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Saisonbilanz Liberty Seguros-Würth / Würth / Astana-Würth / Astana

Text von Steamboat, Februar 2007

Layout & Bildredaktion: MrsFlax

© Fotos: * www.capture-the-peloton.com, ** www.velo-photos.com, *** Mani Wollner, **** www.cyclingimages.com




Das Jahr 2006 stand von vorn herein für den Rennstall von Teammanager und Patron Manolo Saiz unter einem schlechten Stern. Die positive Dopingprobe von Roberto Heras, der nach dürftiger Hausmannskost bei der Tour de France zu einer phänomenalen Leistungsexplosion bei der Vuelta a España 2005 fähig war, war hiefür Anlass. Sein Gesamtsieg wurde ihm nachträglich allerdings wieder aberkannt, die Bestätigung der Überführung erfolgte 2006. Er wurde von Liberty Seguros entlassen und das Thema Doping schien beendet.





* Beim Criterium International noch als "Liberty Seguros-Würth" am Start



** Bei der Tour de Suisse schrieb man sich bereits nur noch mit Co-Sponsor "Würth" auf dem Trikot ein



* Und bei der Tour de France saß man bereits im türkisen "Astana-Würth"-Trikot im Boot (wenn auch nur da...)



Während des Giro jedoch schreckte die Radsportwelt auf. Saiz war in Madrid festgenommen worden. Ihm wurde unterstellt, mit dem Arzt Eufemiano Fuentes kooperiert zu haben. Der Mediziner wird derzeit verdächtigt, die Leistungen vieler Fahrer mittels Bluttransfusionen positiv beeinflusst zu haben. Da Fuentes auch Arzt bei Saiz' Rennstall war, gerieten nahezu alle Fahrer, die auf der Gehaltsliste standen, aber auch einige, die mittlerweile für andere Mannschaften fuhren, unter Verdacht, mit Hilfe des Arztes gedopt zu haben.



Diese Geschichte beschwor tief düstere Wolken herauf. Zu behaupten, dass die Sportart durch diese Entwicklungen erstmalig Schaden nahm, ist schlicht falsch. Allerdings reagierte die Öffentlichkeit, aufgeschreckt durch entsprechende Skandale zuvor, ausgesprochen sensibel. Das äußerte sich z.B. durch den Rückzug einiger Fernsehanstalten. Jedoch ist diese Sportart wie fast keine andere auf Berichterstattung angewiesen, da man sich z.B. nicht über Eintrittsgelder der Zuschauer an der Strecke refinanzieren kann. Außerdem entscheiden sich generell Sponsoren nur dann zu einem Engagement, wenn sie ihren Namen TV-gerecht auf dem Trikot präsentiert wissen. Wenn aber diese Rennen praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, ist der Werbewert zu gering, als dass sich millionenschwere Investitionen rechnen - vom Imageschaden, den das Unternehmen durch die Offenlegung eines Dopingskandals erleidet, ganz zu schweigen.



Liberty Seguros dankte als Geldgeber umgehend ab. Der Co-Sponsor Würth folgte mit etwas Verzögerung. Folglich mutierte der Teamname innerhalb des Jahres von Liberty Seguros-Würth über Würth und Astana-Würth zu Astana. Wieso Astana? Die Geschehnisse nahmen ihren Lauf, bis sich ein neuer Sponsor fand. Diesbezüglich soll der Fahrer Alexander Vinokourov in Augenschein genommen werden, da er am Fortgang der Entwicklungen seinen Anteil hatte.

 

So hatte sich "Vino" Vinokourov, der zu Saisonbeginn als GT-Kapitän von T-Mobile verpflichtet wurde und zum Favoritenkreis um die Nachfolge von Lance Armstrong bei der Grande Boucle gezählt wurde, seine unmittelbare Vorbereitung auf die Tour de France nicht vorgestellt. Diese wurden zunächst durch die Arbeit der Ermittler gestört, dann kursierten die Gerüchte, dass das Team infolge der Offenlegung der Affäre nicht an der Tour teilnehmen dürfe, da es gegen den Ehrencodex in Bezug auf Doping verstoßen haben könnte, weshalb die UCI das Team von den Pro Tour (PT)-Veranstaltungen ausladen könne.





* Die Power Bars scheinen interessanter zu sein als der einsame Contador



** Allan Davis umzingelt von Franzosen



Anstelle von Liberty Seguros-Würth wurde unter seiner Mithilfe ein neuer Sponsor gefunden – Astana. Der Geldgeber ist ein Konsortium mehrerer kasachischer Unternehmen, der sich als Rennstallbezeichnung den Namen der Hauptstadt von Kasachstan aussuchte. Zwischenzeitlich forderte die AIGCP, Verband der Profirennställe, die Ablösung von Saiz als Teammanager eines PT-Rennstalls. Man berief sich dabei auf den "Code de Conduit", der besagt, dass ein Teammitglied umgehend zu suspendieren ist, wenn es in einen Dopingfall verwickelt wurde. Aber ganz so einfach sollte die Entfernung von Saiz aus der PT nicht sein, da er sich – metaphorisch ausgedrückt – an das Peloton klammerte.



Saiz blieb hartnäckig. Zunächst nahm man an, dass er tatsächlich demissioniert war. Jedoch stellte sich am Ende der Saison heraus, dass er immer noch einen Teil der Fäden des Rennstalls in der Hand hielt. Im komplizierten Gebilde, das sich nach der Umstrukturierung ergeben hatte, war er immer noch offizieller Lizenzhalter. Der sich neu gebildete Rennstall musste sich für 2007 um eine PT-Lizenz bewerben, während Saiz mit angeblichen Sponsoren wedelte und drohte, weiter einen Rennstall in der Belle Etage des Radsports zu betreuen. Letztlich erwiesen sich seine Drohgebärden als nahezu haltlos. Außerdem wurde er letztlich aus dem Kreis der PT-Manager entfernt. Man muss sich auf Rechtssteitigkeiten gefasst machen, aber 2007 spielt er für das Renngeschehen keine Rolle – zumindest nicht bei Astana.



