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Saisonbilanz Ceramiche Panaria-Navigare 2006

von Steamboat, Dezember 2006

© Fotos: * Mani Wollner, ** cyclingimages.com, *** capture-the peloton.com




Das Team von Panaria erfreut sich auch außerhalb Italiens recht großer Beliebtheit. Dieser Rennstall hat sich viele Jahre im Radsport gehalten, auch wenn er nicht die Ambitionen hegt, mal in die oberste Liga aufzusteigen. Das gilt sowohl für die Pro Tour als auch vorher für die GS I. Dennoch haben die Fahrer der Equipe es jahrelang verstanden, den Namen der Fahrgemeinschaft im Gespräch zu halten. Allerdings scheint den Geldgeber nur der italienische Markt zu interessieren, so dass die Truppe meist in Italien um sportlichen Lorbeer kämpft.

Typisch für das Team ist, dass ein allseitig gutes Mischungsverhältnis besteht. Es sind ebenso routinierte Fahrer vorhanden, aber es gibt auch immer wieder eine Reihe junger Profis, die sich schnell in den Kader integrieren, um an den großen Rennen teilzunehmen. Die Mixtur lässt sich aber auch in anderer Hinsicht ausmachen: Eine Charakterisierung von Panaria als spezielles Rundfahrerteam lässt sich ebenso wenig vornehmen, wie das Team als Klassikermannschaft einzuordnen ist.

Als Kapitän für die Rundfahrten gilt Emanuele Sella, den manch ein Tifosi gerne als "neuen Pantani" sieht, was ihm aber nicht gerecht wird. Ihm zur Seite steht Julio Alberto Perez Cuapio, der seine Qualitäten in der Vergangenheit vorzugsweise im Hochgebirge vorführte. Aber auch die Künste von Luca Mazzanti für jegliche Gesamtwertungen sollten nicht unterschätzt werden, obgleich er bei den anspruchsvollen Klassikern eher zu Hause sein dürfte. Für seine exzellenten Sprinter ist das Team schon lange bekannt. 2006 rangelten sich um die Position des schnellsten Fahrers Paride Grillo, Ariel Maximiliano Richeze und Aitor Galdos. Als Männer, die bei Fluchtgruppen ihr Glück suchen, gelten Moises Aldape und Luis Felipe Laverde. Aber auch Rouleure sind bei Panaria zu entdecken: Brett Lancaster und Serhiy Matveyev.

In einer weiteren Hinsicht unterscheidet sich das Team von anderen. Neben vielen Italienern tummeln sich Fahrer aus vieler Herren (exotischer) Länder in der Equipe: zwei Argentinier (Richeze, Guillermo Ruben Bongiorno, zwei Mexikaner (Perez Cuapio, Aldape), zwei Kolumbianer (Laverde und Miguel Angel Rubiano) sowie ein Spanier (Galdos), ein Australier (Lancaster) und ein Ukrainer (Matveyev). Die Nationalitäten spielten aber nur eine untergeordnete Rolle, wenn Panaria an den Start ging. Vielleicht macht sie dieser Umstand unberechenbarer.



Pro Tour

Panaria durfte neben dem Giro auch bei der italienischen Fernfahrt Tirreno-Adriatico teilnehmen. Bei dieser Tour konnten die Rundfahrtspezialisten wenig zeigen, da diese auch 2006 fast nur durch Massenankünfte geprägt war. Der einzige Tagesabschnitt, der davon abweichend entschieden wurde, war das Einzelzeitfahren. Da diese Disziplin aber auch nicht zu den Spezialitäten von Sella gehört, musste die Equipe sich anders bemerkbar machen.

Man hatte Grillo aufgeboten, der bei der Abschlussetappe das beste Tagesergebnis einfuhr. Er wurde Dritter. Hervorhebenswert ist auch der sechste Rang von Matveyev im Einzelzeitfahren. In der Gesamtwertung musste sich Mazzanti mit dem 35. Rang begnügen, während Richeze in der Bergwertung immerhin Dritter wurde, obwohl er sich eigentlich bei Sprintankünften wohler fühlt.

