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Saisonbilanz Liberty Seguros 2005

von Steamboat, Dezember  2005 

© Fotos: * velo-photos.com, ** Mani Wollner, *** cyclingimages

 



>>> C4F-Teamliste Liberty Seguros 2005

>>> Siege und Plazierungen

 

Es musste verwundern, es musste stutzig machen, es musste Fragen aufwerfen und es musste den kundigen Beobachter aufspringen lassen. Die Tatsache war viel zu offensichtlich, um nicht bemerkt zu werden. Und dennoch wollte man nicht so ohne weiteres glauben, was eigentlich der berühmte Blinde mit dem Krückstock wahrnahm.

 





Roberto Heras ***

Roberto Heras hatte eindrucksvoll und dominant die Vuelta gewonnen, in Armstrong-ähnlicher Manier bestimmte er das Renngeschehen, nachdem er in das Goldene Trikot des Leaders bei der Vuelta geschlüpft war. Selbst in den Teilbereichen, die eigentlich nicht zu seinen Stärken zählen, demonstrierte er seine Vormachtstellung. Das Leadertrikot setze ungeahnte Kräfte frei, so heißt es. Trotzdem hätte man diesem Empfinden nicht über den Weg trauen sollen.

 

Heras hatte bei der Tour nachhaltig bewiesen, dass er bei der Grand Boucle nicht in der Lage ist, mit den besten und versiertesten Fahrern mitzuhalten. In unmittelbarer Nachbarschaft von Pineau, Vasseur und Fedrigo beendete er die Tour als 45. Sehr früh bei dieser GT lag er vollkommen aussichtslos zurück und pedalierte ohne Ambitionen durch französische Lande. Unvorstellbar, dass dieser Sportler jemals in der gleichen Kategorie wie Basso, Ullrich usw. gefahren sein könnte.

 

Dann, wie Phoenix aus der Asche gestiegen, ließ er in Spanien bei der Vuelta keinen Zweifel daran, dass der Gesamtsieg nur über ihn möglich sei. Aus dem chancenlosen Mitläufer war der Chef im Ring geworden. Für den Zuschauer nichts Neues, der Saisonverlauf wies in diesem Bereich sehr deutliche Parallelen zum Vorjahr auf. Hatte er bei der Tour schon Probleme an kleineren Hügeln, so bereiteten ihm die größten spanischen Bergungetüme nur wenig Kummer.

 



Den Gegnern, welchen er bei der Tour nicht das Wasser reichen konnte, war er nicht nur ebenbürtig, nein, Heras war mitunter selbst im Zeitfahren besser. Ein Bereich, der nun wahrlich nicht zu seinen Domänen zählt. Der Verdacht des Dopings, er war vorhanden und er wurde geäußert. Aber wer glaubte schon, dass etwas zu finden wäre und wer wünschte sich eine solche Schlagzeile? Im Sinne des Sports niemand.

 




Roberto Heras als Überflieger beim Zeitfahren der Vuelta 2005 **



Und dann verdunkelte eine Nachricht die Saisonbilanz eines ganzen Jahres. Die Ernte des Jahres war dahin. Heras wurde offensichtlich des EPO-Dopings überführt. Damit ist nicht nur der Sieg bei der Vuelta futsch, sondern mit ihm ist ein weiterer Teil der Illusion des sauberen Sports gestorben. Nebenbei diskreditierte er teilweise auch die Integrität einer gesamten Mannschaft.

 

Heras, dem für die Pro Tour-Wertung zwei Etappensiege und je ein zweiter und dritter Platz erhalten bleiben, verlor damit nicht nur den Gesamtsieg, sondern er büßte ebenso den zweiten Etappenrang des letzten Zeitfahrens ein, bei dem er nur um Sekundenbruchteile Ruben Plaza von Comunidad Valenciana unterlegen war.

 




Roberto Heras nach der 21. Etappe der Vuelta 2005 **



Mit dem positiven Dopingbefund brachte er ebenso seine Teamkollegen in Gefahr. Der Sponsor hatte angekündigt, sich bei unerfreulichem Verlauf dieser Angelegenheit zurückzuziehen. Bisher ist es allerdings bei der Ankündigung geblieben.

 

Ein Rückzug zu diesem ausgesprochen ungünstigen Zeitpunkt würde für viele Fahrer sehr weitreichende negative Konsequenzen haben. Nur wenige Pro Tour Teams haben derzeit noch ein geringes Restkontingent an freien Plätzen. Das erschwert sowohl die Suche als auch die Verhandlungen für die Fahrer, die sich vermutlich nicht unerheblich unter Wert an andere Teams binden müssten, da die Gelder im Kader größtenteils längst verteilt sind und sich niemand auf eine derartige Situation eingestellt hat. Manch einer stände trotz sehr guter Aussichten für die Zukunft zunächst auf der Straße.

