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Mock-List 2006: Platz 8 - 1



Platz 8: Alex Rasmussen




Alex Rasmussen

09.06.1984

Dänemark

 

Die Dänen haben bekanntermaßen eine unglaublich starke Nachwuchsgeneration. Vor dieser Saison hat man mit einem starken Anders Lund oder gar schon der unheimlich starken 87er Generation gerechnet. Aber Alex Rasmussen stahl eigentlich allen anderen Dänen die Show.

 

Den Bahn Fans dürfte Rasmussen schon länger bekannt sein. Denn anders als Landsmann und Namensvetter Michael, liegen Alex nicht die steilen Berge, sondern die Steilkurven. Auf der Bahn verkörpert Rasmussen Weltklasse. Bei der letztjährigen Bahn Weltmeisterschaft in Los Angeles wurde er mit dem dänischen Vierer Neunter, im Madison wurde er mit seinem Partner Achter. Doch das war alles nur noch eine Draufgabe für das, was er davor allein erreicht hatte, den Rasmussen darf nach seinem Sieg im Scratch nun für immer Regenbogen am Ärmel tragen.

 

Auf der Straße machte sich Rasmussen relativ rar. Nur beim kleinen, deutschen Stuttgart – Straßburg – Stuttgart (2.2) wurde er im Sprint hinter Stefan Löffler Zweiter. Hoffi kann sich da sicher gut dran erinnern, denn er wurde hier Vierter. Erfahrungsberichte können sicherlich via PN eingeholt werden…

Beim Zeitfahren einen Tag später markierte Rasmussen seinen ersten Profisieg. Anders als viele ex – Bahnler, die entweder Sprinter oder Zeitfahren können, kann Rasmussen nämlich Beides sehr gut.

 

Diese Saison legte der Däne dann mehr Wert auf die Straße. Und das mit beeindruckenden Erfolgen. Durch unter Anderem endschnelle Männer wie Hunt und Ljungqvist im Sprint um Platz drei hinter sich zu lassen, konnte Rasmussen schon Ende April beim heimischen GP Herning (1.1) eine Duftmarke hinterlassen.

Dass deutsche Straßen dem Dänen liegen, bewies er beim stark besetzten U23 Rennen Tour de Berlin. Ein Tagessieg im Sprint blieb ihm verwehrt, dafür sicherte er sich als solo Ausreißer die zweite Etappe und als Zeitfahrer die dritte. Dies führte letztendlich auch zum Gesamtsieg.

Wie viel sein neunter Platz beim EZF der WM in Limburg wert ist, lässt sich schwer einschätzen, da es dort angeblich massive Probleme mit der Zeitnahme gab.

Besser einzuschätzen sind seine Leistungen bei der Dänemark – Rundfahrt (2.HC) Anfang August. Bei einer der am besten besetzten HC Rundfahrten des UCI Kalenders zeigte er die ganze Palette seines Könnens.

Auf der dritten Etappe musste er sich im Sprint Förster und O`Grady geschlagen geben, aber die Namen hinter sich stehen für Qualität; Haselbacher, Richeze, Cooke, Degano, Backstedt, Hunt, Bonomi, van Hummel, Pollack.

Einen Tag später folgte das Zeitfahren. Wieder musste er mit Cancellara und Ziegler einem CSCler und einem Deutschen den Vortritt lassen, aber bei seinem dritten Platz schlug er erneut Weltklasseleute wie Nibali, Evans, O`Grady, Backstedt, Roesems oder Rich.

 

Auf der Bahn lief es dafür dieses Jahr nicht ideal. Bei der WM in Bordeaux sprang nur mit dem Vierer eine vordere Platzierung heraus, aber obwohl die Truppe sechs Sekunden schneller als im Vorjahr war, konnte die Vorjahresplatzierung nur gehalten werden.

Da die Profiteams aber ihre Rennen größtenteils auf Straßen absolvieren, sollte ihnen Letzteres herzlich egal sein. CSC wäre natürlich als dänisches Team die logische erste Anlaufstelle für Rasmussen. Bisher allerdings ist nichts über seinen Verbleib nächstes Jahr bekannt. Einen Stagiaire Vertrag hat er auch nicht abgeschlossen. Er muss sich auf jeden Fall sputen mit dem Suchen, denn diese ist seine definitiv letzte U23 Saison.

Bei der kommenden Weltmeisterschaft kann man Rasmussen im Zeitfahren sicher vorn erwarten. Wie er die Hügel des Straßenrennens verkraftet bleibt abzuwarten. Im Sprint gäbe es in der U23 jedenfalls nur Wenige, die ihn gefährden könnten.

 

nominated chreezer, dijk und ogkempf, presented by ogkempf

 



Platz 7: Mark Cavendish



Mark Cavendish
© velo-fotos.com

Mark Cavendish

Großbritannien

21.05.1986

 

Medaillen für die Isle of Man sind bei den Commonwealth Games rar gesäht. An Goldmedaillen gar konnten sich vermutlich maximal die Inselältesten erinnern; dunkel. Aber dies veränderte dieses Jahr Mark Cavendish, der aus dem bestimmt äußerst idyllischen Laxey auf der Isle of Man stammt, mit seiner Goldmedaille im Punktefahren drastisch.

