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Saisonbilanz Agritubel 2006

von steamboat, November 2006 

© Fotos: * Capture The Peloton, ** Mani Wollner, *** velo-photos.com

 




2005 wurde Agritubel aus der Taufe gehoben. Neben Ag2r Prévoyance und RAGT-Semences war es der dritte Radrennstall, der sich als französisches Professional Team registrieren ließ. Einladungen zu Pro Tour (PT)-Veranstaltungen waren jedoch nicht der Regelfall. Zur Tour de France gab es keine Wildcard, ebenso mussten sich die Fahrer des Teams in der Zuschauerrolle üben, als Paris-Nizza und die Dauphine Libéré ausgetragen wurden. Als Neuling hat man es im Radsportzirkus schwer, das erfuhren auch die Verantwortlichen um Manager David Fornes, da die ausländischen Veranstalter der PT-Rennen ihre Einladungen nicht an ihn versandten. Vermutlich war man auch skeptisch, da man aus französischen Landen nicht gerade mit Qualität versorgt wird, wenn es um den Radsport geht.

 

Somit blieben nur die PT-Klassiker, die in der Heimat stattfanden, um sich zu profilieren. Florent Brard gehörte 2005 zum Aufgebot, das bei Paris-Roubaix an den Start ging. Mit dem siebten Platz beendete er das Rennen. Damit war er bester Franzose und half seinem Team sehr, wenngleich er die Equipe zum Saisonende verließ. Auch bei Paris-Tours und dem GP Ouest-Plouay startete Agritubel, blieb aber mit Plätzen im Mittelfeld im Rahmen der Erwartungen. Dennoch werteten diese Resultate die Chancen des Teams für künftige Wildcards erheblich auf.

 





Juan Miguel Mercado *

Zudem wurde das Team noch einmal vor der Saison verstärkt. Mit Juan Miguel Mercado kam gar ein Rundfahrtenkapitän, der durchaus Chancen haben konnte, in die Top Twenty der Tour de France vorfahren zu können. Zum Teil schien das Team stärker als z.B. Bouygues Telecom besetzt zu sein.

Die Equipe freute sich auf eine in Aussicht gestellte Tourteilnahme. Als ein Indiz für die Einladung zur Tour konnte dann die Wildcard für Paris-Nizza gezählt werden. Das „Rennen zur Sonne“ wird auch von den TdF-Organisatoren ausgerichtet, in der Vergangenheit deutete diese Einladungstaktik auf ein entsprechendes Verhalten bei der Tour hin. Schließlich gab es dann offiziell das Ticket.

 

Agritubel setzte sich aus einigen erfahrenen Akteuren und noch jungen Fahrern zusammen, die Erfahrungen noch sammeln müssen. Zu den Routiniers gehören zweifellos Christophe Agnolutto, Sieger der Tour de Suisse 1997), José Alberto Martinez (Criterium International Gewinner von 2002), Benoit Salmon (Midi Libre-Sieger von 1999) oder auch Mercado, der u.a. auf einen Etappensieg bei der Tour de France zurückblicken kann. Ferner zählen Manuel Calvente und Saulius Ruskys dazu.

Außerdem beschäftigte der Rennstall einige Akteure mit Entwicklungspotential. Da wäre der Niederländers Hans Dekkers, der sich auch in jungen Jahren schon einen Namen erwarb, oder Nicolas Crosbie, der mit etwas mehr Geschick seitens des Begleitfahrzeugs bei Paris-Nizza mindestens eine Etappe gewonnen hätte. Mitunter wäre gar der Gesamtsieg keine Utopie geblieben.



Pro Tour

Agritubel hat, wie bereits ausgeführt, als Professional Team nur selten Gelegenheit, sich auf großer Bühne unter Beweis zu stellen. Dieses bietet den Vorteil, sich auf die wenigen Highlights gezielt vorbereiten zu können. Auf der anderen Seite entsteht dadurch der Nachteil, dass Formschwächen zum ungünstigen Zeitpunkt nicht umgehend in den Ansichten der Betrachter revidiert werden können mangels weiterer Gelegenheiten zur Wiedergutmachung.

