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Saisonbilanz Milram 2006

von Steamboat, Januar 2007

Layout & Bildredaktion: begbie

© Fotos: * Mani Wollner, ** cyclingimages.com, *** capture-the-peloton.com, **** www.velo-photos.com




“Kräfte bündeln und zwei Stars mit identischen Zielen in einem Team zusammenführen, damit sie einander helfen und nicht belauern, und somit später kein anderer gewinnt.“

 

So oder so ähnlich lässt sich die Teamphilosophie der deutsch-italienischen Combo unter der Leitung von Manager Gianluca Stanga charakterisieren. Der Sieger von Mailand-San Remo 2005, Alessandro Petacchi, und „Mister San Remo“ Erik Zabel, der vier Mal die Primavera gewonnen hatte, wurden in einer Equipe vereint. Beide zeichnet ihre Sprintfähigkeit aus. Sie fuhren in der Vergangenheit häufiger gegeneinander, wobei „Ete“ Zabel zuletzt meist das Nachsehen blieb. 2006 starteten sie dann in einem Team, womit ihr Konkurrenzkampf ausgeschaltet war. Man versprach sich dadurch in der Renngestaltung variabler zu sein, weil man glaubte, so schwerer auszurechnen zu sein .

 



Die Praxis bestätigte diese Theorie nicht, da ein gesunder Petacchi der erheblich Schnellere war. Daher schien eine Taktik, die Zabel als Sprinter und Petacchi als Lokomotive vorsah, eher der Ideologie gewidmet, als den Erfordernissen des jeweiligen Rennens geschuldet zu sein. Dennoch formulierte man die Vorhaben des Teams weiterhin arbeitsteilig: Petacchi sollte Mailand-San Remo sowie viele Etappen und die Punktewertung des Giros gewinnen, während Zabel bei der Tour de France das Grüne Trikot als Hauptziel angab. So die Zielvorgaben, es sollte aber anders kommen, wie die Realität zeigte. Mehr hierzu an anderer Stelle.

 

 




* Wer fährt für wen?



Weil die beiden Stars die Protagonisten bei Milram waren, verblassten ihre Mitstreiter schnell und gerieten fast in Vergessenheit, es gab sie aber dennoch. Ohne ihre Teamkollegen sind auch die zwei Sprinter schließlich nicht mal die Hälfte wert. Diese Equipe ergab sich aus den Überresten von Domina Vacanze sowie einer zahlenmäßig großen Gruppe deutscher Fahrer vom Professional Team Wiesenhof. Dazu addierte sich eine Fraktion ehemaliger Fahrer von Fassa Bortolo, die größtenteils den Express vom „Ale-Jet“ Petacchi bildeten. Folglich beschäftigte Milram dementsprechend viele Sprinthelfer und Domestiken, die vorrangig Petacchi und Zabel helfen sollten. Zu diesem Kreis zählten weitere endschnelle Athleten wie Mirko Lorenzetto, Sebastian Siedler und Simone Cadamuro neben Fabio Sacchi, Alberto Ongarato, Marco Velo, die den berüchtigten Zug von Petacchi in der Vergangenheit bildeten. Lediglich Marco Tosatto wechselte nicht mit zu Milram, sondern zog ein Angebot von Quick Step vor. Die Abteilung Rundfahrer bildeten der Kasache Maxim Iglinskiy, der Ukrainer Andrej Grivko und der Italiener Sergio Ghisalberti, während Mirko Celestino für die Klassiker in den Ardennen vorgesehen war.

 

 




**** Velo



**** Sacchi



**** Ongarato



Die primär bezeichneten Ziele konnten jedoch häufiger nicht realisiert werden. Manchmal bekam der Beobachter den Eindruck, dass die Milram-Truppe mit der Strategie der Sprinterdoppelspitze nicht die Gegner sondern nur sich selbst verwirrte. Nebst geschickter Taktik anderer Rennställe hinderte vor allem dazu das Verletzungspech Milram an der Umsetzung ihres hehren Vorhabens. Zudem teilte sich der – zumindest 2005 - als schier unbezwingbare wirkende Petacchi ungewollt ein Schicksal mit Zabel, das bis zur Fusion der Equipe das Leidwesen des Deutschen war – zweite Plätze.

 

Kapitäne

 

Alessandro Petacchi

 

Auf den ersten Sieg im Rahmen der Pro Tour (PT) musste man etwas warten, was angesichts der Konstellation und der Masse an Sprintankünften zu Saisonbeginn überraschte. Petacchi, der bei Tirreno-Adriatico nach Absprache für Zabel zunächst den Sprint anzog, probierte es bei der vierten Etappe selbst. Allerdings unterlag er Thor Hushovd. Zwei Tage später entwischte ihm Leonardo Bertagnolli. Der „Ale-Jet“ wurde erneut Zweiter. Auf der Abschlussetappe funktionierte dann der Zug endlich fehlerfrei und Zabel geleitete Petacchi auf den letzen Metern zum Etappensieg. Zusätzlich holte der Italiener das Trikot der Punktwertung und wurde als Bester seines Teams 18. im Klassement.