Deutlich ist also, dass Cavendish ein starker – für sein Alter sogar unglaublich starker; denn mit Großbritannien, Australien und den USA ist die Konkurrenz bei den Commonwealth Games sicher alles andere als schlecht – Bahnfahrer ist. Und wer das Punktefahren beherrscht, der hat auf jeden Fall die Endschnelligkeit auf seiner Seite.

 

In seiner Juniorenzeit fiel Cavendish kaum auf. Aber letztes Jahr enterte er die Männerwettkämpfe mit einigen Donnerschlägen.

Bei der Bahn WM wurde er für Großbritannien Vierter im Scratch Wettbewerb. Alex Rasmussen - der auch in dieser Mock Liste steht - gewann diesen Wettbewerb. Im Madison verflog der Ärger über die knapp verpasste Medaille – so darf jedenfalls vermutet werden – rapide. Gemeinsam mit dem Veteranen Rob Hayles sicherte sich der damals 18 jährige Cavendish den Weltmeistertitel!

Auf der Straße meldete er sich kurze Zeit später ausdrucksstark zu Wort. Bei der England – Rundfahrt (2.1) gewann er bei einem Feld mit mehreren PT Teams den Sprint um den dritten Platz vor Paolini und Baumann. Zwei Etappen später wurde er nur von Paolini im Sprint um Platz fünf geschlagen.

Mit deutschen Straßen machte er auch seine ersten Erfahrungen. Bei Rund um die Nürnberger Altstadt (1.1) gewann er den Sprint der Verfolger und wurde Achter. Diese Straßen wird er vermutlich dieses Jahr noch etwas besser kennen gelernt haben, denn Cavendish kam trotz der starken 2005er Saison nicht bei einem Profiteam unter Vertrag. Stattdessen schnappte das deutsche CT Team Sparkasse, welches Cavendish im Doppel mit Ed Clancey holte, gleich zu. Clancey und Cavendish sind Bestandteil des „T-Mobile Development Program“, dass international talentierte Fahrer unterstützt.

 

Im Gegensatz zu Gerald Ciolek, den man letztes Jahr aufgrund von Endschnelligkeit und Alter etwas mit Cavendish vergleichen konnte, hat sich der Brite allerdings nicht enorm weiterentwickelt in dieser Saison. Sein Sieg bei den Commonwealth Games oben wurde schon angesprochen. Die Zweigleisigkeit ist vermutlich auch ein Grund für die auf der Straße nicht zwingend herausragenden Ergebnisse. Dennoch konnte er auch dieses Jahr einige Male überzeugen.

Gleich zu Beginn der Saison ersprintete Cavendish in Massensprints bei der Tour de Langkawi (2.HC) einen zweiten, einen vierten und einen fünften Platz.

Beim Course de la Solidarité Olympique (2.1) in Polen feierte Mark seinen ersten und bis dato einzigen Profisieg. Im Sprint schlug er den polnischen Seriensieger Krzysztof Jezowski.

Sein dieses Jahr wohl Aufsehen erregendstes Ergebnis war der vierte Platz beim Sparkassen Giro in Bochum (1.1), bei dem er sich gegen starke nationale und internationale Konkurrenz in Szene setzen konnte.

Bei der Thüringen – Rundfahrt  - einer der wichtigsten U23 Rundfahrten der Welt - konnte er erneut einen Sprintsieg verbuchen. Dieser zählt aber nicht als Profisieg mit.

Auch nicht als Profisieg zählen die beiden Sprinterfolge bei der zweitwichtigsten deutschen U23 Rundfahrt, der Tour de Berlin. Der starken Sprintkonkurrenz um Roelandts, Schets oder Mit-Mocki Rasmussen gab er zwei Mal das Nachsehen.

 

Den Weltmeistertitel im Madison konnte Cavendish nicht verteidigen. Er startete erneut mit Hayles und wurde Vierter. Seine Weltklasse konnte der inzwischen 20 Jährige durch dieses Resultat aber bestätigen.

Bei der Regio – Tour durfte er für das deutsche T-Mobile Team starten. Die Chance seine Schnelligkeit zu beweisen bekam er dort leider nicht.

Diese Chance kam erst beim zweiten Einsatz für Magenta, der Tour of Britain (2.1). Dort überzeugte der erst 20 Jährige auch gleich auf ganzer Linie. Im Sprint landete er auf drei Etappen auf dem Tagespodium. Zwei weitere Male erreichte er bei den sechs Etappen die Top Ten.