 

Schon bei Paris-Nizza unterstrich das Team seine Ambitionen. Bei den ersten zwei Etappen gestaltete Agritubel den Rennverlauf aktiv mit. Zunächst war Christophe Laurent in einer Fluchtgruppe, die aber  gestellt wurde. Auf der zweiten Etappe wagte Crosbie eine Soloflucht von 189 km Länge und hatte zeitweise über 20 Minuten Vorsprung. Das Peloton hatte mit Ausnahme von Quick Step zunächst kein Interesse an einer Verfolgung, da damit nur die Interessen von Tom Boonen aktiv unterstützt worden wären, während man bei Crosbie vermutete, dass er für die Strapazen des Solorittes bezahlen würde und deshalb keine Gefährdung für das Klassement bedeutete. So sollte es zwar auch kommen, aber die unzulängliche Betreuung während des Rennens seitens der Verantwortlichen trug erheblich zum Scheitern bei.

Der junge Franzose zollte schließlich den Anstrengungen mit einem Hungerast Tribut und wurde 14 Kilometer vor dem Ziel gestellt. Man kann aber der sportlichen Leitung um Fornes und Sportdirektor Dennis Leproux den Vorwurf nicht ersparen, dass sie sich in Bezug auf den komfortablen Vorsprung von Crosbie falsch verhielten. Der Hungerast hätte durch ein entsprechendes Coaching verhindert werden müssen. Jens Voigt merkte später an, dass der Vorsprung von den favorisierten Teams schwer zu reduzieren gewesen wäre. In anbetracht der wenigen Möglichkeiten der Mannschaft, sich derart im Rampenlicht zu präsentieren, muss man dieses Manko schon klar herausstellen.

Als Trostpreis erhielt Crosbie kurzzeitig das Bergtrikot, das er aber zwei Tage später an seinen Stallgefährten Laurent weiterreichen musste. Dieser verlor es aber am Schlusstag noch an David Moncoutie, so dass Agritubel nicht ganz schuldlos mit leeren Händen die Veranstaltung verließ. Dabei hätten die Taschen reich gefüllt sein können. So reichte es für Martinez zum 23. Platz im Klassement.

 





Paris-Roubaix 2006 **

Die Wildcard für Paris-Roubaix erbrachte kein vergleichbares Ergebnis wie im Vorjahr. Bei der diesjährigen Austragung reichte es für Laurent als besten seines Teams nur zum 39. Rang. Beim Flèche Wallone hingegen schaffte Salmon einen exzellenten 13. Rang, als er mit den Favoriten gemeinsam ins Ziel kam. Auf alle Fälle war er Schnellster der „Professionals“ und nebenbei auch der erste Fahrer eines französischen Teams, der die Ziellinie überfuhr. Bei Lüttich-Bastogne-Lüttich war erneut Laurent bester Fahrer des Teams, belegte aber nur den 58. Platz.

Die Dauphiné Libéré nutzte das Team zur Vorbereitung auf die Tour. Dabei hielt es sich zurück und konnte nicht an die Leistungen von Paris-Nizza anschließen. Mercado landete schließlich auf dem etwas schwachen 41. Rang. Auch bei den jeweiligen Tagesergebnissen spielte Agritubel keine Rolle.

 



Der größte Erfolg sollte bei der Tour de France folgen. Die zehnte Etappe von Cambo-les-Bains nach Pau wurde zur Triumphfahrt von Mercado. Cyrille Dessel und er sollten den Tagessieg in Pau unter sich ausmachen, nachdem sich beide clever einen Vorsprung erarbeitethatten. Um den Sieg sprinteten beide. Der Fahrer von Agritubel behielt aber die Übersicht und setzte sich durch. Damit hatte das kleine Team aus Frankreich seine Einladung zur Grand Boucle mehr als nur gerechtfertigt.

Im Vergleich zum Tagessieg fielen die sonstigen Resultate bei der Tour etwas ab. Keinem weiteren Fahrer aus dem Kader, dem neben Mercado, Calvente, Cédric Coutouly, Moises Duenas, Eduardo Gonzalo, Laurent, Martinez, Samuel Plouhinec und Salmon angehörten, und auch nicht Mercado selbst, der noch vor dem Ende der Tour ausstieg, gelang ein einstelliges Tagesergebnis. Die zweitbeste Tagesplatzierung war ein 20. Platz von Laurent. Bester im Gesamtklassement wurde Salmon als 38.

