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U23 - Mock List 2008, Plätze 30 - 21



Platz 30: Mathias Belka



Mathias Belka
© cycling-pics.com

Mathias Belka

Deutschland

15.06.1986

 

Mathias Belka war schon im vergangenen Jahr bei der Mock List auf Platz 13 vertreten. Trotz unserer guten Empfehlungen gelang es ihm nicht, einen Platz in einem Profiteam zu ergattern. So nutzte er die Möglichkeit ein weiteres Jahr in der Klasse U23 zu fahren. Da es nun die definitiv letzte Saison in dieser Nachwuchsklasse sein sollte, nahm natürlich der Druck, gute Ergebnisse zu liefern, deutlich zu.

 

Wenn die deutsche Nationalmannschaft irgendwo auf der Welt unterwegs ist, steckt in einem der Trikots fast garantiert Mathias Belka. Seit er 2003 aus der Jugend-Klasse zu den Junioren kam, zeigte er dort gleich gute Leistungen, u.a. der Sieg bei der Auftaktetappe des prestigeträchtigen Giro delle Lunigiana. Ein Start bei der WM in Hamilton war ihm damit sicher. Zu dieser Zeit galt er teilweise als neues Sprinttalent, obwohl seine körperlichen Voraussetzungen eher in Richtung Allrounder deuteten.

 

Die gute Entwicklung setzte sich auch 2004 fort. In jener Saison gewann er die Bundesliga und wurde zweiter beim Giro delle Lunigiana. Die gute Form aus diesem Rennen unmittelbar vor der WM in Verona konnte er bei diesen Titelkämpfen leider in kein vorzeigbares Resultat umsetzen, so dass schließlich nur Platz 26 zu verzeichnen war.

 

In der Saison 2005 stand der Wechsel in die Klasse U23 an. Für einen Fahrer aus Cottbus kommt dann eigentlich nur das Team ISPO/POT/LKT in Frage. Highlights des ersten Jahres in dieser Klasse waren Platz acht bei der DM der Herren, sowie sein Auftritt bei der Ronde de l'Isard (2.2U), wo er im Sprint (Etappen-Dritter) sowie am Berg (Gesamt-Vierzehnter) überzeugte. Die Entwicklung zu einem Allrounder schien sich also zu bestätigen.

 

Auch im Jahr 2006 gelang es ihm mit einigen sehr guten Ergebnissen zu überzeugen. Im Juni dieses Jahres fuhr er beim 'Baby-Giro' in Italien auf der neunten Etappe hinauf zum über 2000 m hohen Alpe di Pampeago, eine der wenigen Hochgebirgsetappen bei den Nachwuchsfahrern, sensationell auf Rang sechs. Diesen Platz belegte er auch im Gesamtklassement. Diesen Platz schien er abonniert zu haben, denn er erreichte ihn auch in der Gesamtwertung der Ronde de l'Isard (2.2U). Aus der Sprint- und Klassikerhoffnung schien sich nun ein Kletterer zu entwickeln. Noch ein weiteres gutes Ergebnis in jenem Jahr und der Sprung zu den Profis wäre möglich gewesen.

 

Die Saison 2007 verlief wieder fast schon typisch für Mathias Belka – Ergebnishighlights, aber leider nicht in der Breite. Nach einem Schlüsselbeinbruch zu Saisonbeginn zeigte er sein können wieder bei der Thüringen-Rundfahrt (2.2U) und erreichte mit konstant guten Etappenleistungen den dritten Gesamtrang. Das nächste gute Resultat lieferte er im August beim GP Tell (2.NC). Gesamtrang Fünfzehn und der mit Abstand Beste des deutschen Nationalteams. Bei der Heim-WM in Stuttgart belegte er Platz 28. Auch in dieser Saison hätten nur noch ein, zwei Top-Resultate genügt, um sich für mehr zu empfehlen.

 

Beim Bundesliga Auftakt im Jahr 2008 mit dem Rennen Cottbus-Görlitz-Cottbus schien es nun endlich so, dass Mathias Belka gleich mit guten Ergebnissen in die Saison starten könne. Das Rennen bei widrigen äußeren Bedingungen schloss er im Sprint auf Rang drei ab. Auch mit dem vierten Platz auf der zweiten Etappe sowie zwei weiteren Top-10 Platzierungen bei der Cinturon Ciclista a Mallorca (2.2) zeigte er seine Klasse.

 

Nun galt es diese Ergebnisse bei einem hochklassig besetzten Rennen zu bestätigen. Die Thüringen Rundfahrt (2.2U) schien dafür perfekt. Die Etappe Rund um Masserberg sollte es sein. Zu Beginn dieser dritten Etappe waren nach den wenig anspruchsvollen Tagesabschnitten zuvor die Favoriten noch dicht beieinander und auf dieser schweren Etappe sollte Klassement gemacht werden. Zwanzig Kilometer vor dem Ziel hatte sich bei dieser Achterbahnfahrt durch den Thüringer Wald eine Spitzengruppe um die Favoriten gebildet. Mathias Belka war einer der Stärksten und es waren noch fünf Kilometer zu fahren. In der letzten Kurve vor dem Schluss anstieg passierte es. Er rutschte weg und stürzte. Alle Hoffnungen auf den Tagessieg und eine gute Platzierung in der Gesamtwertung waren in diesem Momemt verloren. Im Ziel sah ich einen völlig aufgelösten Mathias Belka.

 

Es bleibt zu hoffen, dass ein Team sein Talent und seine Fähigkeiten erkennt und ihm einen Vertrag für die Saison 2009 anbietet. Wer ihn und seine Entschlossenheit in Masserberg gesehen hat, sollte sich seiner Klasse sicher sein.