 

So trug es sich zu, dass Cavendish bereits während der England – Rundfahrt einen Profi Vertrag beim T – Mobile Team angeboten bekam. Mark Cavendish ist somit nächstes Jahr der erste Fahrer, der den Sprung vom T – Mobile Development Program zum T – Mobile Pro Tour Team schafft. Interessant wird, wie er sich zwischen den vielen Sprintern im Team nächstes Jahr schlagen kann. Möge die Qualität mit ihm sein…

 

nominated by chreezer, dijk und ogkempf, presented by ogkempf

 



Platz 6: Matthew Goss



Matthew Goss
© torstenholz.de

Matthew Goss

05.11.1986

Australien

 

Sowie es die nationale Tradition ein wenig vorschreibt, fuhr Matthew Goss in seiner Juniorenzeit vor allem auf der Bahn stark. Als „Trackie“ was der geborene Tasmanier einer der Stars der australischen Bahnmannschaft. Dies führte zu Weltmeistertiteln im Madison, gemeinsam mit Miles Olman, und in der Mannschaftsverfolgung, sowie einem Commonwealth Titel im Punktefahren. Trotzdem wurde deutlich, dass Goss auch auf der Straße seinen Mann stehen konnte. So konnte er australischer Meister auf der Straße und im Zeitfahren werden. Als Belohnung wurde er 2004 zum besten männlichen Junioren auf der Straße seines Landes ernannt.

 

In seinem ersten U23 Jahr konnte Goss an seine guten Juniorenleistungen vor allem auf der Bahn anschließen. Der Gewinn des Weltcups in der Mannschaftsverfolgung in Moskau und eine Bronzemedaille in der gleichen Disziplin bei der Weltmeisterschaft sind hier ein Beweis für. Aber Goss liebäugelte auch weiter mit der Straße. Die wenig bekannte Japan – Rundfahrt (2.2) lieferte ihm, als er die erste Etappe gewann, seinen ersten Sieg auf der Straße in der neuen Kategorie.

 

Das Jahr 2006 allerdings muss wohl als das echte Durchbruchsjahr bezeichnet werden. Auf seinem Heimatkontinent begann er bei der Tour Down Under, zwischen den Profis, schon stark, ohne dass er dabei besondere Ergebnisse erzielt hätte.

Echt auffallen konnte Goss dann in Italien, wo er den GP Liberazione (1.2) abschoss. Die gute Form nahm er mit in den Giro delle Regioni (2.2U), bei dem er die erste Etappe im Sprint gewann. Bei der dritten Etappe ging er allerdings nicht mehr an den Start. In der Coppa Citta di Asti (1.2), die direkt nach dem Giro delle Regioni folgt, wurde Goss noch hinter dem Mit-Mock-Lister Oscar Gatto Zweiter

Im Anschluss daran nahm Goss an der nächsten, großen Rundfahrt für den Nachwuchs teil; an der Thüringen – Rundfahrt (2.2U). Dort konnte er zwar nicht gewinnen, aber ein zweiter Platz auf der vierten Etappe und ein ordentlicher 18. Platz in der Gesamtwertung dieser schweren Rundfahrt sind doch aller Ehren wert. Unermüdlich nahm er danach an der Vuelta Ciclista a Navarra (2.2) teil, bei der er zwei Etappen für sich entscheiden konnte. Nach diesen schweren Rundfahrten sollte man bei einem U23 Fahrer eine Ruhepause erwarten, aber für Goss stand noch der „Baby Giro“ (2.2) auf dem Programm. Im Gesamtklassement hat er keine hohen Wellen geschlagen, aber er konnte wiederum eine Etappe im Sprint gewinnen.

 

Die Radsportwelt hat inzwischen mit dem großen Talent Goss Bekanntschaft gemacht, sodass schnell Gerüchte über einen Profivertrag für 2007 auftauchten. Niemand Geringerer als Robbie McEwen wollte seinen Landsmann in sein Team holen. Letztendlich hat aber Bjarne Riis, vielleicht in Gemeinschaftsarbeit mit Stuart O´Stuart O´Grady, sich die Dienste des jungen Sprinters gesichert.

Die Tour of Britain (2.1) war da schon mal eine gute Möglichkeit sich für die Profis zu testen. Auf der ersten Etappe nach Castle Douglas zeigte er auch sofort wozu er im Stande ist. Eine Gruppe mit drei Fahrern, darunter auch Goss, blieb einige Minuten vor dem Feld. Den Etappensieg konnte der Australier, trotz seiner Endschnelligkeit,  nicht holen. Einen Tag später packte er allerdings, indem er Bonussekunden sammelte, das Trikot des Führenden. Dieses Trikot brachte allerdings kein Glück, denn eine Knieverletzung zwang ihn zur Aufgabe. Die Enttäuschung allerdings hielt sich in Grenzen, denn an jenem Tag unterzeichnete er den bereits erwähnten Pro Tour Vertrag.

 

nominated by chreezer, dijk und ogkempf, presented by ogkempf

 



Platz 5: Tony Martin




Tony Martin

23.04.1985

Deutschland

 

Tony Martin katapultierte sich – vor allem durch seinen Etappensieg beim Bergzeitfahren der Regio-Tour (2.1) – bereits letztes Jahr in die Mock List. Dort landete er nicht irgendwo, sondern unter den absolut Besten; auf Platz vier. Kai Reus, Luigi Sestili und Frantisek Rabon, die drei vor ihm platzierten Fahrer, erhielten allesamt Profiverträge. Alle drei konnten allerdings nur bedingt bei den Profis überzeugen. 

