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25.02. - 10.03.05: Tagebuch Mallorca-Rundfahrt

Dienstag 05.04.

 

Wie immer wenn wir irgendwo hinfahren musste es saufrüh losgehen. Eigentlich war um 3.30 Uhr Abfahrt in Cottbus - da ich aber, clever wie ich bin, einen Tag früher schon in die Radsporthauptstadt (Erkner) gefahren bin, habe ich mir nicht nur das Räderverpacken erspart, sondern konnte mich auch noch einen ganzen Tag verwöhnen lassen… by Mama! Zudem ging es bei mir erst viertel vor 5 los, da ich von Erkner nur eine halbe Stunde Fahrt bis Schönefeld habe! Am Flughafen haben wir „Ode“ (Felix Odebrecht) getroffen und in Mallorca doch gleich noch sein Rad mit verladen. Warum musste er auch einen Radsack haben, der unserem sehr ähnelt??? Dieses kleine Dilemma stellte sich als nicht allzu schlimm heraus, da er im selben Hotel wie wir war! Nach dem Auspacken und einem kleinen Imbiss fuhren wir lockere 3 h. Ich fuhr mit Ode, denn es gab eine Menge zu berichten, schließlich haben wir uns den ganzen Winter nicht gesehen! Bei der Rückkehr chillten wir noch ein wenig in der Sonne am Strand und dann ging’s ins Hotel wo mittlerweile auch die Kössis gelandet waren. Sie scheinen hier mit einer sehr jungen Mannschaft am Start zu sein (Barth, Hippel, Martin, ...). im Zimmer angekommen haben wir grade noch die letzten 5 km von der 2. Etappe im Baskenland mitbekommen und dann unter die Dusche... IHHHH!!!!! Braunes Wasser! Na lecker. Aber na ja - einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul (ob das hier so passt!?) - nun noch ein wenig chillen und dann Abendbrot, in letzter Zeit habe ich einen Knast kann ich euch sagen, das ist nicht mehr feierlich, wenn was da wäre würde ich sicher die ganze Zeit über fressen!

 

 

Mittwoch 06.04.

 

8.00 Uhr: Frühstück! 10.00 Uhr: 2 h locker rumradeln und dazu 2 mal 5km Frequenz EB. Mann, war das anstrengend! Ich habe gar keine guten Beine. Mal sehen was heute Nachmittag geht.

Um 16 Uhr ist der erste Start. Ich werde als 2. von uns um 16.46 Uhr auf die 7,5 km lange Strecke gehen!

Boah, lief das Scheiße! Ich bin gar nicht klar gekommen. Hin zu (Anmerkung von Glgi – auf dem Hinweg) war ich noch gut unterwegs, an der Wende hatte ich noch den Abstand zum hinter mir startenden Ode gehalten, aber im Ziel war er knapp hinter mir. Mann, hab ich abgeparkt. Am Ende 10,18 min! Aber das war bei dem Wind ohne Zeitfahrrad zu erwarten! Na ja, egal. Ich hoffe meine Beine sind morgen besser! Bester von uns war Stefan Schäfer, der auch spät gestartet als wo der Wind nachgelassen schon hatte: 9,45min! Linus Gerdemann ist 6. geworden, das ist echt ordentlich. Rabobank belegt die Plätze 1-3 um nur einen kleinen Ausschnitt zu geben -> Surprise, surprise... Nun haben wir noch das Bayern Spiel geschaut, tolles Ding - Mann das sah ja echt böse aus, aber das Ergebnis geht ja noch. Morgen steht eine 144 km Etappe an mit einem Berg, die nördliche Anfahrt zum Puig! Toitoitoi

 

 

Donnerstag 07.04.