Vino verzeichnete mit der Rekrutierung eines neuen Sponsors nur einen Teilerfolg. Zwar schien der Erhalt des Rennstalls vorerst gesichert, allerdings reichten die Maßnahmen bis zum Start der Tour de France nicht mehr aus. Die Mannschaft wurde nicht wegen des Ehrencodex ausgeschlossen, sondern weil ihren in die Affäre verwickelten Grand-Boucle-Fahrer vorab die Startberechtigung entzogen wurde. Damit bestand die Delegation aus vier Fahrern – zu wenig für einen Tour-Start.



 

Doping-Affäre Fuentes

 

Ins Fadenkreuz der Ermittlungen gerieten neben Saiz mehrere Fahrer des Teams. Besonders häufig fielen dabei die Namen von Dariusz Baranowski, Giampaolo Caruso, David Etxebarria, Jörg Jaksche, Luis Sanchez, Michele Scarponi, Marcos Serrano, Aitor und Unai Osa, Alberto Contador, Allan Davis, Isidro Nozal, Sergio Paulinho, Angel Vicioso sowie Joseba Beloki. Später jedoch verschwanden die Namen Caruso, Contador, Davis, Nozal, Paulinho und Sanchez von der Liste.






* Auf...
Jörg
Jaksche



... der...
Alberto Contador



..."Liste":
Michele Scarponi



Mit etwas Verwunderung war die Form von Scarponi bei der Vuelta 2005 aufgenommen worden, da er Heras mit einer starken Vorstellung bei den entscheidenden Etappen sekundierte, nachdem er Monate zuvor beim Giro bei weitem nicht in einer identisch starken Verfassung war. Bei der 'Corsa Rosa' 2006 war seine Form auch nicht mit dem Leistungsvermögen der spanischen GT vergleichbar.



Die Verdachtsmomente gegenüber Beloki dürfen auch kaum Erstaunen hervorgerufen haben, da der Baske nach seinem Wechsel zum Vorgängerteam von Bouygues Telecom, Brioches La Boulangère, auf Grund seiner medizinischen Betreuung unliebsam und negativ auffiel und auch damals bereits Doping-Gerüchte die Runde machten.



Der Blick auf das sportliche Geschehen fällt angesichts der erdrückenden Stories schwer. Er soll aber dennoch vorgenommen werden.



Pro Tour

 

Pro Tour Rundfahrten

 

Liberty Seguros zählt zu den typischen PT-Rundfahrtteams. Zwar verfügt man in den eigenen Reihen über einige Fahrer, die auch bei Klassikern punkten können (Davis, Vicioso, Etxebarria, auch Vino), aber die Konzentration lag eindeutig bei herausragenden Resultaten nach mehrtägigen Veranstaltungen.





* Ex-GUS-Stammtisch? Yuriy Krivtsoy, Andrey Kashechkin und Vladimir Efimkin



Im Rahmen der Rundfahrt Paris-Nizza erreichten die Fahrer bei sechs Tagesabschnitten jeweils das Podium. Aber keiner sammelte PT-Punkte aufgrund einer Klassementplatzierung. Bester wurde als Dreizehnter im Gesamtklassement L. Sanchez. Andrej Kashechkin, der 25. wurde, schloss die sechste Etappe im Alleingang ab. Zuvor hatte er den Prolog bereits als Zweiter beendet. Damit machte sich schon früh in der Saison seine Verpflichtung mehr als bezahlt. Bei der ersten, zweiten und vierten Etappe wurde Davis jeweils nach Massenankünften Zweiter. Bei der Abschlussetappe erreichte Contador überdies den dritten Platz in Nizza.



Nicht bei allen Etappen von Tirreno-Adriatico zeigte sich die Delegation von Liberty Seguros ähnlich präsent. Dafür kam der beste des Teams, Jaksche, auf den zweiten Gesamtrang. Er hätte beim Weg auf den Sao Giacomo gegen den Gesamtsieger Thomas Dekker sicherlich seine Chancen gehabt, aber die Bergankunft wurde gestrichen, wodurch die Verteidigung des Vorsprungs Rabobank erleichtert wurde. Dennoch beschwerte sich Jaksche später über die mangelnde Unterstützung seiner Teamkollegen und spekulierte über einen Teamwechsel. Bei den wenigen Bergwertungen der Rundfahrt brachte sich der Neoprofi Jesus Joaquin Rojas gut zur Geltung und gewann schließlich die Bergwertung.






*** Das waren noch Zeiten! Da war der 'schöne Jörg' noch nicht Mr. Invisible...



Bei der Baskenland-Rundfahrt trat Contador erneut in Erscheinung. Bei der zweiten Etappe fuhr er den zweiten Rang ein, musste sich aber im Finish Samuel Sanchez geschlagen geben. Die dritte Etappe beendete er auf dem dritten Platz. Vor dem Zeitfahren am letzten Tag lag er knapp hinter dem Führenden auf dem zweiten Rang des Klassements. Es gab nicht wenige Personen, die vorhersagten, dass ihm der Sieg nicht zu nehmen sei. Doch es kam anders und Contador wurde nur Fünfter.





* "Und? Alles drin?"



