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Saisonbilanz Rabobank 2005

von Steamboat, Dezember 2005;

© Fotos: * Velo-photos.com, ** Mani Wollner, *** Capture-The-Peloton

 



>>> C4F-Teamliste Rabobank 2005

>>> Siege und Platzierungen

 



Am grünen Tisch … oder genauer: im Labor fiel die letzte Entscheidung der Pro Tour. Denis Menchov wurde nachträglich der Sieg bei der Vuelta 2005 zugesprochen, nachdem er dem bisherigen Sieger Roberto Heras aufgrund einer positiven Dopingprobe (EPO) aberkannt wurde.

 

Es ist nicht bekannt, ob der Jubel grenzenlos war. Siege, die nicht direkt nach dem Wettbewerb gefeiert werden, haben in der Regel einen begrenzten Charme. Unter dem Eindruck des Wettkampfes glaubte man, es habe ein anderer gewonnen. Aufgrund vermeintlicher Manipulationen stellt sich dann aber heraus, dass dieser Sieg nicht rechtmäßig erzielt wurde. Hernach stellen sich beim „richtigen“ Sieger aber nicht automatisch euphorische Glücksgefühle ein, da der Erfolg nicht mehr in unmittelbaren Bezug zum Event steht. Es überwiegt wahrscheinlich sogar die Verärgerung über den, der sich den Sieg auf unsaubere Art und Weise erkämpft hat.

 




Denis Menchov während der 18. Etappe der Vuelta 2005 **



Auch im Nachhinein gehören die Schlagzeilen nicht dem wahren Sieger, sondern dem Übeltäter. Zu allem Überfluss lässt sich nicht eindeutig klären, ob Heras nicht auch unter normalen Umständen gewonnen hätte. Auf dem Papier stellt dieser Sieg trotzdem das Highlight der niederländischen Equipe in der vergangenen Saison dar.

 



Ein anderer Erfolg wird den Gesamtsieg in Spanien eindeutig überstrahlen, weil die Emotionen noch nachvollziehbar und die Bilder noch im Kopf sind.  Der Däne Michael Rasmussen gewann bei der Tour de France das begehrteste Bergtrikot des Radsports – das weiße Trikot mit den roten Punkten hatte er nach aufopferungsvollen Kampf aus Frankreich entführen können.

 

In Erinnerung bleiben werden ferner die beherzten Auftritte der jungen Wilden. Rabobank hat sehr viele talentierte Radsportler in den eigenen Reihen, die auf der großen Bühne bereits durch starke Auftritte zu gefallen wussten und einige ältere Akteure etwas in den Hintergrund verdrängten. Die Rede ist von Thomas Dekker, Pieter Weening und Joost Posthuma. Alle drei konnten bei Pro Tour Rundfahrten mindestens je einen Etappensieg erzielen. Aber der Reihe nach.





Th. Dekker
Benelux-RF 2005 **



Pieter Weening
Amstel Gold Race 2005 **



Joost Posthuma
Amstel Gold Race 2005 *




Die Kapitäne

Bei Rabobank war von vorneherein eine eindeutige Zuordnung der einzelnen Rennbereiche der Pro Tour für bestimmte Fahrer auszumachen. Sprintrennen wie Mailand-San Remo fielen unter die Obhut des Spaniers Oscar Freire. Die Ardennen-Klassiker sowie die Kapitänsrolle bei einem Teil der kürzeren Rundfahrten gehörten zum Aufgabenbereich von Michael Boogerd. Bei großen Rundfahrten sollten Rasmussen und Menchov sich die Verantwortung teilen, während Altmeister Erik Dekker nach einer langwierigen Verletzung wieder bei den kleineren Rundfahrten Fuß fassen sollte. Zudem sollte der exzellente Zeitfahrer Thomas Dekker (beide sind nicht verwandt) an größere Herausforderungen behutsam herangeführt werden. Lediglich wer bei den Rennen in Flandern und bei Paris-Roubaix das Zepter in den Händen halten sollte stand nicht einwandfrei fest. Offensichtlich durften die Fahrer Karsten Kroon, Steven De Jongh und Erik Dekker je nach Situation frei und spontan entscheiden, wer als Leader fungieren sollte.

