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25.02. - 10.03.05: Tagebuch Trainingslager

Anreise... Freitag, 25. Februar 2005

 

Um 2 Uhr nachts ist Treff in Cottbus ...

Es schneit nicht zu wenig, was zu einer kleinen Schneeballschlacht einlädt. Um 4.30 Uhr sitzen wir im Flieger und fliegen nach Mallorca, ein schwitzender alter Mann neben mir hält mich mit doofen Fragen vom Schlafen ab. Um 7 Uhr kommen wir in „Malle“ an – ab ins Hotel, ich geh mit Heinrich (Haussler, genau, der von Gerolsteiner, darf trotzdem mit seinen alten Teamkollegen ins Trainingslager, die Red.) auf ein Zimmer. Frühstücken, Räder fertig machen und drauf schwingen. Na das klappt ja ganz gut, es nieselt ein wenig aber meine Motivation erreicht grenzenlose Werte. Jedoch macht sich bei mir und bei ein paar anderen der fehlende Schlaf schnell bemerkbar. Eigentlich hatte ich vor vier Stunden zu fahren, aber das wird auf drei verkürzt, im Hotel fall ich erstmal in einen tiefen Schlaf. Pünktlich zum Abendbrot weckt uns der innere Wecker. Ja, jetzt schüttet es richtig und wir sitzen in der Bude, klauen uns gegenseitig Rekorde bei Computer-Games und quatschen etwas blöde. Morgen wollen wir 150 Kilometer schaffen – mal sehen was das Wetter zulässt!

 

 

Samstag, 26. Februar

 

Heute stehen 150 km auf dem Plan und das Wetter ist traumhaft: Sonne bei 16°C. Da macht das Radeln doch Spaß. Heute ist das Team Focus angekommen, das ist echt ne bunte Truppe: scheint willkürlich zusammengewürfelt, aber da ein paar ehemalige ISPOs dabei sind, ist es ganz lustig! Den ersten Block fahren wir in der Gruppe und sind ziemlich zügig unterwegs.

 

 

Sonntag, 27. Februar

 

Wieder stehen 150 km auf dem Pogramm, wieder in der Gruppe, heute haben wir einen 34 km/h Schnitt hingelegt. Das sollte alles sagen, zumal es echt pervers windig war, aber das Wetter war sonst wieder traumhaft! Die Freizeit gestaltet sich momentan noch ziemlich monoton, da man ja noch schwere Tage vor sich hat.

Zumeist sitzen wir im Zimmer und versuchen Rekorde auf den Laptops zu knacken. Heinrich kann sich wunderbar ärgern, wenn ihm jemand den Rekord klaut!

 

 

Montag, 28. Februar

 

Der letzte Tag unseres ersten vierer Blocks, und das Wetter lässt uns leider im Stich: es ist grau und noch windiger als gestern sowie kalt. 180 km stehen auf dem Plan und wir fahren immer so, dass die dunkelsten Wolken uns vom Leib bleiben. Eine erstaunliche Leistung wie sich herausstellen sollte, da wir als einzige trocken ins Hotel zurückkehren. Beim Abendbrot erfahren wir, dass Team Focus nur drei Stunden Training geschafft hat, weil sie in einen Schneesturm geraten waren! Sie sind direkt ins Dunkel gefahren und haben darum von uns den Namen „Team Clever“ bekommen. Da morgen der erste Ruhetag ist, treffen wir uns abends noch mit ein paar Keddies (Fahrer vom Team KED Bianchi, die Red.) im Almrausch (ist wohl bekannt, die Red.). Ja Hightower (Sascha Richter, 2,04 Meter groß, daher der liebevolle Spitzname – die Red.), immer wieder lustig.

 

 

Dienstag, 1.März

 

Ruhetag – und das aus gutem Grund, denn einige heulen schon gewaltig wegen Sitzproblemen rum! Bei mir ist noch alles in Butter, ich schwinge mich mit Hartza (Ronny Harzt), Heinrich (Haussler) und Harry (Christian Heinze, auch gerne mal nur Heinze genannt) aufs Rad und wir strampeln so um die 50 km locker ab. Bei der Hälfte machen wir an einer Klippe halt, um ein paar Fotos zu schießen. Leider fing es dann an zu tröpfeln und die Rückfahrt wurde ziemlich unangenehm kalt! Danach haben wir einen kleinen Spaziergang an der Promenade unternommen und mussten feststellen, das heute Feiertag ist und die meisten Läden zu haben. CLEVER, da haben die Mallorquiner doch glatt ihren Feiertag auf unseren Ruhetag gelegt! Apropos clever, Team Clever hat heute keinen Ruhetag eingelegt und ist wieder voll in die Pisse gekommen – diesmal haben sie aber nur 50 km geschafft. Zumindest tragen sie zu unser Belustigung bei ...

