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Mainfranken, Harz und Colbitz

Tagebuch Main-Franken Rundfahrt (16.-19.6.2005)

 

Prolog 2,2km

Ich gehe angeschlagen in die Rundfahrt. Nachdem ich mir in Polen ein richtiges Ding weggeholt habe, werde ich hier schon wieder gebraucht und da will ich auch nicht kneifen! Hauptsächlich ist es auch nur noch Husten, wenn ich kalt werde. Ich gehe als erster von unserem Team auf die Strecke und fahre 3.12,25 min. Das ist leider nicht so gut (81.Platz), aber mir ging auch gehörig die Lunge, was ich ganz klar auf den Infekt schiebe ;). Zeitfahrräder haben wir auch nicht mit, was einem hier schon einen Vorteil verschafft! Der beste von uns war Roger Kluge mit einer 3.06,...min und wird damit 27.. Der Sieg geht deutlich unter 3 min. weg an einen Franzosen. Ganz stark war heute Akud dabei. Ode (Odebrecht) wird 2. und Ciolek und Gajek kommen auch noch unter die ersten 10. Respekt!

 

1. Etappe 153km

Im Vornherein wurde diese Etappe gleich als Königsetappe angepriesen, im Profil konnte man 2 heftige Anstiege raus lesen, an denen es wohl entschieden wird. Aber 1. kommt es anders und 2. als man denkt! Nach ca. 25 km verabschiedet sich eine 23-Mann-Gruppe, wo unter anderem Andrew Wyper und ich von POT, Hannes Blank (der Mann in Gelb) mit einem Helfer und Michael Muck und Meschi (Meschenmoser) vom BDR. Die hatten da natürlich den Zonk gezogen: nur einer vom Straßenkader in solch einer großen Gruppe. Da war klar, dass der BDR hinten wohl Dampf machen wird. Aber die Gruppe lief mehr oder weniger und der Abstand blieb konstant bei 1 min. Die erste Sprintwertung ging mal so weg, weil es keine oder nur schlechte Ausschilderung gab! Dann kam der erste richtige Berg und Trainer Max meinte, ich solle mich an Muck halten. Das tat ich. Der Anstieg zur Rhön hoch war recht gut zu fahren, da wir auch nicht sehr schnell fuhren. Dann kam schon das 1km Schild zur Bergwertung und ich fühlte mich echt gut, also versuchte ich es bei 500m mit einer Attacke. Ich konnte mir die BW sichern und oben waren wir noch 6 Mann: Muck, Blank und noch 3 Schweizer außer mir. Doch die Gruppe holte uns wieder auf der Abfahrt und sie hatte sich durch Christian Leben noch aufgefüllt! Vor der nächsten Bergwertung, wo ich mich ein wenig verpokerte und dazu nicht mehr so gute Beine hatte und so keine Punkte mehr bekam, kam Mathias Belka vom BDR auch noch vor und so sah es für diese auch wieder gut aus. Die Gruppe lief nicht mehr und so kamen noch mehr vor, unter anderem Westphal und Ode! Auf der Zielrunde hieß es dann nur Attacke, diese Gruppe zerlegte sich nach allen Regeln der Kunst und so sah es am Ultimo km so aus, dass Leben mit einem Schweizer kurz vor einer Gruppe mit mir war, die ca. 10 Mann groß war. Ich hoffte die beiden noch zu haschen und dann aufgrund der engen Zieleinfahrt als einziger an ihnen vorbei fahren zu können. So fuhr ich die letzten 500m von vorn und leider waren die beiden vorne noch zu frisch. Wir holten sie nicht mehr und so musste ich dem langen Sprint Tribut zollen und Ode und der Gelbe kamen noch vorbei! Platz 5 für mich; schade, dass ich im Prolog so schlecht war, sonst sähe das Gesamtklassement sicher nicht schlecht aus!

 

