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Platz 21 - Mattia Cattaneo




Mattia Cattaneo

Italien

25.10.1990

 

Fahrertyp: Allrounder

Wichtigster Erfolg: 1. GiroBio

Team/Verein 2011: U.C. Trevigiani Dynamon Bottoli

Stagiaire: -

Team 2012: noch offen

Beste Mock-Platzierung: neu

Web: www.facebook.com/group.php (Fanclub)

 

Verfolgt man die Karriere von Mattia Cattaneo ein wenig, so stößt man über die Jahre immer wieder auf gute Ergebnisse. Im Jahr 2011 gelang es dem jungen Fahrer aus Alzano Lombardo jedoch einen wirklich bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Nicht nur für die Mock List, sondern sicherlich auch in den Köpfen und Notizbüchern vieler Teamchefs.

 

Die ersten Ergebnisse Cattaneos, die man im Rahmen von Jugend- und Juniorenklassen findet, sind in erster Linie auf Zeitfahren zurückzuführen. 2008, in seinem letzten Jahr als Junior siegte Cattaneo bei fünf Rennen und platzierte sich mehrfach in den Top Ten bei italienischen Rennen. Seinen größten Erfolg außerhalb des Stiefels konnte er bei der Juniorenweltmeisterschaft in Kapstadt feiern. Dort war nur Johan Le Bon noch schneller als Cattaneo. Außerdem siegte er bei der international besetzten Trofeo Emilio Paganessi.

Begleitet von Vorschusslorbeeren wechselte Cattaneo 2009 dann in die U23 Klasse. Die hohen Erwartungen konnte er jedoch zunächst nicht erfüllen. Ein Sieg und eine handvoll Platzierungen und praktisch Lichtjahre weg von der Nationalmannschaft. Gesundheitliche Probleme wie Nierensteine und ähnliche Beschwerden warfen Cattaneo immer wieder zurück. Kurzum es lief überhaupt nicht.

 

Dies sollte sich 2011 dann schlagartig verbessern. Noch nicht mal zu Beginn der Saison, aber dann ab Mai. Mit einem eindrucksvollen Solosieg auf der vierten Etappe konnte Cattaneo sich den Gesamtsieg beim anspruchsvollen Giro delle Pesche Nettarine sichern. Schlagartig konnte er sich somit auch in den erweiterten Favoritenkreis für den GiroBio (2.2), die Amateur-Ausgabe des Giro d'Italia, katapultieren. Dennoch trat der noch immer durch seine physischen Probleme verunsicherte Cattaneo mit dem Ziel an eine der Etappen zu gewinnen. Der nicht zu schwere Kurs mit vielen typisch italienischen Etappen schien dafür genau richtig. Bereits auf der zweiten Etappe nach Rodi Garganico gelang Cattaneo der Sprung in eine Spitzengruppe von elf Fahrern. Dieser Gruppe gelang es einen Vorsprung von etwas über zwei Minuten durchzubringen. Ein Unternehmen, dass Mattia für die Gesamtwertung in eine äußerst günstige Situation brachte. Die vierte Etappe, hinauf zum Kloster Montecassino, sollte Cattaneo dann auch ins Trikot des Gesamtführenden bringen. Elf Sekunden hinter dem Etappensieger Stefano Agostini belegte er den neunten Platz und ging mit einem Vorsprung von 95 Sekunden auf den besten der Favoriten in den zweiten Teil des Rennens. Etwas verlustreicher gestaltete sich dann die fünfte Etappe, eine lange Bergankunft am Campo Imperatore hoch über L'Aquila. Acht Sekunden konnte er vor dem Weißrussen Siarhei Novikov retten, 51 Sekunden dahinter schon der kolumbianische Etappensieger Anacona. Hatte er bislang noch nicht an einen Gesamterfolg geglaubt, so fühlte er sich nach dem sechsten Platz beim Einzelzeitfahren von Alba Adriatica schon deutlich sicherer. Eine Minute in etwa auf Anacona und noch drei mittelschwere Etappen in Norditalien. Und es sollte reichen. Dafür musste Cattaneo allerdings wie ein Löwe kämpfen, sah sich erwartungsgemäß zahlreichen Angriffen aus den anderen Teams ausgesetzt. Nach der achten Etappe waren es dann nur noch 26 Sekunden, doch die sollte Cattaneo in Asiago beim Finale auch noch einmal verteidigen können. Sicherlich muss man feststellen, dass Cattaneo enorm von der frühen Ausreißergruppe profitierte, doch auch ohne diese hätte er sich problemlos in den Top Ten platziert. Eine starke Leistung für einen Fahrer, der über zwei Jahre lang gesundheitlich so sehr geplagt wurde.