Die Teilnahme bei Mailand-San Remo erbrachte jedoch trotz der endschnellen Fahrer kein Topergebnis. Grillo und Richeze sind vielleicht doch noch etwas zu jung und unerfahren für dieses Monument. Matveyev und Mirko Allegrini gehörten einer Fluchtgruppe an, die die Anfangsstunden des Rennens gestaltete, sie hatten aber mit der Entscheidung nichts zu tun. Mazzanti wurde letztlich 48.

Ein tolles Ausrufezeichen hinter seine erste Saison als Neo setzte Andrea Pagoto. Ihm gelang zum Saisonabschluss der zehnte Platz bei der schweren Lombardei-Rundfahrt. Ihm war es lange Zeit gelungen, dem Rennen als Mitglied einer Ausreißergruppe den Stempel aufzudrücken. Bemerkenswert, dass diese gestellt wurde und er dennoch auf den 10. Rang kam.




** Richeze



*** Grillo



** Matveyev



Giro d'Italia

Den uneingeschränkten Saisonhöhepunkt stellte der Giro dar. Panaria zählt trotz fehlender PT-Zugehörigkeit eigentlich schon zum Inventar der Corsa Rosa. Dieses hängt mit den exzellenten Leistungen der Mannschaft in der Giro-Geschichte zusammen. 2005 glänzten Lancaster beim Prolog sowie Mazzanti mit Etappensiegen, während Sella den zehnten Rang im Klassement belegte. In den Jahren davor konnte Perez Cuapio einige Bergetappen gewinnen und auch andere Akteure setzten sich in Szene.

Natürlich wird das Gedränge teamintern groß, wenn ein Saisonhöhepunkt wie diese dreiwöchige Rundfahrt ansteht. Eine Nichtberücksichtigung für den Giro-Kader hat für die Fahrer aus dem zweiten Glied dieses Professional Teams zur Folge, dass sich in der Regel erst zwölf Monate später wieder eine neue Chance zur Teilnahme an einer der Grand Tours ergibt.

Dem diesjährigen Nominierungsprozedere fiel Lancaster zum Opfer. Auch Domenico Pozzovivo, der 2005 ein ansprechendes Debut gab, wurde auf Grund einer Armverletzung, die er beim Giro del Trentino erlitten hatte, nicht nominiert. Grillo war fest für einen Start eingeplant, fiel aber ebenfalls wegen einer Erkrankung kurzfristig aus. Ebenso wenig zählte Galdos, der mit einigen guten Ergebnissen im Frühjahr aufwarten konnte, zum Kader.

Einmal mehr wurde Sella als Kapitän benannt. Perez Cuapio stand ihm als Edeldomestike zur Seite, der bei den Austragungen des Italienrundfahrten 2004 und 2005 nicht mehr an die Leistungen davor anknüpfen konnte. Mazzanti sollte die Speersitze für die mittelschweren Etappen sein. Für die wenigen Sprintankünfte wurde somit nur Richeze aufgestellt. Ergänzt wurde der Kader durch Fortunato Baliani, Laverde, Matveyev, Rubiano sowie Aldape. Als Ziele wurden mindestens ein Etappensieg sowie ein einstelliger Platz im Klassement ausgegeben.

Das Highlight der Rundfahrt áus Teamsicht stellte der Tagessieg von Laverde bei der 14. Etappe dar, die von Aosta nach Domodossola führte. Er war Teil einer Ausreißergruppe, die den Tagessieg unter sich ausmachte. Zusammen mit Francisco Perez setzte er sich vor dem Ziel ab und rang den Spanier im Sprint nieder. Das eine Teilziel war damit also erreicht. Zudem übernahm ab diesem Tag sein Begleiter in der Fluchtgruppe, Baliani, das Bergtrikot, nachdem zuvor schon Aldape für einen Tag Träger desselben war.

Richeze wagte sich in Podiumsnähe bei der vierten Etappe, die von Wanze nach Hotton in Wallonien führte. Bei einem Sprint Royale verpasste er nur knapp den dritten Platz. Für ihn war das schon ein Erfolg in Anbetracht der Konkurrenz, die zwar ohne Alessandro Petacchi an Qualität eingebüßt hatte, aber dennoch muss man die anderen erst mal schlagen. Bei der Ankunft in Mailand belegte der Südamerikaner den zweiten Etappenrang.