 

nominated by hawkeye_76; presented by hawkeye_76



Platz 29: Vitor Rodrigues



Vitor Rodrigues
© foto-rad-sport.de

Vitor Rodrigues

Portugal

09.03.1986

 

Vitor Rodrigues lieferte gleich in seinem ersten Juniorenjahr 2003 gute Ergebnisse ab. Er fuhr für das Team Sport Ciclismo de S. João de Vêr aber ausschließlich in heimatlichen Gefilden. Als größten Erfolg kann man den Sieg bei der Volta ao Porto Santo bezeichnen, einem nationalen Juniorenrennen. Daneben sprangen auch einige Podiumsplätze heraus, wie beispielsweise beim 1ª Prova Taça Juniores / Zona A, 2ª Prova - Fase Final de Juniores oder bei der Volta ao Municipio de Loulé. Bei der portugiesischen Juniorenmeisterschaft reichte es im Zeitfahren zu einem vierten Rang, auf der Strasse nur zum 14.

 

Im Jahre 2004 konnte er seine Entwicklung fortsetzen und erhöhte die Anzahl seiner Siege, drei in regionalem Rennen und zwei bei nationalen Rennen: 3ª Prova Regional Taça Campeonato Zona A und Volta ao Município de Loulé. Diesmal errang er auch den nationalen Zeitfahrtitel unter den portugiesischen Junioren. Den einzigen internationalen Vergleich mit seinen Altersgenossen lieferte die Junioren-Weltmeisterschaft in Italien. Dort fuhr Rodrigues stark auf, packte die entscheidende Gruppe und belegte am Ende Platz 16 – die beste Performance eines Portugiesen bei einer U19-WM in den letzten Jahren.

 

In seinem ersten U23 Jahr, 2005, wechselte er zum Team Barbot-Pascoal. Sein Debüt feierte er beim Prémio de Abertura, wo er 31. wurde. Ein richtig großes Ausrufezeichen setzte er bei der Troféu Joaquim Agostinho (2.1). Auf der ersten Etappe mit Massensprint noch unauffälliger 52., konnte er sich auf Etappe zwei in eine erfolgreiche Drei-Mann Ausreißergruppe setzen, die mit drei Minuten vor dem Hauptfeld ins Ziel kam. Etappe drei hielt eine Bergankunft für die Fahrer bereit, wo er hervorragender Achter wurde. Auf eben jenem Platz kam er auch bei der vierten Etappe. In der Endabrechung fehlten sechs Sekunden hinter Gerardo Fernandez zum Sieg bei dieser Rundfahrt. Des Weiteren hatte er noch zwei Siege auf nationaler Ebene.

 

Im Jahr 2006 waren die Ergebnisse sehr rar gesät. Er fuhr nur wenige UCI-Rennen, wie bspw. die Volta ao Algarve (2.1), oder die Volta ao Santarem (2.1), die er allesamt im grauen Mittelfeld beendete. Die größte portugiesische Rundfahrt, die Volta a Portugal (2.HC) konnte er nicht beenden. Das dieses Jahr nicht als völlig verkorkst gelten kann, liegt an seinem Zeitfahrtitel der U23 und einem Etappensieg beim GP Abimota.

 

Nun stand der nächste Teamwechsel an, der ihn zu Liberty Seguros führte. Und prompt wurden die Erfolge auch wieder größer. Da er die Gesamtwertung des GP du Portugal (2.NC) gewann, kann er sich als erster Sieger des neu eingeführten Nationscup der U23 fühlen. Ein Etappensieg dieses Rennens sprang auch heraus. Dann tummelte er sich bei den folgenden NC-Rennen auch in vorderen Regionen herum (15. La Cote Picarde; 21. Liège - Bastogne - Liège Espoirs). Dies sind gleichzeitig seine ersten internationalen Resultate und zusätzlich der Beweis, dass er in hügligen Regionen ganz gut klar kommt. Zurück in Portugal belegte er beim GP Internacional CTT Correios de Portugal (2.1) den fünften Platz, inklusive zweier Etappen-Top10 Platzierungen. Bei der WM in Stuttgart kam er in der Spitzengruppe an und belegte da einen 35. Rang. Er schloss die Saison mit einem sechsten Platz bei der mexikanischen Rundfahrt Vuelta Chihuahua Internacional (2.2) ab.

 

In diesem Jahr fuhr er überwiegend im Nations Cup. Er konnte seinen Titel beim GP du Portugal (2.NC) verteidigen. Wenig später erreichte er einen sehr guten fünften Rang bei der La Côte Picarde (1.NC). Beim Giro delle Regioni (2.NC) landete er in der Endabrechnung auf Platz Acht. Nicht zuletzt seine Resultate brachten Portugal den Gesamtsieg beim diesjährigen Nationscup. Der Rest der Saison verlief unspektakulär mit durchschnittlichen Platzierungen bei portugiesischen Popelrundfahrten.

 

nominated by wagenge; presented by wagenge



Platz 28: Travis Meyer

Travis Meyer

Australien

09.06.1989

 

Blutjung, verdammt erfolgreich und dazu noch mit einer der besten Schmusepopbands als Vornamen – was will man mehr? Meyer öfters in Europa sehen zum Beispiel – und seinen Bruder Cameron in dieser Liste... Brüderpaare sind ja gerade mal wieder en vogue im Radsport, und wieder einmal (Schleck, Grabsch) scheint der jüngere der bessere zu sein.

 

Ronde de l'Isard 2008, 1. Etappe: die viertägige Berg- und Talfahrt (2.2U) im französischen Pyrenäenvorland hat gerade erst begonnen, da explodiert bereits das Feld. Der Lette Gatis Smukulis sprengt knapp 30 km vor dem Ziel eine vierköpfige Spitzengruppe und fährt in einem überragenden Solo dem Tagessieg entgegen. Der Australier Travis Meyer, einer der jüngsten Fahrer des Feldes, war eigentlich nur als Helfer für Teamkapitän Johnnie Walker in der Nationalmannschaft vorgesehen, doch gelang ihm im letzten Moment der Sprung in die Gruppe um Smukulis. Knapp zwei Minuten hinter Smukulis, aber auch deutlich vor seinen ehemaligen Fluchtgefährten und einem sich in seine Einzelteile aufgelösten Hauptfeld erreicht Meyer als Zweiter das Etappenziel. Wer ist dieser australische Frischling, der hier einen Großteil der U23-Elite distanzieren konnte?