 

Auch an Tony Martins Entwicklung scheiden sich ein wenig die Geister. Die Einen sagen, dass er sich kaum gesteigert hat im Vergleich zum letzten Jahr. Einen Profisieg – schon gar nicht in der Kategorie, wie der Regio-Tour Etappensieg – gab es bisher nicht. So eine Leistung hatte man von Martin ja fast schon wieder erwartet.

Die Anderen allerdings finden, dass sich Martin doch weiterentwickelt hat. Letztes Jahr hatte der Rundfahrer oft starke Tage, die er aber durch enorm schwache Tage hervorragend kompensieren konnte. Dieses Jahr bewies er bei der Thüringen – Rundfahrt, der wichtigsten und bestbesetzten U23 Rundfahrt Deutschlands, die auch international ein echter Gradmesser im U23 Bereich ist, dass er eine ganze Rundfahrt auf hohem Niveau fahren kann. Denn in Thüringen schlug der Deutsche die versammelte Weltelite, vor allem die Rabobank Stars Will Walker und Dimitri Kozontchouk. Diese beiden Fahrer lagen vor der Abschlussetappe noch vor dem Deutschen, doch bei infernalischem Regenfall konnte sich Martin, mit einigen Weggefährten, vom Rabobank Duo absetzen und letztendlich die Rundfahrt für sich entscheiden. Vier Jahren Rabobank Dominanz wurden also vom Mann des Thüringer Energie Teams gebrochen. Die letzten deutschen Sieger waren 1999 Schreck und 2000 Sinkewitz. Seit 1999 wurden alle Gewinner der Rundfahrt später Profis. Dies wird auch Tony Martin widerfahren, allerdings vermutlich erst nach der kommenden Saison, da er noch erst eine Ausbildung abschließen möchte. Trotzdem begann bereits in dieser Saison das Ringen um den Cottbuser.

Letztes Jahr fuhr Tony Martin noch als Stagiaire für das Team Gerolsteiner, für das er in jener Periode auch das bereits mehrfach erwähnte Bergzeitfahren gewann. Dieses Jahr allerdings schloss das T-Mobile Team anscheinend mit dem Thüringer Energie Team einen Kooperationsvertrag. Und Tony Martin scheint der erste Fahrer zu sein, der den Schritt von Thüringen nach Bonn unternehmen wird.

 

Bei der Weltmeisterschaft wird er vermutlich wieder im Zeitfahren an den Start gehen. Letztes Jahr ging das ziemlich in die Hose, aber im Grunde ist er einfach unangefochten einer der besten deutschen Zeitfahrer, der sich von den Qualitäten her auch international durchsetzen können sollte.

Dass Martin aber auch bei Meisterschaften erfolgreich sein kann, zeigte er bei der diesjährigen EM in Valkenburg. Er kam in der siebenköpfigen Spitzengruppe an und belegte Platz sechs.

Über eines kann man sich jedenfalls sicher sein. Tony Martin wird auch nächstes Jahr vermutlich wieder in der Mock List auftauchen, dann wäre er der erste Fahrer, der diesen Traum jedes Nachwuchsfahrers (…) drei Mal verwirklichen kann.

 

nominated by chreezer, dijk und ogkempf, presented by ogkempf

 



Platz 4: Jelle Vanendert



Jelle Vanendert
© foto-grafik-satz.de

Jelle Vanendert

19.02.1985

Belgien

 

Vor dieser Saison war Jelle Vanendert ein völlig unbeschriebenes Blatt. Ein vierter Platz beim Ardennen Pfeil (1.2) war sein einzig nennenswertes Ergebnis. Seinen Platz im belgischen Continental Team Bodysol, das eine absolute Talentschmiede ist, hatte er aber trotzdem sicher.

 

Unbeschrieben wie er war, gewann er Mitte März solo eines der wichtigsten U23, die es gibt; den belgischen GP Waregem, der auf flämischen Straßen stattfindet. Damals war das überraschende, dass Vanendert überhaupt gewann. Jetzt, einige Monate später, ist der Sieg noch immer überraschend, denn eigentlich sind flämische Straßen nicht die Stärke des Belgiers.

Die Aufmerksamkeit, die er in Flandern erregt hatte, nahm er mit nach Brabant, wo er vier Tage später am Pfeil von Brant (1.1) mit dem späteren Sieger Oscar Freire teilnahm. Als hinten bereits Fahrer aus dem Feld fielen, attackierte Vanendert am schwersten Berg im Vorfinale die erfahrenen Profis des von Pro Tour Mannschaften gespickten Teilnehmerfeld. Die starke Gruppe mit unter Anderem Nuyens und Leukemans, die er zu Stande brachte, hatte allerdings nicht lange Bestand und im echten Finale waren die gestandenen Fahrer doch stärker.