Das Mannschaftszeitfahren des Giro stellte für viele Teams die Weichen. Für Sella bedeutete diese fünfte Etappe, dass er sich allmählich auf eine Aufholjagd im Klassement einstellen konnte. Der anvisierte Podiumsplatz - ohnehin recht utopisch - rückte in weite Ferne. Selbst ein einstelliger Platz im Gesamtklassement erschien angesichts seines Rückstandes als unsicher - fast drei Minuten lag er hinter dem führenden Sergej Gonchar auf dem 105. Rang.

Sella sollte bei den Folgeetappen allerdings aufholen. Statt seiner setzte aber vorerst Mazzanti Akzente. Auf der Etappe nach Saltara drängte er sich zwischen die Favoriten und belegte den dritten Rang. Die achte Etappe beendete er als Fünfter. Ihr Waterloo erlebten die Panaria-Fahrer dann beim Einzelzeitfahren, als sie einiges an Boden verloren.

Doch bei der nächsten Etappe reihte sich Sella nebst Baliani in eine Ausreißergruppe ein. Sella gelang dann gemeinsam mit Manuele Mori die Flucht. Beide kamen aber bei der Abfahrt zu Fall. Wenig später wiederholte sich für beide Männer dieses Malheur. So wurden sie von einem Quartett wieder eingeholt. Sella belegte aber schließlich den dritten Tagesrang. Da diese Truppe aber einen sehr komfortablen Vorsprung herausgearbeitet hatte, rückte er zwischenzeitlich auf den vierten Gesamtrang vor.

Allerdings verlor er diesen Platz sehr schnell wieder. Vermutlich haben die Sturzfolgen ihn beeinträchtigt, so dass er am Tag des Triumphs von Laverde jede Chance auf ein gutes Abschneiden im Klassement einbüßte und weit zurück fiel. Am Ende ergab sich für Sella der 26. Platz, während Mazzanti noch einen PT-Punkt entführte, da er Zwanzigster wurde. In der Sonderwertung für das Bergtrikot erreichte Baliani den dritten Platz, während in der Teamwertung ein fünfter Rang erkämpft wurde. Es waren damit nicht alle Zeile erreicht, aber dennoch lässt sich ein positives Fazit ziehen.




** Baliani



** Sella



** Cuapio



Outside Pro Tour

Traditionell recht früh in der Saison lieferten die Fahrer Erfolge und respektable Ergebnisse ab. Dass ihre Siegesserie schon bei der Tour de Langkawi (2.HC) begann, ist für Radsportfans keine Neuigkeit. Im Februar diesen Jahres sollte es nicht anders sein, sie feierten gar drei Etappenerfolge. Den ersten schaffte Richeze, der die Auftaktetappe gewann. Tags drauf reichte sein Landsmann Bongiorno den nächsten Sieg nach, während Richeze den Doppelsieg für Panaria an diesem Tag perfekt machte. Schließlich jubelte auch Matveyev über einen Erfolg in Malaysia.

Grillo mauserte sich zum veritablen Sprinter. Bei der Tour de Qatar (2.1) reichte es zu einem zweiten Etappenplatz. Mit identischen Platzierungen endeten die Auftakt- und Abschlussetappen der Vuelta a Murcia (2.1) für Richeze. Bei der Königsetappe der Murcia-Rundfahrt gab auch Sella eine Kostprobe seines Könnens. Zum Sieg reichte es nicht, aber der dritte Rang sprang heraus. Dieses Resultat wiederholte sich für ihn beim Giro del Lazio (1.HC).

Erfolgreich war Grillo nach einer Pause wieder bei der Brixia-Tour (2.1). Die letzte Etappe gewann er bei einer Massenankunft, während er bei der Halbetappe des dritten Tages noch mit dem dritten Rang vorlieb nehmen musste. Beim GP Cita di Misano-Adriatico (1.1) erreichte er nach einem Massensprint wieder nur den dritten Platz.