Die Expedition in den französischen Teil der Schweiz wurde für Liberty zum verhinderten Triumphzug. Am Ende standen drei Fahrer unter den ersten Fünf des Gesamtklassements, aber die Rundfahrt gewann jemand anderer. Dieses Ergebnis spiegelt recht gut den Verlauf der Tour wider – meist einer vorne dabei, aber fast nie ganz vorne. Bei zwei von drei schweren Bergetappen der Tour de Romandie verfügte die Saiz-Truppe in der Spitzengruppe über eine zahlenmäßige Überlegenheit, setzte diese aber nur einmal optimal um.



Contador attackierte auf dem Weg zum Leysin aus der führenden Gruppe heraus und beendete die dritte Etappe als Sieger. Beim vorangegangenen Abschnitt erreichte der Ansbacher Jaksche den zweiten Rang, nachdem die Equipe den entkommenen Chris Horner nicht mehr stellen konnte. Beim vierten Abschnitt sah Kashechkin schon wie der sichere Sieger aus, als er bei der Königsetappe um Sion aus der Spitzengruppe ausgebrochen war. Sein letztjähriger Teamkollege Christophe Moreau sorgte aktiv dafür, dass die Gruppe an den Kasachen wieder herankam. Später wurde bekannt, dass Dissonanzen ihrer gemeinsamen Zeit bei Crédit Agricole der Grund waren, weshalb sich Moreau zu dieser Maßnahme veranlasst sah. Damit sorgte der Franzose dafür, dass erneut kein Liberty-Fahrer die Etappe gewann. Und sicherlich trägt er auch eine Teilschuld daran, dass die Gesamtwertung ebenfalls nicht von der Saiz-Truppe gewonnen wurde. Contador belegte den zweiten Rang, Jaksche kam auf den vierten und Kashechkin wurde Fünfter.






** Beim...
Marcos Serrano



...Giro- ...
Daniel Navarro



... Prolog:
Unai Etxebarria



Beim Giro übernahmen die beiden Italiener im Team die Führungsaufgaben. Scarponi und Caruso galten die besten Wünsche für ein gelungenes Abschneiden. Caruso setzte sich bei der Etappe zum Passo Lanciano gekonnt in Szene und belegte den vierten Rang. Sein kasachischer Stallgefährte Sergej Jakowlew war bei der zehnten Etappe etwas erfolgreicher und schaffte den dritten Rang.





**** Bad news, Signore Scarponi (oder - wie würde der Spanier sagen? ... Señor Zapatero...)?



Während der Rundfahrt in Italien ereilte dann das Team die Nachricht, dass ihr Teammanager Saiz wegen eines Dopingvergehens festgenommen sei. Im Anschluss daran kam es zu einigen Konfusionen. Nahezu jeder Fahrer des Teams geriet unter Verdacht, sein Leistungsvermögen zu manipulieren. Auf alle Fälle konnte man mit dem finalen Tag beim Giro niemand sagen, wie es mit dem Team weiter ginge. Somit wurde der 12. Rang im Klassement von Caruso ebenso unter den Teppich gekehrt wie auch der 18. Platz von Unai Osa. Scarponi beendete den Giro nicht. Ähnlich stark wie bei der Vuelta fuhr er nicht und lag am zum Zeitpunkt seiner Aufgabe im Klassement abgeschlagen auf einem Platz jenseits der ersten Zwanzig.



Bei der Volta a Catalunya hielt sich das Team merklich zurück, obwohl zum Zeitpunkt der Austragung noch nichts über den Dopingskandal bekannt war. Offensichtlich zählte diese Rundfahrt nicht zu den Highlights. Erst auf dem letzten Abschnitt gab es ein vorzeigbares Ergebnis zu vermelden. Nach einem Sprint Royale setzte sich ein Australier in Szene. Aber nicht Davis sondern Aaron Kemps errang den zweiten Etappenplatz.



Jaksche schloss sich bei der dritten Etappe der Tour de Suisse einer vierköpfigen Fluchtgruppe an. Das Quartett rettete einen kleinen Vorsprung ins Ziel. Für Jaksche blieb der dritte Platz. Erfolgreicher war am folgenden Tag Vicioso, der zusammen mit David Herrero mit knappem Vorsprung vor dem Peloton den Zielort erreichte und über einen Sieg jubelte. Dieser Erfolg war sicherlich vorübergehender Balsam auf die Seelen der gestressten Würth-Fahrer. Vicioso übernahm die Gesamtführung und verteidigte diese am nächsten Tag mit einem dritten Rang.





* Giampaolo Caruso, Angel Vicioso und José Antonio Redondo: "Fehlen bei deinem Trikot auch die 'Liberty'-Schriftzüge?!"



Dann übernahm Jaksche wieder teamintern das Zepter. Bei der Bergankunft in La Punt konnte er dem Tagessieger Gil zwar nichts entgegen setzen, aber er krönte eine starke Leistung mit dem zweiten Rang. Jaksche belegte nach einem etwas schwächeren Zeitfahren wegen der angespannten Wetterlage am letzten Tag im Gesamtklassement den dritten Platz, gefolgt von Vicioso, der mit dem Regen besser zu Recht kam und im Kampf gegen die Uhr Dritter wurde. Die achte Etappe gewann Contador, der sich bei der letzten Bergetappe auf die Verfolger einen kleinen Vorsprung erarbeitete. Caruso wurde übrigens im Gesamtergebnis Achter.



Assan Bazayev hieß der Gewinner der ersten Etappe der Deutschland-Rundfahrt. Er düpierte die Sprinterkonkurrenz und holte für den neuen Sponsor einen Sieg. Am Folgetag schloss sich sein Landsmann Kashechkin einer Fluchtgruppe an, die mit knappem Vorsprung vor dem Peloton Goslar erreichte. Dem Kasachen blieb aber gegenüber Jens Voigt und Davide Rebellin das Nachsehen.