 

Eigentlich könnte man die Saison ja jetzt nach zwei Siegen bei zwei der wichtigsten und schwersten Rundfahren Italiens beenden, doch nicht Cattaneo. Denn der fing jetzt, scheinbar von seinen Erfolgen beflügelt und wie auf Schienen fahrend erst so richtig an. Auf Sizilien gelang ihm in Paternò der Sprung aufs Podium der U23 Zeitfahrmeisterschaft und damit auch die Brücke zu seinen starken Junioren Zeitfahren. Im Juli war er der beste Italiener im EM-Straßenrennen, bei dem eine eigentlich sehr stark besetzte italienische Mannschaft im heimischen Offida die entscheidende Gruppe verpennte. Der fünfte Platz dürfte für nicht besonders viel Freude gesorgt haben. Mitte August kehrte Cattaneo schließlich auf die Podien Italiens zurück. Zunächst ließ er Siarhei Novikov beim GP di Poggiana (1.2U) in einem Zweiersprint keine Chance, zwei Tage später gewann er den prestigeträchtigen und schweren GP Capodarco (1.2). Diesmal brauchte er gar keinen Fluchtbegleiter, siegte solo mit 40 Sekunden Vorsprung auf die nächste, größere Gruppe. 22 Kilometer vor dem Ziel hatte Cattaneo an der bis zu 24% steilen Muro di Capodarco seine entscheidende Attacke gesetzt und das Rennen dann alleine gegen eine Gruppe von 17 Fahrern gewonnen.

Diese Superverfassung konnte Cattaneo konservieren und nahm sie mit zum Giro della Valle d'Aosta Mont Blanc (2.2). Einem Rennen, dass enorme Fähigkeiten am Berg und viel Zähigkeit fordert. Letzteres hatte Cattaneo in dieser Saison schon genüge gezeigt, jetzt kamen auch noch Bergfähigkeiten dazu. Die tolle Form dazu und so konnte er sich am Ende auf dem fünften Gesamtrang platzieren.

Nur eine Woche später stand Cattaneo dann schon wieder am Start. Die Tour de l'Avenir (2.NC) ruft mit zwei Etappen in Italien, noch dazu mit einem Kurs, der Cattaneo und seinen Fähigkeiten entsprach. Wie erwartet wurde es ein sehr offenes und von sehr viel Gruppen geprägtes Rennen. Die entscheidende Gruppe nach Porrentruy erwischte Mattia dann auch, bei der Bergankunft in La Salève wurde er Achter, verlor aber Zeit auf den Kolumbianer Chaves. Beim italienischen Finale legte Cattaneo dann noch einen guten zweiten Platz hinterher und platzierte sich in der Gesamtwertung auf Rang drei hinter Esteban Chaves und David Boily.

 

Mit der jüngst zu Ende gegangenen Tour de l'Avenir hat Mattia Cattaneo noch einmal gezeigt, dass er zurecht von vielen Pro Tour Teams umworben wird. Noch hat sich der Passista Scalatore nicht entschieden. Es ist somit auch nicht ausgeschlossen, dass er noch ein Jahr bei Trevigiani bleiben wird. Die Wahrscheinlichkeit dafür bzw. die Perspektive ist allerdings eher gering.

 

Nominiert von ocana, geschrieben von ocana



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