 

Ob Petacchi in San Remo für einen Augenblick bedauerte, dass es zu der gewöhnungsbedürftigen Milram-Teamstruktur gekommen war, ist nicht überliefert. Die Bedeutung des Klassikers war für die Equipe enorm und Petacchi der Favorit. Der Sieg der Sprint-Connection bei der Primavera schien fest eingeplant. Der gefürchtete Kontrahent hieß Tom Boonen. Den konnte Petacchi auch bezwingen, aber dessen Team taktierte raffinierter und platzierte in einer Ausreißergruppe, die am Poggio einen kleinen Vorsprung erarbeitete, Filippo Pozzato, der letztlich vor dem Feld über die Ziellinie rollte. Petacchi vermisste sicherlich den lädierten Celestino bei dieser Veranstaltung am meisten, da der die Aufgabe gehabt hätte, diese Gruppe zu neutralisieren. Man kann „Ete“ jedenfalls nicht die Schuld an der Niederlage geben, da er sich für Petacchi aufopferungsvoll verschliss.

 

Chancen rechnete man sich neben der Classicisima auch bei der Flandern-Rundfahrt aus, bei der Zabel 2005 nach couragierter und für ihn untypischer Fahrweise Vierter wurde. Aber auch Petacchi glaubte an seine Möglichkeiten, jedoch erfüllte er die in ihn gesetzten Erwartungen nicht. Bei Gent-Wevelgem lief es besser, allerdings war es wieder mal Quick Step gelungen, Milram zu narren. Petacchis Zug funktionierte einmal mehr nicht und „Peta“ war frühzeitig im Finale alleine. Die Profiteure waren aber dies Mal Hushovd und David Kopp. Dahinter belegte Petacchi den dritten Rang.

 

Seine nächste Bewährungsprobe sollte der Giro sein. Missmutig, ob der verhältnismäßig geringen Zahl an Sprintankünften, sinnierte er darüber, überhaupt an den Start zu gehen. Dieser Gedankengang sorgte für einige Unstimmigkeiten, da Petacchi Ansprüche anmeldete, stattdessen bei der Tour zu starten, um dort um das Grüne Trikot zu kämpfen. Letztlich aber überwog sein Patriotismus gegenüber der Skepsis. Beim der Corsa Rosa musste er auf die Unterstützung von Zabel und dem verletzten Anfahrer Velo verzichten. Dafür schwörten Sacchi, Ongarato, Alessandro Cortinovis, Alessandro Vanotti, Elia Rigotto, Ghisalberti sowie Christian Knees dem Ale-Jet ihre Treue.

 

 




** Die meisten sehen ihn nur von hinten



* Deshalb steht er im Fokus des Medieninteresses



** Aber er bleibt cool: Alessandro Petacchi



Die zweite Etappe nach Charleroi war eine seiner wenigen Gelegenheiten. Bei dieser musste er eine empfindliche Niederlage einstecken, als er hinter Robbie McEwen gar nur Vierter wurde. Allerdings sollte es danach noch viel schlimmer kommen. Bei der dritten Etappe von Perwez nach Namur kam er auf regenasser Fahrbahn zu Fall, fuhr zwar noch zu Ende, aber im Krankenhaus wurde der Bruch der Kniescheibe diagnostiziert. Damit musste er unverrichteter Dinge den Giro verlassen, ohne überhaupt in Italien gefahren zu sein. Dieses bedeutete auch, dass er nicht bei der Tour de France startete. 2006 wurde für ihn zu einer recht tristen und traurigen Angelegenheit. Nach seiner Genesung gelang ihm kein Sieg mehr.

 

Bei der Vuelta A Espana ging der genesene Petacchi gemeinsam mit Zabel an den Start. Allerdings schien er noch nicht wieder in der Form zu sein, in der er Etappensiege am Fließband einfuhr. Deswegen fuhr die Delegation für Zabel. Bei der sechsten Etappe wurde er hinter seinem Stallgefährten Vierter. Seinen Frust über einen ausgebliebenen Tagessieg nach der 15. Etappe ließ er am Mannschaftsbus aus. Mit der Hand schlug er gegen eine Wand des Gefährts. Eine Fraktur der Hand war die Folge der Aktion und bedeutete das traurige und zugleich komische Ende seiner Saison.

 

 



Erik Zabel

 

Zabel erhielt bei den ersten beiden Etappen von Tirreno-Adriatico zunächst die Unterstützung. Der Deal war, dass er im Gegenzug bei Mailand-San Remo Petacchi helfen würde. Nach der ersten und zweiten Etappe blieben ihm nur zweite Plätze. In beiden Fällen platzierte sich Paolo Bettini vor dem Unnaer. Zu diesem Zeitpunkt verstand Zabel diesen Ausgang noch nicht als Orakel für die Weltmeisterschaft in Salzburg.

 

Er erhielt die Kapitänsrolle für die Flandern-Rundfahrt. Im Vergleich zum Vorjahr fehlte ihm aber im Finale der Kollege, mit dem er abwechselnd attackieren konnte, obwohl der letztjährige Partner Klier in der Favoritengruppe vertreten war. Profitiert hat so gesehen keiner der beiden. Zabel wurde 11. Eine Woche später erreichte er in der Hölle des Nordens den 12.Platz – ordentlich, aber nicht brillant.

 

Bei der Volta A Catalunya ging er ebenfalls an den Start. Aber auch hier gelang ihm kein Sieg. Nur einmal erreichte er einen Podiumsrang, obwohl bei mehreren Etappen um den Sieg gesprintet wurde.

 

Er trug die Bürde des Hauptsprinters mit Blickrichtung Tour de France. Diese erleichterte ihm nicht die Aufgabe, wenn er an ersten Plätzen gemessen wurde. Bei der Tour de Suisse ergatterte er jeweils dritte Ränge bei der zweiten und siebten Etappe.