 

 

Mittwoch, 2. März

 

Heute stehen 150 km inklusive 4 x 5 km K3 in Randa an. Trainer hat beschlossen, dass wir eine halbe Stunde früher losfahren, um nicht 100 Touristen hinter der Gruppe zu haben, das is manchmal ziemlich gefährlich! Aber auch das hat Nachteile: nun ist die Zeit zwischen Training und Frühstück zu kurz und der Magen rebelliert bei einigen doch gewaltig. Das Training läuft gut, ich komme immer besser zurecht.

Heute war großer Treff in Randa – wir haben Sinkewitz, Zabel, B.Grabsch, Schmidt, Förster und Schreck getroffen. Muß wohl am blendenden Wetter gelegen haben! Am Abend ist es dann passiert: Henrik (Wolter) hat Heinrichs Rekord im Pinball gebrochen und nun sitzt Heinrich fluchend neben mir und gibt sein bestes „fucking scheiß Bullshit, man leck mich Alter ich schmeiß es gleich aus dem Fenster“ (unzensiert, weil nah am Leben, die Red.). Ich find es einfach nur lustig! Achso, und wie krass ist denn bitte der Hondo (bei Paris-Nizza, die Red.), morgen gewinnt er bestimmt aus einer Ausreißergruppe und übermorgen die Bergankunft ...

 

 

Donnerstag, 3. März

 

Heute steht nochmal K3 an. Wir sind erst nach San Salvador gefahren, dort dann 2 x 5 km K3 – mann das lief schwer, abgehangen vom Feinsten. Dann sind wir rüber nach Randa, dort standen noch mal 3 x 5 km K3 an, aber einige hatte es da schon entschärft. Ganz im Gegensatz dazu lief es bei mir immer besser! Als wir zu Hause waren, hatten die, die durchgehalten haben 190 km insgesamt. Nach dieser anstrengenden Einheit gibt es die ersten Krankmeldungen zu berichten: Heinze (Christian Heinze) und Scheibel (aka Marco Scheibel) hat es erwischt.

Heinrich hat den Rekord im Pinball immer noch nicht gebrochen, ich hoffe, dass er es bald schafft, ich hab Angst um sein Notebook!

 

 

Freitag, 4. März

 

Um die doch ziemlich große Belastung der letzten Tage zu kompensieren, fahren wir heute lang und flach. Es ist grau und verdammt windig, aber wir sind trocken durchgekommen. Den Hinweg haben wir in der Gruppe absolviert, da alleine bei dem Wind ein kontrolliertes Fahren fast unmöglich ist. Auf dem Rückweg fuhr jeder seinen Stiefel. Im Hotel habe ich 190km auf dem Computer, für morgen nehme ich mir doch 200 -+ x vor, denn dann kommt erstmal der Ruhetag. Ich hoffe nur, dass ich jetzt endlich mal gesund bleibe, um ordentlich durchziehen zu können, jetzt wo es wieder einigermaßen läuft! Was Hondo angeht ist heute wohl nur ein 2. Platz rausgesprungen ... ich bin enttäuscht, meine Prognose ging voll daneben ;o)

 

 

Samstag, 5.März

 

Heute hab ich mir beim morgendlichen Wettercheck vorgenommen die Insel zu umrunden, das Wetter war so traumhaft. Natürlich musste ich das ein wenig einschränken da ich ja flach fahren musste – bin ich halt nur um die Berge rumgefahren! Vielleicht wollt Ihr ja mal die Strecke beschrieben haben, waren ja sicher schon einige von Euch auf Malle. Also: El Arenal Küstenstraße raus über Sa Rapita nach Santanyi, da haben wir uns dann getrennt und ich bin weiter nach Porto Christo. Dann nach Can Picafort bis Alcudia, dort die letzte Abfahrt Richtung Palma und bis Inca, dort habe ich gemerkt, dass es wenn man dann direkt rein fährt, nur 200 km Tagesleistung werden würden. Also bin ich abgebogen nach Sencelles über Algaida nach Llucmajor, von dort dann über kleinere Straßen wieder auf die Küstenstraße und dann ab ins Hotel. Macht 240 km, der Wind war wieder stark, aber die Sonne hat so schön geschienen. Und das beste an solch einer langen Ausfahrt: Bis zum Abendbrot war es nur noch eine Stunde!!! Danach hab ich noch mein Tippspielteam für Paris-Nizza abgeschickt – hatte nicht viel Zeit, schließlich kosten hier 10 Minuten Internet 1 €!!!

So und jetzt geh ich schlafen, bin doch ziemlich geschafft.

 

 

Sonntag, 6. März

Ich will Ausschlafen, zum Radfahren bin ich einfach zu träge! Ich schnappe mir nen Eimer Wasser und putze erstmal mein Arbeitsgerät. Dann schleppt sich Langeweile ein, aber meine Teamkollegen und ich kommen auf die herrausragende Idee Skat zu spielen. Also kloppen wir Karten bis die Übertragung von Paris-Nizza beginnt. Klasse echt der Jens (Voigt) ist schon ein Renner. Nur so nebenbei: ich hab Voigt, Dekker und Gussev in meinem Tippspiel-Team und damit drei unter den ersten vier!!!! Naja mal sehen was das Wert ist, wäre nicht das erste Mal, dass ich mich da verkalkuliere ...