 

Dieses gilt vielleicht nicht in letzter Konsequenz für die möglichen Kapitäne, für die Helfer jedoch in ungleich höherem Maße.

 



Kapitäne



Alberto Contador ***

• Alberto Contador

Contador war Mitglied der Tour de France Equipe. Er schnitt zwar besser als sein vermeintlicher Kapitän ab, konnte aber als 31. Heras in der Kapitänsrolle nicht restlos ersetzen. Bessere Leistungen lieferte er bei den kleineren Rundfahrten ab. Bei der Baskenland-Rundfahrt hatte er den beachtlichen dritten Platz belegt, nachdem er das Zeitfahren zu seinen Gunsten entschied und dadurch den Sprung aufs Podium packte. Lediglich 11 Sekunden trennten ihm vom Gesamtsieger Di Luca.

 

Hervorhebenswert ist auch seine Teilnahme bei der darauf folgenden Tour de Romandie, wo er Vierter wurde. Außerdem konnte er im Rahmen dieser Rundfahrt eine Etappe gewinnen. Später in der Saison nahm er auch an der Deutschland-Rundfahrt teil und konnte sie als 18. beenden. 

 

Ihm ist zuzutrauen, dass er langfristig bei den GTs eine entscheidende Rolle als Führungspersonal spielen wird. Ob er schon 2006 die Funktion des Leaders ausfüllt, wird man sehen müssen, vermutlich kommt sie doch noch etwas früh. Er wurde übrigens 33. in der Pro Tour.

 





Jörg Jaksche ***

• Jörg Jaksche

Der Ansbacher war zu Saisonbeginn zur Saiz-Truppe zurückgekehrt, nachdem sein Team CSC aufgrund finanzieller Probleme keine Alternative hatte, als ihn an seinen ehemaligen Arbeitgeber zurückzugeben. Der Gewinner von Paris-Nizza 2004 hoffte auf eine Wiederholung dieses Erfolgs. Seine ehemaligen Teamkollegen zeigten sich diesem Vorhaben aber nicht so aufgeschlossen und wohlwollend und verhinderten diese Titelverteidigung, so dass er mit dem fünften Platz vorlieb nehmen musste.

 

Um einen Platz besser schnitt er bei der Deutschland-Tour ab. Dennoch wird er als der tragische Held dieser Rundfahrt in Erinnerung bleiben. Zunächst verfehlte er bei der zweiten Etappe einen Etappensieg um wenige Zentimeter, weil Pozzato (Quick Step) ihn auf dem letzten Meter eines kleinen Zielanstiegs noch stellen konnte.

 

Die Ankunft am Rettenbachferner bedeutete für die Tour die Vorentscheidung. Er konnte sich lange Zeit in der Spitzengruppe, bestehend aus Totschnig, Leipheimer, Ullrich und Evans, aufhalten, bis ihm ein Defekt einen Strich durch die Rechnung machte und er aus dem Rhythmus kam. Letztlich verlor er an diesem Berg jene sechs Sekunden, die ihm zum Erreichen des Podiums fehlten. Wäre ihm beim Anstieg in Sölden das Umsteigen auf ein suboptimales Ersatzrad erspart geblieben, hätte er sich vielleicht über den dritten Platz freuen können, so musste er diesen Totschnig überlassen.

 

Bei der Tour de France belegte er als Teambester den 16. Rang. Vermutlich wäre bei einer auf ihn als Kapitän ausgerichtete Taktik bei entsprechender Teamunterstützung mehr möglich gewesen. Dass er aber wohl eher kein Fahrer für das GT-Podium ist, sollte an dieser Stelle schon angemerkt werden. Eine Top-Ten Platzierung scheint bei gutem Verlauf aber realisierbar zu sein. Außerdem war er (mit Ullrich und Fothen) einer von nur drei deutschen Fahrern, die 2005 bei GTs aufgrund ihres Endresultates punkten konnten.

 

Jaksche vermochte sowohl bei der Tour de Romandie als 13. als auch bei Lüttich-Bastogne-Lüttich  mit der gleichen Platzierung zu überzeugen. In der Pro Tour schnitt er als 37. respektabel ab.