* Grübeln... Vinokourov



... bei der... Paulinho



... der D-Tour? Yakovlev



Kashechkin suchte seine nächste Chance bei der fünften Etappe, der Ankunft in Seefeld. Aber dort behielt Levy Leipheimer die Oberhand und er wurde Zweiter. Beim Anstieg nach St. Anton strebte er neuerlich gemeinsam mit Leipheimer dem Ziel entgegen, aber Voigt kämpfte sich noch heran, überholte beide und Kashechkin wurde Dritter. Er belegte ebenfalls den dritten Platz des Klassements. Für den neuen Geldgeber sicherlich ein erfreulicher Auftakt.





* Kashi-Showtime...



... bei der D-Tour



Kashechkin verdrängte bei der fünften Etappe der Vuelta vorübergehend Vino von dessen Leaderposition auf dem Weg zur Estación de Esquí La Covatilla. Vino ließ am Berg wieder reißen. Man musste vermuten, dass er nicht mehr an die Zeiten anschließen konnte, als er 2003 Dritter bei der Tour wurde. Kashechkin belegte den dritten Tagesrang.



Aber Vino kam zurück. Die achte Etappe von Ponferrada nach Lugo gewann er, weil er bei der Zielankunft mitsprintete. Sie ging bergan und somit hatte er durchaus Chancen, die er zum Tagessieg nutzte. Die Folgeetappe gewann er ebenfalls. Dieses Mal setzte er sich auf dem Weg zum Alto de La Cobertoria durch. Mit Kashechkin setzte er sich zunächst am Schlussanstieg ab. Alejandro Valverde, der Hauptkonkurrent, konterte, hatte aber Vino nichts mehr entgegen zu setzen, als dieser endgültig flüchtete.



Bei einer Übergangsetappe von Avilés nach Museo de Altamira schloss sich der Portugiese Paulinho einer Fluchtgruppe an. Diesen Abschnitt, den zehnten der Vuelta, gewann er, als er sich rechtzeitig von den Mitstreiten absetzte. Nach seiner Silbermedaille bei Olympia 2004 in Athen war dieser Sieg der wohl größter Erfolg seiner bisherigen Laufbahn.





* Vuelta-Bildchen:
Paulinho im Ziel



Paulinho & Sanchez mit Blümchen



Paulinho mit Spanierinnen



Vino wollte beim Einzelzeitfahren in Cuenca Boden auf Valverde sowie Kashechkin gutmachen. Es blieb bei acht Sekunden, die er als Tagesdritter schneller war. Es schien, dass endgültig Kashechkin der neue Kapitän für die Vuelta wäre und Vino mit dem Ausgang der Rundfahrt - zumindest in Bezug auf das oberste Podium - nichts zu tun haben würde. Aber er gab nicht auf, bei der 16. Etappe rückte er die Verhältnisse bei Astana gerade. Er kam zeitgleich als Dritter mit Valverde beim Observatorio Astronómico de Calar Alto an, aber dem Spanier wurden vier Sekunden mehr gutgeschrieben, da dieser Zweiter wurde.



Aber Vino hatte noch Pfeile im Köcher. Überraschend fuhren Kashechkin und er nach gelungener Kooperation auf der 18. Etappe von Adra nach Granada Valverde aus den Schuhen. Es war ihnen gelungen, Valverde zum Arbeiten und Nachführen zu zwingen, nachdem Vino sich absetzte und entkommen war. Der Blondschopf sicherte sich das Leadertrikot nach der Etappe, den Tagessieg überließ er aber Tom Danielson.



Bei der 18. Etappe trickste die kasachischer Doppelzange sämtliche Konkurrenten und besonders Valverde erneut aus und erreichte gemeinsam den Zielort Sierra de la Pandera. Vino baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung aus, während Kashechkin auf den dritten Platz vorrückte. Bei dieser Etappe überließ Vino seinem Landsmann den Sieg, als beide Schulter an Schulter die Ziellinie überfuhren. Einen Sieg beim Einzelzeitfahren in Rivas Vaciamadrid fuhr der olympische Silbermedaillengewinner von 2000 noch ein, um allerletzte Zweifel an seinem Sieg auszuräumen. Kashechkin verteidigte seinen dritten Gesamtrang und Paulinho behauptete den 14. Platz im Klassement.



Natürlich kann auch dieser Sieg nicht frei von Zweifeln in Bezug auf Doping sein. Schließlich ist Astana die Nachfolgeequipe von Liberty Seguros. Auch wenn Saiz nicht mehr mit von der Partie war, stellt sich schon die Frage, ob damit auch ein Gesinnungswandel in Form der Läuterung einherging oder mögliche illegale Praktiken - lediglich vor der Öffentlichkeit versteckt - eine Fortsetzung gefunden haben. Rätselhaft bleibt das Comeback von Vino während der GT, schließlich verlor er in der ersten Hälfte der Rundfahrt Zeit, die er sichtlich gestärkt in der zweiten Hälfte zurückholte.



Parallel zur Vuelta fand die Polen-Tour statt. Diese dürfte für das Team Astana von geringerer Bedeutung gewesen sein. Bei der zweiten Etappe erreichte José Joaquín Rojas einen bemerkenswerten dritten Etappenplatz. Ansonsten bleib das Team in Polen eher unauffällig.



 

Pro Tour Klassiker

 

Davis konnte mit den besten Sprintern seine Kräfte bei Gent-Wevelgem messen. Ein Sprung auf das Podium blieb ihm jedoch versagt. Der neunte Platz konnte angesichts seiner vermuteten Fähigkeiten und auch schon gezeigten Saisonleistungen nicht befriedigen. Vermutlich fuhr er letztlich doch für das falsche Team, wenn er diese Rennen, die durchaus innerhalb seiner Fähigkeiten liegen, gewinnen möchte.