 




Das Team
*



bei der Tour de France 2006 *



Den Vergleich mit den schwächeren französischen PT-Rennställen braucht Agritubel jedoch nicht zu scheuen. Das Resümee zur Tour liest sich besser als das von Francaise des Jeux und ist Bouygues Telecom ebenbürtig. Man belegte den 16. Rang in der Mannschaftswertung zwischen Bouygues Telecom und Francaise des Jeux. Außerdem eröffnet dieses Resultat dem Team die Chance, es 2007 besser zu machen. Dennoch muss man annehmen, dass Agritubel eher aus landsmannschaftlichen Beweggründen als wegen der sportlichen Leistung künftig bei der Tour gastieren darf.

 

Beim GP Ouest-France-Plouay stand das Team erneut am Start. Den 17. Platz von Salmon darf man unter der Kategorie Achtungserfolg verbuchen. Er deutete an, dass er zu den stärkeren Franzosen bei Klassikerrennen zählt. Hingegen wird über das Abschneiden der Fahrer bei Paris-Tours der Mantel des Schweigens ausgebreitet.



Outside Pro Tour

Agritubel stand mit Saisonbeginn unter diskreter Beobachtung der Organisatoren der Tour de France. Das Team musste den Nachweis erbringen, dass es stark genug war um bei der GT bestehen zu können; denn nur dann schien eine Wildcard möglich und sportlich vertretbar. Deswegen waren die Fahrer der Equipe angehalten, entsprechende Resultate schon zu Saisonbeginn abzuliefern, die die Bewerbung wirkungsvoll untermauerten.

 

Der Litauer Aivaras Baranauskas machte den Anfang. Er erzielte einen dritten Etappenplatz bei der Mittelmeer-Rundfahrt (2.1). Eine identische Platzierung gelang Calvente während der Andalusien-Rundfahrt (2.1), bei der er schlussendlich den neunten Gesamtrang belegte. Später in der Saison versuchte er, eine Etappe der Drei-Länder-Tour (2.1) zu seinen Gunsten zu entscheiden. Allerdings konnte er dem Tagessieger Karsten Kroon nicht folgen und rettete den zweiten Platz ins Ziel.



Als die Wildcard für die Grande Boucle schon unter Dach und Fach war, gelang dem Team der vorläufig größte Wurf. Bei der so genannten „Mini-Tour“, dem Critérium International (2.HC), feierte die Mannschaft trotz starker Konkurrenz einen Etappensieg. Im abschließenden Zeitfahren jubelte Martinez über die schnellste Fahrt über die Strecke von 8,2 km.




Martinez
Critérium International 2006
*



Agnolutto
Critérium International 2006
*



Bei der Bayern-Rundfahrt (2.HC) musste der Baske sich beim Einzelzeitfahren dem Schweizer Beat Zberg beugen. Dennoch legte er damit den Grundstein für seinen Gesamtsieg bei dieser Rundfahrt, da er auf den Gerolsteiner-Fahrer zuvor einen Vorsprung herausgearbeitet hatte.

 





Hans Dekkers **

Der Niederländer von Agritubel hielt die Teamfarben in einigen Rennen in Frankreich hoch. Dekkers erreichte sowohl den dritten Rang beim GP de la Ville de Rennes (1.1) als auch die identische Platzierung beim GP Denain - Porte de Hainaut (1.1).

Beim Eintagesrennen Paris – Camembert Lepetit (1.1) erbrachte Coutouly einen Leistungsnachweis als Zweiter. Er musste sich nur Anthony Geslin beugen. Ein weiteres Mal langte es für ihn zu einem zweiten Platz. Bei der letzten Etappe der Tour du Limousin (2.1) war Sebastien Hinault im Finish eines Führungsquartetts am schnellsten.

Beim Circuit Lorraine (2.1) gab es für Gonzalo Grund zum Jubel, als er die dritte Etappe gewann. Er setzte sich im Endspurt durch. Im Gesamtklassement belegte er den dritten Rang und empfahl sich nachhaltig und erfolgreich als Kandidat für einen Start bei der Tour de France. Ferner sollte der Spanier auch eine Etappe der Rundfahrt Tour Rhône-Alpes Isère (2.2) gewinnen.



Je näher die GT rückte, desto mehr Fahrer nutzten die Gelegenheit zur Eigenwerbung. Zu ihnen zählte auch Benoit Sinner, der bei Boucles de l'Aulne (1.1) den dritten Rang belegte. Er sollte aber keinen Einsatz bei der dreiwöchigen Rundfahrt bekommen.