 





Jörg Jaksche bei Lüttich-Bastogne-Lüttich 2005 **






Michele Scarponi ***

• Michele Scarponi

Der Italiener war der Mannschaftskapitän beim Giro d´Italia. Allerdings hatte er dort im Laufe der Rundfahrt erhebliche gesundheitliche Probleme, so dass er letztlich den etwas enttäuschenden 47. Platz belegte. Im Verlauf des Giro konnte er sich über einen dritten Etappenplatz freuen, der ihm einen  Pro Tour Punkt einbrachte.

 





Michele Scarponi
17. Etappe Vuelta 2005 **

Das Punktekontingent baute er durch seinen 11. Platz bei der Vuelta aus. Scarponi, der in Spanien natürlich für den Gesamtsieg seines Chefs Heras fuhr, bekleidete die Rolle des Edeldomestiken – eine Funktion, die vorher Isidro Nozal bekleidete. Der Italiener forcierte für seinen Kapitän das Tempo in den Anstiegen und sorgte mit den Tempoverschärfungen dafür, dass die Konkurrenz schnell Federn lassen musste. Auch wenn er nicht auf eigene Rechnung fuhr, schaffte er eine gute Platzierung, die Anlass für Hoffnung auf gute Ergebnisse in der Zukunft gibt.

 

Nicht wenige Betrachter vermuten seine Stärken eher in den Klassikern. Seine diesjährigen Ergebnisse geben eine andere Auskunft, was aber auch durch das Fernbleiben bei vielen Klassikern zu erklären ist. Er erreichte bei seinen Teilnahmen keine Platzierungen, die ihm – selbst im abgeschafften Weltcup – noch Punkte eingebracht hätten. In der Pro Tour wurde er 112.

 





David Etxebarria ***

• David Etxebarria

Der Baske war der Frontman für die schweren Klassiker – und dieses nicht erfolglos. Selbst Pro-Tour Gesamtsieger Di Luca konnte sich nicht in jedem Ardennen-Rennen unter den besten Zehn platzieren. Etxebarria gelang dieses Kunststück, obwohl es nicht ein einziges Mal für das Podium langte. Seine beste Platzierung fuhr er beim Flêche Wallone als Vierter ein. In den Niederlanden belegte er den achten Platz beim Amstel Gold Race und abschließend glänzte er bei Lü-Ba-Lü als Sechster.

 



Weitere Pro Tour-Punkte strich er in der Restsaison nicht ein. Daran änderte auch der vorausgegangene 13. Rang in der heimischen Baskenland-Rundfahrt nichts. Der Spezialist für die anspruchsvollen Hügelklassiker schaffte beim GP Ouest-Plouay zudem den 16. Rang. Ingesamt sprang für ihn in der Pro Tour der 47. Platz heraus.




David Etxebarria bei Lüttich-Bastogne-Lüttich 2005 **



Rest Pro Tour

Der Australier Allan Davis tat einen erheblichen Satz nach vorn. Seine guten Sprintfähigkeiten hatten sich in der Vergangenheit schon herumgesprochen. 2005 konnte er einige bemerkenswerte Ergebnisse erzielen. Davis zählt zukünftig zum Kreis der Topfahrer bei Massenankünften, neuerdings auch bei Klassikern.

 

Erstmalig punktete er in der Pro Tour durch seinen dritten Platz bei den HEW Cyclassics. Einige Wochen später bewies er, dass dieses Ergebnis keine Eintagsfliege war, als er auch bei Paris-Tours Dritter wurde. Ferner gelang ihm ein Etappensieg bei der Benelux-Tour. Als Zugabe  sicherte er sich dort auch die Punktwertung. 

 




Allan Davis
Etappensieg



bei der Benelux-RF 2005 **



Lediglich vorzeigbare Ergebnisse bei den GT-Sprintankünften blieben aus. Und im Mekka der Sprinter, Mailand–San Remo, trat er als 15. die Heimreise ohne Pro Tour Punkte an. In der Gesamtwertung der Pro Tour kam er auf den 43. Platz.

 

Durch gute Saisonresultate wusste auch Angel Vicioso zu gefallen. Mit seinem siebten Gesamtrang bei Tirreno-Adriatico setzte er frühzeitig Akzente. Darauf folgte der 6. Rang beim Flêche Wallone sowie der 10. Platz bei Lüttich-Bastogne-Lüttich, wo er mit seinem Teamkollegen Etxebarria um die beste teaminterne Platzierung konkurrierte. Ferner nahm er an der Tour de France teil und konnte sich über einen dritten Etappenplatz freuen. Am Saisonende ergab sich der 77. Platz der Pro Tour.

