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Platz 3 - Rohan Dennis

Rohan Dennis
©ogkempf

Rohan Dennis

Australien

28.05.1990

 

Fahrertyp: Zeitfahrer

Wichtigster Erfolg: Weltmeister Mannschaftsverfolgung

Team/Verein 2012: Team Jayco

Stagiaire: -

Team 2013: Garmin

Beste Mock-Platzierung: neu

Web: www.facebook.com/rohan.dennis.50

 

Rohan Dennis ist der erste australische Cyclocrosser, der den Sprung zu den Profis wagen wird!

Nein, natürlich nicht. Wie alle Australier kommt auch Rohan Dennis selbstverständlich von der Bahn. Und wie nur wenige Bahn-U23er vor ihm - siehe hierzu den Freiberg-Artikel - hat auch Dennis sich Regenbogenstreifen auf der Brust verdient. Und obwohl der Australier diese Streifen, jeweils in der Mannschaftsverfolgung, sowohl bei der WM 2010 in Kopenhagen (mit Bobridge, Hepburn und C. Meyer) als auch bei der WM 2011 in Apeldoorn (mit Bobridge, Durbridge und Hepburn) verdiente, darf er sie nicht doppelt tragen.

 

Aber im Leben eines jeden australischen Bahnfahrers scheint der Moment zu kommen, in dem sich der Athlet entscheidet sich mehr auf die Straße zu fokussieren. Dieser Moment muss beim 22-Jährigen irgendwann vor der 2010er Saison gewesen sein. Zwar fuhr er davor auch schon Straßenrennen, aber er war dabei in etwa so erfolgreich wie ein Schlumpf im Hochsprung.

 

2010 änderte sich das - und erste Anzeichen für diese Veränderung gab es - wie so oft beim Team Jayco - in der Olympia's Tour. In der von der Zeitfahrkonkurrenz wohl bestbesetzten Edition der Neuzeit gewann Taylor Phinney sowohl den Prolog als auch das längere Zeitfahren. Im Prolog musste Dennis außerdem Sergent, Durbridge und Dowsett vor sich dulden - im längeren Zeitfahren konnte ihn außer dem Amerikaner niemand schlagen. Seinen Teamkollegen Michael Hepburn hatte Dennis somit zwei Mal geschlagen. Da in der Limburg-Etappe nichts passierte, beendete er die Rundfahrt auf dem vierten Platz.

Im gleichen Jahr belegte er auch noch den dritten Rang der Thüringen-Rundfahrt, wobei er bewies, dass er nicht nur zeitfahren, sondern auch ordentlich hügeln kann. Bei der WM, die 2010 im heimischen Geelong ausgetragen wurde, sollte es eine Medaille im Zeitfahren werden. Die Medaillen musste er Phinney, Durbridge und Kittel überlasen, aber mit Platz fünf durfte der Fahrer, der in den Jahren zuvor eigentlich kein Straßentalent erkennen ließ, sicher auch zufrieden sein.

 

Das Rabobank CT jedenfalls war so zufrieden mit Dennis’ Leistungen, dass sie ihn im folgenden Jahr nach Europa holten. Ein Fehler, denn das Straßenjahr geriet zum Fiasko. Der Australier bekam kein Bein auf den Boden und ging auf der Straße völlig unter. Die Bahnsaison verlief dahingegen nach Plan. Und auch als Dennis kurz vor der WM bei der Tour de l'Avenir (2.NC) das Trikot der australischen Nationalmannschaft wieder anziehen durfte, klappte es plötzlich wieder. Platz zwei im Zeitfahren, dieses Mal hinter Hebpurn, und Platz sechs auf der ersten Etappe sorgten sogar für die Gesamtführung. Trotz dieser Leistung durfte Rohan, plötzlich wieder ein klarer Medaillenanwärter, nicht am WM-Zeitfahren teilnehmen. Die drei australischen Teilnehmer Durbridge (1.), Hepburn (3.) und Howson (9.) vertraten ihn aber würdig.