 

Man konnte Travis Meyer kennen, war er doch zu diesem Zeitpunkt bereits fünffacher Weltmeister. Wie so viele Nachwuchskräfte vom fünften Kontinent hat Meyer seine Wurzeln auf der Bahn. Neben diversen australischen Meistertiteln wurde er in Gent 2006 Junioren-Weltmeister in der Mannschaftsverfolgung und im Madison. Im mexikanischen Aguascalientes folgten 2007 die Titel in der Einzel- und Mannschaftsverfolgung sowie im Scratch. Aber auch erste Ausflüge auf die Straße waren vielversprechend: die Tour of Tasmania beendete er 2007 als zweiter, beim Straßenrennen der Junioren fiel immerhin ein 10. Rang ab.

 

Ronde de l'Isard 2008, 2. Etappe: die Helden des Vortags müssen leiden. Während an der Spitze Fahrer wie Blel Kadri, Simon Geschke oder Jarlinson Pantano das Rennen dominieren, zahlen Smukulis und Meyer Tribut. Mit mehr als vier Minuten Rückstand auf Tagessieger Kadri fällt Meyer aus Platz 11 zurück.

 

Sein erstes U23-Jahr begann Meyer furios. Unter Vertrag bei der halbstaatlichen australischen Talenteschmiede, Southaustralia.com – AIS, spielte er bei der Tour of Wellington (2.2) in Neuseeland mit der Konkurrenz Katz und Maus. Gesamtführender schon seit der zweiten Etappe, holte er sich bei der Bergankunft am Admiral Hill auf der dritten Etappe seinen ersten Profisieg, wurde im EZF nur knapp geschlagen und sicherte sich mit einem Solosieg beim Abschlusskriterium den Gesamtsieg der Rundfahrt.

 

Ronde de l'Isard 2008, 3. Etappe: die australische Mannschaft bläst zum Großangriff. Nach zahlreichen fehlgeschlagenen Versuchen setzt sich letztendlich eine Dreiergruppe bestehend aus dem späteren Columbia-Stagiaire Gert Dockx, dem australischen Kletterer Jack Bobridge und Travis Meyer durch. 10 km vor dem Ziel attackiert Meyer seine Fluchtkollegen, wird jedoch von Dockx wieder aufgefahren, der schließlich auch den Sprint um den Etappensieg für sich entscheiden kann. Ein taktisches Desaster für die Australier, die an diesem Tag die Plätze zwei bis fünf besetzen. Immerhin schiebt sich Meyer wieder auf Platz fünf der Gesamtwertung.

 

Bei einem seiner ersten Straßenrennen in Europa überhaupt, dem Giro delle Regioni (2.NC), ist Meyer an der Seite seines Bruders Cameron nur einer der Helfer von Simon Clarke. Am Schlusstag kann sich Meyer jedoch auch mal präsentieren und gewinnt als Tagesvierter den Sprint einer Verfolgergruppe, während Bruder Cameron im Kampf um den Tagessieg Vitaly Buts unterlag. Im Anschluss reiste die australische Nationalmannschaft weiter nach Deutschland: die Tour de Berlin (2.2U) stand an. Im entscheidenden EZF unterlag Meyer Jörg Lehmann um nicht einmal eine Sekunde. Vor der finalen Etappe lag Meyer ebenfalls knapp hinter dem Österreicher Matthias Brändle vom Ista-Team. In den Zwischensprints auf der Etappe holte sich der Australier die nötigen Zeitboni um mit einer Sekunde Vorsprung den Gesamtsieg zu holen.

 

Ronde de l'Isard 2008, 4. Etappe: auf der letzten Etappe der Rundfahrt stehen mit dem Agnes und dem Core zwei veritable Pyrenäenpässe auf dem Programm. Lange kann Meyer der Spitzengruppe um den späteren Gesamtsieger Guillaume Bonnafond folgen, muss letztlich aber mehr als fünf Minuten Rückstand auf den Sieger hinnehmen. Was immer noch für den siebten Platz in der Gesamtwertung reicht. Tröstlich mag auch der Gedanke sein, dass Meyer rechnerisch noch drei Mal die Isard fahren kann – und dann als uneingeschränkter Kapitän.

 

Bei Bahnrennen war Meyer in diesem Jahr kaum noch aktiv - vom Titel bei den Ozeanienmeisterschaften in der Mannschaftsverfolgung mal abgesehen. Die Straßensaison stand eindeutig im Vordergrund. Zuletzt machte sich Meyer bei der Tour of Britain als Teil einer Ausreißergruppe am ersten Tag bemerkbar. Es bleibt abzuwarten, ob Meyer sich in Zukunft ausschließlich dem Straßenbereich zuwenden wird oder ob er der Bahn erhalten bleiben wird – das Potential zu Spitzenleistungen in beiden Bereichen hat er. Ein wenig Zeit zur Entscheidungsfindung ist noch – aber spätestens 2011 will er in einem Profiteam unterkommen.

 

nominated by gardener; presented by gardener



Platz 27: Jérôme Baugnies



Jérôme Baugnies
© Katrien Wittemans

Jérôme Baugnies

Belgien

01.04.1987

 

Jérôme Baugnies ist am 1.4.1987 in Iddergem geboren. Also genau dort, wo man in Belgien aufwachsen muss, wenn man hügeln und auch alles andere als hässlich auf Kopfsteinpflastern aussehen will. Flandern vor der Haustür, 20 Kilometer nach Wallonien, da macht das Radfahrerleben doch Spaß.

 

Schon in der Jugend zeigt er deutlich seine Stärken. Auf gepflasterten und hügeligen Strecken machte ihm so schnell keiner was vor, er gewann Petit Roubaix und viele belgische Juniorenrennen. 2004 kann er daran anschließen, Vierter bei der Münsterland Tour, Siebter bei Paris-Roubaix und Neunter beim Ster Oost-Vlaanderen, alles hochklassige Juniorenevents. 2005 wechselte er zum Juniorenteam Bodysol und durfte dort seine Palmarès weiter ausbauen, unter Anderem mit einem dritten Platz bei Paris- Roubaix und einem fünften Platz bei der Ronde van Vlaanderen.

