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Deutsche Meisterschaft Einer Straßenfahren 2006, Klingenthal

Am 25. Juni wurde der Nachfolger für den Überraschungsmeister des vergangenen Jahres Gerald Ciolek gesucht.

Hawkeye war in Klingenthal dabei.

Weitere Fotos findet ihr auf seiner Seite.

 



die Strecke

Nach dem sehr sprinterfreundlichen Flachkurs 2005 in Mannheim fand die 81. Deutsche Meisterschaft im Einer Straßenfahren Elite Männer 2006 in Klingenthal im Vogtland statt. Auf dem sieben Mal zu fahrenden Rundkurs über je 29,5 km (gesamt 206,5 km) mussten 4200 Höhenmeter überwunden werden. Gleich nach dem Start ging es 7 Kilometer bergan nach Mühlleithen, dann drei kurze Gegensteigungen und die letzten gut 8 Kilometer wieder bergab nach Klingenthal zurück. Zu der recht anspruchsvollen Strecke kam als zusätzliches Erschwernis noch das warme und schwüle Wetter an diesem Tag im Erzgebirge.

 



Die Fahrer

Viele Radsportfans hatten natürlich auf einen Start von Jan Ullrich gehofft, denn eigentlich sollte ihm diese Strecke liegen. Leider hatte er sich jedoch entschlossen, auf einen Start zu verzichten und sich stattdessen weiter auf die Tour de France vorzubereiten. Auch Jörg Jacksche, bei der Tour de Suisse noch in bestechender Form hat auf einen Start verzichtet.

 





Linus Gerdemann



Björn Schröder



Fabian Wegmann



Markus Eichler

Dennoch standen 118 deutsche Profis am Start, allen voran der Meister des letzten Jahres Gerald Ciolek. Favorisiert waren sicher die Fahrer der Pro Tour Mannschaften T-Mobile, Gerolsteiner und Milram. Mit Matthias Kessler, Patrik Sinkewitz und Linus Gerdemann hatte die Magentatruppe drei sehr starke Fahrer am Start. Auch Gerolsteiner stand dem in nichts nach und hatte mit Fabian Wegmann, David Kopp und Stefan Schumacher drei potenzielle Kapitäne dabei. Das Team Milram setzte auf Erik Zabel und den Gewinner von Rund um Köln 2006 Christian Knees. Auch die beiden deutschen Fahrer im dänischen Team CSC Jens Voigt und Christian Müller waren in Klingenthal dabei. Aber vor allem für Jens Voigt ist die Rolle des Einzelkämpfers ja nichts Ungewöhnliches.

 

Ebenso dabei war das schon erwähnte Team Wiesenhof-Akud des Vorjahressiegers als einziges deutsches Professional Continental Team. Die meisten Fahrer stellten die deutschen Continental Teams – regiostrom-senges, Lamonta, Team Milram KT, Team Sparkasse, Thüringer Energie Team, Team Heinz von Heiden und Team notebooksbilliger.de. Dadurch, dass einige bisherige U23 Mannschaften in diesem Jahr als Continental Teams gemeldet sind, konnten sich viele jungen Rennfahrer auch einem größeren Publikum präsentieren. Das Starterfeld komplettierten die bdr-Nationalmannschaft und einige Einzelstarter bzw. Fahrer, die in ausländischen Mannschaften fahren. Zu nennen sind hier u.a. Paul Martens und Christoph Meschenmoser von Team Skil-Shimano.



das Rennen

Eigentlich hatte jeder gedacht, die ersten Runden oder zumindest die erste Runde auf dem Kurs und bei den Temperaturen wird ruhig angegangen. Aber nein, es fanden sich gleich zu Beginn sieben Fahrer, die gut zusammen arbeiteten und das Rennen zunächst bestimmten:

 

Michael Rich (Gerolsteiner), René Obst und Daniel Musiol (beide Milram), Stephan Schreck (T-Mobile Team), Sebastian Hans (BDR-Nationalmannschaft), Tim Klinger (Wiesenhof-Akud) und Uwe Hardter (Lamonta).