 

Hauptziel des Teams war wie üblich ein gutes Abschneiden bei der Tour de France. Im Vergleich zu den anderen beiden GTs wurde für das Rennen in Frankreich das nominell stärkste Team aufgestellt. Dabei waren die Rollen klar verteilt: Menchov sollte der Mann für das Gesamtklassement sein, während Rasmussen seine Chancen bezüglich des Bergtrikots suchen sollte. Nachdem Freire verletzungsbedingt ausfiel sollte Erik Dekker versuchen, in Fluchtgruppen mitzufahren. 

 




Tour de France 2005, Start in Gerardmer 8. Etappe ***



Bereits auf der achten Etappe von Pforzheim nach Gerardmer wurde Rabobank zum ersten Mal für Wagemut belohnt. Pieter Weening hatte eine Soloflucht riskiert. Andreas Klöden konnte kurz vor dem Zielort zu ihm aufschließen. Da der Deutsche vorrangig das Ziel verfolgte, Armstrong möglichst viel Zeit von dessen Vorsprung abzunehmen, ließ er sich auf kein Scharmützel ein und nahm dabei die Gefahr in Kauf, vom Niederländer auf den letzten Metern überspurtet zu werden. So geschah es dann auch, selbst wenn es zunächst niemand sah; denn Weening lag nach Auswertung der Zielfotos nur um 9,6 Millimeter vorn. Aber das war erst der Auftakt von Rabobank. Am nächsten Tag folgte schon der nächste Streich.

 

Rasmussen hatte sich alleine auf den Weg gemacht, um das Bergtrikot zu erobern. Nebenbei setzte er sich unerreichbar für ein Verfolgerduo, bestehend aus Christophe Moreau und Jens Voigt, ab, so dass er ungefährdet und als Sieger das Ziel erreichte. Am nächsten Tag überraschte er Armstrong, dem er nach seinem Soloritt in der Gesamtwertung auf die Pelle gerückt war, damit, dass er sich im Gegensatz zu vielen anderen Favoriten – und der war Rasmussen zu dem Zeitpunkt noch gar nicht – kaum abschütteln ließ und erst kurz vor dem Ziel in Courchevel doch noch abgehängt und Dritter wurde.

 

Über Nacht war Rasmussen damit eine ernsthafte Bedrohung – vielleicht nicht für Armstrong aber doch für die anderen namhaften Favoriten – geworden. Nachdem sein Teamkollege Menchov aufgrund mangelnder Genesung viel Zeit eingebüßt hatte, war Rasmussen jetzt selbstverständlich auch uneingeschränkter Kapitän der Mannschaft. Diese hatte ihrerseits nun die Aufgabe, den Skandinavier auf dem entsprechenden Kurs zu halten und das Bergtrikot abzuschirmen.

 





Michael Rasmussen *

Der Däne verteidigte sich im Kampf um die Podiumsplätze lange Zeit tapfer. Zunächst musste er Ivan Basso nach der 15. Etappe im Gesamtklassement passieren lassen, da er letztlich dem Italiener auf den langen Anstiegen der Pyrenäen nicht mehr folgen konnte. Mit Jan Ullrich hingegen entbrannte ein heißer Kampf um den dritten Rang, bei dem sich der Deutsche Rasmussen nur peu à peu näherte und stets nur wenige Sekunden vom Vorsprung des Dänen wegknabberte, so dass der Gewinner des Bergtrikots mit einem Vorsprung von zwei Minuten und 12 Sekunden ins Zeitfahren von Saint Etienne ging. Zwar musste man damit rechnen, dass Ullrich diesen Rückstand in seiner Paradedisziplin aufholen würde, aber Rasmussen hatte bereits sehr nachdrücklich bewiesen, dass er bei dieser GT zu allem fähig wäre und damit wurde es spannend.

 

Leider sollte bei diesem Zeitfahren Glücksgöttin Fortuna nicht mit dem Dänen im Bunde stehen. Schon früh stürzte er und sehr schnell zerschmolz sein Vorsprung. Spätestens als der 3 Minuten nach ihm gestartete Ivan Basso ihn passierte dämmerte ihm, dass es wohl nicht zum Podium in Paris reichen würde. Dazu verfolgte ihn noch das Pech, dass sein Zeitfahrrad einen Defekt hatte und er mit den ungezählten Ersatzrädern auf Kriegsfuß stand. Eines dieser Gefährte warf ihn nochmals sehr spektakulär ab. Schließlich musste er auch noch den sechs Minuten nach ihm gestarteten Armstrong passieren lassen.