 

2006 folgt der Wechsel zum Espoirsteam. Im ersten Jahr bei den „Großen“ erreichte er immerhin den achten Platz bei der U23-Variante des Klassikers Lüttich – Bastogne – Lüttich. Im Herbst des Jahres ließen ihn die Profis auch mal mitspielen, beim Nationale Sluitingprijs (1.1) erreichte er immerhin den 35. Platz und kam nur zwei Minuten und 40 Sekunden nach dem Sieger als Bester seines Teams vor Roelandts (55.) ins Ziel, mehr schafften es aus dem Team auch gleich gar nicht bis dorthin.

 

2007 sollte nur wenig erfolgreicher werden. Beim Brabantse Pijl (1.1) erreichte er das Ziel zehn Minuten nach dem Sieger, begleitet wurde er von unter anderem Zabel, Arvesen, Duque und Rolland. Als Vierter bei Paris-Tours Espoirs zeigte er zum Ende der Saison noch einmal seine Stärke. Gemeinsam mit Vachon, Bakelants und Roelandts konnte er sich absetzen und für seinen endschnelleren Teamkollegen Roelandts anziehen, der das Rennen auch folgerichtig gewann.

 

Erst 2008 konnte er halbwegs an seine Erfolge aus der Juniorenzeit anknüpfen, wurde aber auch langsam Zeit. Ein sechster Etappenrang beim Triptyque des Mont et Château (2.2) läutete den erfolgreichen April ein. Es folgten der zweite Platz bei der Ronde van Vlaanderen Beloften (1.NC) hinter Smukulis und vor Ghyselinck und Simon Clarke sowie der fünfte Platz bei der Espoirs-Ausgabe von Lüttich – Bastogne – Lüttich (1.2U). Diese zwei Ergebnisse zeigen deutlich die Stärken Baugnies. Es muss hoch und runter gehen, es darf windig sein und die Straße darf auch gerne mal andere Belege als Asphalt haben. Bei den europäischen Straßenmeisterschaften der U23 kam er als bester Belgier auf den zwölften Platz.

 

Dass auch die vorweltmeisterschaftliche Form stimmte, zeigte Baugnies bei den belgischen U23-Meisterschaften in La Roche-en-Ardennes Ende August. In einem Ausscheidungsrennen blieben am Ende nur Bakelants, Hermans, sein Teamkollege Claeys und er übrig. Claeys nutzte die numerische Überlegenheit aus, während Baugnies dann aus teamtaktischen Gründen nur der zweite Platz blieb. Als Trost wurde er immerhin für die Tour de l’Avenir (2.NC) nominiert und auch sein WM-Ticket hatte er eigentlich sicher. Doch bei der französischen Rundfahrt soll er für den zwischenzeitlich führenden Teamkollegen Ben Hermans nicht so geholfen haben, wie er hätte helfen sollen und der Nationalcoach strich ihn kurzer Hand aus dem WM-Kader.

 

Für seine letzte U23-Saison hat er sich noch Potential nach oben gelassen. Wenn er sich weiter verbessert und an seine Ergebnisse aus der Juniorenzeit anknüpfen kann, was er hier und da auch mal zeigt, dann führt in zukünftigen Frühlingen nicht viel an Jérôme Baugnies vorbei.

 

nominated by Offi; presented by Offi



Platz 26: Thomas De Gendt




Thomas De Gendt

Belgien

06.11.1986

 

Thomas De Gendt wurde am 6. November 1986 in St. Niklaas in Belgien geboren.

In der Saison 2006 machte er erstmals auf sich aufmerksam. Mit einem fünften Platz bei der 3b. Etappe der Thüringen-Rundfahrt Rund um Meiningen und Platz neun beim GP Waregem (1.2) waren zwei nicht herausragende, doch beachtliche Ergebnisse auf der Habenseite.

 

In Thüringen fühlte er sich weiter wohl und so feierte er im nächsten Jahr gleich mal einen Etappensieg auf der vierten Etappe von Behringen nach Bad Salzungen. Auf der stark hügeligen Etappe siegte er im Sprint vor Nico Graf und Salvatore Mancuso. Der Rest der Saison war auf internationaler Bühne eher durchwachsen und ein achter Platz beim Triptyque des Barrages (2.2U) beim Zeitfahren in Froidchapelle blieb das einzig erwähnenswerte. Auf nationaler Bühne konnte er immerhin noch ein Etappensieg bei der Tour de Namur sowie den Sieg beim Stadsprijs Geraardsbergen nachlegen.

 

Erst in der ersten Hälfte des Jahres 2008 konnte sich Thomas De Gendt nachdrücklich für einen Profivertrag empfehlen. Ende März startete seine Saison mit einem Paukenschlag mit dem Gewinn des traditionsreichen GP Waregem im Sprint vor Jan Bakelants. Das Duell der Beiden setzte sich beim Triptyque des Monts et Châteaux (2.2) fort. Dort gewann De Gendt die Auftaktetappe aus einer Spitzengruppe mit eben jenem Bakelants. Den durch Zeitboni geholten Vorsprung konnte De Gendt im Zeitfahren knapp verteidigen und er entschied auch die Gesamtwertung mit einer Sekunde denkbar knapp vor Bakelants. Mit Platz zwölf bei der Espoirs-Ausgabe von Liège - Bastogne – Liège (1.2U) und Platz 24 beim Giro delle Regioni (2.NC) hatte er dann aber jeweils das Nachsehen im Belgien-internen Duell.