*** Amstel Gold Race:



Liberty-Würth im Einsatz



Da die flämischen Rennen sicherlich nicht zu den Favs von Liberty Seguros gehören, fällt auch kaum ins Gewicht, dass die Ergebnisse auf dem Terrain mit Ausnahme der vorderen Platzierung von Davis nicht erwähnenswert sind. Anders verhielt es sich mit den Rennen in den Ardennen. Nicht umsonst hatte man den Gewinner von Lüttich-Bastogne-Lüttich 2005 verpflichtet. Außerdem konnte man auch Etxebarria, Scarponi und Vicioso gute Ergebnisse in den Hügeln zutrauen.



Der Baske Etxebarria erreichte beim Amstel Gold Race den 14. Rang, der jedoch nicht ganz zufriedenstellen konnte. Beim Fleche Wallone lief es schon besser. Etxebarria ging an der Mur de Huy sogar in Front, wurde aber für dieses frühe Manöver noch bestraft und erreichte letztlich den siebten Platz.






*** Lüttich - Bastogne - Lüttich:



Außer Spesen
nix gewesen...



Lüttich-Bastogne-Lüttich. Bei diesem Rennen hatte Vino seinen Titel zu verteidigen. Er zählte zwar kurz vor dem Ziel zu einer Spitzengruppe, konnte aber in die Entscheidung nicht eingreifen. Seine Vorbereitung war auf ein gutes Abschneiden bei der Tour ausgerichtet und somit lässt sich erklären, dass in Lüttich nicht mehr möglich war. Kashechkin versuchte die Teamehre zu retten, verfehlte als Elfter aber den Sprung in die PT-Ränge.



Kashechkin zeigte sich auch bei der Klasika San Sebastian in guter Laune. Als es zum Endspurt kam, vermochte er zwar Xavier Florencio und Stefano Garzelli nicht das Wasser zu reichen, aber erneut schaffte der Asiate den dritten Gesamtplatz.



Outside Pro Tour

Zu Saisonbeginn musste das Team verdauen, dass der Sieg von Heras bei der Vuelta endgültig aberkannt wurde. Da mit diesem Urteilsspruch gerechnet werden musste, überraschte diese Meldung nicht, wird die Atmosphäre des Teams aber nicht beflügelt haben.





* Carlos Barredo bei der Vuelta



Allan Davis und Carlos Barredo sorgten postwendend für positive sportliche Schlagzeilen. Davis konnte zwei Massenankünfte bei seinem Heimrennen, der Tour Down Under (2.1), erfolgreich beenden. Barredo gelang auch ein Etappensieg, während Vorjahressieger L. Sanchez dieses Mal den zweiten Gesamtrang belegte, nachdem er zumindest bei einem Tageabschnitt Zweiter wurde. Namensvetter Eladio schaffte einen dritten Etappenrang. Damit war ein viel versprechender Start in die Saison gelungen.



Davis konnte die Siegesserie aber nicht nahtlos fortsetzen. In der unmittelbaren Folgezeit sprang nur ein dritter Etappenrang bei der Valencia-Rundfahrt (2.1) heraus, wo er den italienischen Sprinterkollegen um Petacchi nicht das Wasser reichen konnte.



Vicioso probierte als nächster sein Glück. Bei einer Etappe der Vuelta a Murcia (2.1) musste er sich nach einem Sprintfinish Valverde im Ziel geschlagen geben. Bei dieser Rundfahrt kam auch Vino zu seiner ersten Podiumsplatzierung, als er beim Einzelzeitfahren Zweiter wurde.






** Ronde...
AaronKemps



... van...
Eladio Sánchez



Vlaanderen:
Ivan Santos



Eine gewonnene Rundfahrt gelang erstmals im März. Vino beschloss die Vuelta a Castilla-Leon (2.1) als Gesamtsieger vor L. Sanchez. Beide hatten schon während der Rundfahrt bei den Etappen überzeugt. Der Kasache kam zu einem Sieg bei der Abschlussetappe, nachdem er bereits zwei dritte Plätze im Verlauf der Tour erreichen konnte. Nach der Auftaktetappe freute sich Sanchez über seinen zweiten Rang.





* José Joaquín Rojas



Die belgischen Rennen im März zählen normalerweise nicht zu den bevorzugten Rennen von Spaniern. Zwar kommt der eine oder andere (z.B. Flecha) dort gut zurecht, im Endeffekt aber wird das Kopfsteinpflaster in Flandern von spanisch parlierenden Menschen gemieden. Liberty Seguros hat jedoch seit dieser Saison einen Fahrer in seinen Reihen, der diesbezüglich zur spanischen Minderheit gezählt werden kann. L. Sanchez beendete die Rundfahrt "Driedaagse van de Panne" (2.HC) als Dritter.



Nach den Enthüllungen in der Fuentes-Affäre fiel der Blick auf die Ergebnisse schwer. Bei der Bicicleta Vasca (2.HC) wiesen zwei Fahrer des Teams nach, dass diese Equipe nicht in die Lethargie entschwand. Sowohl Kemps als auch Vicioso erreichten jeweils zweite Etappenränge.



Kemps war erfolgreicher bei der Vuelta Ciclista a Burgos (2.HC), als er die erste Etappe bei einer Massenankunft gewann. Am folgenden Tag der Rundfahrt versuchte Rojas es ihm gleich zu tun. Für ihn langte es aber nur zum dritten Platz.



Nationale Meisterschaften und Weltmeisterschaft

Kashechkin durfte sich über die Weihen eines kasachischen Straßenmeisters freuen. Damit löste er Vino als Titelträger ab.