 

Bei der Tour de France bot er zwar der sprintenden Konkurrenz die Stirn, aber ein Tageserfolg blieb ihm verwehrt. In der Punktwertung verlor er schnell an Boden. Zumindest zwei dritte Ränge erreichte er bei der ersten und neunten Etappe. Zabel rückte wegen diverser Ausstiege von Kontrahenten im Kampf um das Grüne Trikot auf Platz zwei in dieser Sonderwertung auf. Dieses Ergebnis darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass er zu keinem Zeitpunkt ernsthaft eine Chance auf den Sieg anmeldete. Natürlich rief das Abschneiden Zweifler auf den Plan und es hieß, dass seine Zeit vorüber sei.

 

Aber Zabel wäre nicht Zabel, wenn ihm nicht doch noch eine passende Antwort auf die Skepsis einfallen würde. Bei den Vattenfall Cyclassics konnte er zwar Oscar Freire nicht stoppen, aber es war eine knappe Entscheidung, die ihm letztlich den zweiten Rang einbrachte. In dem Sprintfinale ließ er die Konkurrenz hinter sich, wobei aber relativierend angefügt werden muss, dass McEwen, Boonen, Hushovd oder Daniele Bennati nicht am Start waren.

 

 




**** Sprint in Hamburg -



**** Der 2. ist der fairste Verlierer



Bei der Deutschland-Tour errang Zabel das Trikot des Punktbesten, nachdem er auch kurzfristig das Leadertrikot auf seinen Schultern trug. Er brachte es fertig, ohne Tagessieg diese Wertung für sich zu entscheiden. Es war allerdings notwendig, dass er sich mit Sebastian Lang zu einer Fluchtgruppe nach Sankt Anton, einer Bergankunft, zusammenschloss - nicht um die Etappe, sondern um die Zwischensprints zu gewinnen. Ferner glückten ihm zwei zweite und zwei dritte Etappenplätze.

 

Wie bereits erwähnt, nahm er an der spanischen GT teil. Bei der vierten Etappe von Almendralejo nach Cáceres kam es erwartungsgemäß zu einem Massensprint. Zabel durfte es wieder versuchen, in die Entscheidung einzugreifen. Im Gegensatz zu vielen anderen Gelegenheiten glückte ihm dieses Mal der Sieg. Er wartete lange, bis er im Wind fuhr, um dann das Rennen für sich zu entscheiden. Hernach gratulierten auch ehemalige Kollegen von T-Mobile sowie deren Masseur „Eule“ Rutenberg.

 

Bei der sechsten Etappe fügte er sich aber wieder in die Rolle des geschlagenen Fahrers. Ihm blieb an diesem Tag der dritte Rang hinter Hushovd und Andre Greipel. Aber Zabel durfte nochmals jubeln. Am letzten Tag der Rundfahrt gewann er die Etappe in der spanischen Hauptstadt. Ete wurde im Gesamtklassement nebenbei bester Milram-Fahrer. Das sagt aber auch viel über die Qualitäten des Rennstalls in Bezug auf Rundfahrten aus.

 

Seine Affinität zu zweiten Rängen konnte er leider im wichtigsten Saisonrennen nicht ablegen. Bei der WM in Salzburg zählte er im Trikot der deutschen Radsportnationalmannschaft zu dem Quartett, das sich in der letzten Runde leicht vom Peloton absetzte. Mit Alejandro Valverde und Samuel Sanchez sowie Bettini machte er den Titel unter sich aus. Sanchez zog Valverde den Sprint an, aber Zabel passte auf und parierte den Angriff, war dadurch aber zu früh im Wind und musste auf den letzten Metern Bettini passieren lassen. Die Freude über den Gewinn der Silbermedaille kam erst später. Nach dem Rennen verriet er, dass er im Falle des Titelgewinns die Karriere beendet hätte.

 

 




* Der Fuchs streift durch das Feld...



**** ... steht am Ende auf dem Podium ...



**** ... und kann ganz gut mit Bettini.



Beim Herbstklassiker Paris-Tours, der den Sprintern letztmalig eine Möglichkeit bietet, einen PT-Klassiker zu gewinnen, stieg der Vorjahressieger frühzeitig aus, da er einer Gruppe angehörte, die offensichtlich chancenlos abgehängt war. Damit endete die Saison für Zabel.



Pro Tour

Im Schatten der beiden Heroen konnten sich einige junge Fahrer entwickeln. Zu ihnen zählten Grivko und Iglinskiy, die bei den Rennen, bei denen Zabel und Petacchi sich keine Chancen ausrechneten, auf eigene Rechnung fuhren. Besonders eifrig machte Grivko von dem Recht Gebrauch und feierte einige Achtungserfolge, als er 16. der Baskenland-Rundfahrt und 17. bei Lüttich-Bastogne-Lüttich wurde. Iglinskiy bot beim Fleche Wallone eine ansprechende Leistung. Dort er belegte den 17. Platz. Bei der Dauphine Libéré wurde er 13.

 

 



Bei Abwesenheit der Stars probierten sich ebenso einige Sprinttalente aus. Lorenzetto erhielt seine Chance bei der ersten Etappe der Tour de Romandie. Dort lehrte er gar McEwen das Fürchten, der ihn aber knapp bezwang. Er zog den Sprint auf regennasser Strasse vermutlich zu spät an und verpasste den Sieg, obwohl er dem Anschein nach die höchste Endgeschwindigkeit entwickelte.