 

Seine wahre Kletterstärke bewies er Ende April bei der wichtigsten U23 des Jahres; dem Giro delle Regioni. Dort geht es nicht über Hellingen oder Heuvels, dort geht es über richtige Pässe. Gegen den mit Mock Lister und amtierenden Weltmeister  Dymytriy Grabovskiy war in diesem Rennen kein Kraut gewachsen, aber Jelle Vanendert kletterte auf Platz drei der Gesamtwertung. Dieses Resultat verdeutlich, dass Belgien sich wieder auf einen echten Rundfahrer freuen kann, denn auch im Zeitfahren hinterließ der 21 Jährige einen ordentlichen bis guten Eindruck.

Zwei Wochen später stand die Ronde de l´Isard d´Arriège, die ebenfalls schwere, französische U23 Rundfahrt, die die wichtigste ihres Landes ist. Hier gewann er am berg eine Etappe und er schien auf dem besten Weg den Gesamtsieg zu sichern. Auf einer eigenartigen Abschlussetappe aber, der viele Favoriten zum Opfer fielen, verlor Vanendert über neun Minuten. Am Ende wurde er 15.

 

Die erste große Meisterschaft für den Belgier war Mitte Juli die EM in Valkenburg. Auf dem hügeligen Kurs schaffte er es in die siebenköpfige Spitzengruppe. Dort allerdings offenbarte der schmächtige Fahrer seine Schwäche. Denn sein Endsprint reichte zu einem siebten Platz.

 

Dass seine Form auch zur Zeit und im Hinblick auf die WM gut ist, zeigte der Kletterer innerhalb von einer Woche bei zwei Rennen. Beim hügeligen Druivenkoers (1.1) belegte er den zehnten Platz.

Richtig nach vorn sollte es dann wieder beim Giro della Valle d'Aosta (2.2); einer Rundfahrt mit fast mehr Bergen als Fahrern; gehen. Die ersten beiden Etappen beendete der Bodysol Fahrer auf dem dritten Rang, was ihm die Position des Gesamtführenden bescherte. Diese hätte er sicherlich gern behalten, aber auf der dritten Etappe musste er wegen einer Krankheit aufgeben.

 

Nachdem die Krankheit überwunden war, konnte der 21 Jährige noch nachholen, was beim Pfeil von Brabant nicht gelungen war. Beim GP Wallonie (1.1) befand sich Vanendert im absoluten Finale noch bei den Favoriten; einer 13 Mann starken Gruppe. Diese Gruppe zog gemeinsam zur Zitadelle von Namur. An diesem Schlussanstieg attackierte Vanendert die Gruppe. Diese zerbrach, aber Gilbert, Nuyens, Bonnet und Salmon hatten am Berg noch mehr auf Lager als der junge Belgier. Oben im Sprint musste er sich auch noch van Huffel und Sentjens geschlagen geben, so dass er letztendlich Siebter wurde.

 

Angst um seine sportliche Zukunft muss der Flame keine mehr haben, denn er hat bereits beim Pro Continental Team von Chocolade Jacques einen Vertrag für die nächste Saison unterschrieben. Bei der WM ist er im enorm starken, belgischen Team sicherlich nicht chancenlos.

 

nominated by chreezer, dijk und ogkempf, presented by ogkempf

 



Platz 3: Edvald Boasson Hagen



Edvald Boasson Hagen
© foto-grafik-satz.de

Edvald Boasson Hagen

17.05.1987

Norwegen

 

Neue Indurains, neue Ullrichs, alter Tobak. Es wird nicht lange dauern, da werden die neuen Armstrongs wie Pilze aus dem Boden schießen. Aber wer will schon ein neuer Indurain, Jan Ullrich oder Armstrong sein, wenn man der neue Hushovd sein kann?

Die Gemeinsamkeiten der Beiden Norweger geht weit über die Nationalität hinaus. Beide Fahrer waren in der U23 Allrounder, die die Konkurrenz auf fast allen Gebieten – vielleicht mit Ausnahme des absoluten Hochgebirges – dominieren konnten. Von Massensprints über schwere Hügeletappen bis zu Zeitfahren, gehörten sowohl in Hushovds als auch in Boasson Hagens Beuteschema. Bei Hushovd wird deutlich, dass die Spezialisierung Richtung Sprinter gegangen ist, wie sein Sidekick sich entwickelt wird abzuwarten bleiben.

 

Der junge Norweger brach letztes Jahr – also in seinem zweiten und letzten Juniorenjahr – definitiv durch. In dem völlig von Dänen dominierten Jahr, wurde er Siebter der Weltrangliste. Die Dänen, die letztes Jahr fünf Fahrer der Top Ten der Weltrangliste stellten, sind inzwischen aber kein Maßstab mehr für den Allrounder. Eigentlich ist kein Fahrer, der 1987 geboren wurde, in irgendeiner Form und auf irgendeinem Terrain irgendein Maßstab. Er ist der mit riesigen Abstand beste Neu U23ler des Jahres.