2. Etappe 149,7km

Auf dem Profil sah die Etappe nicht so hart wie gestern aus, aber es war ein ständiges auf und ab und es wurde sehr schnell gefahren. So kamen wir auf einen Schnitt von 43 km/h. Auf einem solch selektiven Kurs ist das sehr schnell. Unsere Taktik sah eigentlich wie immer aus: Feuer frei! Ich sollte versuchen, in den Sprintwertungen ein paar Sekunden zu haschen und das Bergtrikot wollte ich mir auch sichern. Die erste Sprintwertung war schon bei Km 14. Die Franzosen fuhren an und die letzten 1000m waren sehr winkelig. Ich kam mit Schwung von hinten und hätte mir die 3 sek wohl gesichert, wenn das Führungsauto nicht im Weg gestanden hätte! So kamen noch 3 Franzosen vorbei und ich ging leer aus...nicht das letzte Mal am heutigen Tag! Dann kam die erste Bergwertung bei Km 24. Die Mannschaft des Führenden fuhr an; so war das Tempo den gesamten Berg hoch ziemlich schnell. Am Ende fuhr ich vorbei, aber leider kam noch ein Schweizer vorbei, so wurde ich 2. und war nun punktgleich mit dem Führenden! Die 2. Bergwertung war gleich bei Km 39, wo nun die zwei Schweizer Mannschaften Tempo machten. Das Feld riss und ich musste das Loch alleine wieder zufahren. So reichte es auch bei Sprint nicht mehr und ich bekam nichts ab, nach meiner Rechnung liegen jetzt 2 Schweizer vorne mit 2 Punkten Vorsprung auf mich! Danach ging die Attackiererei los und wir waren aufmerksam und immer mit dabei. So kam es, dass zwei 3-Mann-Gruppen vorn waren und in jeder war einer von uns. Die Franzosen waren also gezwungen zu fahren, aber das weiß nicht jeder. Die Mapei-Bayern und Rothaus sah sich (warum auch immer) in der Pflicht. Sorry, aber manchmal ist es einfach nur peinlich; im Ausland bekommen wir es immer wieder vorgemacht, aber manche begreifen es einfach nicht! Am Ende fuhren dann die Franzosen zu, bis sie an der dritten Bergwertung völlig auseinander fielen und der BDR zum Angriff blies. Ich konnte nicht mit den Besten drüberfahren, aber ich schaffte nach dem Berg schnell wieder den Anschluß und so war vorne eine 20-Mann-Gruppe mit 3 Mann von uns, da die Spitze kurz nach der Bergwertung wieder eingeholt wurde! Der BDR attackierte, bis eine 4-Mann-Gruppe stand mit Paul Martens, Muck, einem Schweizer und einem Ösi. Erst hielten alle still, dann wurde hinterher gesprungen. Als ich den Moment für gut befand, sprang ich und es klappte. Ich fuhr nach vorne und nun waren wir fünf. Hinten fuhr wieder alles zusammen und so verfolgten uns die Franzosen. Es waren noch ca. 28 km zu fahren und zunächst harmonierten wir gut, dann fuhr Muck nicht mehr mit. Der Abstand bewegte sich immer zwischen 30 und 15 Sekunden, aber wir hielten uns. Dann ging es auf die Zielrunde; noch 14km zu fahren und nun führte auch Paul nicht mehr mit. Das war der Tod für unsere Gruppe, nichts lief mehr. Ich war der Bestplatzierte in der Gruppe und hätte bei Erfolg morgen das Gelbe getragen, aber das wollten sie wohl nicht. So probierte ich es noch mal alleine, aber 7km vorm Ziel wurde auch ich gestellt. Sehr ärgerlich für mich. Ich bin ein wenig traurig, das war eine Riesen-Chance für mich, aber, na ja, so ist Radsport nun mal. Morgen werde ich es wieder probieren!

 

3. Etappe 153km

Mann, heute war geiles Wetter, das glaubt ihr nicht! Die Sonne hat richtig gebrannt, kein Wölkchen am Himmel – Hoffi-Wetter! Ich war fest entschlossen, es noch einmal zu probieren, um doch noch einen zählbaren Erfolg zu landen! Unser erstes Ziel konzentrierte sich auf die Sprintwertung bei km 4,7. Wir waren gut positioniert und ich fühlte mich gut, als ein Ruf durch das Feld hallte, wir waren falsch gefahren und so fiel die Sprintwertung flach! Nun blieben die Bergwertungen, aber bei den ersten zwei waren jeweils Gruppen raus und es gab keine Möglichkeit für mich zu punkten. Bei der dritten sah es gut für mich aus. Andrew war noch vor mir und es waren nur noch 300m, aber als er antreten wollte, riss ihm die Kette und ich entging nur knapp einem Sturz. Damit war nun die Bergwertung gegessen, da es nicht mehr genug Punkte gab, um den Führenden einzuholen. Nun versuchte ich es ab und zu mit einer Attacke, aber ohne Erfolg. Die Schweizer hatten ein Auge auf mich. An der letzten Bergwertung riss dann das Feld und wir waren ca. 20 Mann vorne. Als der Berg ein wenig flacher wurde, sprang Leben zu uns vor und schrie, dass Paul Martens Tempo machen sollte. Nun wusste ich, dass der Gelbe wohl nicht dabei war und ich witterte meine Chance. Als der Berg wieder steiler wurde, attackierte ich bis zur Bergwertung da waren wir dann noch 6 Mann: außer mir noch Belka, Leben, Morabito und 2 andere Schweizer. Wir harmonierten gut und fuhren max. 1.10 min raus. Leider waren die Franzosen aber zu stark; sie verringerten den Vorsprung wieder und bei der Sprintwertung hatten wir noch 30 Sekunden. Ich überließ die Sekunden Leben, da es bei ihm eher um den Gesamtsieg ging. An der Sprintwertung fielen dann Morabito, ein anderer Schweizer und Belka zurück und wir waren nur noch zu dritt. Das Feld holte uns erst auf der Zielrunde ca. 7 km vorm Ziel. Es sollte wieder nicht sein. Unsere Mannschaft fuhr dann für Kluge und er konnte Zweiter werden. Klasse Ergebnis, zumal Ciolek sehr stark war, da er eigentlich für Ode anfahren sollte. Als Fazit bleibt mir 11. im Gesamtklassement und Zweiter in der Bergwertung. Nicht schlecht, aber ein fader Beigeschmack bleibt, da mehr drin gewesen wäre!