Auch andere Fahrer wurden für diese nicht nominiert. Eine Möglichkeit, die Teamleitung davon zu überzeugen, dass ein übergangener Akteur eigentlich in den Kader für die Große Schleife gehört hätte, bietet traditionell die Tour du Doubs (1.1), die parallel zum Auftakt der Tour de France in Frankreich abgehalten wird. Mickael Buffaz erreichte bei diesem Wettbewerb den zweiten Rang.

Crosbie musste sich offenkundig lange von seiner Mammutflucht bei Paris-Nizza erholen. Erst bei der Polynormande (1.1) ließ sich ein gutes Ergebnis verzeichnen, als er als Dritter das Rennen beschloss und damit auf dem Podium landete.

Die Tour de l´Avenir (2.1) wurde noch einmal zu einer Erfolgsgeschichte des Rennstalls. Die dritte Etappe gewann Dekkers beim Sprint einer Spitzengruppe. Bei der sechsten Etappe setzte sich Duenas durch, der als Solist das Ziel erreichte. Durch diesen Tagessieg legte er einen Grundstein für seinen Gesamtsieg. Der zweite Platz im Einzelzeitfahren beseitigte jeden weiteren Zweifel an dem Triumph des Fahrers bei der Zukunftstour.




Moises Duenas im gelben Trikot



während der Tour de l'Avenir *



Zwischen die Speichen gesehen …

Der größte Sieg war natürlich der Etappensieg bei der Tour de France. Er überstrahlt die anderen z.T. beachtlichen Ergebnisse des Teams und stellt deren Misserfolge in den Schatten. Immerhin gewannen zwei Fahrer Rundfahrten, von denen der Erfolg von Martinez bei der Bayern-Rundfahrt sogar außerhalb Frankreichs verbucht wurde. Schon alleine dadurch unterscheidet sich Agritubel von mancher französischen PT-Mannschaft, die praktisch nur in den eigenen Wänden zu gefallen wissen.

Trotz guter Resultate blieb hingegen ein Sieg bei einem Eintagesrennen aus, wenngleich sechs Podestplatzierungen möglich wurden, hingegen aber nur drei bei Rundfahrten geschafft wurden. Insgesamt fünf Etappenerfolge wurden jedoch realisiert. Alle Siege wurden von den Legionären im Team erzielt, die Franzosen wussten lediglich durch gute Platzierungen zu gefallen.




Gilles Canouet während Kuurne-Brüssel-Kuurne 2006 **



In der UCI Europe steht aus Teamsicht folglich Martinez an vorderster Stelle. Er wurde 43. Ihm folgen die Franzosen Coutouly als 87. und Sinner als 92. Auch Duenas (146.), Dekkers (176.), Gonzalo (185.) und Buffaz (189.) enterten Plätze unter den ersten 200. Hingegen sind Laurent, Salmon und Mercado, die bei den PT-Rennen z.T. furios fuhren, im Hintergrund geblieben. Dennoch erreichte der Rennstall in der UCI Mannschaftswertung einen ordentlichen 14. Rang.



Top Acht

Martinez – Mercado – Salmon – Duenas - Coutouly – Laurent – Dekkers – Gonzalo:

 

• Martinez: Er setzte in der Saison mehrere Akzente, so gewann er eine Etappe beim Critérium International und sicherte sich den Gesamtsieg der Bayern-Rundfahrt. War auch bester in der UCI Europe aus dem Team. Bei der Tour war nicht viel zu sehen, bei Paris-Nizza 23.

• Mercado: Der Wechsel von Quick Step hat sich für ihn in der Form gelohnt, als dass er sich nun der Unterstützung seiner Mannschaft sicher fühlen konnte. Er dankte es mit dem Etappensieg bei der Tour. Andererseits münzte er diese Privilegien nur begrenzt in Erfolge um. In den Klassements der PT-Rundfahrten spielte er eine untergeordnete Rolle.

• Salmon: Der Franzose schlug sich tapfer bei den Klassikern. Beim Flèche Wallone und beim GP Ouest-France-Plouay blieb er jeweils unter den ersten Zwanzig.