 

Noch ein anderer Fahrer glänzte im französischen Teil der Schweiz. Ghisalberti hatte sich bei den schweren Etappen in der Romandie stets in den Spitzengruppen eingefunden, ohne aber eine Podiumsplatzierung erreicht zu haben. Er wurde schließlich Neunter des Klassements und schaffte damit ein unerwartetes Resultat. Anschliessend galt er als Anwärter auf einen Platz unter den ersten 20 beim Giro.

 

Dort verfehlte er als 21. nur knapp diese Zielvorgabe. Auch wenn dieses Ergebnis für ihn akzeptabel ist, kann es trotzdem als symptomatisch für das Auftreten des Rennstalls beim Giro verstanden werden. Wie man das Blatt auch dreht und wendet – Milram war bei der Corsa Rosa kein Glück beschieden.

 

 




**** Lorenzetto



*** Ghisalberti



Aber beim Giro trat ein anderes Problem viel offenkundiger zu Tage. Fiel bei einem wichtigen Event der Leader aus, dann mangelte es an Möglichkeiten, das Team flexibel umzudisponieren. Notdürftig versuchte man, den Häuptling durch einen Indianer zu ersetzen. Beim Giro zeigte sich, dass weder Lorenzetto, Rigotto – zwei Sprinter mit Zukunft – noch Ongarato auch nur annährend in der Lage waren, ihren Chef zu ersetzen. Obwohl der Sprintzug bis kurz vor der Entscheidung exzellent lief, brachte dieses Manöver keinen Erfolg. Es entbehrte nicht einer gewissen Komik, wenn die Mannschaft gut kombinierte, aber keiner vollendete. Diese Trockenübung könnte als Lehrstück anderen Teams wertvolle Erkenntnisse geliefert haben, sportlich genutzt hat es Milram nicht. Da zudem weder ein Finisseur noch eine Bergziege zum Aufgebot gehörten, verkam die Formation mehr und mehr zur Randbemerkung. Für missglückte Aktionen und Anekdoten waren sie jedoch gut. Ongarato sollte sich bei der neunten Etappe als Vollender versuchen. Rigotto war der letzte Mann vor ihm, sperrte ihn dann aber zwischen sich und Barriere ein, so dass auch dieses Experiment scheiterte, was Ongarato mit einer entsprechenden Gestik verärgert kommentierte.

 

 




* Sinnbild: Am Ende des Milram-Zuges hatte dann doch jemand anders den Fuss vorne.



Bei der Tour de France sollten Grivko und Iglinskiy eigentlich weitere Erfahrungen als Klassementfahrer sammeln. Beide aber blieben hinter den Erwartungen und schieden vorzeitig aus, wenngleich Grivko sich einmal einer Fluchtgruppe anschloss, die letztlich entscheidend für den Ausgang der Grande Boucle wurde. Björn Schröder und Knees erzielten bei ihren Teilnahmen an Fluchtgruppen Achtungserfolge. Schröder war letztlich der beste Fahrer seines Rennstalls. In der Gesamtwertung belegte er Platz 81.

 

Grivko hatte ebenfalls in den PT-Klassikern nicht die Fortune, um auch mal einen „Ausreißer nach oben“ in die Top Ten zu haben. So schaffte er als 20. bei Zürich-Metzgete ein achtbares Ergebnis, aber mehr blieb ihm 2006 noch verwehrt.

 

Celestino stieß in der Saison auch mal wieder in die Sphären vor, die er sich eigentlich dauerhaft wünscht. Bei der Klasika San Sebastian musste er zwar wieder anderen den Vortritt lassen. Aber er kam als Sechster im Ziel an, als die Entscheidung durch einen Sprint einer größeren Gruppe herbeigeführt wurde.

 

Cadamuro nutzte die Abwesenheit von Petacchi und Zabel bei der Tour Benelux (ENECO Tour) aus und übernahm bei der ersten Etappe die Rolle des Hauptsprinters. Boonen gefährdete er zwar nicht, aber er fuhr einen respektablen zweiten Platz ein. Auch am nächsten Tag beschied er sich mit dem zweiten Rang, da sich zuvor Manuel Quinziato uneinholbar abgesetzt hatte. Wieder kein Sieg war ihm nach der fünften Etappe vergönnt, als er Dritter wurde. Dennoch muss man sich auf Grund solcher Ergebnisse fragen, weshalb Cadamuro keinen Einsatz bei der Tour oder Giro bekam. Schlechter als die anderen konnte er es auch nicht machen. Nebenbei tröstete sich Cadamuro mit dem Gewinn der Punktwertung der ENECO Tour. Dabei dürfte er davon profitiert haben, dass Boonen nicht mit letzter Konsequenz den Sieg in dieser Sonderwertung verfolgt hatte, sondern sich mit drei Tageserfolgen zufrieden gab.

 

 




**** Celestino



**** Cadamuro



Mit Verwunderung nahm der Kenner des Profiradsports den dritten Rang im Mannschaftszeitfahren beim prologähnlichen Auftakt der Vuelta zur Kenntnis. Hinter CSC und Caisse d´Epargne schaffte die Besatzung Petacchi, Zabel, Daniel Becke, Enrico Poitschke, Volodymyr Dyudya, Ongarato, Sacchi, Siedler und Velo diesen überraschenden Einstand auf der iberischen Halbinsel.

 

Sacchi, der nach der Saison mit dem Gregario d'Oro für seine unermüdlichen Helferdienste ausgezeichnet wurde, setzte bei der Lombardei-Rundfahrt noch einmal ein Ausrufezeichen, als er den 13. Rang erreichte. Sechs Plätze dahinter beendete Celestino das Rennen.



