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Selberschreibfestival 2007



ThunderBlaze: "Saison 2007 – Der Anfang vom Ende?"

 

Wie haben wir uns uns im Dezember 2006 auf die neue Saison gefreut! Viele dachten oder hofften, es hätten endlich welche kapiert: Der Radsport beim Umdenken. Aber am Ende bleibt nur ein größerer Scherbenhaufen. Dabei versprach die Saison doch so viel. Die Teams 'CSC' und 'T-Mobile' veröffentlichten ihre Anti-Doping-Kontrollsysteme. Der erste Schritt war getan, die Saison konnte beginnen. Viele beäugten das Geschehen sehr kritisch und das Zweifeln ging von vorne los.

 

Den Höhepunkt setzte wieder die 'Tour de France', zweifelslos. Wenn man auch beachten muss, dass sie der Saisonhöhepunkt Nummer eins unter Radprofis ist. Vinokourov, Sinkewitz, Moreni (alle positiv) und Rasmussen (fristlose Entlassung seitens Rabobank) waren es noch einmal die, die Radsportwelt an den Rand des Ruins schoben. TV und Printmedien, Fans, Politiker stellten nun alles in Frage. Kann man ein Profirennen ohne Doping gewinnen? Diese Frage werden wir uns wohl auch am Ende der Saison 2008 stellen, zweifeln wir doch jeden Erfolg an. Was mich aber störte, war die Doppelmoral von Politikern und den Öffentlich-Rechtlichen Sendeanstalten, die aus der Tour ausstiegen. Einerseits verlangt man effektivere Kontrollen, andererseits bestraft man Veranstalter und Verbände, wenn das Kontrollsystem (einigermaßen) funktioniert. Den Radsport-Fans wird aber auch die Art, in der Michael Rasmussen und Alberto Contador die Tour bestritten, den Rest gegeben haben. Denn dass das ganze nicht normal war, war wohl offensichtlich.

 

Zuletzt gewann Jens Voigt ein zweites Mal die 'Deutschland Tour', und wenn man rückwirkend betrachtet , ebenfalls sehr souverän. Beinahe berechnend, wenn man sich das Mannschaftszeitfahren in Bretten zu Gemüte führt. Auch der auf Sieg fahrende Levi Leipheimer musste sich nur mit Platz 2 begnügen. 'Voigte' nannte als Gründe seines Erfolges, dass die Topfahrer müde aus der Tour kamen oder andere anfangen, sich erst auf die WM vorzubereiten. Dennoch bleibt ein bitterer Nachgeschmack.

 

Die WM in Stuttgart wird wohl jedem Fan in Erinnerung bleiben. Noch nie gab es solche massive Auseinandersetzungen während einer Rennveranstaltung wie bei der WM 2007. So wurden von gewissen Politikern der Radsport und die WM kaputt geredet, Fahrer behandelt als wären sie Verbrecher. Dabei fing alles mit der Goldmedaillie von Hanka Kupfernagel beim Einzelzeitfahren der Frauen doch recht gut an. Besser konnte die Heim-WM gar nicht starten. Dann aber überschlugen sich die Ereignisse. Der goldene Sieger - Paolo Bettini - konnte sich in einer 5er Spitzengruppe gegen Alexandr Kolobnev und Stefan Schumacher durchsetzen. Die Titelverteidigung war perfekt, die Rache an Frau Eisenmann konnte nicht süßer sein. Doch der große Verlier hierbei war wohl der BDR, der sich nicht zwischen Politik und UCI stellen mochte. Man mag sicherlich Unverständnis für Paolo Bettinis Verweigerung, die Ehrenerklärung zu unterzeichnen, haben. Doch war es vorher die UCI die seine damalige "modifizierte" nicht annahm - einzig der Passus zur Zahlung des Jahresgehaltes bei einem positiven Test fehlte. Pat McQuaid war in einer Zwickmühle, so musste er doch auch die Interessen des Radsports vertreten und sah nur die einzige Möglichkeit diese vehementen Angriffe auf "seine" WM abzuwehren. Wie man es dreht, am Ende gab es nur Verlierer. Dies hinderte aber 300.000 Fans nicht daran, an der Strecke zu stehen. Ich persönlich war froh als die WM vorbei war.

 

Was bleibt noch? Ganz klar ist, dass der Sport an sich untergangen ist. Es gibt beim Radsport nur noch das Thema Doping. Kein Sponsor wird langfristig daran Freude haben, dass sein Engagement mit Doping, Betrug und Lügen in Verbindung gebracht wird. Der Blutpass ab der kommenden Saison ist der erste Schritt. Aber der nächste muss ein ganz klares Umdenken sein. Fahrer, Funkionäre, Verbände, ganze Teams müssen erkennen, dass es mit dem verfluchten Doping auf lange Zeit nicht gutgehen wird. Am schlimmsten wird man es wohl in Deutschland spüren. Wenn TV-Sender und große Firmen endgültig die Radsport-Bühne verlassen wird dieser sterben. 'Wiesenhof', 'Gerolsteiner', 'notebooksbilliger.de' und 'T-Mobile' werden ihr Engagement beenden. Was ist dann aber noch geblieben? Ich kann nur an alle Aktiven appellieren, endlich einen neuen Weg einzuschlagen. Nächstes Jahr würde ich gerne mehr von der sportlichen Seite schreiben. Hoffen wir, dass mein Wunsch in Erfüllung geht.


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