Michael Boogard
Tour de France 2005 ***

Er konnte einem wahrlich dafür leid tun, dass er den Kampf um Platz drei so haushoch verloren hatte und sich in der Gesamtwertung nur noch auf dem siebten Platz wieder fand. Andererseits konnte man vorab nicht mit dieser Platzierung rechnen und so überwog die Freude über die gewonnene Bergwertung. Die Enttäuschung über das verpasste Podium war offensichtlich schnell verflogen.

 

Weitere Platzierungen unter den ersten Dreien einer Etappe gab es für Rabobank nicht. Lediglich Boogerd schaffte den vierten Platz bei einem Tagesabschnitt. Der Niederländer ging ansonsten wie üblich im Wirrwarr der anderen Stars einer GT unter. Dass er vor vielen Jahren mal als Mitfavorit für das Podium galt, erzählt man heutzutage besser nicht mehr.

 





Denis Menchov
Tour de France 2005 *

Denis Menchov brillierte stattdessen in Spanien. Ähnlich wie sein Gegner Heras war er bei der Tour de France stets hinterher gefahren. Allerdings ließ sich das dürftige Abschneiden des Russen durch Erkrankung und Verletzungen noch erklären, während der Grund für das dürftige Wirken des Spaniers in Frankreich offenkundig eine andere Ursache hatte. Menchov hoffte, sich bei der Vuelta für die Leistungen in Frankreich zu rehabilitieren.

 





Denis Menchov
Vuelta 11. Etappe **

Dieses gelang ihm auch zur vollsten Zufriedenheit. Bereits das Auftaktzeitfahren gewann er. Auch das zweite Zeitfahren (neunte Etappe) konnte er zu seinen Gunsten entscheiden. Dazu addierten sich noch jeweils ein zweiter und ein dritter Etappenplatz bei Bergetappen. Merkwürdigerweise war er – dem in der Gesamtwertung enteilten – Heras beim Zeitfahren am Vorschlusstag unterlegen. Das verwunderte sehr, da Heras beileibe nicht zu den Spezialisten im Kampf gegen die Uhr zählt. Menchov belegte an dem Tage gar nur den vierten Platz, der durch die Disqualifikation von Heras auf den dritten korrigiert wurde. Hernach darf sich der Russe mit dem Gesamtsieg in seiner Wahlheimat schmücken. Darüber wurde bereits weiter oben berichtet.

 





Alexandr Kolobnev
Tour de Suisse 2005 *

Um die Leistungen bei den GTs in Gänze erwähnt zu haben, sei auch das Ergebnis des besten Rabobankers beim Giro genannt. Menchovs Landsmann Alexandr Kolobnev verfehlte Pro Tour Punkte, da er nur 21. wurde. Beim Giro waren die Resultate des Teams eher eine Stufe schwächer als bei den anderen beiden GTs. Thomas Dekker konnte bei seinem Debut bei einer großen Rundfahrt kaum Akzente setzen, während der junge Theo Eltink immerhin den 29. Platz einsackte. Eltink ging im Vergleich zu den anderen jungen Kollegen etwas unter, deswegen wird sein Endresultat des Giros explizit genannt. Auch auf ihn sollte man künftig achten.

 

Rasmussen fiel in der Saison nicht mehr weiter auf, während Menchov noch weitere Ergebnisse erbrachte. Die Tour de Romandie beendete er als Dritter. Zwar konnte er bei keiner Etappe mit Siegersekt anstoßen, aber zumindest reichte es für einen zweiten Etappenplatz. Etwas unglücklich verpasste er den Einzug in die Top Ten bei der Baskenland-Rundfahrt, wo ihm nur der 11. Platz blieb.