Outside Pro Tour

Freilich standen Petacchi und Zabel bei Milram besonders im Mittelpunkt des Interesses. Das war auch für die Rennen, die nicht der PT angehörten. Beide begannen frühzeitig ihre Saison, weil sie gemeinsam Mailand-San Remo brillieren wollten

 

Petacchi glückte ein exzellenter Start. Schon bald begegnete er seinem vermeintlich schärfsten Widersacher in Sachen Mailand-San Remo - Boonen. Beide bestritten sowohl ein Fernduell, was die Erringung einer möglichst hohen Anzahl an Siegen vor der La Primavera betraf, aber man traf sich auch schon vorher im direkten Duell. Der Italiener behielt bei der ersten Konfrontation bei der Vuelta A Andalucia (2.1) mit 2:1 Etappensiegen die Oberhand.

 

Zuvor hatte er bereits die GP Costa degli Etruschi (1.1) gewonnen. Zwei weitere Siege fuhr er im Februar bei der Valencia-Rundfahrt (2.1) ein. Beim Giro della Provincia di Lucca (1.1) gewann er erneut, während Zabel mit dem dritten Rang vorlieb nahm. Hier zeichnete sich die vermutliche Aufgabenteilung der beiden ab, die vermutlich nur durch den Ausfall von Petacchi nicht dauerhaft zustande kam: Der Deutsche zog dem Mannschaftskollegen den Sprint an.

 

Mittels der Niedersachsen-Rundfahrt (2.1) bestritt der "Ale-Jet" einen Teil seiner Vorbereitung für den Giro. Dabei gelang ihm das Kunststück, alle fünf Etappen des sehr sprinterfreundlichen Kurses zu gewinnen. Folglich siegte er auch im Gesamtklassement vor Danilo Hondo. Der erste Gratulant war hierbei Rigotto, der bei der Abschlussetappe den zweiten Platz belegte.

 

Zabel hingegen zeichnete sich in der Vergangenheit traditionell durch eine Vielzahl zweiter Plätze aus. Wie gehabt, fand er auch dieses Jahr meist einen Kontrahenten, der noch einen Sekundebruchteil früher das Ziel erreichte. Bereits im Februar hatte er sechs zweite sowie drei dritte Plätze erreicht. Bei der Tour of Qatar (2.1) hatte er meist gegenüber Boonen das Nachsehen.

 

Aber auch Bernhard Eisel, Danilo Napolitano etc. gewährten Zabel im Ziel nur den Blick auf ihr Rücklicht. Tja, und er durfte feststellen, dass selbst eigene Teamkollegen - auch wenn sie nicht Petacchi heißen - eine höhere Endgeschwindigkeit aus sich herauskitzeln können. Im Februar zeigte Rigotto bei einer Etappe der Mittelmeer-Rundfahrt (2.1) allen anderen eine lange Nase. Aber Rigotto war ebenso für zweite Ränge gut, wie bei der ersten Halbetappe von Settimana Internazionale Coppi e Bartali (2.1) deutlich wurde, als er hinter Napolitano im Ziel ankam. Und da scheinbar zweite Plätze in diesem Team noch beliebter als erste waren, tat es ihm Becke gleich und erreichte bei einer Etappe der Tour Down Under (2.HC) genau diese Platzierung.

 

 




** Lorenzetto



**** Becke



Bei Rund um Köln (1.1) war geplant, dass die Mannschaft inklusive Petacchi für Zabel das Feld bereitet. Es ergab sich aber das Problem, dass T-Mobile und Gerolsteiner diesem Vorhaben nicht wohlwollend gegenüber standen und eine Ausreißergruppe kreierten, der sich jedoch Knees anschloss. Der Kölner siegte am Ostermontag in seiner Heimatstadt und war damit der erste Gewinner der Equipe, der die deutsche Staatsangehörigkeit besaß.

 

 




* Knees siegt,



* geniesst den Moment,



* und feiert mit echte kölsche Randfiguren



Bei Rund um den Henninger Turm (1.HC) suchte Milram die nächste Chance für Zabel. Als es dann zu einer Massenankunft kam, war Zabel eingeklemmt und dennoch setzte sich Petacchi wie versprochen an die Spitze des Feldes, aber lancierte den Sprint unfreiwillig für andere. Zabel wurde Vierter.




**** Sprint beim Henninger Turm



Auch bei anderen kleineren deutschen Eintagesrennen sollte er nicht jubeln. Beim Sparkassen Giro Bochum (1.1) kam er nicht über den dritten Platz hinaus, als er im Finish um den zweiten Rang Andre Korff unterlegen war.

 

Erst am 24. Mai jubelte Ete über einen Sprintsieg. Diesen feierte er bei der Bayern-Rundfahrt (2. HC). Seinen 200. Karrieresieg verdankte er einer guten Vorarbeit von Siedler, der bei dieser Etappe den dritten Rang erreichte. Auch ein Kuriosum: Dieser Erfolg war der erste Sieg des Teams im Wonnemonat Mai – und das trotz des Giros. Rehabilitation für die verunglückte Leistung in Italien boten ausgerechnet die deutschen Fahrer. Neben Zabel konnten sich Ralf Grabsch bei der dritten Etappe und Schröder beim Schlussabschnitt in die Siegerlisten eintragen.