 

Dabei wurde er nur selten in U23 Rennen gesichtet. In Deutschland wurde der Thüringen – Rundfahrt ein Boasson Hagen – Start beschert. Er gewann zwei Etappen und beendete die Rundfahrt auf dem dritten Platz.

Die meisten Rennen bestritt er außerhalb der U23 mit seinem skandinavischen Bianchi Team. Der erste Sieg sprang dabei bei der Tour Nord Isere (2.2) heraus. Er attackierte kurz vor dem Ziel und konnte den Vorsprung halten. Eine größere Herausforderung war der dänische GP Aarhus (1.1) mit wesentlich stärkerer Konkurrenz. Im Finale setzte sich der Norweger mit Thijs ab. Thijs war am Ende schlauer und schneller, Boasson Hagen wurde Zweiter. Bei schwächerer Konkurrenz, beim GP Ringerike (2.2) in seinem Heimatland, war ihm dann ein Solosieg auf einer Bergetappe nicht zu nehmen. Beim Scandinavian Open Road (1.2) in Schweden enteilte er erneut dem sprintenden Feld, so dass er seinen dritten Saisonsieg feiern konnte.

 

Wie viel er schon drauf hat, konnte man auch beim Sparkassen Giro in Bochum sehen. Als Jens Voigt im Finale die entscheidende Attacke setzte, konnte genau ein Fahrer im mit PT Teams gespickten Feld dem Berliner folgen; der 19 jährige Edvald Boasson Hagen. Leider hielt er nicht bis zum Schluss mit Voigt mit. Er verlor später den Anschluss und wurde im Gegensatz zu Voigt vom Feld wieder geschluckt.

Die Bochumer Form konnte er beim wichtigsten UCI Nachwuchsrennen, der Tour de l´Avenir (2.1) dann auch wieder in Zählbares umsetzen. Auf der zweiten Etappe, die in auf einem Hügel endete, attackierte er fünf Kilometer vor dem Ziel. Drei Fahrer konnten zwar auf der Ziellinie noch zum Norweger aufschließen, vorbei kamen sie aber nicht mehr. Dieser vierte Profisieg ist der bisher wertvollste Sieg für den jungen Mann. Gemeinsam mit dem fünften und sechsten Profisieg natürlich, denn auf der fünften Etappe wiederholte Hagen die Übung. Nach einer Flucht mit Mit - Mocki Kolesnikov und Bouygues Profi Stef Clement war der Norweger am Zielstrich der Schnellste. Die Hagen Show wurde auf der siebsten Etappe vervollständigt, als Hagen im Finale einer acht Mann starken Ausreißergruppe der Stärkste war. Wer den Norweger bis dahin nicht kannte, wurde durch diese drei Siege bei der Tour de l´Avenir garantiert auf ihn aufmerksam.

 

Bei der WM kann Norwegen in beiden Wettbewerben auf seinen Jungstar bauen. Im EZF gehört er zwar nicht zu den absoluten Toppfavoriten, aber eine Medaille ist durchaus denkbar. Der Traum eines jeden „Der neue xxx“ – Fans wäre natürlich, wenn Boasson Hagen es Hushovd gleich tun würde. Der U23 EZF Titel also müsste in diesem Falle das Ziel sein. Sollte er es schon dieses Jahr schaffen, kann man wohl den Eingangsgedanken umstellen:

Thor Hushovd ist ein Alter Edvald Boasson Hagen.

 

Bisher hat der Norweger weder einen Profi- noch einen Stagiaire Vertrag. Vielleicht wird er noch ein Jahr in der U23 bleiben, die Zeit hat er. Allerdings hat er auch deutlich die Klasse, die für den Sprung zu den Profis nötig ist.

 

nominated by chreezer, dijk und ogkempf, presented by ogkempf

 



Platz 2: Robert Gesink




Robert Gesink

31.05.1986

Niederlande

 

In den letzten zwei Jahren erreichten respektive Thomas Dekker und Kai Reus den ersten Platz in der Mock List. Beide Fahrer sind starke Zeit- und Bergfahrer. Beide waren für ihr Alter schon unglaublich gut entwickelt. Nach dem ´84er Dekker und dem `85er Reus  passt Robert Gesink hervorragend in die Rolle des Nachfolgers der Beiden. Denn auch er hat seine Stärken am Berg und im Zeitfahren.

 

Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern kam Gesink nicht direkt aus dem Juniorenlager zu den Mini Rabos. Obwohl er bereits bei den Junioren absolute Weltklasse war; ein sechster Platz auf der Straße und ein achter Platz im Zeitfahren bei der WM  in Verona, sowie der fünfte Platz in der Weltrangliste 2004 seien als Beweis angefügt; legte er ein Zwischenjahr bei einer anderen, niederländischen Talentschmiede ein.

In diesem Zwischenjahr konnte er kaum in UCI Rennen überzeugen. Dies hatte den einfachen Grund, dass er beim kleinen Löwik Team kaum solche Rennen absolvierte. Trotzdem fuhr er eine starke Saison, nicht nur in den Niederlanden, sondern auch international, wie zum Beispiel ein Sieg auf einer schweren Etappe der Fernfahrt Linz-Passau-Budweis beweist.