• Duenas: Er sorgte für den zweiten Gesamtsieg. Bei der Tour de l´Avenir deutete er an, dass in ihm noch mehr steckt. Bei der Tour fiel er mit dem fünften Rang in der Wertung für die jungen Fahrer auf (Weißes Trikot).

• Coutouly: Bei Paris – Camembert Lepetit verfehlte er knapp den Sieg. Ansonsten gefiel er durch solide Leistungen, so dass er auch in der Wertung der UCI Europe unter den ersten Hundert landete.

• Laurent: Der Franzose machte bei Paris-Nizza eine gute Figur. Daneben sorgte er für einige respektable Ergebnisse, die zwar niemanden verzücken, aber er wurde für andere Teams interessant. Er fährt 2007 Pro Tour.

• Dekkers: Ihm gelang sein Highlight mit dem Etappengewinn bei der Tour de l´Avenir. Auch andernorts setzte er sich gekonnt in Szene.

• Gonzalo: Beim Circuit Lorraine empfahl er sich durch einen Etappensieg und den dritten Klassementplatz für das Tour-Team.

Keine Aufnahme fanden:

• Agnolutto: Er war fast überflüssig. Der Routinier spielte in der Saison keine Rolle und wurde nicht mal für die Tour aufgestellt.

• Ruskys: Er blieb völlig unsichtbar.

 



Ausblick

Auf den ersten Blick ändern sich die Zielsetzungen für 2007 nicht. Die erneute Teilnahme an der Tour de France wird ebenso fokussiert wie auch der Start bei Paris-Nizza und der Dauphiné Libéré. Zweifel, dass es zu einer Verweigerung der Wildcards kommen könnte, bestehen bisher nicht. Und sollten nicht gerade Dopinggerüchte, die es auch bisher nicht gab, die Runde machen, stehen die Termine längst im Rennkalender der Akteure von Agritubel, die sicherlich auch bei Paris-Roubaix, Paris-Tour und beim GP Ouest-France-Plouay starten werden. Immerhin zwei Free Tickets gingen aus Wallonien ein, die Chancen auf einen erneuten Start bei Lüttich-Bastogne-Lüttich und/oder Fleche Wallone sind gut, da die Konkurrenz für Teilnahmeberichtigungen dieser Rennen nicht zugenommen hat. Dass weitere Einladungen folgen, ist zwar nicht ausgeschlossen, aber es bieten sich wohl nur wenige zusätzliche Gelegenheiten. Ein Start bei der Romandie und bei der Tour de Suisse wird wohl an fehlenden helvetischen Fahrern in der Mannschaft scheitern. Für die Etappenrennen in Italien, Deutschland, Polen oder Benelux hat man schlechte Karten, während auch ein Start in Spanien bei einer der PT-Rundfahrten als sehr unwahrscheinlich gelten kann.

 

Qualitativ muss man mehr erwarten als 2006. Eine solche günstige Ausgangsposition wie bei Paris-Nizza darf man nicht wieder dilettantisch aus der Hand geben. Und auch bei der Tour sollte man im Klassement und bei einzelnen Etappen bessere Ergebnisse erzielen können. Zudem wäre ein Top Ten Platz bei fünf PT-Klassiker-Starts erstrebenswert.

Zu diesem Zweck wurden erfahrene Kräfte verpflichtet, die Agritubel nach vorne bringen sollen. Von Phonak kommt Nicolas Jalabert, während Nicolas Vogondy von Crédit Agricole zum Kader stößt. Auch Cédric Hervé wurde verpflichtet, der 2006 beim Continental Team Bretagne-Jean Floc´h für Furore sorgte. Auch der Neo Roman Feillu hat trotz seines jungen Alters von sich reden gemacht. Spätestens seit der U 23 WM, wo er den zweiten Platz belegte, ist er nicht nur den Kennern der Sportart ein Begriff.




Nicolas Vogondy *



Nicolas Jalabert ***



Einige Abgänge gibt es auch zu vermelden. Cofidis sicherte sich die Dienste von Buffaz, während Laurent 2007 in den Farben von Crédit Agricole starten wird. Crosbie greift künftig für Bouygues Telecom an. Daneben gibt es den Verlust von Agnolutto zu beklagen, der in seinem letzten Profijahr jedoch unterging.

Dennoch geben die vergangene Saison und auch die Neuverpflichtungen zur Hoffnung Anlass, dass das Team sich auch 2007 beweisen kann.


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