** Vinokourov



bei der WM



in Salzburg



Bei der WM in Straßburg gingen beide Kasachen an den Start. Vino sicherte sich im Einzelzeitfahren Bronze, während Kashechkin mit seinem 11. Platz etwas enttäuschte.



Zwischen die Speichen gesehen…

Widerwillig möchte man die sportliche Saisonleistung Astanas und der Vorgängerteams kommentieren und beurteilen. Dafür sind Skepsis und Misstrauen ob der Rechtmäßigkeit und Aufrichtigkeit der Ergebnisse trotz der Demission oder Demontage von Saiz zu groß. Auch wenn man dem gerade neu gestalteten Rennstall möglichst unvoreingenommen gegenüber treten sollte, so bleiben Zweifel.





* Carlos Abellán



* Eladio Sánchez



* Ivan Santos



Dementsprechend fällt die Beurteilung des Vuelta-Sieges von Vino ambivalent aus. Es lässt sich über die raffinierte Strategie vom Manager Marc Biver und Sportdirektor Walter Godefroot philosophieren, wie Valverde in die Defensive gezwungen wurde. Dennoch lassen sich Punkte der Skepsis finden. Verlor Vino bei den ersten Etappen noch an Zeit gegenüber Valverde, so kam er ebenso dynamisch zurück. Das hat er mit Landis gemein, dem auch ein unglaubliches, letztlich aber unglaubwürdiges Comeback gelang. Freilich sind die Dimensionen unterschiedlich. Die zeitlichen Differenzen blieben im Vergleich zu Landis in überschaubarem Rahmen.



Wagt man aber den Rückblick auf die Leistungen des Kasachen bei den vorigen GTs (2003 einmal ausgenommen), dann fällt auf, dass er im Gebirge meist entscheidend an Boden verlor. Ihm sei seine Widererstarkung gegönnt, aber der Glaube daran, dass er diesen Kraftakt ohne Hilfsmittel geschafft haben will, ist geringer geworden. Zu oft behielten in der letzten Zeit die Zweifler Recht. Man möchte sich im Sinne des Radsports wünschen, dass nun ausgerechnet diese Leistung als sauber angesehen werden darf. In dubio pro reo. Aber:



Ausgerechnet der Sieger der Vuelta soll gänzlich sauber sein, während der Sieger der Tour des Dopings überführt wurde und auch der Erfolg von Basso beim Giro in Misskredit geriet?



Ähnlich kritisch sollte der Leistungsanstieg von Kashechkin beäugt werden, der bei den Hügelklassikern und bei den Rundfahrten an Potential dazugewonnen hat und zu einem veritablen Herausforderer bei den GTs mutiert ist. Wie er sich dann bei der Vuelta im Klassement behaupten konnte, war phänomenal. Hätte er nicht einer Teamorder folgen müssen, sondern wäre er Kapitän gewesen, hätte er Vino eventuell in Bedrängnis bringen können. Die Art, wie er in die Weltspitze der GT-Fahrer vordrang, ruft ambivalente Gefühle hervor. Einerseits ist man von seiner Leistungsfähigkeit und seiner schnellen Entwicklung begeistert, aber dann wundert man sich, ob es mit rechten Dingen zugehen kann. Ursprünglich war der Patron des Teams Manolo Saiz. Und es war nicht das erste Mal, dass man bei der Vuelta sah, wie sich in der Gesamtwertung die Verhältnisse änderten, weil der beherzte Auftritt des scheinbar unterlegenen Mitfavoriten den zu diesem Zeitpunkt Führenden überforderte. 2005 war ein Beispiel für ein solches Szenario. Roberto Heras fuhr von einem Tag auf den anderen Denis Menchov in Grund und Boden. Es sah so leicht aus, als der Russe ihm nicht mehr folgen konnte. Heras fuhr für die Saiz-Truppe, der Rest ist Geschichte.



Misstöne bleiben auch ohne positive Dopingprobe wohl angebracht, zumal beide Kasachen während einer unangekündigten Probe nicht anzutreffen waren und unauffindbar blieben. Man will beiden nichts unterstellen, aber die Skepsis bleibt. Daran hat der Wechsel in der Leitzentrale des Rennstalls nicht unbedingt etwas geändert.





* Bei der Tour de France im doppelten Wortsinn von Bord gegangen: das Team Astana



Betrachtet man die nackten Zahlen, muss man sich überlegen, ob eine Addition der Ergebnisse von Liberty Seguros / Würth / Astana als die einer Mannschaft rechtens ist. Im Zuge der leichteren Vergleichbarkeit scheint dieses Vorgehen zulässig.



Losgelöst von den zweifelnden Gedanken schnitt das Team passabel ab. Selbst nach dem Ausschluss der Sünder wurden Punkte für die Einzel- und Mannschaftswertung erreicht. Indifferenziert betrachtet sammelten die Fahrer in der Saison zusammen 560 PT-Punkte. In der PT-Teamwertung reichte es insgesamt zum 10. Platz.



Ihre Stärken hatte die Mannschaft vornehmlich bei den Rundfahrten. Trotz ausgelassener 'Großer Schleife' belegte die Equipe bei genauer Berechnung der Mannschaftsergebnisse bei den PT-Rundfahrten einen der vorderen Plätze. Desaströs hingegen ist die Ausbeute bei den Klassikern zu bezeichnen. Dort war man 18.



Letztlich waren 14 Aktive an der Sammlung von 560 PT-Zählern beteiligt. Dieses Resultat hätte im Vergleich zu den anderen Mannschaften den dritten Platz ergeben. Auch für diese Equipe liefert die PT-Mannschaftswertung ein kolossal anderes Bild ab, als es die Gesamtpunktzahlen und die dazugehörigen Platzierungen tut.