 

Letztendlich wechselte er zu Beginn dieses Jahres dann doch zu den Mini Rabos. Und dort schlug er – nicht vollkommen unerwartet – ein wie eine Bombe. Schon Mitte Februar ließ der große, schlaksige Niederländer in Portugal aufhorchen. Die Algarve – Rundfahrt (2.1) war mit sechs Pro Tour Teams und mehreren Pro Continental Tour Teams dieses Jahr hervorragend besetzt. Bis zu letzten Etappe war das Rennen vollständig offen, aber die letzte Etappe endete am Berg. Dort konnte Gesink von allen Profis Abstand nehmen; nur der einheimische Fahrer Joao Cabreira, der die Rundfahrt auch gewann, wies Gesink in die Schranken. In der Gesamtwertung wurde Gesink Dritter, da Gert Steegmans auf den Flachetappen Bonussekunden gesammelt hatte. Allein schon diese Leistung hätte vielleicht zu einem hinteren Platz in der Mock List ausgereicht.

Bei der Settimana Ciclistica Lombarda (2.2) waren zwar keine Pro Tour Teams am Start, aber die keinen, italienischen Profimannschaften hatten durchgehend gute Aufgebote am Start. Trotzdem gewann der Niederländer die schwere dritte Etappe solo. Er übernahm auch das Gelbe Trikot von seinem Teamgefährten Tom Stamsnijder. Dieses verteidigte er noch zwei Tage, bis er die Rundfahrt letztendlich gewann. Dabei verwies er unter Anderem Mit Mock Lister und Rassekletterer Miha Svab, der Vierter wurde, auf die Plätze.

Dem breiten, deutschen Publikum präsentierte er sich bei dem Rennen, welches in dem Land stattfindet, welches nicht so heißt, weil es so bergig ist, weil in dem Fall würde es bekanntlich bergiges Land heißen (1.1). Aus einer großen Spitzengruppe attackierte an einem Berg David Kopp. Nur Christian Knees und die beiden Mini Rabos Kai Reus und Robert Gesink konnten ihm folgen. Im Finale musste sich Gesink für Reus aufopfern, was er eindrucksvoll tat. Auf den Zielrunden waren die Niederländer den beiden Deutschen nicht gewachsen, sodass Reus Dritter und Gesink Vierter wurden.

 

Richtig bergig wurde es für den Kletterer mit Zeitfahrqualitäten wieder in Spanien beim Circuito Montanes (2.2). Auf der ersten Bergankunft wurde er Zweiter, wodurch er das Leadertrikot übernahm. Dieses verteidigte er bis zum Ende, wobei er sogar noch die zweite Bergankunft solo für sich entscheiden konnte. Dies waren Profisieg drei und vier für ihn.

 

Zu Siegen reichte es bei der Tour de l´Avenir (2.1), der prädestinierten Rundfahrt im Hinblick auf die kommende WM, nicht mehr. Trotzdem war die endlich wieder richtig schwere Rundfahrt in Frankreich für den Niederländer ein voller Erfolg. Vier Top Ten Platzierungen mündeten in einen zweiten Gesamtrang. Die Form stimmt also bei der WM, bei der er nicht im Zeitfahren startet und deren Straßenkurs vielleicht etwas zu leicht für Gesink ist.

 

Die bisher gezeigten Leistungen waren so überzeugend, dass die großen Rabobänkler Robert Gesink bereits einen Vertrag gegeben haben. Damit ist er mit Tom Stamsnijder, der zu Gerolsteiner geht, und Rick Flens, der ihn zu den großen Rabos folgt, einer der bislang wenigen Mini Rabos, die für nächstes Jahr einen Pro Tour Vertrag in der Tasche haben. Es bleibt abzuwarten, ob Gesink sich, im Gegensatz zu vielen anderen Talenten der Mini Rabos, bei den Profis weiterentwickeln kann.

 

nominated by chreezer, dijk und ogkempf, presented by ogkempf

 



Platz 1: Dmytro Grabovskyy



Dmytro Grabovskyy
© cyclingfx.nl

Dmytro Grabovskyy

Ukraine

30.09.1985

 

Als Grabovskyy im September 2005 in der spanischen Hauptstadt Madrid binnen weniger Tage Vizeweltmeister im Zeitfahren und Weltmeister im Straßenrennen der U23 wurde, rieben sich wohl nicht Wenige die Augen. Wie von einem anderen Stern  fahrend, fuhr er der Konkurrenz um die Ohren und begann damit das Erbe des letzten „Eddy Merckx der U23-Klasse“, seines Landsmannes Yaroslav Popovych, anzutreten. Es war vor einem Jahr „überraschend“ bis „sensationell“ was Grabovskyy auf den Straßen Madrids veranstaltete, dabei war er bis dato schon kein Unbekannter im Radsport.