 





Oscar Freire
Amstel Gold Race 2005 *



Oscar Freire
Tour de Suisse 2005 *

Einen weiteren Rundfahrtsieg stellte überraschend Oscar Freire sicher. Da der diesjährige Streckenverlauf von Tirreno-Adriatico offenbar die Sprinter begünstigte, gelang dem Spanier der Gesamtsieg. Bei dieser kleinen Rundfahrt ließ er sich nicht lange bitten und räumte mit drei Etappensiegen sowie mit dem Gewinn der Punktwertung kräftig ab. Damit war es für ihn leichter zu verschmerzen, dass die Titelverteidigung bei Mailand-San Remo nicht möglich war und er am Ende nur den fünften Platz erreichte.

 

Freire bewies etwas unerwartet Stehvermögen in den Ardennen. So belegte er beim Flêche Wallone den fünften Platz, während er beim Amstel Gold Race immerhin noch Zehnter wurde. Danach fiel Freire für den Rest der Saison aufgrund einer Verletzung aus, weshalb er „nur“ 19. in der Gesamtwertung der Pro Tour werden konnte. Bei weiteren Teilnahmen wäre vermutlich der Sprung unter die ersten Zehn machbar gewesen.

 

Den schaffte stattdessen Menchov, der auf den achten Rang vorstieß. Rasmussen landete auf dem 47. Platz. Der aufmerksame Leser wird sich nun des Eindrucks nicht erwehren können, dass der Autor bis zu dieser Textstelle einige namhafte Fahrer des Teams übersprungen haben muss. Dem ist auch so. Auf Rang 16 der Pro Tour steht z.B.  Michael Boogerd, der in diesem Text bisher lediglich mit Schelte bezüglich seines Abschneidens bei der Tour überhäuft wurde.

 





Michael Boogerd
Amstel Gold Race 2005 **



Michael Boogerd
Lüttich-Bastogne-Lüttich 2005 *

Es gibt genügend Gründe, ihn zu loben. Erneut wagte er sich an die Ardennen-Klassiker heran, erneut jagte er beim Amstel Gold Race den Windmühlen hinterher. 1999 konnte er dieses Rennen einmal gewinnen, seitdem wurde er einschließlich dieser Saison viermal Zweiter. Zum dritten Mal in Folge musste er sich einem anderen Fahrer beugen.

 

Ebenso erreichte er auch zum dritten Mal in Folge das Podium in Lüttich. Allerdings stand er bei diesem Rennen niemals ganz oben. Nachdem er 2003 Dritter und 2004 Zweiter bei Lüttich-Bastogne-Lüttich war, so sollte es 2005 wieder der dritte Platz sein. Boogerd ist der Ullrich der Ardennen, das muss frustrierend sein.

 

Da müssen der siebte Platz bei der Baskenland-Rundfahrt und der der sechste Rang im Rahmen der Polen-Rundfahrt reine Erholung sein, da er sich nun ja nicht ärgern musste, dass er erneut so knapp nur einem oder höchstenfalls zwei anderen unterlegen war. Vermutlich wird Boogerd aber auch in der kommenden Saison sein Glück wieder in den Ardennen suchen. Das Orakel prophezeit bereits, dass es auch 2006 nicht mit einem Sieg klappt …

 



ProTour-Einerlei



Thomas Dekker **

Auf Rang 35 der Pro Tour folgt Dekker. Aber nicht der Routinier Erik sondern sein Namensvetter Thomas hat sich an dieser Stelle platzieren können. Thomas Dekker wusste in Polen durch einen Etappensieg im Zeitfahren zu überzeugen. Der Kampf gegen die Uhr zählt ohnehin zu seinen Stärken, wie auch die diesjährig errungene Landesmeisterschaft beweist. Neben seinem Teamkameraden Weening nahm er auf dem Siegerpodest am Ende der Polen-Rundfahrt Platz, bei dem Weening den zweiten Rang – auch er steuerte einen Etappensieg bei – und Dekker den dritten Platz belegte.

 

Bei der Benelux-Tour schaffte der junge Niederländer den vierten Platz. Dabei unterlag er seinem Namensvetter, der bei der Rundfahrt durch die Niederlande und Belgien Zweiter wurde. Erik Dekker wurde in der Pro Tour Wertung 55. während Weening die Saison immerhin an der 47. Position beendete.

 






Doppeldekker – Benelux-Rundfahrt 2005 **



Erik Dekker verfehlte weitere Pro Tour Punkte, weil er z.B. bei der Rundfahrt Paris- Nizza nur auf den 11. Rang pedalierte.