Am erfolgreichsten war Kashechkin als Fünfter der PT-Einzelwertung. Vuelta-Sieger Vino kam auf den 14. Rang. Weiterhin konnten sich Jaksche (20.), Contador (31.), Vicioso (72.) und Caruso (93.) unter den ersten hundert Fahrern platzieren. Aber auch Paulinho (115.), Davis (128.), Etxebarria (138.), Bazayev und U. Osa (jeweils 175.), Kemps und Jakowlew (jeweils 186.) und Rojas (204.) sammelten Punkte und trugen so zur Ausbeute bei.



Viele der genannten Fahrer sind in den Top Acht zu finden. Die Differenzierung nach Fuentes-Verdächtigen unterbleibt, da eine eindeutige Zuordnung wohl nicht möglich ist.



Top Acht

Vinokourov – Kashechkin – Contador – Paulinho – Caruso – L. Sanchez – Bazayev – Davis



1. Vinokourov: Die Tour de France im Blick, die Vuelta mit drei Etappensiegen gewonnen. Bei Tour durfte er wegen der Enthüllungen um Fuentes nicht ran, dafür tröstete er sich mit dem Goldtrikot in Spanien und der WM-Bronzemedaille im Zeitfahren

2. Kashechkin: Der Spezialist für dritte Plätze (Vuelta a España, Deutschland-Tour, Klasika San Sebastian) fuhr eine grandiose Saison. Vielleicht ist er der Fahrer mit der größten Zukunft. Bei der Vuelta und bei Paris-Nizza feierte er Etappensiege und auch der fünfte Platz bei der Tour de Romandie ist nicht zu verachten.

3. Contador: Der Spanier war auf einem guten Weg. Er wurde Zweiter in der Romandie (mit Etappensieg) und Fünfter im Baskenland.

4. Paulinho: Der Portugiese wurde 16. bei der Vuelta und holte einen Etappensieg.






** Luis León Sánchez



** Andrej Kashechkin



** Sergej Yakovlev



5. Caruso: Platz 12 beim Giro.

6. L. Sanchez: Der Spanier empfahl sich allseits durch gute Leistungen, ohne aber PT-Zähler zu sammeln

7. Davis: Der Australier blieb hinter den Erwartungen. Dreimal Etappenzweiter bei Paris-Nizza sowie Platz neun bei Mailand-San Remo waren ein verheißungsvoller Beginn in der PT-Saison, aber mehr kam nicht zustande.

8. Jaksche: Überzeugte bei Tirreno-Adriatico.



Ausblick

Ein sportlicher Blick in die Zukunft unterliegt bei Astana doch vielen unsicheren Komponenten. Sicher scheint nur, dass Saiz sich nicht mehr beim Team blicken lassen wird. Aber sonst? Vermutlich muss man dem Team eine Chance zur Bewährung geben. Zumindest wurden einige Vorkehrungen getroffen, um einen reibungslosen Ablauf sicher zu stellen. Die in die Fuentes-Affäre verstrickten Fahrer wurden nahezu vollständig aussortiert. Vermutlich auch dadurch begünstigt, wurde eine PT-Lizenz erteilt.





** Wollte bei Astana lieber Helfer sein als bei T-Mobile Kapitän - eine Frage des 'Kleingedruckten'?



Dem Bann einiger Rennorganisatoren, die sich mit ihren Veranstaltungen aus der PT ausschlossen, entging man durch eine von der Papierform her starken Mannschaft, um die ein Veranstalter kaum herumkommen kann. Zwar droht die Gefahr, dass man bei einigen Klassikern auf Astana verzichtet, aber die Truppe wird es gut verkraften können, bei der ungeliebten Flandern-Rundfahrt oder Paris-Roubaix zu fehlen.



In der Equipe finden sich ausreichend Kandidaten für die Klassements der GTs. Mit Paolo Savoldelli und Andreas Klöden hat man sich mit zwei Rundfahrern verstärkt. Während die Verpflichtung von Savoldelli im Hinblick auf den Giro als sinnvoll erscheint – die anderen Klassementfahrer wie Vino oder Kashechkin werden kaum Interesse anmelden, den Giro 2007 in ihr Programm aufzunehmen -, ruft die Entscheidung von Klöden einiges Stirnrunzeln hervor.





** Folgt Kumpel Klöden: Matthias Kessler



Von den Entwicklungen bei T-Mobile pikiert, - Klöden beklagte sich, dass die Formation die ihn bei der 'Grande Boucle' begleitete, nicht bei den Magentas gehalten wurde (jedoch wurden lediglich Matthias Kessler und Eddy Mazzoleni abgegeben) sah sich Klöden nach einer neuen Equipe um. Eine solche Haltung ist unter den Vorgaben folgerichtig und legitim, dass man als zweimaliger Zweiter der Tour de France sich als Chef in einer Equipe fühlen darf und dementsprechend auch einen Kader sucht, der optimal für das Vorhaben eines möglichen Tour-Sieges aufgestellt ist. Natürlich trifft diese Eigenschaft in großem Maße auf Astana zu, allerdings kann man nicht nur von einigen Schönheitsfehlern sprechen.



Bei Astana trifft er auf Vinokourov sowie Kashechkin. Nicht nur der Geldgeber hat ein starkes Interesse, dass einer der Beiden – wahrscheinlich Vino - als Kapitän bei der Tour aufgeboten werden soll. Selbst wenn dieser sich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte sieht, rückt eher dessen Landsmann an die Spitze der Truppe. Sollte der dann auch noch ausfallen, käme eventuell Klöden als Leitfigur in Betracht. Aber selbst das darf nicht sicher angenommen werden. Als Vino und Klöden 2005 als Teil der faktischen Dreierspitze von T-Mobile bei der Tour formal aufgeboten wurden, hat Klöden dem Kasachen unmissverständlich klar gemacht, dass man nicht für ihn fahren würde. Folglich sollte Klöden davon ausgehen, dass er Edeldomestike sein wird – selbst wenn es nicht läuft.