 

Ja heute geht es also los. Um 9 Uhr war Frühstück und danach dann um 10 schon der Transfer nach Porto Polenca. Als wir angekommen waren, war noch eine gute Stunde Zeit, der Rest ist Routine. Auf dem Pogramm stehen 137 km. Zuerst werden 2 Runden gefahren etwas wellig aber nichts Dramatisches. Während der Runden ekeln sich 2 Gruppen weg aber die waren nicht gefährlich. Solange kein Rabobänker dabei ist interessiert das wenig! Einmal hat Rabobank angetestet und ist auf die Kante gegangen und ich konnte gut mithalten ohne Probleme obwohl sich das Feld kurzzeitig teilte, aber für was Ernstes war die Kante einfach zu kurz! Dann kam eine Runde wo wir den Puig Tomir hoch sind - 500 Höhenmeter und eklig lang. Das ist quasi die Anfahrt zum Puig Major bis zur Tanke. Hier zeigte sich dann schnell, dass meine Beine noch immer schlecht waren. Ich bin zwar ganz vorne reingefahren, aber ca. zur Hälfte stellte es mich dermaßen ab, dass ich alleine hochgefahren bin. Ein eindeutiges Kopfproblem, das ich so schnell wie möglich abstellen muss! Wo diese Leistung einzuordnen ist sieht man daran, das „Schulle“ (Andre Schulze) vor mir hochgefahren und am Ende 2. der Etappe geworden ist! Nun ja, ich muss hoffen, dass es morgen besser geht und wenn nicht muss ich meinen Kopf mal klar kriegen!

Bester von uns war heute Belka mit einem 8. Platz!

 

 

Freitag 08.04.

 

Heute sollte es also sein...Königsetappe!!! Und den Namen hat sie sich auch verdient Orient, Puig Major und Soller. Meine Beine waren definitiv besser, ich bin gleich in der ersten Gruppe mitgegangen, die mit ca. 12 Mann ziemlich groß war, das ist hier in Spanien aber kein Zeichen dafür, dass die auch einigermaßen gut läuft. Wir waren zu zweit vertreten - außer mir also noch Christian Heinze. Er war gestern im Feld dabei, also war meine Aufgabe klar: Vorsprung vergrößern damit er vielleicht am Ende durchkommt und so eine gute Position in der Gesamtwertung erreichen kann! Wie gesagt lief es aber nicht gut, denn über kurz oder lang führten nur 3 Mann. Unglaublich in einer 12-Mann-Gruppe! Außer mir führten noch Lubor Tesar und „Meschi“ (Christoph Meschenmoser). Es lief ganz gut am Berg so hatten wir am Puig Major max. 5 min. Vorsprung und es sah wirklich gut aus! Na ja, durch die viele Arbeit kam dann der Hammer bei mir, da wir auch keine Verpflegung erhalten haben, weil die Straßen zu dünn fürs Vorfahren der Materialwagen waren! So fiel ich noch vor dem Soller zurück und wurde dort direkt vom Feld abgestellt. Da der Materialwagen nun über eine andere Straße nach vorne gelassen wurde, war ich noch immer ohne Verpflegung. Langsam (und das wortwörtlich) wurde es verdammt eng bei mir, nicht zuletzt merkte ich das daran, dass mich am Soller ein Tourist förmlich stehen ließ (Anmerkung von Glgi: War bestimmt Gulaschkanone im Trainingslager – also keine Schande)!

Mich holte dann noch alleinfahrend ein gewisser Marc Cavendish ein, Weltmeister 2er Mannschaft im 1.Jahr und mit einem kleinen Gruß forderte er mich auf mitzufahren, was ich nur mit einem müden Lächeln beantworten konnte - aber ich sollte ihn später noch mal wieder sehen! Kurz vorm Gipfel holte mich dann Gott sei Dank eine Gruppe ein, in der Stefan Schäfer von uns dabei war und mir ein wenig Essen und Trinken abgeben konnte. So schaffte ich es auch dann mit der Gruppe ins Ziel zu fahren. Ca. 5 km vorm Finish holten wir dann Marc Cavendish ein und ich forderte ihn mit einem Gruß auf doch mitzufahren, was er zu meiner Befriedigung mit einem gequälten Laut beantwortete (Glgi: Ich dachte „dissen“ wäre nur was für Hip Hopper???). Die Spitzengruppe mit Christian Heinze kam leider nicht an, da Rabobank dann alles dagegen tat! Aber in der Zeit in der ich reißen ließ verlor ich noch knallharte 17min - das sagt alles. Aber der Tag hat sich trotzdem gelohnt. Ich denke es hat mich ein wenig weitergebracht! Morgen soll es nicht ganz so schwer werden!