Bei der Settimana Internationale Coppi e Bartali (2.1) setzte das Team weitere Akzente. So glänzten jeweils Mazzanti und auch Lancaster mit zweiten Etappenplätzen.

Galdos ist ein Fahrer mit baskischen Wurzeln. Auch er sorgte für vorzeigbare Ergebnisse. Bei der Route de Adélie de Vitre (1.1) belegte er ebenso den zweiten Rang wie bei der Auftaktetappe der Vuelta a la Rioja (2.1). Bei dieser Rundfahrt versuchte sein Teamkollege Aldape ihn zu übertreffen, aber auch ihm blieb nur ein zweiter Platz auf dem Schlussstück. Galdos gewann hingegen die Auftaktetappe der Post Danmark Rundt (2.HC) als er sich im Sprint gegen René Haselbacher und Stuart O'Grady durchsetzte, nachdem es dem Trio gelungen war, sich etwas vom Feld abzusetzen.

Galdos schlug den Sprintern zum Auftakt der Tour de la Region Wallone (2.HC) ein Schnippchen. Er setzte sich gegen Fabrizio Guidi und Baden Cooke durch und feierte einen Etappensieg. Am Folgetag hatte er dieses Glück nicht und wurde Fünfter. Bei der dritten Etappe kam Aldape auf den dritten Rang, als er dem Sieger Nico Sijmens im finalen Spurt eines Quartetts nicht das Wasser reichen konnte. Seine weiteren Anstrengungen mündeten in einem weiteren respektablen Resultat. Die vierte Etappe beendete er auf dem zweiten Platz. Im Klassement verfehlte er aber als Vierter das Podium. Den letzten Abschnitt der Wallonien-Rundfahrt beendete Richeze dann ebenfalls mit dem zweiten Rang.

Mazzanti wurde seinerseits stärker, je näher der Giro d'Italia rückte. Beim Giro d'Oro (1.1) erreichte er als Dritter das Ziel. Den Giro dell'Appennino (1.1) beendete er schon als Zweiter. Die Auftaktetappe zum Giro del Trentino (2.1) gewann er schließlich. Im Gesamtklassement dieser Tour belegte er einen hervorragenden zweiten Rang. Bei der Abschlussetappe glänzte sein Stallgefährte Richeze mit dem zweiten Platz.

Nach dem Giro ebbte die Erfolgsstory von Mazzanti nicht ab. Beim Memorial Marco Pantani (1.1) legte er einen zweiten Platz nach. Besser machte es da Baliani. Er riss in Spanien bei der Subida al Naranco (1.1) mit anderen Begleitern aus. Bei diesem Rennen, das mit einer Bergankunft endet, setzte er sich schließlich durch und siegte. Bei der Vuelta Asturias (2.1) erreichte er den dritten Etappenrang beim zweiten Abschnitt - ebenfalls einer Bergankunft. Dieser Rennausgang bildete die Grundlage für seinen dritten Rang in der Abschlusswertung in Asturien.

Beim GP de la Ville de Rennes (1.1) hatten allgemein viele Fahrer der zweiten Reihe die Chance, sich in Szene zu setzen, da zeitgleich die Flandern-Rundfahrt stattfand. Grillo sollte sich schließlich am meisten freuen, da er dieses Rennen gewann. Immer mehr rückte damit der Italiener in den Fokus anderer Profiteams. Zudem gewann er auch die Halbetappe der Circuit de Sarthe (2.1). Beim Auftakt der Vuelta Asturias belegte er den zweiten Rang im finalen Sprint.

Panaria, das für eine gute Arbeit mit Nachwuchsfahrern bekannt ist, schickte auch eine Delegation zum Circuit Lorraine (2.1). Der Neo Tiziano Dall'Antonia nahm teil und belegte bei der dritten Etappe einen schönen zweiten Rang.