 

 




**** Grabsch siegt



**** Schröder zieht nach



**** und jubelt



Celestino zählt nicht zu den Sprintern im Team, dennoch hatte er bei Eintagesrennen seine Chancen, wenn diese nicht durch Massenankünfte entschieden wurden. Bei Milano-Torino (1.HC) stand er auf dem Podium wegen eines dritten Platzes. Mit der identischen Platzierung beendete er den GP Citta di Camaiore (1.1), als er den Sprint des Verfolgerfeldes hinter Luca Paolini und Ruslan Pidgornyy gewann. Die vierte Etappe der Drei-Länder-Tour (2.1) beendete er als Zweiter.

 

Grivko hingegen vollbrachte eine ansprechende Leistung, als er nach der Rundfahrt Criterium International (2.HC) auf dem dritten Podiumsplatz landete. Dieser wurde durch zwei dritte Etappenränge begünstigt, die er beim Einzelzeitfahren und bei dem flachen Teilstück des Kriteriums einfuhr. Beim GP Miguel Indurain (1.1), kein Eldorado der Sprinter, schob er noch einen weiteren dritten Rang nach.

 

 




*** Grivko beim



*** Criterium International



Cadamuro griff ergebnistechnisch recht spät in die Saison ein. Bei den 4 Tagen von Dünkirchen (2.HC) erreichte er bei der zweiten Etappe ebenso den dritten Rang wie auch nach der Abschlussetappe. Auch über einen dritten Tagesplatz bei der Friedensfahrt (2.1) durfte er sich freuen. Offensichtlich ging er in dem Gewirr an endschnellen Fahrern in der Equipe etwas unter. Bei der Brixia-Tour (2.1) probierte er sich als Sprinter und wurde bei der letzten Etappe Zweiter. Ein Sieg gelang ihm auch bei der Burgos-Rundfahrt (2.HC) nicht. Jeweils ein zweiter und ein dritter Etappenrang kennzeichneten seine Bemühungen. Bei der vierten Etappe der Vuelta A Ciclista Burgos belegte Ghisalberti ebenso den dritten Platz. Cadamuro wiederum zeigte sich bei der DELTA Ronde van Midden Zeeland (1.1) in guter Form. Er wurde nach einer Sprintentscheidung letztlich Zweiter.

 

Siedler vertrat die Teamfarben ebenfalls bei der Friedensfahrt. Schon bei der Auftaktetappe sowie beim dritten Tagesabschnitt wartete er mit jeweils zweiten Rängen auf.

 

Dyudya stellte seine Qualitäten bei der dritten Etappe der Sachsen-Tour (2.1) unter Beweis. Er schaffte als Solist den dritten Platz.

 

Giovanni Visconti musste lange warten, bis er sich in Szene setzten konnte. Bei der Trofeo Melinda (1.1) erarbeitete er sich in einem Ausscheidungsfahren den akzeptablen zweiten Platz. Gleiches Kompliment lässt sich nach dem GP Industria & Commercio Prato (1.1) an ihn richten, als er sich im Finale nur Bennati beugen musste. Dafür entschied Visconti ein anderes Herbstrennen für sich. Bei der Coppa Sabatini (1.1) ließ er der Konkurrenz, die am Ende aus ca. 15 Fahrern bestand, keine Chance.

 

 




**** Schlechtes Wetter - entsprechende Laune: Siedler



**** Gutgelauntes Sonnenbrillenmodell: Visconti



Beim GP Berghelli (1.1) geschah ein Unglück, das den Ausgang der Veranstaltung zur Nebensache degradierte. Michele Gobbi stürzte schwer und musste mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden, dort wurde er mehrere Tage in ein künstliches Koma versetzt. Er erholte sich aber schnell wieder.

 

Den letzten Saisonerfolg erzielten Sacchi und Velo gemeinsam beim selten ausgetragen Zeitfahren für Duos. Dieses Tandem (nicht als Gefährt zu verstehen) gewann die Trofeo Città di Borgomanero (1.1) recht deutlich. Damit feierten beide zum Jahresende einen kleinen versöhnlichen Sieg für eine nicht immer zufrieden stellende Saison.



Nationale Meisterschaften

Milram wies im Laufe von 2006 einige aktuelle Landesmeister in Team auf. Iglinskiy nutzte im heimischen Kasachstan die Abwesenheit von Alexander Vinokourov im Zeitfahren für den Titelgewinn. Matej Jurco seinerseits übertrumpfte die slowakische Konkurrenz im Kampf gegen die Uhr. Grivko freute sich über die Titelehren in der Ukraine, wo er gegen starke Gegner bestand.

 

Celestino meldete sich bei den italienischen Straßenmeisterschaften mit guter Form zurück. Er zählte im Finale zu einer mehrköpfigen Spitzengruppe. Aus dieser heraus sicherte er sich den zweiten Platz.



Zwischen die Speichen gesehen...

Das Konzept von Milram hat sich nur sehr bedingt bezahlt gemacht. Weil man zugunsten des Sprinterduos Petacchi / Zabel die Equipe sehr stark auf die zwei zuschnitt, wurden andere Bereiche bewusst vernachlässigt. Dann darf man sich nicht beschweren, das Milram bei Hügelklassikern nur peripher zu bemerken war und besonders die Gesamtklassements vernachlässigte. In den PT-Wettbewerben wurden letztlich nur drei Etappensiege erzielt und drei Sonderwertungen gewonnen. Dem stehen viele hintere Platzierungen gegenüber.