 




die 7 Fahrer an der Spitze, u.a. mit



Stefan Schreck und Sebastian Lang



Zwar waren in der Gruppe alle großen Mannschaften vertreten, aber eigentlich nicht mit ihren jeweiligen Kapitänen. Das die Gruppe durchkommen könnte, war also eher nicht zu erwarten. In der vierten der sieben Runden tat sich dann im Feld wieder etwas. Wie fast schon zu erwarten, attackierte Jens Voigt (CSC) gemeinsam mit Matthias Kessler (T-Mobile), Christian Knees (Team Milram) und Ex-Telekom-Profi Dirk Müller (VC Frankfurt 1883). Bei dieser Aktion konnte kein Fahrer vom Team Gerolsteiner mitgehen, obwohl die Mannschaft mit 13 Startern angetreten war. Jens Voigt konnte dagegen nur auf die Unterstützung von einem Teamkollegen setzen - Christian Müller. Mehr deutsche Fahrer gibt es in der dänischen Pro Tour Mannschaft einfach nicht. Drei der zur Spitzengruppe gestoßene Fahrer fuhren gleich engagiert weiter. Die ehemalige Spitzengruppe viel schnell auseinander und an der Spitze fand sich das Trio Jens Voigt (CSC), Matthias Kessler (T-Mobile) und Dirk Müller (VC Frankfurt 1883).

 




die 3er Spitze



Die meisten Zuschauer an der Strecke sahen schon das Duell Kessler gegen Voigt. Aber auch Dirk Müller hielt mit und leistete Führungsarbeit. Im schon sehr klein gewordenen Hauptfeld arbeiteten vor allem Gerolsteiner und Milram. Die beiden Mannschaften rieben sich dabei auf und im Hauptfeld mussten immer mehr Fahrer abreißen lassen. Der Vorsprung schmolz aber nicht wesentlich.

 




vergebliche Jagd



Die Aktion von Fabian Wegmann (Gerolsteiner) mit Paul Martens (Skil-Shimano), Robert Retschke (Wiesenhof-Akud) und Björn Schröder (Milram) sowie dann mit Linus Gerdemann (T-Mobile) erfolgte schließlich zu spät. Die drei Führenden gingen mit fast drei Minuten Vorsprung in die letzte Runde. Hier passierte dann das überraschende – im Anstieg nach Mühlleithen fast 25 Kilometer vor dem Ziel griff Dirk Müller an. Schnell fuhr er einen kleinen Vorsprung heraus und riskierte in der Abfahrt alles. Seine beiden Mitausreißer waren nicht mehr in der Lage im zu folgen.

 

Auf der restlichen Schlussrunde konnte Dirk Müller noch einen Vorsprung von über einer Minute herausfahren und kam als Solist in Klingenthal an. Seinen Triumph im Ziel konnte er dann sichtlich genießen. Matthias Kessler nahm Jens Voigt noch einige Sekunden ab, so dass dieser sich mit Bronze begnügen musste. Somit konnte er sich über die zweite Bronzemedaille innerhalb weniger Tage freuen, denn auch beim am Freitag ausgetragenen Zeitfahren in Forst belegte er den dritten Platz. Die Geschlagenen mussten im Ziel eingestehen, an diesem Tag von dem stärksten Fahrer geschlagen worden zu sein. Ein bisschen Enttäuschung schwang aber in ihren Worten mit.




die Überraschung



der Sieger


Dirk Müller ist im Profiradsport kein Unbekannter. 1998 fuhr er für das Team Deutsche Telekom, im Jahr darauf für Mapei - Quick Step, im Jahr 2000 wechselte er zum Post Swiss Team. Der heute 32-jährige gewann 1998 die 6. Etappe Sachsen-Tour sowie den Prolog und die 2. Etappe Bayern Rundfahrt.