Fahrer des Rennstalls sieht man eher seltener in deutschen Landen. Bei der Rothaus Regio Tour (2.1) war aber eine Delegation dabei. Laverde setzte sich bei der zweiten Etappe gekonnt in Szene. Gewonnen hat er den Abschnitt zwar nicht, aber er belegte den dritten Rang. Ebenfalls den dritten Platz schaffte Grillo bei der letzten Etappe, als er hinter Torsten Hiekmann und Dirk Müller, die beide freilich als Solisten das Ziel erreichten, den Sprint des Hauptfeldes u.a. gegen einen noch nicht im Vollbesitz der Kräfte befindlichen Petacchi gewann. Im Klassement fand sich Laverde als Bester auf dem fünften Platz wieder.

Dieser verpasste jedoch knapp einen Sieg beim GP Nobili Rubinetterie – Borgomanero (1.1). Mit drei anderen Fahrern konnte er sich bei der Zielankunft absetzen. Auch Sella machte es bei der Coppa Placci (1.HC) nicht besser. Er war der letzte Fahrer, den Rinaldo Nocentini abschütteln konnte. Somit blieb ihm der zweite Platz bei diesem prestigeträchtigen Rennen.




* Laverde



Zwischen die Speichen gesehen...

20 PT-Punkte schnappten einige Akteure des Teams den Startern der PT-Teams weg. Lediglich Intel-Action konnte mehr Zähler entführen. Mit Unibet lag man diesbezüglich gleich auf. An der Sammlung waren sechs Fahrer (Laverde, Richeze, Mazzanti, Sella, Pagoto und Grillo) beteiligt. Dieses Ergebnis entspricht der Anzahl der Radler von Milram oder Francaise des Jeux. Es ist gar einer mehr als bei Bouygues Telecom. Man muss aber Panaria zugestehen, dass sie nur bei vier PT-Wettbewerben startberechtigt waren. Dass der Aussagewert dieser Feststellung nicht überbewertet werden darf, ist klar. Schließlich kann Panaria die Kräfte auf die wenigen Veranstaltungen konzentrieren, während die anderen genannten Mannschaften sich regulär dem Stress aller Wettbewerbe stellen müssen.

Wichtig sind dann auch die Ergebnisse bei den anderen Rennen, aus denen sich dann die Listen für die einzelnen Kontinentalwertungen ergeben bzw. ein Ranking aller Professional- und Continental-Teams. In der Teamwertung beendete man die Saison auf Platz sechs, also recht weit vorne. Mazzanti erreichte in der UCI Europe gar einen fünften Rang, während Sella auf Platz 50 und Grillo auf 58 folgten. Auch Galdos als 61. blieb unter den ersten 100.

Aber auch in zwei anderen Kontinental-Einzelwertungen sind Panaria-Fahrer zu finden. In der UCI Asia reichte es für Richeze zum 35. Rang, während Lancaster in der UCI Oceania 42. wurde.

Während man Grillo ein erfolgreiches Jahr bescheinigen muss, so muss in Bezug auf Sella anmerken, dass er in seiner Leistung ein wenig stagnierte. Vielleicht sollte sich der junge Italiener mal über einen Tapetenwechsel Gedanken machen. Ob ein ehrenwerter, aber zweitklassiger Rennstall wie Panaria seinen Ansprüchen auf Dauer genügen kann, muss bezweifelt werden. Die Qualitäten von Mazzanti kommen hingegen bei Panaria erst richtig zur Geltung. Er wäre gut beraten, bei der Mannschaft zu bleiben.

Die Fahrer des Rennstalls sorgten für zwei Siege bei Eintagesrennen. Dazu kamen fünf zweite Plätze und zwei dritte Ränge. Dem gegenüber je ein zweiter und ein dritter Rang in Rundfahrt-Klassements. Neun Etappensiege sollen nicht verschwiegen werden. In puncto Tagesergebnissen machte sich bemerkbar, dass man über etliche endschnelle Fahrer verfügte, die zwei Drittel dieser Erfolge erzielten. Sie sind auch in den Top Acht zu finden.



Top Acht:

Mazzanti – Grillo – Laverde – Richeze – Pagoto – Sella – Baliani – Galdos

Mazzanti: Er war der konstanteste im Team. Dieses wird durch den 5. Rang in der UCI-Europe- Wertung deutlich. Er mischte oft vorne mit, hatte dabei aber nicht immer das letzte Quäntchen Glück. Er wurde bester Fahrer des Teams beim Giro.