 

 

Samstag 09.04.

 

Die Strähne reißt nicht ab... heute Sau-Wetter: Regen, Regen, Regen so weit das Auge reicht, also „mein“ Wetter. Ich hatte eigentlich mit Krämpfen gerechnet, aber das ist Gott sei Dank nicht eingetreten. Wahrscheinlich war es dafür ein paar Grad zu warm! Aber nichts desto Trotz sollte es für mich ein bescheiden schmerzhafter Tag werden. Es ging wie erwartet sehr schnell los. Am Anfang war das Feld sogar in mehrere Gruppen geteilt und ich hatte das Glück in der ersten zu sein. 6 Runden standen auf dem Pogramm = 144 km, aber gleich am Anfang der 2. Runde legte es mich nieder und eh die Materialwagen da waren und der Medizinmann mich endlich losließ, war das Feld über alle Berge! Na das fing ja gut an und so sollte es auch weitergehen, ich versuchte natürlich so schnell wie möglich den Anschluss wieder herzustellen, aber das Rennen blieb schnell und so schaffte ich es nur in die Materialwagenkolonne und es stellte sich als äußerst schwierig raus, es von dort aus ins Feld zu schaffen. Mit diesem Vorhaben hielt ich mich die nächsten 2 Runden, da die Straßen dünn und schlecht waren und das Tempo weiter hoch, auf, um dann kläglich zu scheitern! Der Rest ist klar. Ich quälte mich die letzten 3 Runden alleine durch um heute Abend zu erfahren, dass ich raus bin! Toller Tag! Meine Laune ist auf einem ziemlichen Tiefpunkt!

 

 

Sonntag 10.04.

 

Letzte Etappe, bekanntermaßen OHNE MICH!!! Geil. Bei so was geht das Selbstvertrauen gegen Null, die anderen fahren Rennen und ich trainiere! Also das Rennen war sehr hart: 4 Runden mit einem 4km Anstieg (für die Kenner: es war der Coll de la Croix). Alles hat sich auseinander gefahren und unsere 3, die noch im Rennen waren, haben sich gut geschlagen. Auch Linus Gerdemann hat aufblicken lassen was er so drauf hat! Ich bin etwas früher losgefahren und habe dieselbe Strecke in Angriff genommen und habe zusätzlich eine Runde drangehangen da man das ja wohl nicht mit Wettkampf vergleichen kann. Ich bin so intensiv gefahren, wie es im Training möglich, ist um keinen Nachteil zu haben, es lief ganz gut und ich fand es schade, dass ich nicht starten konnte! Nun ja, ich habe dann auch erfahren, dass ich nächstes Wochenende wohl nicht in Düren starten werde und stattdessen ein Kirchturm-Rennen fahre...

Toll!

Na ja, vielleicht kann ich da ja mein Selbstvertrauen ein bisschen aufbügeln! Zu allem Überfluss habe ich mich beim Abendbrot so voll gestopft, dass mir jetzt sauübel ist, die anderen sind jetzt im „Almrausch“ aber mir ist nicht nach feiern, so zieh ich mir jetzt in der Glotze „Im Zeichen der Libelle“ rein. Gänsehaut!!! Und wie ich mich auf morgen freue! Halb 7 ist Abfahrt zum Flughafen, 9.30 Uhr Abflug dann nach Hause. 2 Maschinen waschen, Essen und ab nach Senftenberg zur Uni um alle Mitschriften der Woche abzuschreiben, dann nach Cottbus - ich befürchte spät in der Nacht...Cool!!!

 

 

Euer Christoph

 

 


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