 

Auch der Mai war noch ein exzellenter Monat für den Allrounder. Beim Tryptique Ardennais gewann er bei ganz starker nationaler Konkurrenz zwei Etappen, einmal im Zeitfahren vor Jan Ghyselinck und einmal auf einer Hügeletappe vor Jan Bakelants. In der Gesamtwertung wurde er zweiter hinter, na wem wohl, natürlich Bakelants. Bei der Vuelta Navarra (2.2) gewann er ebenfalls eine profilierte Etappe im Sprint vor Andrey Amador, konnte sich sogar bei der Bergankunft behaupten und belegte am Ende Rang fünf. Dieses Ergebnis schloss ein wahnsinnig gutes erstes Halbjahr ab in dem er sich quasi auf Augenhöhe mit dem belgischen Überfahrer der Saison duellieren konnte.

 

Danach kam dann nicht mehr viel. Ein erneuter Etappensieg bei der nationalen Tour de Namur stellt das Highlight der diskreten zweiten Saisonhälfte dar. Thomas De Gendt muss sich dennoch keine Sorgen um einen Vertrag ab 2009 machen. Er wird in der nächsten Saison beim belgischen Professional Continental Team Topsport Vlaanderen fahren.

 

nominated by hawkeye_76; presented by hawkeye_76



Platz 25: Jacopo Guarnieri



Jacopo Guarnieri
© eurogrotto.it

Jacopo Guarnieri

Italien

14.08.1987

 

Sauschnell, nicht übermäßig hügelresistent, eine Bahnvergangenheit (und zeitweise noch -Gegenwart) und wenn es zu einem Sprint eines Feldes kommt, in dem er noch dabei ist, dann ist er auch der Sieger, und zwar nicht nur knapp, sondern meist mit mehreren Radlängen Vorsprung. Richtig, hier geht es um den derzeit besten Sprinter im Profizirkus, Mark Cavendish. Richtig ist aber auch, dass die Beschreibung genauso hundert prozentig zum ca. 15 cm größeren Jacopo Guarnieri, dem wohl besten Sprinter der diesjährigen U23-Saison, passt.

 

Elf Siege hat der schnelle Italiener in dieser Saison bereits gesammelt. Gleich zum Saisonauftakt Ende Februar gewann er seinen ersten Massensprint beim Memorial Giuseppe Polese. Sieg Nummer zwei bis vier folgten noch im März, darunter mit dem Giro delle 3 Province und der Popolarissima zwei Toprennen im Italo-Kalender. Ob Grendene, Piechele, Merlo - dass er national im Sprint alle im Sack hat, war früh klar. Die internationale Konkurrenz durfte dann im April Bekanntschaft mit seiner Endschnelligkeit machen. Im Dress der italienischen Auswahl fuhr Guarnieri die ZLM Tour (1.NC) und den Giro delle Regioni (2.NC). Die ZLM Tour gewann er souverän im Sprint gegen u.a. John Degenkolb und Coen Vermeltfoort. Fahrer, die in dieser Saison bei Massenankünften eigentlich absolute Spitzenklasse darstellten – Guarnieri ließ sie mit drei Radlängen Vorsprung wie Grundschüler aussehen. Beim Giro delle Regioni war die Sprintkonkurrenz nicht ganz so gut, also Formsache dass er auch dort die erste Flachetappe für sich entscheiden konnte. Im hügelig-bergigen lief sein Turbo wie üblich deutlich weniger gut und auf der dritten Etappe war die Rundfahrt für den Lombarden dann auch schon wieder vorbei.

 

Nach einer kleinen Rennpause fuhr Guarnieri in Italien zu den Saisonsiegen sieben bis zehn. Darunter auch ein Testrennen auf dem Kurs der Europameisterschaft im Sprint vor Piechele und Ponzi. Damit hatte er das Ticket für die Heim-EM Anfang Juli gelöst. Vorher passierte aber noch etwas Unglaubliches: „Il Principe“, der Fürst, der Unbesiegbare verlor einen Sprint bei einem kleinen Rennen in Villorba gegen Michele Merlo und Hügelsprinter Sasha Modolo. Das ist deswegen so unglaublich, weil es wirklich die einzige Sprintniederlage für ihn in dieser U23-Saison war. Da der spätere EM-Sieger Gautier hieß, kann es dort dann also nicht zum Sprint gekommen sein bzw. nicht zu einem Sprint mit Guarnieri. Beides war auch nicht der Fall, Guarnieri musste seine Medaillenhoffnungen nach einem Sturz früh begraben, aber ob er bei dem doch einigermaßen selektiven Rennen eine echte Chance gehabt hätte, ist sowieso fraglich.

 

Von da an wurde es etwas ruhig um den Topsprinter auf der Straße. Er konzentrierte sich erstmal vornehmlich auf Bahnwettbewerbe wie das Sechstagerennen in Rose und die italienischen Meisterschaften, wo er im Madison und in der Mannschaftsverfolgung auch Titel holen konnte. Ende August gab es dann wieder ein Lebenszeichen abseits der Ovale und und wie sollte es anders sein: Es war ein Sieg, im Massenprint bei der Trofeo Marmortreppen. Im September war er als Stagiaire für Liquigas bei der Tour of Missouri (2.1) aktiv. Dieses Team wird er im nächsten Jahr auch als Profi bereichern. Das kommt nicht von ungefähr, denn Guarnieri fährt seit Beginn seiner U23-Karriere für Marchiol, einem Liquigas Farm-Team und 2008 war auch nicht die erste Saison, die die Liquigas-Scouts in Entzückung versetzt hat.

 

Der Sprung zu den Profis kündigt sich schon seit Längerem an. 2005 war Guarnieri erfolgreichster Junior in Italien. Er gewann die meisten Rennen und sogar den Massensprint bei den Weltmeisterschaften in Salzburg – dumm nur das mit Rovny, Kritskiy und Hans drei Ausreißer vor ihm die Medaillenränge belegten. Sein erstes U23-Jahr war von Anpassungsschwierigkeiten geprägt und mit nur einem Saisonsieg nicht so erfolgreich wie gewohnt. Dafür ließ er es schon 2007 wieder richtig Krachen mit insgesamt zehn Saisonsiegen, darunter immerhin drei UCI-Siege bei den 1.2er Rennen Circuito del Porto und Trofeo Alcide Degasperi sowie dem Etappensieg bei der Olympia’s Tour (2.2) vor dem zweiten der UCI Europe Tour, Martijn Maaskant. Der sechste Platz bei den U23-Europameisterschaften komplettiert das Bild der schon absolut profiwürdigen 07er Saison.