Grillo: Der junge Italiener gewann ein Eintagesrennen und sicherte sich Erfolge bei zwei Sprintankünften. Er gefiel bei Tirreno-Adriatico. Schade, dass ihn eine Krankheit stoppte.

Laverde: Den wichtigsten Saisonsieg trug der Lateinamerikaner davon – einen Etappensieg beim Giro.

Richeze: Er ließ Grillo beim Giro vergessen und ärgerte die Konkurrenz in der vergangenen Saison.

Pagoto: Der Neo sorgte mit seinem starken Auftritt in der Lombardei für Loblieder. Hoffentlich kann er das Resultat wiederholen.

Sella: Ihm war das Glück beim Giro nicht gerade hold. Aber immerhin erreichte er eine Podestplatzierung nach einer Etappe. Er radelte zwar mit, aber blieb ohne Saisonsieg.

Baliani: Er gefiel mit seinen Bemühungen in der Bergwertung des Giro. Zudem siegte er bei Subida al Naranco.

Galdos: Der sprintstarke Spanier freute sich über zwei Etappenerfolge.

Keine Berücksichtigung fanden:

Bongiorno: Er gewinnt zwar eine Etappe bei der Tour de Langkawi, blieb aber ansonsten im Hintergrund.

Perez Cuapio: Der Mexikaner zeigte sich zwar verbessert im Vergleich zu den Vorjahren, musste aber erneut anderen den Vortritt lassen.

Pozzovivo: Der Aufwärtstrend wurde durch eine Verletzung gestoppt.

Lancaster: Er wirkte etwas farblos im Vergleich zu anderen Teammitgliedern. Er verlässt die Manschaft.




* Mazzanti



Ausblick:

Die Ziele für die nächste Saison dürften die gleichen sein wie die der letzten. Es soll wieder am Giro teilgenommen werden. Dass Panaria keine Wildcard erhalten sollte, gilt fast als ausgeschlossen. Die wichtigen Figuren blieben dem Team erhalten. Lediglich Lancaster (zu Predictor-Lotto) und Galdos (zu Euskaltel) verlassen die Mannschaft.

Ob die Neuzugänge Antonio Bucciero und Daniele Colli Aufnahme in den Giro-Kader finden werden, lässt sich noch nicht absehen. Auch Francesco Tomei und Filippo Savini könnten in die engere Wahl kommen, auch wenn sie als Neos in die Saison 2007 starten.

Vermutlich aber wird wieder den Männern Vertrauen geschenkt werden, die auch bei der letztjährigen Austragung dabei waren. Das wären Sella, der wohl von Perez Cuapio Unterstützung erhält, Laverde, Mazzanti und Baliani. Wenn zwei Sprinter zum Team gehören sollten, wären dieses Grillo und Richeze, dann müsste vermutlich Matveyev weichen. Rubiano und Aldape müssen ihre Plätze gegen Pozzovivo und Pagoto behaupten.

Aber die Truppe ist auch bei anderen Veranstaltungen nicht chancenlos. Sie verkauften sich teuer in der Lombardei und waren phasenweise auch bei Tirreno-Adriatico gefährlich.

Panaria hat gezeigt, dass es stets für Überraschungen gut ist. Man möchte hoffen, dass es von diesen auch 2007 einige geben wird. Für Sella und Grillo sollten sich in der nächste Saison wichtige Weichen stellen. Ob ihnen wirklich große Karrieren bevorstehen, müssen sie in der neuen Saison zeigen. In diesem Fall müssten sich beide Gedanken machen, ob sie diese bei Panaria erleben wollen, oder ob sie sich doch dem Wettkampf der besten Fahrer stellen… Die Abgänge waren zu bedauern, aber das ist nun mal das Los eines Rennstalls, der partout nicht nach oben möchte. Außerdem: Panaria ist ein für seine Nachwuchsarbeit bekanntes Team - da gäbe es bestimmt bald einen neuen Grillo oder einen neuen Sella


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