 

Das erste mal machte er bei der Junioren-WM 2003 in Hamilton auf sich aufmerksam. Dort belegte er hinter dem russischen Zeitfahrmonster Mikhail Ignatiev den zweiten Platz. Ein Duell was sich die Beiden nicht zum letzten Mal liefern sollten. Nach dieser Silbermedaille verschwand aber Grabovskyy nahezu komplett von der Bildfläche. Dem spärlichen Informationsfluss über radsportliche Aktivitäten in Osteuropa sei Dank, konnte man ihn lange Zeit nur hier und da mal in Ergebnislisten von Bahnwettbewerben finden.

 

Sein großes Comeback auf internationaler Bühne folgte Mitte 2005 bei den Europameisterschaften in Moskau: Im Einzelzeitfahren raste er zur Goldmedaille und verwies die Topfavoriten Cornu und Brajkovic auf die Plätze. Im Straßenrennen kam er immerhin in der Spitzengruppe und auf Platz Zehn an. Von da an ging es wieder steil bergauf mit der Karriere des Ukrainers. Nachdem er kurze Zeit später noch Vize-Europameister im Bahn-Vierer wurde, folgte schon die Weltmeisterschaft in Spanien. Er wurde zwar im Zeitfahren wieder einmal von Mikhail Ignatiev bezwungen, aber im Straßenrennen war er eine Klasse für sich. Nach ungefähr der Hälfte der Strecke attackierte er aus dem Peloton heraus, 10km vor dem Zielstrich entledigte er sich seines letzten Begleiters und fuhr zu einem überragenden Solosieg. Schnell mehrten sich Gerüchte über die verschiedensten Vertragsangebote. Letztendlich schloss er für 2007 ein Vertrag mit Quickstep ab. Auf eigenen Wunsch wollte Grabovskyy erst noch ein Jahr bei den Amateuren fahren. Dies tat er mit Beginn des laufenden Jahres fürs italienische Team Finauto.

 

Die Saison 2006 war bisher ein großer Triumphzug für den Weltmeister. Schon früh in der Saison spielte Grabovskyy, dessen eleganter Fahrstil nicht wenige an große Rundfahrer der 90er Jahre erinnert, Katz und Maus bei den italienischen Eintagesrennen. Dass er zurzeit mit elf Siegen noch vor Supersprinter Oscar Gatto die Siegesrangliste in Italien anführt, dürfte für ihn nur ein nebensächlicher Fakt sein. Seine Höhepunkte lagen bei den großen Rennen des U23-Kalenders: Regioni, Baby Giro, EM und WM.

Den Giro delle Regioni (2.2 U23) dominierte Grabovskyy fast nach Belieben. Neben den zu erwartetem Sieg im Einzelzeitfahren, zeigte er auch am Berg der gesamten U23-Elite die Grenzen auf. Endgültig zum Merckx-Verschnitt ließen ihn aber seine neu erworbenen Sprintqualitäten werden. So gewann er letztendlich drei der sechs Etappen und natürlich die Gesamtwertung der prestigeträchtigen Rundfahrt. Kurz darauf stürzte der Ukrainer bei der Coppa Asti, doch er kam rechtzeitig zum Baby Giro (2.2) im Juni wieder in Form.

Die kleine Ausgabe des Giro d'Italia schien nach dem Sieg auf der zweiten Etappe und einer ganzen Woche im rosa Trikot der nächste Triumphzug zu werden. Es wurde aber eine der schmerzlichsten Niederlagen in Grabovskyys Karriere. Nach der achten Etappe wurde er von der Jury mit einer höchst umstrittenen Zeitstrafe von Zehn Sekunde belegt, da er sich von einem Teamkollegen abgezogen hatte. Sein ärgster Verfolger Dario Cataldo verkürzte somit den Rückstand von 26 auf 16 Sekunden. Am darauf folgenden Tag fand die Königsetappe statt mit einer Bergankunft auf  1757m Höhe. Cataldo nahm Grabovskyy 21 Sekunden hab. Alle Proteste seines Teams halfen nicht mehr – er hatte den Giro um Fünf Sekunden verloren.

 

Die Europameisterschaft im August verlief schon wieder mehr nach seinen Vorstellungen. In Abwesenheit seines Dauerrivalen Ignatiev wurde er der Favoritenrolle im Einzelzeitfahren gerecht und ihm gelang die Titelverteidigung. Im Straßenrennen konnte er hingegen keine Rolle spielen. Mittlerweile stehen wieder alle Zeichen auf WM bei Grabovskyy. Im Zeitfahren dürfte ihm eine Medaille eigentlich nicht zu nehmen sein. Das Straßenrennen wird wohl die weitaus schwierigere Aufgabe werden. Er ist mittlerweile bekannt wie ein bunter Hund, der Kurs zu leicht für ein echtes Ausscheidungsfahren und sein Team wohl nicht stark genug. Man darf gespannt sein was der amtierende Weltmeister aus dieser Ausgangssituation macht und ob er im nächsten Jahr im Gegensatz zu vielen anderen osteuropäischen U23-Stars noch bei den Profis in der Weltspitze mitfahren kann.

 

nominated by chreezer, dijk und ogkempf, presented by chreezer

 


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