenir zeigt, dass er ein Beißer ist und sich durchkämpfen kann. Das WM-Rennen wird zu leicht sein, aber bei ihm gilt wie bei vielen, dass er es sicher probieren wird und seine Chance in Ausreißergruppen sucht. Und auf Teamsuche für 2012 ist er auch noch, bisher hat sich leider kein Profiteam gefunden.

 

Update:

Zwischenzeitlich hat das amerikanische Team Type 1 Georg Preidler einen Vertrag angeboten und er konnte nicht widerstehen.

 

Nominiert von Offi, geschrieben von Offi



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