 

 




* Durchaus fotogen, aber erfolglos bei Paris Roubaix



Die wenigen Gelegenheiten bei Klassikern für Sprinter wurden nicht konsequent zum Sieg genutzt. Paris-Tours, eigentlich ein Mekka für endschnelle Fahrer, war praktisch ein Flop. Lediglich bei Mailand-San Remo, Gent-Wevelgem und bei den Vattenfall Cyclassics wurden Podienplatzierungen realisiert. Natürlich muss der Ausfall von Petacchi als Begründung für fehlende Siege herangezogen werden. Zabel konnte ihn nicht gleichwertig ersetzen. Andere Sprinter wurden durch das auf diese zwei Protagonisten ausgerichtete Konzept blockiert, wie besonders das Beispiel Cadamuro zeigt. Aber auch Lorenzetto, Vanotti und Siedler mussten darunter leiden, dass sie nur wenig eigene Gelegenheiten bekamen.

 

Das System erwies sich trotz 22 Saisonsiegen insgesamt gesehen als zu wenig flexibel. Man war leicht auszurechnen - vor allem als Petacchi, der trotzdem noch 13 Saisonsiege holte, ausfiel, blieben die Waffen der Equipe im Sprint stumpf. Zabel bestätigte, wenn man diese Saison spöttisch betrachtet, den Verdacht, nur für zweite Plätze gut zu sein – ein ganzes Dutzend trug er davon. Celestino blieb die beste Alternative für die Hügelklassiker. Da auch er z.T. verletzt ausfiel, war Grivko mit der Vertretung etwas überfordert, er benötigt noch Zeit zur Entwicklung. In den Klassements standen die Fahrer praktisch völlig auf verlorenem Posten. Unter den widrigen Umständen mutet es schon sensationell an, dass Ghisalberti so gut in der Romandie und auch beim Giro abschnitt. Wenn diese Fahrer künftig nicht geeigneten Support erfahren, dann werden sie sich umorientieren müssen.

 

Da entsprechende Ergebnisse bei Rundfahrten und Hügelklassiker in der Breite dürftig waren, ergibt sich für die PT-Mannschaftswertung ein mäßiger 18. Platz (185 Zähler). In Anbetracht der Schwerpunktlegung der Mannschaft darf dieses Resultat nicht verwundern, es war wohl gar nicht anders beabsichtigt.

 

Es konnten jedoch auch nur verhältnismäßig wenige PT-Punkte erzielt werden. Hierbei muss einmal mehr die Verletzung von Petacchi als Grund genannt werden, da vorab viele Zähler auf Grund der Etappen bei GTs eingeplant waren. An dem Erwerb von 162 Punkten, wobei Zabel mit 40 Punkten aus dem WM-Rennen beitrug, waren sechs Fahrer beteiligt. Das ist eine eher durchwachsene Bilanz im Vergleich zu den anderen PT-Teams, von denen nur Bouygues Telecom weniger Fahrer in die Einzelwertung brachte. Sie ist aber in dem speziellen Konzept, das Milram verfolgt, begründet. Ob das der Weisheit letzter Schluss ist, muss sich zeigen. Bemerkenswert ist, dass Petacchi als 36. immer noch bester Fahrer seiner Equipe wurde, Zabel folgt auf dem 40. Rang. Celestino wurde 119. Cadamuro und Ghisalberti teilen sich den 149. Rang und das Sextett komplettiert Lorenzetto als 186.




*** Gemeinsames Hoffen auf eine Änderung des Hosendesigns



**** ... auch bei Musiol, Haueisen und Schröder



Top Acht

Zabel - Petacchi – Celestino – Cadamuro – Ghisalberti – Grivko – Visconti – Knees

 

1. Zabel: Ete konnte nicht alle seine Ziele wie gewünscht erreichen. Zwei Siege bei der Vuelta sprangen aber bei den vielen Versuchen heraus. Als Highlights stechen der zweite Platz bei den Vattenfall Cyclassics als auch der Sieg in der Punktewertung der Deutschland-Tour hervor. Natürlich darf seine Silbermedaille bei der WM in Salzburg in der Aufzählung nicht fehlen, allerdings muss man nach der vergebenen Chance davon ausgehen, dass er die WM wohl nicht mehr gewinnen wird.

2. Petacchi: Der Ale-Jet ist trotz der langen Verletzungspause und trotz der geplatzten Hoffnungen auf den neuerlichen Sieg bei Mailand-San Remo einer der besten Fahrer seines Teams. Er stand er auf zwei Podien nach PT-Klassikern. Außerdem schaffte er einen Tagessieg bei Tirreno-Adriatico und sorgte mit einer Handverletzung bei der Vuelta für Schmunzler.

3. Celestino: Bei nur wenigen Platzierungen in der Zone der PT-Zähler seitens der Milram-Akteure ragt der sechste Platz in San Sebastian heraus.

4. Cadamuro: Cadamuro vertrat die Farben seines Teams besonders engagiert bei der ENECO-Tour. Neben Podienplatzierungen gab es auch das Punktetrikot. Aber er scheint das Stiefkind der Equipe zu sein.

5. Ghisalberti: Er ist der einzige Fahrer des Teams der aufgrund einer Platzierung im Klassement einer Rundfahrt Punkte für die PT sammelte. Er wurde Neunter in der Romandie.

6. Grivko: Der Ukrainer glänzte mit einer guten Performance im Zeitfahren z.B. beim Critérium International. Darüber hinaus gefiel er bei der 13. Etappe der Tour de France.

7. Visconti: Er feierte im Herbst zwei Erfolge bei italienischen Eintagesrennen: 2. Platz bei der Trofeo Melinda und Sieg bei der Coppa Sabatini

8. Knees: Der junge Deutsche gewann Rund um Köln und etablierte sich im Anfahrerzug von Petacchi.

 

Keine Aufnahme in der Top Acht fanden

 

1. Iglinskiy: Der Kasache konnte so gut wie keine Akzente setzen.

2. Ongarato: Wider Erwarten gelang es ihm auch nicht, Petacchi einigermaßen adäquat zu ersetzen. Eigene nennenswerte Erfolge gab es 2006 nicht zu vermelden.