 

Der Rest der Geschichte ist bereits erzählt. Zweifelsohne zieht Liquigas hier einen Edeldiamanten. Guarnieri ist der „Jet“ unter den U23-Sprintern und wird sicher auch bei den Profis schnell zu seinen Ergebnissen kommen. Um auch große Rundfahrten überleben zu können, muss er allerdings noch am Berg zulegen. Wahrscheinlich ist das auch der Grund warum er für die Weltmeisterschaft im italienischen Team nicht berücksichtigt wurde.

 

nominated by chreezer; presented by chreezer



Platz 24: Andrey Amador Bikkazakova

Andrey Amador Bikkazakova

Costa Rica

29.08.1986

 

Er kann Bergfahren, Sprinten, Zeitfahren. Er ist 1,81m groß und 71kg schwer, hat vor zwei Jahren das erste Mal Schnee gesehen, sein Vater lernte während des Studiums in Russland seine Mutter kennen und bescherte ihm eine einzigartige Nachnamen-Kombination. Er ist attackierfreudig und hat die Siegermentalität verinnerlicht. Er ist vielleicht der beste U23-Fahrer Spaniens seit Valverde die Szene 2001 aufmischte. Aber dieser Fahrer ist kein Spanier. Die Rede ist von Andrey Amador aus San José, Costa Rica, der im nächsten Jahr der zweite Radprofi des Karibikstaates wird.

 

Amador, der auch ein hervorragender Mountainbiker ist, wurde 2004 Junioren-Meister seines Landes und nahm daraufhin bereits als Junior an seinem ersten großen Elite-UCI Rennen, der Vuelta a Costa Rica (2.5), teil. Die einzige internationale Rundfahrt des Landes, die regelmäßig auch starke Fahrer aus Venezuela oder Kolumbien anzieht, beendete er trotz Helferdienste für Paulo Vargas auf einem guten 18.Rang. Im Jahr darauf wurde Amador bereits Gesamt-Dritter bei der zweiwöchigen Rundfahrt. Die Talentscouts des spanischen Nachwuchsteams Lizarte gerieten ins Schwärmen – „ein Phänomen“, aber sein damaliges Team Pizza Hut ließ ihn aller Abwerbeversuche zum Trotz nicht ziehen.

 

Mitte 2006, unter kräftiger Beihilfe des ersten Costa Ricanischen Profis, José Bonilla, wechselte er dann doch nach Spanien zum Continental-Team Viña Magna. Ziel war es mit guten Resultaten Bonilla zu folgen und zu Comunidad Valenciana ins Profilager zu wechseln, was sich aber mit der jähen Auflösung des Teams schnell wieder zerschlug. Das erste Rennen von Amador auf europäischen Boden war der von Robert Gesink gewonnene Circuito Montanes im Juni 2006, welchen er auf einem ordentlichen 27.Rang abschloss. Ansonst fuhr er auch noch wesentliche Teile der zweiten Saisonhälfte erfolgreich im zentralamerikanischen Raum.

 

Endgültig in Spanien tätig ist er erst seit Anfang 2007. Er wechselte zum baskischen Amateurteam Lizarte, ein Farmteam von Caisse d’Epargne, die wie oben erwähnt schon länger die Fühler nach ihm ausgestreckt hatten. Sein Saisonauftakt war furios – er gewann gleich zwei seiner drei ersten Saisonrennen. Insgesamt wurden es neun Saisonsiege, darunter auch der erste Profisieg auf der Königsetappe der Vuelta Navarra (2.2) vor Kvachuk und Mollema sowie der erste Rundfahrtsieg bei der Semana Aragonesa vor Ex-Profi Oscar Laguna. Seine Teammanager waren sich schon 2007 sicher, dass er den Sprung ins Profilager schafft, empfohlen aber noch ein Jahr bei den Amateuren.

 

Während er 2007 ein paar seiner Erfolge auch seiner Unbekanntheit verdankte, war er 2008 eigentlich bei jedem Rennen wo er antrat der Favorit. Das hinderte ihn aber nicht daran gleich im März 2008 schon wieder drei Rennen zu gewinnen, ohne den Überraschungseffekt, aber mit enormer physischer Stärke. Eines dieser Rennen war die Subida a Gorla, ein Rennen mit Bergankunft von dem man sagt, dass jeder der es gewinnt auch Profi wird (was auch wirklich so ist). Amador gewann es in beeindruckender Manier mit einem 20km-Soloritt. Das war dann auch Caisse d’Epargne endgültig genug und sie statteten ihn noch im April mit einem Zweijahresvertrag ab 1.1.2009 aus.

 

Das war aber kein Grund für Amador locker zu lassen. Seine Sieganzahl vom letzten Jahr hat er mittlerweile schon wieder eingestellt. Um nur einige seiner Glanzlichter zu nennen: Im Mai Gesamtsieg bei der Vuelta Bidasoa vor dem Italiener Mancuso, dem er im Jahr zuvor noch den Vortritt lassen musste. Im Juli Gesamtvierter plus Etappensieg bei der Baskenland-Rundfahrt der Amateure. Im August Gesamtfünfter plus Etappensieg bei der Vuelta Palencia. Aufgrund der Vermittlungsarbeit von Caisse-Chef Unzue fuhr Amador die Tour de l’Avenir (2.NC) und stellte sich eindrucksvoll dem internationalen Publikum vor. Er gewann den Prolog und zeigte seine ganze Vielseitigkeit mit guten Sprint-, Hügel-, Berg- und Zeitfahrresultaten, die ihm in Summe Platz fünf bei der besten Nachwuchsrundfahrt der Welt einbrachten.

 

Ende September nimmt er für Costa Rica erstmalig an der U23-Weltmeisterschaft teil. 2009 wird er, wie erwähnt, sein Profidebüt geben. Die Erwartungen in Spanien sind nicht zu Unrecht riesengroß.