 




Angel Vicioso, Lüttich-Bastogne-Lüttich 2005 **



Der zweite Italiener im Team, Giampaolo Caruso, setzte einen gelungenen Schlussakkord unter seine Saison, als er bei der Lombardei-Rundfahrt den vierten Rang belegte. Damit erweiterte er seine bis dahin karge Punktausbeute, die er für den 19. Platz beim Giro erhalten hatte. Folglich kletterte er nach dem Saisonfinale in der Pro Tour auf den 71. Platz.

 

Zwei große Etappensiege feierten Marcos Serrano und Koldo Gil. Serrano sorgte für den einzigen Erfolg des Teams bei der Tour der France, als er am schnellsten das Teilstück von Albi nach Mende bewältigte. Zudem sicherte er sich drei weitere Pro Tour Zähler durch den 18. Rang im Gesamttableau der Vuelta. Gil ergriff die Gelegenheit am Schopfe, als er während des Giro beim Ziel in Pistoia den Favoriten ein Schnippchen schlagen konnte und sich mit kleinem Vorsprung den Etappensieg sicherte. Weiterhin gibt es seinen sechsten Platz bei der Tour de Suisse zu verzeichnen. Im Endklassement der Pro Tour wurde Gil 89., während Serrano der 136. Rang blieb.

 




Giampaolo Caruso ***



Marcos Serrano ***



Koldo Gil
*



Eintritt in diese Rangliste fanden noch zwei weitere Fahrer des Teams. Der junge Carlos Barredo begründete den Einzug mit dem siebten Platz bei der Benelux-Tour. Mit der identischen Platzierung beendete der Tscheche Jan Hruska die Polen-Tour. Beide teilen sich den 107. Rang mit anderen Fahrern.

 




Carlos Barredo ***



Jan Hruska
***



Nicht in dieser Rangliste vertreten ist Joseba Beloki. Seine Rückkehr zur Truppe von Manolo Saiz bescherte ihm nicht gleich wieder ähnliche Ergebnisse wie bei seiner vorherigen Teamzugehörigkeit bei der Saiz-Truppe. Aber Beloki erarbeitete sich nach seinem verheerenden Sturz (2003) weitere Fortschritte. Er startete bei allen drei GTs, beendete aber nur die heimische als 40. Ob er jemals wieder die Ergebnisse von vor seinem Unfall erzielen wird, steht in den Sternen. Es bleibt ihm zu wünschen.

 




Joseba Beloki während der 11. Etappe der Vuelta 2005 **



Als Mannschaft wusste der Rennstall bei der Baskenland-Rundfahrt zu gefallen, wo es die abschließende Teamgesamtwertung gewann. Nicht so stark wurde Liberty Seguros beim Mannschaftszeitfahren in Eindhoven vertreten. Dort schafften die Akteure nur den 15. Platz. Besser schnitten sie im Rahmen der Tour de France ab, wo sie sich nur Discovery Channel, CSC und T-Mobile beugen mussten. Insgesamt ist aber schon festzuhalten, dass das Team in den unterschiedlichen Varianten der Zeitfahren qualitativ schwächer geworden ist. Galten sie noch vor zwei Jahren als starke Konkurrenz für Discovery Channel im Mannschaftszeitfahren, so haben sie den Status mittlerweile fast kampflos anderen übergeben.

 




Mannschaftszeitfahren Eindhoven 2005 **



In der Pro Tour Teamwertung schaffte das Team den fünften Platz, der sich vor allen Dingen durch das sehr gute Abschneiden bei den Rundfahrten erklären lässt. Aber auch bei den Klassikern konnte man mit der Konkurrenz mithalten.

 



Outside Pro Tour

David Etxebarria sorgte für den einzigen Sieg bei einem Ein-Tages-Rennen. Ihm gelang dieser bei der Klasika Primavera (1.1). Erfolgreicher war das Team dann doch in den Rundfahrten.

 

Schon früh nach dem Jahreswechsel war man in die Heimat des Sprinter Davis aufgebrochen. Der Australier jagte vergeblich einem Etappensieg bei der Tour Down Under (2.HC) nach, aber dennoch kehrte die Delegation zufrieden zurück. Sie hatten statt dessen zwei Etappensiege von Contador und Luis Leon Sanchez im Gepäck. Letzterer konnte die Gesamtwertung gewinnen, Davis erreichte den zweiten Platz.

 

Contador unterstrich seine gute Form in der ersten Saisonhälfte durch seinen Gesamtsieg bei der Setmana Catalana (2.HC), wo ihm auch ein Etappensieg glückte. Sanchez fabrizierte einen solchen übrigens beim Zeitfahren im Rahmen der Clasica a Alcobendas (2.1).