Bei der Regio-Tour 2000 wurde Dirk Müller bei einer Dopingkontrolle positiv getestet (Schwangerschaftshormon HCG) und für ein halbes Jahr gesperrt. Mit dem Radsport hörte er danach mehr oder weniger auf und kehrte erst 2005 zurück. Er trat bei Amateurrennen an und konnte insgesamt zehn gewinnen, zuletzt die Rennen in Remscheid-Lüttringhausen und Einhausen.

 

Die gesamte Elite des deutschen Radsports wurde an diesem Tag von einem Amateur geschlagen – dies ist schon eine große Überraschung. Natürlich darf man das auch nicht überbewerten, für Dirk Müller war dieses Rennen nach eigener Aussage der absolute Saisonhöhepunkt. Viele andere Profis befanden sich zu dieser Zeit in der Vorbereitung auf die Tour de France oder hatten längere Rundfahrten in den Beinen. Das soll natürlich nicht den Erfolgt dieses Fahrers schmälern.

Es bleibt aber abzuwarten, ob die Fans das Trikot des Deutschen Meisters in den nächsten 12 Monaten häufig zu sehen bekommen. Noch hat Dirk Müller kein Team gefunden, seine Leistung sollte doch zumindest bei einigen Teammanagern Nachdenken auslösen.

 






Matthias Kessler, Dirk Müller, Jens Voigt



Endergebnis

St-Nr. 
UCI-Code 
Name 
Team 
Rückstand 
 
 
 
 
 
65 GER19730804  
MÜLLER, Dirk 
VC Frankfurt 1883 
00.00 
20 GER19790516 
KESSLER, Mathias 
Team T-Mobile  
01.09 
131 GER19710917 
VOIGT, Jens 
Team CSC 
01.14 
32 GER19800620 
WEGMANN, Fabian 
Gerolsteiner 
04.43 
 23 GER19820916 
GERDEMANN, Linus 
T-Mobile Team 
04.43 
 48 GER19801027 
SCHRÖDER, Björn 
Team Milram 
06.26 
 82 GER19830713 
SCHILLINGER, Andreas 
Team Milram 
06.48 
 6 GER19801217 
RETSCHKE, Robert 
Wiesenhof-Akud 
06.48 
 49 GER19810305 
KNEES, Christian 
Team Milram 
06.49 
10 
 17 GER19750909 
LUDEWIG, Jörg 
T-Mobile Team 
07.03 
11 
 42 GER19700707   

 
ZABEL, Erik 
Team Milram 
07.07 
12 
 1 GER19860919   

 
CIOLEK, Gerald 
Wiesenhof-Akud 
07.07 
13 
 64GER19740104 
HONDO, Danilo& 
Team Lamonta 
07.07 
14 
 106 GER19821206   

 
MAMOS, Philipp 
Team Heinz von Heiden 
07.07 
15 
 22 GER19801020 
SINKEWITZ, Patrik 
T-Mobile Team 
07.20 
16 
 67 GER19770114 
HARDTER, Uwe 
Team Lamonta 
09.25 
17 
 19 GER19780715 
SCHRECK, Stephan 
T-Mobile Team 
09.50 
18 
 43 GER19730407 
GRABSCH, Ralf 
Team Milram 
09.50 
19 
 77 GER19770621 
OBST, Rene 
Team Milram 
10.59 
20 
 139 GER19831026 
MARTENS, Paul 
Team Skil-Shimano 
12.48 
21 
 98 GER19830410 
HONSTEIN, Timo 
Team Sparkasse 
12.48 
22 
 132 GER19820301 
MÜLLER, Christian 
Team CSC 
12.53 
23 
 144 GER19840418 
MUCK, Michael 
BDR Nationalmannschaft 
12.53 
24 
 136 GER19700707 
WEISSHAUPT, Marc 
Elk-Haus Simplo& 
12.53 


Keine weiteren Fahrer klassiert, 93 Fahrer kamen nicht ins Ziel.


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