 

nominated by chreezer; presented by chreezer



Platz 23: Patrick Gretsch



Patrick Gretsch
© velo-pix.de

Patrick Gretsch

Deutschland

07.04.1987

 

Patrick Gretsch fährt in seiner dritten Saison in der Klasse der U23 und könnte in dieser Kategorie auch noch 2009 starten. Bereits in der Juniorenklasse konnte er sich das Regenbogentrikot eines Weltmeisters überstreifen. Bei der 71. Straßen-Radweltmeisterschaft 2004 in Verona wurde er Zeitfahrtweltmeister bei den Junioren. Im gleichen Jahr wurde er auch Deutscher Landesmeister der Junioren im Einzelzeitfahren. Doch auch auf der Bahn ist er erfolgreich aktiv und wurde bei den Juniorenweltmeisterschaften 2004 in Los Angeles zusammen mit Sascha Damrow, Stefan Schäfer und Matthias Hahn Vizeweltmeister in der Mannschaftsverfolgung sowie Dritter in der Einzelverfolgung.

 

Im Jahr 2005 konnte er seinen Weltmeistertitel nicht verteidigen, da er im Einzelzeitfahren einen Defekt hatte und nur 32. wurde. Zwei vierte Plätze bei den Juniorenweltmeisterschaften in der Einzel- und Mannschaftsverfolgung und der Deutsche Meistertitel in der Einzel- und Mannschaftsverfolgung sowie im Einzelzeitfahren der Junioren zeugen von enormen Kapazitäten auf Straße und Bahn.

 

Der Wechsel in die Klasse der U23 stand 2006 an. Als echter Erfurter zog es ihn natürlich zum einheimischen Thüringer Energie Team. Das dieses Team zu den ersten Adressen in der U23 zählt, braucht nicht weiter erwähnt zu werden und zeugt von dem Potenzial, das man in ihm sah. In seiner Paradedisziplin Einzelzeitfahren belegte er im ersten Jahr bei der deutschen Meisterschaft der U23 den sechsten Rang. Mehr aufhorchen ließ der siebente Platz der Gesamtwertung der 3-Länder-Tour (2.1), der ehemaligen Hessen Rundfahrt. Auf der ersten Etappe von Erfurt nach Kassel fuhr er lange in einer Spitzengruppe und konnte sich so vor vielen namhaften Profis behaupten. In dieser Spitzengruppe waren u.a Patrik Sinkewitz, Fränk Schleck, Sebastian Lang und Christian Knees vertreten. Auch auf der Bahn war er in diesem Jahr unterwegs, wenn auch nicht mehr ganz so erfolgreich: Dritter Platz DM Bahn Einerverfolgung, Fünfter Platz EM Bahn Einerverfolgung.

 

2007 schien eigentlich ein Jahr der Stagnation. Einige gute Resultate stehen zwar zu Buche, aber das herausragende Ergebnis fehlt: zweiter Platz Etappe Brandenburg-Rundfahrt, dritter Platz DM Bahn Einerverfolgung, dritter Platz DM Bahn Mannschaftsverfolgung sowie ein zehnter Platz Gesamtwertung FBD Insurance Ras (2.2). Hervorzuheben wäre nur der vierte Platz beim EZF der 3-Länder-Tour (2.1) und der gleiche Platz auf der Etappe von Schleusegrund nach Neuhaus bei der Thüringen-Rundfahrt (2.2U). Dazu kommt noch der fast obligatorische erste Platz in der Bundesliga U23 Gesamt-Teamwertung.

 

Nach Meinung einiger Beobachter stand nun die Entscheidung an, sich entweder auf Bahn oder Straße zu konzentrieren, da sich beides auf hohem Niveau kaum vereinbaren lässt. 2008 sollte das Jahr werden, in dem sich Patrick Gretsch endgültig in der Klasse U23 nicht mehr nur etabliert, sondern sie mitbestimmt. Mit einem zweiten Platz beim Prologe des Flèche du Sud in Luxemburg (2.2) und einem siebenten Platz beim Zeitfahren der Bayern Rundfahrt in Bad Neustadt zeigte er bereits im April und Mai seine gute Form. Das große Saisonziel hieß jedoch Thüringen Rundfahrt (2.2U).

 

Auf der Königsetappe durch den Thüringer Wald rund um Masserberg verlor er nur etwas über eine Minute auf die Tagesbesten und behielt dadurch alle Chancen in der Gesamtwertung. Die vorwiegend unauffällige und kräfteschonende Fahrweise der ersten beiden Tage hatte sich also ausgezahlt. Die fünfte Etappe war dann alles andere als kräfteschonend, denn es stand das Einzelzeitfahren an. Hier ging es um den Gesamtsieg der Rundfahrt. Mit dem Sieg in Bad Berka übernahm er gleichzeitig das gelbe Trikot des Gesamtführenden und musste es „nur“ auf der Abschlussetappe Rund um die Hainleite verteidigen. Hier hatte er gute Beine und behielt die Nerven. Bei der ersten Zielpassage war noch eine achtköpfige Spitzengruppe mit Tony Gallopin in Front, so dass dieser zwischenzeitlich im virtuellen Gelben Trikot des Spitzenreiters fuhr. Die Ausreißergruppe fiel aber immer mehr auseinander und nur noch der Schweizer Laurent Beuret blieb übrig, der aber keine Gefahr für Spitzenreiter Gretsch darstellte. Der schon sicher geglaubte Sieg geriet dann noch einmal in Gefahr, als der Schweizer Marcel Wyss seine Chance suchte und als Zweiter der Gesamtwertung aus dem Hauptfeld heraus attackierte. Auch dank des Einsatzes von Teamkollege John Degenkolb konnte Patrick Gretsch den Gesamtsieg der U23-Rundfahrt feiern.