** Fliegt zukünftig für in Türkis: Paolo 'il falcone' Savoldelli



Kessler und Mazzoleni sowie Sergej Ivanov schlossen sich der Mannschaft von Astana an. Bei dem Franken mag man das verstehen, schließlich ergänzte er sich mit Vino besonders bei den Klassikern in den Ardennen bei T–Mobile / Telekom. Es gibt immer noch einige unverbesserliche Fans, die ihm den großen Wurf bei einem der anspruchsvollen Eintagesrennen zutrauen. Abwarten, Kessler ist am Zug.



Mazzoleni kann bei den kleineren Rundfahrten als Kapitän fahren. Seine Qualitäten hat er normalerweise als Helfer bei den GTs. Vielleicht wird er beim Giro als Begleiter für den 'Falken' für Furore sorgen oder man spart ihn sich für das Hauptziel Tour de France auf, wenn eine starke Mannschaft Vino zum Sieg fahren soll. Aber auch bei den schweren Eintagesklassikern kann man auf ihn wie auf Ivanov bauen.



Neben Klöden und Kessler hat ein weiterer Deutscher Beschäftigung beim Rennstall gefunden. Mario Kummer wird bei den Veranstaltungen als Sportdirektor im Wagen sitzen. In gleicher Funktion war er im Jahr zuvor bei T-Mobile. Jedoch verzichtete man dort infolge der Geschehnisse um das Team auf seine Dienste.



Ob Astana zur Vuelta eine starke Mannschaft schicken wird, muss etwas bezweifelt werden. Kann das Unternehmen Tour mit Glanz und Gloria bestritten werden, werden die Protagonisten kaum noch die spanische GT mit exorbitanten Leistungen beglücken wollen. Deshalb darf sich der Spanier Antonio Colom, der von Caisse d'Epargne geholt wurde, wahrscheinlich freuen, als Chef an den Start zu gehen. Ob er jedoch mit einer schlagkräftigen Delegation bestückt sich auf den Weg nach Madrid machen darf, hängt vom Verlauf der Saison ab.






*** TTT in Eindhoven:



Liberty kreiselt



Zu Astana, das im übrigen mit Schweizer Lizenz startet, stießen vier Eidgenossen. Steve Morabito deutete sein Potential bereits 2006 im Dress von Phonak an. Ihm muss man Zeit zur Entwicklung geben, so dass er 2007 keine zentrale Rolle übernehmen wird. Diese Beschreibung trifft auch auf Michael Schär zu. Er hat gleiche Erfahrungen wie Morabito noch nicht gemacht, kann aber trotz kurzer Zugehörigkeit in den Profi-Radsport bereits darauf verweisen, der dritten Equipe in seiner Laufbahn nach Liberty Seguros und Phoank anzugehören. Die beiden werden vom erfahrenen Gregory Rast begleitet, dem speziell bei den Eintagesrennen wichtige Aufgaben zuteil werden dürften. Außerdem startet 2007 Alexander Frei als Neo für Astana und mit Benoît Joachim und Rene Haselbacher wurden zwei erfahrene Fahrer verpflichtet.





* Gregory Rast



** Michael Schär



Die spanische Fraktion ist klein. Neben Colom und Rojas zählen dazu noch José Redondo und Daniel Navarro, die beim Team gehalten wurden. Ebenso zählen Kemps und der Niederländer Koen de Kort noch zur Mannschaft.



Ansonsten wurde das Team umgekrempelt. Anhand der Aufzählung der bisher genannten Fahrer kann man ersehen, dass es sich um eine Multi-Kulti-Truppe handelt. Allerdings stammen die meisten Fahrer aus den ehemaligen Gebieten der Sowjetunion. Und innerhalb dieser Gruppen überwiegen die Kasachen. Neben Vino, Kashechkin, Yakovlev und Bazayev gehören 2007 Maxim Gourov, Maxime Iglinskiy, Alexei Kolessov, Andreij Mizourov, Dmitriy Muravyev und Yevgeny Sladkov Astana an. Daneben gehören mit Ivanov und Guennadi Mikhailov zwei Russen zur Equipe. Slawisch klingt auch der Name Igor Abakoumov, der aber über die belgische Staatsangehörigkeit verfügt. Zum Team gehört ebenso der Franzose Julien Mazet.



Das Hauptziel der Mannschaft ist, wie bereits angesprochen, ein starker Auftritt bei der 'Großen Schleife'. Natürlich möchte man an allen möglichst vielen renommierten Rundfahrten teilnehmen. Manches Mal ist man davon abhängig, dass eine Wildcard erteilt wird, weil mancher Rennveranstalter sich der PT nicht mehr zugehörig fühlt. Jedoch dürfte man an Astana angesichts des Potentials kaum vorbeikommen. Das gilt für einige Klassiker in ähnlicher Weise, jedoch könnte man auf eine Erlaubnis bei Paris-Roubaix gut verzichten. Zwar führt die Strecke der Tour de France 2007 auch durch Teile der 'Hölle des Nordens', aber dennoch muss man nicht hoffen, dass Vino & Co erpicht darauf sind, vornehmlich zu Trainingszwecken Paris-Roubaix in ihr Rennprogramm aufzunehmen.



Zum Abschluss sei darauf verwiesen, dass Astana vermutlich Saiz erhalten bleiben wird. Schließlich kündigte dieser Gerichtsprozesse an. Wichtig für den Radsport wäre, dass diese Begegnung die einzige Korrelation zwischen dem umstrittenen Manager und dieser Sportart ist.


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