 

 

 

Tagebuch Bundesliga Harzrundfahrt (2.7.2005)

 

Dieses Bundesligarennen war mir erstaunlicherweise nicht all zu schwer in Erinnerung geblieben, weiß der Geier warum. Letztes Jahr wurde ich hier abgehangen und das nicht zu wenig, und auch dieses Jahr sollte es sehr schwer werden! Am Freitag vorm Rennen machten wir wie immer eine kleine Ausfahrt. Die Stimmung war gut und wir waren alle motiviert. Bei der Besprechung waren wir uns alle einig: wir wollten unbedingt das Gelbe Trikot von Stefan verteidigen und auch endlich mal die Mannschaftswertung gewinnen; ich selber hatte noch das Ziel, unter die besten 10 zu fahren, da meine Form zuletzt doch sehr gut war und ich vor der Saisonpause noch mal ein Ausrufezeichen setzen wollte. Wie man aber weiß, kommt es 1. anders und 2. als man denkt. Das Rennen begann gleich ziemlich schnell mit vielen Attacken. Auch der erste Berg wurde gleich richtig schnell hochgefahren und ich fühlte mich gut. Oben waren wir nur noch 20 Mann, doch es gab kein Interesse, da alle Favoriten dabei waren. So gab es oben die Attacken und es entstand eine 24-Mann-Gruppe mit drei Mann von uns. Wir konnten hinten also ziemlich gelassen schauen, was kommt. Besonders gefordert waren Team Sparkasse mit nur einem in der Spitze und die Kössies, nachdem Paddi zurückfiel. An den folgenden Bergen gab es verschiedene Attacken, doch wir konnten alles kontrollieren. Das Feld wurde immer kleiner und ich merkte zunehmend, dass es nicht die Bomben-Beine waren, die ich mir gewünscht hätte. An einem ziemlich langen Berg (um die 10 km lang) fuhr dann Schäfer mit Leben zur Spitzengruppe vor, aus der sich inzwischen Bengsch und Klipp gelöst hatten! Nun schien wirklich alles für uns zu laufen, aber vorn gab es nun leider kein Interesse mehr, mit 4 von uns zu fahren und so konnte Sparkasse das Loch schließen. Nun kam der Torfhauser Berg und ich bekam mächtig Schwierigkeiten, musste reißen lassen und fuhr mein Tempo bis oben. Der Abstand hielt sich in Grenzen und so konnte ich in einer 4-Mann-Gruppe das Loch wieder schließen. Nun erhoffte ich mir eine ruhige Fahrt Richtung Ziel, da ja Klipp und Bengsch noch vorne raus waren. Aber das stellte sich schnell als Irrtum heraus. Bengsch hängte Klipp ab, der wohl zum ungünstigsten Zeitpunkt überhaupt ins Feld zurückfiel. An der letzten Bergwertung attackierte Paul Martens und es fuhren 10 Mann mit; von uns Belka. Schäfer leider nicht, er war zu weit hinten und so lag es an den restlichen 4 von uns, das Loch wieder zuzufahren. Dies stellte sich als fast unmöglich heraus. Wir waren vier, die doch sehr angeschlagen waren, gegen 10, die alle ihre Kräfte bis dahin geschont hatten. Es waren noch ca. 30 km und wir fuhren das Loch bis auch 50m zu, dann verließen uns die Kräfte und wir kamen nicht mehr näher. Die ganze Zeit blieb das Loch bei 50- 150m und alle im Feld schauten zu wie wir uns die Beine ausrissen. Es war schrecklich. Kurz vor dem Ziel schafften wir fast den Anschluss und in dem Moment sprangen Franzel und einer von Bergstrasse (später 2. und 3.) vorbei und das gesamte Feld stellt sich auf. Nun wurden wir durch Attacken gnadenlos nach hinten gereicht und belegten die letzten 4 Plätze im Feld. Eine wunderschöne Erfahrung, die ich möglichst nie wieder machen möchte! Wir versauten dadurch die Mannschaftswertung, die Einzelwertung, wo jeder außer Belka zurückfiel. und vom Gelben Trikot gar nicht zu reden... nun ja, kann mir eine besser Grundlage für Urlaub vorstellen aber nach selbigem werden wir mit neuem Mut wieder alles probieren!