 

Der Rest der Saison verlief eher unauffällig, so dass nur ein 13. Platz beim Einzelzeitfahren der Rothaus Regio-Tour (2.1) zu vermelden ist. Die Tour de l’Avenir bestätige den spätsommerlichen Anstieg: dank aggressiver Fahrerweise sicherte er sich einen sechsten Etappenplatz und den zweiten Platz in der Bergwertung. Auch wenn er beim Avenir-Zeitfahren nur 13. wurde, darf er bei der WM in dieser Disziplin starten. Das Potenzial für einen Profivertrag ist bei Patrick Gretsch in jedem Fall gegeben, es gibt sogar Gerüchte, die ihn mit dem Team CSC bzw. Saxo Bank in Verbindung bringen. Aber vielleicht versucht er, was vielen seiner Kollegen in der U23 bisher verwehrt blieb: Die Titelverteidigung bei der Internationalen Thüringen Rundfahrt der U23.

 

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Platz 22: Tony Gallopin



Tony Gallopin
© velo-pix.de

Tony Gallopin

Frankreich

24.05.1988

 

Die ersten wirklich international herausragenden Platzierungen von Tony Gallopin, Neffe des Ex-CSC und aktuell-Astana Sportchefs Alain Gallopin, stammen aus dem Jahre 2006. Im August dieses Jahres trumpfte er bei den Junioren-Weltmeisterschaften groß auf und sicherte sich sowohl im Zeitfahren als auch im Straßenrennen die bronzene Auszeichnung. Zuvor wurde er bereits bei den Europameisterschaften zweiter im EZF und siebenter im Straßenrennen. Bei der zum Weltcup gehörenden Rundfahrt Liege – La Gleize gewann er eine Etappe und belegte im Endklassement Rang drei. Insgesamt Platz sechs der Weltrangliste – kurzum: ein echter Topjunior.

 

In seinem ersten U-23 Jahr hatte er zu beißen, was an sich ja nichts Ungewöhnliches ist. Gute Resultate schauten vor allem in seiner Spezialdisziplin, dem Zeitfahren heraus. Platz 20 bei der Weltmeisterschaft, Platz elf bei der Europameisterschaft und Platz vier im Kampf gegen die Uhr in der gut besetzten Thüringen-Rundfahrt (2.2U).

 

Dieses Rennen kann man auch als Höhepunkt im Jahr 2008 bezeichnen. Platz zwei beim Zeitfahren und der dritte Gesamtrang sprangen für den jungen Franzosen heraus, noch vor den so hoch gelobten Fahrern wie Wyss, Klemme und Voss. Da er seit Januar auch für das französische Continental-Team Auber 93 fährt, konnte er sich schon bei einigen Profirennen in Frankreich beweisen. Dabei sicherlich erwähnenswert ist der 20.Gesamtrang beim wirklich gut besetzten Circuit Cycliste Sarthe – Pays de la Loire (2.1), gleich vor der Vuelta-Entdeckung Nicholas Roche. Sicherlich nicht nach seinem Gusto verlaufen ist dann aber die Tour de l’Avenir (2.NC), welche er zwar immerhin beendet aber weder im Gesamtklassement noch auf einer einzelnen Etappe eine Rolle spielt. Will er sich für einen Profi-Vertrag empfehlen muss er die Bühne Weltmeisterschaft nutzen, dort ist er fürs Zeitfahren nominiert.

 

Gallopin ist ein weiterer hochtalentierter Franzose, vom Typ her sicherlich zu vergleichen mit den starken Zeitfahrern Chavanel, Vaugrenard oder Coppel. Normalerweise prügeln sich die großen französischen Teams schon in jungen Jahren um solche Fahrer, ob das für Gallopin der richte Weg ist oder ob er seine U23-Zeit noch bei einem kleinen Team auskosten sollte, muss er selbst entscheiden.

 

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Platz 21: Jonathan Bellis



Jonathan Bellis
© cycling-pics.com

Jonathan Bellis

Großbritannien

16.08.1988

 

Jonathan (genannt Jonny) Bellis stammt wie Mark Cavendish von der Isle of Man. Ähnlich wie sein sprintgewaltiger Landsmann stammt auch er von der Bahn und hat dementsprechend auch seine Stärken im Sprint. Den ersten Großerfolg auf der Strasse sicherte er sich an der Straßenweltmeisterschaft 2007 in Stuttgart als er sich im Straßenrennen, etwas überraschend für einen Jungjahrgangsfahrer, die Bronzemedaille sicherte. Dem interessierten Beobachter ist seine Endschnelligkeit schon zuvor bei der Tour of Britain (2.1) aufgefallen, wo er dank dieser drei Top10-Platzierungen verbuchen konnte.

 

Die Saison 2008 bestritt er vor allem mit dem britischen Nationalteam. Platz zehn bei der Ronde van Vlaanderen Beloften und Platz sechs bei der ZLM Tour (beides Rennen des UCI U-23 Nations Cup). Sicherlich etwas überraschend wurde er daraufhin ins Britische Nationalteam für die Olympischen Spiele in Peking für das Straßenrennen berufen. Sicherlich weniger überraschend war, dass er als jüngster Starter das Rennen in China nicht beenden konnte, zu schwer war der Kurs.

 

Doch seine Resultate machten auch andere auf ihn aufmerksam. Als einer von vier auserwählten Fahrern durfte Bellis bereits im Januar am Trainingslager des CSC Teams teilnehmen (neben Bøchmann, Novoa und Oss). Während der ältere Bøchmann bereits einen Vertrag im Frühjahr erhielt, verpflichtete CSC den jungen Briten später als Stagiaire und dann sogar gleich als Profi für die nächste Saison. Scheinbar beflügelt davon, bestritt er eine exzellente Heimatrundfahrt an der Seite von Stuart O’Grady und Co. Er beendete sie auf dem ausgezeichneten zwölften Platz, notabene sogar als bester seines Teams.

 

Bellis wird sicherlich nicht so einschlagen wie dies Cavendish tat, dafür ist er schlicht noch zu jung. Sein Potential dürfte sich aber sicherlich in einem ähnlichen Rahmen befinden, auch wenn er wohl kaum der reine Sprinter wie Cavendish sein dürfte.

 

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