 

Zwei Etappensiege feierte der Australier Davis bei der Murcia-Rundfahrt (2.1). Gewonnen hat diese sein Teamkollege Gil. Einen weiteren Etappensieg steuerte Davis überdies bei der Aragon-Rundfahrt bei.

 





Koen De Kort ***

Ebenso ergriff Vicioso die Möglichkeit, neben der Pro Tour seine persönliche Erfolgsbilanz auszubauen. Zwei Etappensiege bei der Settimana Vasca (2.HC) kann er sein eigen nennen.

 

Abschließend sei auch der Etappensieg des einzigen Niederländer im Team genannt. Koen De Kort gelang dieser bei der Zukunftstour (2.1)

 

Zum Schluss des Rückblicks soll nochmals Jörg Jaksche in den Mittelpunkt gerückt werden. Siege waren ihm 2005 nicht vergönnt. Aber dennoch kann er ein positives Fazit der Saison ziehen. Beim prestigeträchtigen Criterium International (2.1) schaffte der als Dritter den Sprung auf das Treppchen. Ein Etappensieg bei dieser Rundfahrt blieb ihm – als neuerlichem Etappenzweiten hinter Thomas Dekker – verwehrt.  



Tops und Flops

Gewinner:




• Allan Davis: Dem Australier ist ein gewaltiger Sprung nach vorne gelungen. Vielleicht ist er bald reif für ganz große Siege.




• Alberto Contador: Der Spanier meldete sich nach seiner Verletzung stark wieder zurück. Nächstes Jahr ist ihm ein Sieg bei einer kleineren Rundfahrt zuzutrauen. 




• Jörg Jaksche: Der Ansbacher hatte ein wenig Pech, dass er diese Saison keinen Etappensieg vorweisen kann bzw. keine Podiumsplatzierung bei der Deutschland-Tour schaffte. Dennoch gilt er als Gewinner. Zudem war er Bester seines Teams bei der Tour.



Verlierer:




• Roberto Heras: Bei der Tour fuhr er neben der Spur und bei der Vuelta hinterließ er eine widerliche Dopingspur. 




• Igor Gonzalez de Galdeano: Der Baske konnte sich in seiner letzten Saison nicht mehr in Szene setzen und gab seinen Sport auf.




• Isidro Nozal: Nozal durfte bei der Tour aufgrund eines überhöhten Hämatokritwertes nicht starten und konnte bei der Vuelta nicht an seine Leistungen vergangener Austragungen anknüpfen.

 



Ausblick 2006

Sofern Liberty Seguros 2006 noch existiert, wovon man nach heutigem Stand (14.12.) grundsätzlich ausgehen sollte, wird das Team künftig mit Argusaugen beobachtet werden. Heras positiver Dopingfall hat schlimme Kratzer im Teamimage hinterlassen. Zudem sorgten zwei weitere Fahrer während der Saison schon für negative Schlagzeilen, als Ribeiro mit einem hohen Hämatokritwert nicht am Giro teilnehmen durfte und Nozal auf die gleiche Art auffällig wurde. Ribeiro wurde entlassen, obwohl sich später herausstellte, dass der Portugiese nicht gedopt war.

 





Alexander Vinokourov *

Neuer Teamkapitän bei der Tour de France wird der Kasache Alexandre Winokurow sein, der seine Landsleute Andrej Kashechkin und Sergej Jakowlew mitbringt. Er soll in Frankreich die Kastanien aus dem Feuer reißen, nachdem Heras sich dort nicht in Szene setzen konnte.

 

Für die Vuelta scheint noch kein Kapitän gefunden worden zu sein. Vermutlich teilen sich die Rolle mehrere Fahrer wie Contador oder Serrano. Beim Giro wird Scarponi die Farben des Teams als Anführer vertreten, wobei auch Caruso stärker in die Verantwortung genommen werden soll.

 

Tatkräftige Unterstützung für die Rundfahrten versprechen die Osa-Brüder, die von Illes Balears kommen. Die beiden Basken können gute Domestiken sein, sie sind aber auch in der Lage, auf eigene Rechnung zu pedalieren.

 

Liberty Seguros hat mit Etxebarria, Vicioso oder Davis auch bei den Klassikern einige heiße Eisen im Feuer.

 

Eine Hoffnung soll abschließend schriftlich fixiert werden: Hoffentlich bietet das Team 2005 nicht wieder Gründe, um an die Rechtmäßigkeit von Erfolgen zu zweifeln.





zweifelhaft:
das Team während der 19. Etappe der Vuelta 2005 **




Anmerkung und Kommentar


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