 




Erik Dekker während der Benelux-Rundfahrt 2005 **



Bei dem „Rennen zur Sonne“ schaffte ein anderer Nachwuchsfahrer einen Etappensieg. Joost Posthuma konnte nach einer Solofahrt seinen bisher größten Erfolg einer noch jungen Laufbahn feiern.

 





Pedro Horillo *

Nicht mehr ganz so jung ist der Sieger einer Etappe der Katalonien-Rundfahrt, aber gefreut hat sich Pedro Horrillo auch. Der Spanier stellte sich meist in den Dienst seines Landsmannes Freire, so dass Siege von ihm nicht so häufig zu begutachten sind. Beide Rabobankfahrer (Horrillo, Posthuma) schafften in der Pro Tour den 164. Rang. Bei Paris-Roubaix blieb er zwar bester seines Teams, etwas mehr als den 19. Rang hatten sich die Verantwortlichen für den besten Akteur jedoch schon vorgestellt. Allerdings hatte man dafür auch jemand anderen als den Spanier vorgesehen.

 

Einige Punkte ließ die Equipe buchstäblich auf der Straße liegen. Für diesen Eindruck kann man die Ergebnisse von Pieter Weening in der vergangenen Saison heranziehen. Er sammelte 2005 viele Erfahrungen. Einige davon sind auch die, dass er Einzüge in die Top Ten von Rundfahrten mal knapp und mal recht deutlich verfehlte. Bei der Deutschland-Tour war es der 13. Platz und bei der Dauphiné Libéré der 23. Rang, während er als 31. der beste seines Teams bei der Volta A Catalunya wurde.

 





Karsten Kroon
Tour de Suisse 2005 *



Karsten Kroon
Amstel Gold Race 2005 **

Jemand, der völlig ohne Pro Tour Punkte blieb, wurde in Flandern 11. Karsten Kroon, der selber am meisten auf seinen ganz großen Durchbruch wartet, schaffte diesen auch 2005 nicht. Im Gegenteil, dieser 11. Platz war noch eines seiner besseren Ergebnisse in dieser Saison. Im Rahmen der Pro Tour musste er nicht selten mit hinteren Plätzen vorlieb nehmen.

 





Stephen de Jongh 2005 *

Zumindest außerhalb der Pro Tour hatte Steven de Jongh mehr Fortune. Innerhalb der Rennserie musste auch er sich ohne Punkte begnügen. Platz 14 bei Gent-Wevelgem war sein bestes Ergebnis. Auch der 22. Platz von Paris-Tours kann nachträglich noch angegeben werden, aber ansonsten verlief der erste Durchlauf der Pro Tour nicht gänzlich zu seiner Zufriedenheit.

 

Rabobank belegte in der Teamwertung der Pro Tour den dritten Platz. Dieses Resultat stimmt mit dem Abschneiden der Equipe in der Pro Tour überein, wenn man die addierten Punkte aller Fahrer als Grundlage für diese Wertung nimmt.

 

Beim Mannschaftszeitfahren im heimischen Eindhoven schaffte das Team den vierten Rang. Die Equipe bestand aus beiden Dekker, Rory Sutherland, Gerben Löwik, Jost Posthuma und Marc Wauters. Letztgenannter konnte übrigens in Belgien Landesmeister im Zeitfahren werden.






Mannschaftszeitfahren Eindhoven 2005 **



Outside Pro Tour

Außerhalb der Pro Tour feierte das niederländische Team eine Reihe bemerkenswerter Erfolge. Bei der renommierten Rundfahrt Criterium International in Frankreich gelang Thomas Dekker ein starker Etappensieg sowie ein toller zweiter Gesamtplatz. Ferner sicherte er sich den Sieg beim GP Stad Zottegem - Dr. Tistaert Prijs (1.1).

 

Dass der Spanier Freire sich bereits früh im Jahr im heimischen Spanien genötigt fühlt, gute Leistungen abzuliefern, ist nachvollziehbar. So kann man erklären, dass er bereits im Februar sowohl bei der Trofeo Mallorca als auch bei der Trofeo Alcudia (1.1) erfolgreich war. Aber auch beim „Pfeil von Brabant“ (1.1) konnte er zuschlagen, was doch überraschend ist, da dieses Rennen im so genannten belgischen Frühjahr stattfindet. Damit, dass er dort einen solchen Erfolg davon tragen konnte, durfte man nicht unbedingt rechnen.