 

Als Reaktion auf die missglückte Vorsaison wechselte Rohan Dennis dieses Jahr zurück zu Jayco. In seinem letzten U23-Jahr suchte er somit wieder nach den Erfolgen der 2010er Saison. Und die fand er! Dies wurde bereits deutlich bevor die Saison so richtig begonnen hatte, denn bei der Tour Down Under (2.WT) hügelte sich Dennis zu einem fünften Platz auf der Willunga-Etappe - und somit auch der Gesamtwertung. Nie zuvor hatte es ein U23er in die Top 10 eines World-Tour-Rennens geschafft! Kurz zuvor hatte er auch noch die nationalen U23-Titel sowohl im Zeitfahren als auch auf der Straße gewonnen.

Wie auch 2010 stellte die Olympia's Tour (2.2) den nächsten Saisonhöhepunkt dar. Den Prolog verkorkste das gesamte Jayco-Team, auf der Limburg-Etappe ließ er im flachen Finale sieben Mann ziehen - aber im zweiten Zeitfahren machte er mit der Konkurrenz kurzen Prozess! Auf knapp 14 km nahm er van Baarle 23 Sekunden ab und verbuchte seinen ersten Profisieg überhaupt; und Rang vier in der Gesamtwertung.

Über Platz fünf bei der Trofeo Citta di San Vendemiano (1.2U) und Platz zwei bei der Trofeo Alcide Degasperi (1.2) schlich sich Dennis - das Programm des Jayco Teams bietet wenig Überraschungen.- erneut bei der Thüringen - Rundfahrt (2.2U) ein. Wie schon bei der Olympia's Tour war das Rabobank CT im Prolog (dieses Mal ein MZF) stärker. Im restlichen Verlauf der Rundfahrt hatten die Niederländer dem Australier aber nichts entgegen zu setzen. In den Hügeln ließ der Jayco-Fahrer nichts liegen - und im bergigen Zeitfahren nach Oberhof schoss er die Konkurrenz ab. Bretagne-Profi Johan le Bon bekam auf 8,6 km 27 Sekunden, Jakob Steigmiller als Dritter durfte 43 Sekunden mit nach Hause nehmen. Der Zeitfahrsieg bedeutete gleichzeitig auch den Sieg bei dieser wichtigsten Nachwuchsrundfahrt Deutschlands.

Nach diesem Erfolg Mitte Juni stand ein ganz anderes Ziel im Sucher. Die Olympiade endete fast; die Spiele in London standen vor der Tür. Die Briten sollten zu Hause in der Mannschaftsverfolgung geschlagen werden. Team GB aber war in diesem Jahr zu stark und so blieb für die Aussies die Silbermedaille. Und da wo jeder Australier - wie eingangs bereits behauptet - sich irgendwann in seinem Leben Athlet entscheiden muss sich mehr auf die Straße zu fokussieren, kam für diesen Australier nach Olympia der Augenblick, in dem er sich entschied die Bahn einfach weg zu lassen. Erleichtert wurde diese Entscheidung von Jonathan Vaughters, der einen Tag nach der Silbermedaille einen Profivertrag mit der Unterschrift des Australiers präsentieren konnte. Dieser Vaughters bezeichnete Rohan Dennis als "game changer" - und das deutet ein wenig darauf hin, dass die Fahrertypbezeichnung "Zeitfahrer", die schon jetzt ein wenig zweifelhaft ist, wohl bald komplett der Vergangenheit angehören dürfte. Bei Garmin werden sie wohl versuchen den Australier komplett zum Rundfahrer zu machen.

 

Der schwer Rückentätowierte hat aber erst noch ein ganz großes Ziel: die Weltmeisterschaft in Limburg. Während er im Straßenrennen mangels Sprint nicht zu den ganz großen Favoriten zählt, stieg er Anfang September noch einmal kräftig in der Zeitfahrhackordnung. Eigentlich galt Quaade als Überfavorit, aber beim Zeitfahren Memorial Davide Fardelli (1.2), seit Jahren ein toller Gradmesser für die WM, gewann er nicht nur eine halbe Minute vor Damien Howson, er brach auch den Streckenrekord. Und feierte natürlich seinen zweiten Profisieg. Quaade, der im eigenen Land schon von von Folsach geschlagen wurde, hat somit einen (weiteren?) ebenbürtigen Konkurrenten dazu bekommen. Sowohl der Titel als auch die anderen Medaillen scheinen dieses Jahr im U23 relativ offen. Alles andere als eine Medaille wäre für Rohan Dennis aber sicherlich eine Enttäuschung.

 

nominated by all, presented by ogkempf




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