Beim Skat habe ich voll abgeloost, so dolle, dass ich bockig war und mich doch noch ein Stündchen aufs Rad geschwungen hab, dann war schon Abendbrot und danach hab ich meine Kollegen alle lang gemacht beim Skat. Ja, so eine kleine Trainingsrunde kann Wunder bewirken! Für morgen wurde Schneefall angesagt, ich weiß nicht was hier los ist ... alles nur nicht so ein Jahr wie das letzte, wo wir bis in den Sommer nur im Regen gefahren sind! Also geplant ist für morgen, dass wir nach Randa fahren und Krafttraining machen, da es zu riskant ist, in die Berge zu fahren.

 

 

Montag, 7. März

 

Der letzte 4er Block bricht nun an. Vorgesehen ist, noch einmal so wie den letzten Block zu trainieren. Also ab nach Randa und was sich da heute bei blendendem Wetter abspielte, brauch ich wohl nicht zu beschreiben: aus der K3 Einheit wurde ein Hindernisparcours der Seinesgleichen sucht! Überall Radfahrer, schnellere und langsamere, und ganz besonders letztere!!!

Am besten sind die, die sich an einen dranhängen und dann bis zum Erbrechen fahren um dranzubleiben. Leute das nervt!!! Ich versuche da mich zu konzentrieren und das ist sehr schlecht wenn hinter einem einer röchelt, dass man seine eigenen Gedanken nicht versteht. Aber der Oberhammer war ein älteres Pärchen (der Vater hatte hinten einen Rücksitz für ein Baby mit Lenker) und damit müssen sie natürlich diesen Berg hoch! Das ist für mich übertriebener Ehrgeiz, der Mann ist dann ab und zu aus dem Sattel gegangen was den Kopf des Babys wackeln ließ wie ein Lämmerschwanz ... und ab und zu klatschte der Kleine dann gegen den Lenker, dazu fällt mir echt nichts mehr ein!

Am Ende standen 150 km incl. 4 x 5 km K3 auf dem Tacho. Am Abend musste ich dann leider eine Niederlage hinnehmen: mein Rekord war gefallen, aber das Blatt sollte sich wenden und so eroberten Heinrich und ich noch am selben Abend die Rekorde zurück!

 

 

Dienstag, 8. März

 

Wie in der vergangenen Woche wollten wir erst zweimal San Salvador und dann dreimal Randa fahren. Das Wetter schien blendend, doch in San Salvador angekommen erwischte uns bei der zweiten Auffahrt ein kleiner Regenschauer. Wir warteten ihn oben ab und beschlossen dann die restlichen K3 Durchgänge in San Salvador zu absolvieren, da es dort im Gegensatz zu Randa eher einsam war. Das Wetter ging wieder steil bergauf und die Rückfahrt lief problemlos. Insgesamt: 180 km incl. 5 x 5 km K3. Am Abend versäumte ich dann nicht mein Tippspielteam für Tirreno-Adriatico abzuschicken. Zu meiner absoluten Zufriedenstellung durfte ich feststellen, dass ich bei Paris-Nizza auf einem geteilten ersten Platz liege! Das lässt mich heute Nacht sicher ruhig schlafen ...

 

 

Mittwoch, 9. März

Gestern hatte ich auf der Rückfahrt vom K3 leichte Kniebeschwerden aber ich habe mir nichts dabei gedacht – kann ja schon mal vorkommen. Aber heute hatte ich nun den Salat und die Knieschmerzen begleiteten mich von Anfang an und heute waren mindestens 200km geplant. Nach 75km musste ich abdrehen und die Rückfahrt wurde zur Qual. Mal schauen wie sich das entwickelt, ungelogen ich hab echt Angst!

Heute Abend waren wir in einer Bar und haben Championsleague geschaut. Nun habe ich mir noch Creme aufs Bein geschmiert und hoffe auf die Nacht.

 

 

Donnerstag, 10. März

 

Heute waren wieder 200 -+ x Kilometer geplant, solange ich in der Gruppe fuhr spürte ich das Knie kaum. Aber sobald ich alleine unterwegs war, wurde es immer schlimmer. Trotzdem bin ich auf 200km gekommen und nun ist es ja auch geschafft. Die Bilanz nach zwei Wochen sieht eigentlich ganz gut aus, ich habe gut trainiert und das Wetter war okay. Morgen geht es ab nach Hause, und ich bin froh darüber! Zu Hause soll es ja schweinekalt sein ... na toll. Aber zum Glück geht es ja Dienstag wieder gen Süden! Jetzt gehen wir noch in eine Bar gemütlich zusammen sitzen und morgen früh um halb 6 gehts los!

 

Euer Christoph

 


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