 





Thorwald Veneberg
Benelux-RF 2005 **

Von Thorwald Veneberg war bisher im Text nicht die Rede. Ein 92. Platz bei der Vuelta bietet dafür auch keinen Anlass. Offensichtlich fühlte er sich dem Untergrund beim „Groten Scheldeprijs“ (1.HC) in Flandern vertrauter und verbundener. Dort siegte er, nachdem er sich zusammen mit dem Litauer Vaitkus vom Peloton absetzen konnte. Ansonsten blieb der Amsterdamer in der Saison unauffällig.

 

Steven De Jongh entschied das Rennen „Nokere-Koerse“ (1.1) zu seinen Gunsten. Hervorhebenswert ist sein dritter Platz beim Omloop Het Volk (1.HC), bei dem er sich lediglich seinen zukünftigen Mannschaftskameraden Nick Nuyens und Tom Boonen beugen musste.

 

Auch wenn Joost Posthuma bereits bei Paris-Nizza eine Etappe gewonnen hatte, so war sein Erfolgshunger noch nicht gestillt. Den GP Jef Scherens Leuven (1.1) konnte er gewinnen. Bei dem Rennen belegte Teamkamerad Sutherland aus Australien übrigens den dritten Platz.

 





Bram de Groot *



Matthew Hayman
Amstel Gold Race 2005 **

Ebenfalls nicht gesprochen wurde über das Abschneiden von Bram De Groot während der Saison. Innerhalb der Pro Tour fiel er durch Zurückhaltung auf. Erfolge feierte er dennoch. So siegte er bei der Delta-Ronde van Midden-Zeeland (1.1). Außerdem freute er sich über den Gesamtsieg der UNIQA Classic (2.1).

 

Nach einem Sieg bei einer Rundfahrt ebenfalls jubeln konnte der Australier Mathew Hayman. Er war bei der Internationalen Sachsen-Tour (2.1) überaus erfolgreich, nachdem ihm andere Erfolge versagt blieben.

 

Immerhin zu einem Etappenerfolg langte es für Maarten den Bakker. Diesen stellte er bei der Internationalen Österreich-Rundfahrt (2.1) sicher. In der nächsten Saison wird der Routinier im Übrigen Erik Zabel und Alessandro Petacchi beim Team Milram unterstützen.

 

Auch ein junger Finne konnte sich mit einem Erfolg beweisen. Jukka Vastaranta, der überdies Dritter bei der Tour de Luxemburg geworden war, freute sich über seinen ersten Sieg bei den Profis im Rahmen der STER Elekrotoer (2.1).

 






Yukka Vastaranta auf dem Weg zu seinem ersten Profisieg
STER Elektrotoer 2005 **



Nicht so erfolgreich verlief die Saison für den einzigen deutschen Fahrer im Team, Grischa Niermann aus Hannover. Niermann gehörte zu der Delegation, die beim Giro antreten musste. Er selbst war an der teaminternen Auswahl für die Tour gescheitert. Er konnte die Teamleitung in Italien nicht vom Gegenteil überzeugen. Es reicht nicht, bei der Etappe über den Colle Finestre der Spitzengruppe anzugehören. Man sollte zumindest auch mal in Podiumsnähe kommen und entsprechende Ausrufezeichen setzen. Allerdings kam der Niedersachse diesen Plätzen 2005 nicht sehr nahe.

 

Leider machte in der Saison auch der junge Australier Rory Sutherland noch einmal von sich reden. Er wurde bei der Deutschland-Tour des Dopings überführt, wenngleich die Substanz bisher nicht der Öffentlichkeit genannt wurde. Rabobank hat den Australier umgehend entlassen.

 




Grischa Niermann
Rund in Radevormwald 2005 **



Rory Sutherland *



Damit hat er am Anfang seiner Karriere schon viel verloren, womit das Stichwort für die teaminternen Tops und Flops erbracht wurde:



Tops und Flops

 

Gewinner:




• Denis Menchov: Sein nachträglicher Sieg hat Rabobank bewiesen, dass er eine Investition für die Zukunft ist. Vielleicht schlägt seine Stunde bereits bei der Tour de France 2006?