 

 

 

Tagebuch BL Colbitz (23.7.2005)

 

An dieses Rennen geht wohl jeder mit gemischten Gefühlen ran, ausgenommen Wagi (Robert Wagner) und Gerald Ciolek; die Leute, die sich halt auf eine Sprintankunft freuen. Alle anderen hoffen, nicht zu stürzen. Schon am Vortag deutete sich nicht gutes Wetter ab mit sehr starkem Wind. Start war morgens um 10 Uhr. Zu meiner Überraschung stand auch Löffel (Stefan Löffler) am Start. Er ist der U23 eigentlich schon entwachsen, darf aber wohl noch aufgrund einer speziellen Regel starten. Mit ihm musste man rechnen, das wusste ich, da er schon im letzten Jahr hier den Feldspurt überlegen gewann. Vorm Start traf ich noch Hanna und so ging ich wenigstens nicht ohne Daumendrücken auf den Parcours. Leider hielt dies nicht lange an und so fand ich mich nach guten 3 km auf dem Asphalt wieder. Ein Jury-Fahrzeug musste unbedingt am Feld vorbei und als es plötzlich bremsen musste, rauschten Christian Heinze und ich voll drauf, ihn erwischte es ganz schön, so brach er sich bei der Aktion das Schlüsselbein. Ich kam mit einigen Schnittwunden am Bein und den üblichen Schürfwunden davon. In dieser Hektik schwingt man sich sofort wieder aufs Rad, um dem Schmerz keine Chance zu geben. Gott sei Dank schaffte ich schnell wieder den Anschluss und damit war das Stürzen eröffnet, es rappelte nun regelmäßig, zum Glück waren wir zum letzten Mal betroffen. Meine Wunden taten zum Glück nicht so doll weh bzw. behinderten mich nicht, sie bluteten nur ziemlich spektakulär und so fing ich mir die üblichen Sprüche ein: „eh, wiedermal beim rasieren geschnitten“ haha ;o). Nun, das Rennen ging weiter und Frank Schulz von uns bestimmte das Rennen in der ersten Hälfte, die er allein vor dem Feld verbrachte. Als er dann wieder eingefangen wurde, ging das Gespringe erst richtig los, bis sich eine gute Gruppe gebildet hatte, wo von uns Klipp mit drinnen war. Winfix reagierte und ging auf die Kante, wie immer ereigneten sich Stürze und in einem war Paul Martens verwickelt, das Feld riss auseinander und es wurde zunehmend spannender. Die Gruppe wurde gestellt und es bildete sich prompt eine neue mit vielen Favoriten wie Westphal, Schillinger und auch Schäfer. Dahinter waren nur gerissene Felder. Ich dachte, das Rennen wäre nun gelaufen und versuchte die zweite Gruppe zu kontrollieren, als Stefan Schaden bekam. Wir warteten und es dauerte durch das zerrissene Feld ewig, bis der Materialwagen da war. Wir schafften relativ schnell wieder den Anschluss, aber leider lief nun gar nichts mehr. Alles lief wieder zusammen und der Vorteil war dahin. Der Rest ist schnell erzählt: es war ein ständiges Belauern, Taktieren und Neutralisieren der großen Teams. So wurde auf der letzten Runde buchstäblich gebummelt. Es kam zu einem sehr hektischen Sprint, da kein Team das Feld kontrollieren konnte. Das Ergebnis ist bekannt und der große Gewinner ist Paul, der die Gesamtwertung nun im Sack hat. In der Mannschaftswertung verpassen wir den Sieg wieder nur um 8 Punkte, dieses Jahr ist echt der Wurm drin! Nun steht nur noch die Berg-DM an und wir haben in beiden Wertungen wohl kaum noch Chancen. Für mich steht nun eine Rundfahrt in Spanien an, danach folgt die Bahn-DM...weiter will ich noch nicht denken.

 

Bis dann!

 

Mit freundlichen Grüßen Hoffi.


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