3. Sacchi: Er war zwar nur einer der Notnägel in der Equipe, als es darum ging, Petacchi zu ersetzen, aber er hatte von allen die größte Erfahrung. Das kam aber nur selten zum Ausdruck.



Ausblick

Hält sein Knie und kann Petacchi zu alter Form zurückfinden? Diese Fragen beschäftigen die Gemüter. In Anbetracht dieser Situation macht sich bemerkbar, dass die Ausrichtung des Rennstalls ihre Schattenseiten hat. Klappt es bei "Peta" nicht, sieht es ganz schön mau aus. Zabel ist in der Lage, veritable Leistungen zu zeigen, er kann auch noch mit der Spitze mithalten, aber ersetzen kann er den Italiener nicht.

 

Nicht nur aus diesem Grund hat man sich mit Igor Astarloa verstärkt. Der ehemalige Weltmeister soll an vergangene Zeiten anknüpfen und eine echte Alternative für die Hügelklassiker – besonders in den Ardennen - sein. Außerdem möchte sich der Rennstall Situationen wie 2006 bei Mailand-San Remo nicht schutzlos ausliefern, als Quick Step im Finale Katz und Maus mit Milram spielte, sondern auch taktische Alternativen haben. Diesbezüglich ist der Wechsel von Visconti zu Quick Step natürlich ein herber Verlust, nicht nur weil damit die belgische Mannschaft über eine weitere Variante verfügt, sondern weil Visconti eine große Karriere prophezeit wird. Künftig wird er der Adjutant von Bettini. Leider hat man den Sizilianer nicht gehalten, wohl auch, weil man die Ausrichtung am Konzept beibehalten will.

 

Die Anzahl an Klassementfahrern hingegen hat sich reduziert. Iglinskiy setzte sich zu Astana ab und auch Becke ist gegangen. Zudem haben einige endschnelle Fahrer das Weite gesucht. Cadamuro und Vanotti gehören nicht mehr dem Aufgebot an. Auch vom routinierten Den Bakker trennte man sich. Stattdessen wurde der Australier Brett Lancaster geholt, der wohl Aufgaben im Sprintzug von Petacchi erhält.

 

 




*** Astarloa



**** Lancaster



Das deutsche Grüppchen wurde um Marcel Sieberg und Sebastian Schwager erweitert. Zabel hoffte, dass auch Gerald Ciolek den Weg zu Milram finden würde, um den Youngster an die künftigen Aufgaben heranzuführen. Der entschied sich aber dafür, bei Zabels ehemaligen Arbeitgeber T- Mobile zu unterschreiben. Womöglich fürchtete er, bei Milram nicht zum Zuge zu kommen bzw. als Anfahrer verschlissen zu werden. Sollte Ciolek das Schicksal einiger Milram-Akteure in seine Überlegung einbezogen haben, ist nicht ganz von der Hand zu weisen, dass er eventuell zu kurz gekommen wäre.

 

 




**** Marcel Sieberg



**** Sebastian Schwager



Milram-Akteure waren in die Dopingaffäre um Eufemiano Fuentes offensichtlich nicht involviert. Allerdings haben einige Umstände dazu geführt, die Motivation des Rennstalls bezüglich des diffizilen Themas zu betrachten. Als die ICPT darüber zu entscheiden hatte, ob man Discovery Channel auf Grund der Verpflichtung von Ivan Basso aus ihrem Kreis ausschließen wollte, stimmte die Equipe diesem Vorhaben offensichtlich nicht zu.

 

Diese Meldung war nicht die einzige, die Unbehagen hervorrief. So wurden hin und wieder Fahrer, die in die Fuentes-Affäre verstrickt sind, als mögliche Neuverpflichtungen ins Spiel gebracht. Ob es zutreffend ist, dass man wirklich mit Jan Ullrich, Jörg Jaksche oder auch Ivan Basso verhandelt hat, oder ob es Verlautbarungen, die jeglicher Grundlage entbehren, lässt sich hernach nicht klären; dennoch sollte man auch in Richtung Milram Kritik äußern, dass eine andere Haltung im Sinne des Radsports wünschenswerter gewesen wäre.

 

Positiv dahingehend ist aber zu bewerten, dass Zabel unmissverständlich Stellung zum Thema Doping bezog und sich im Gegensatz zu einigen anderen Fahrern für die Einführung obligatorischer DNA-Tests aussprach. Auch positiv ist zu konstatieren, dass Manager Stanga bei der Teampräsentation 2007 betonte, den Sieg nicht um jeden Preis zu wollen, sondern lieber auf ehrliche Weise die Plätze dahinter zu belegen. Bleibt ein wenig zu hoffen, dass besonders die genannten Transfergerüchte auch wirklich nur unhaltbare Gerüchte sind.

 

Kehrt man zur sportlichen Seite zurück, dann gelten natürlich die Rennen Mailand-San Remo sowie die GTs als Highlights. Aber besonders Zabel möchte bei der WM in Stuttgart seiner Sammlung an Medaillen auch noch die in der fehlenden Farbe hinzufügen.

 

Der Express mit der Doppelspitze hat wieder Fahrt aufgenommen…




* Mit Volldampf voraus: Der Milram-Zug


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