 




• Michael Rasmussen: Dass sich ausgerechnet ein Däne, der nicht für Bjarne Riis fährt, in den Bergen von Frankreich so wohl fühlt, muss man schon als Überraschung werten. Ob er aber jemals wieder dem Podium so nahe sein wird?

 




• Pieter Weening: Eine sehr couragierte Leistung bot der junge Niederländer. Diese wurde mit einem Etappensieg bei der Tour und dem Podium in Polen belohnt. Welches Juwel reift da heran?

 



Verlierer:




• Rory Sutherland: Ein Australier auf Abwegen. Wie kam er an das verfluchte Dopingzeugs?




• Grischa Niermann: Der Hannoveraner ging unter. Nicht mehr für die Tour nominiert und auch sonst keine guten Ergebnisse. Steht da ein Tapetenwechsel ins Haus?




• Karsten Kroon: Der Niederländer vermochte in der vergangenen Saison keinerlei Akzente zu setzen. Seinem eigenen hohen Anspruch konnte er 2005 nie gerecht werden. Nun versucht es mit einem anderen Trikot. Erfolgreicher?

 



Ausblick auf 2006

Rabobank gab zur neuen Saison nur Personal ab, das man z.T. sogar teamintern ersetzen kann. De Jongh (zu Quick Step) und Kroon (zu CSC) haben 2005 nicht gerade überzeugt. Im Team wachsen so viele junge Männer und Talente heran, dass man sich von einer Ansammlung älterer Fahrer beruhigt trennen kann. Was Weening, Thomas Dekker, Posthuma und Eltink in der abgelaufenen Saison zeigten, macht Mut, diesen Weg des Mannschaftsaufbaus weiter zu gehen.

 




die Farbe wird wohl bleiben...
das Team bei der STER Elektrotoer 2005 **



Allerdings konnte man nicht bei jedem Rennen glänzen. Deswegen wurde der Spanier Juan Antonio Flecha verpflichtet, der die Mängel des Teams bei den Frühjahrsmonumenten in Flandern und bei Paris-Roubaix beheben soll. Seine Platzierungen in der abgelaufenen Saison geben Anlass, ihm gerade bei diesen Rennen mal einen Sieg zuzutrauen.

 

Zudem wurde Graeme Brown von Panaria geholt. Der australische Sprinter wird vermutlich beim Giro daraufhin getestet, wie und ob er gegen die Konkurrenz mithalten kann. Welches Potential in Bezug auf Klassiker besteht, muss erst noch festgestellt werden. Der Kolumbianer Mauricio Alberto Ardila stößt ebenfalls zum Team.

 

Rabobank wird als Hauptziele weiterhin die Tour de France und die Ardennen nennen. Bei der Tour wird das Team vermutlich für den Russen Menchov arbeiten. Man muss abwarten, ob Rasmussen auch wieder um das Bergtrikot kämpfen kann. Sicherlich bieten zwei starke Klassementfahrer mehrere Möglichkeiten, erfolgreich in dem Wettbewerb zu taktieren.

 

Sicherlich werden erfreulicherweise weitere junge Fahrer ins Team drängen. Es wäre eine große Überraschung, wenn Thomas Dekker in dem Aufgebot neben Weening und Posthuma fehlen würde. Mit Niermann sollte man hingegen nicht in Frankreich rechnen.

 

Freire wird hoffentlich genesen, um bei den Klassikern in der ersten Hälfte des Jahres zu brillieren bzw. bei Etappenrennen mit Bravour an den Start zu gehen.

 

In den Ardennen wird sich Boogerd wieder versuchen. Irgendwie muss vor dem Rücktritt doch mal ein Klassikersieg klappen. Auch Erik Dekker möchte sich mal wieder beweisen. Er wird im neuen Jahr ausgiebig Gelegenheit dafür bekommen.

 

Ansonsten, genießt den Siegersekt von Menchov in Spanien. Den Erfolg habt Ihr verdient, lasst Euch diesen auch schmecken.




Tschau 2005 ... **



Anmerkung und Kommentar


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