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Saisonbilanz T-Mobile 2005

von Steamboat, Dezember 2005 

© Fotos: * peloton-pictures.com, ** velo-photos.com, *** Mani Wollner, **** cyclingimages.com, ***** chixpix.de.vu

 

 



>>> C4F-Teamliste T-Mobile 2005

>>> Siege und Platzierungen

 

Des Deutschen liebstes Kind ist bekanntlich der Fußball. Alle schimpfen auf ihn, niemand will damit was zu tun haben, aber am nächsten Samstag geht jeder wieder hin.

 

Der deutschen Radsportfans liebstes Kind ist T-Mobile. Offiziell natürlich nicht. Da wird auf das Team in Magenta nur gewettert. Man halte es höchstens mit der deutschen Konkurrenz aus Gerolstein. T-Mobile sei viel zu unsympathisch und steril und so … Hört man genauer hin, kommt heraus, dass bei vielen der deutsche Radsport mit aktuellen Ergebnissen oder Schlagzeilen von Jan Ullrich und Erik Zabel beginnt.

 

Von diesem Eindruck soll dieser Saisonrückblick nicht ganz befreit sein. Der Autor gesteht, sich mit den Geschehnissen um dieses Team intensiver als mit anderen Rennställen auseinanderzusetzen. Dafür geben die Konturen der Mannschaft, dafür geben ihre Ergebnisse und letztlich die Streitereien unter ihnen zu viel her, als dass diese Dinge unberücksichtigt bleiben könnten. Manches Resultat, das konkurrierende Teams für die eigene Palmares als zufrieden stellend und besser beurteilen würden, muss unter dem Eindruck, dass die Fahrer von T-Mobile dieses erzielten, seziert werden und gilt grundsätzlich erst mal als schlecht. Am Ende ist dann die Verwunderung umso größer, dass trotz aller – z.T. vernichtender – Kritik die Ranglisten und Statistiken diese Schwarzmalerei nicht stützen.

 

Dennoch beginnt der Bericht mit betrüblichen Nachrichten.

 

Seit der Kasache Alexandre Winokurow Paris-Nizza zweimal für das Team (2002, 2003) gewinnen konnte, ist das „Rennen zur Sonne“ in den Fokus des Bonner Rennstalls gerückt. So wurde auch 2005 ein starker Auftakt erwartet. Wie schon im Vorjahr hatte das Team mit dem Ausgang des Rennens jedoch nichts zu tun. Ein ehemaliges Teammitglied sicherte sich den Sieg – Bobby Julich von CSC.

 

Apropos ehemalige Teammitglieder: Das nächste Highlight im Kalender war der Klassiker Mailand-San Remo. Dieses Rennen beendete ein ehemaliger Fahrer des Teams auf dem zweiten Platz – Danilo Hondo. Die Tour de Romandie wurde von Santiago Botero gewonnen, der Giro d´Italia ging an Paolo Savoldelli. Vor Jahresfrist standen beide noch auf der Gehaltsliste von T-Mobile. Auch der Australier Cadel Evans, vor der Saison in Schimpf und Schande entlassen, fuhr beachtliche Ergebnisse für seinen neuen Arbeitgeber ein.

 

Zur Krönung der Situation entwickelte sich der Ostermontag zum Aschermittwoch für die Verantwortlichen des Teams. Das Rennen „Rund um Köln“, bei dem sich traditionell eine große Radsportgemeinde vor dem Fernseher und an der Strecke versammelt, sollte nach den Vorstellungen des Teams zum Showdown zwischen Hondo und Zabel werden. Beide Teams verkalkulierten sich, so dass die zwei Kontrahenten nur noch um einen Platz sprinten durften, der für Betrachter und Sportler gleichermaßen als belanglos eingestuft wurde. Gewonnen hat das Rennen übrigens David Kopp vom kleinen Team Wiesenhof vor seinem guten Kumpel Stefan Schumacher (Shimano). Beide sind ihres Zeichens ehemalige Fahrer von T-Mobile und 2006 bei Gerolsteiner wieder vereint …

 

Derartige Ergebnisse ließen keine Glücksgefühle bei den Teammanagern Walter Godefroot und Olaf Ludwig sowie dem sportlichen Direktor Mario Kummer aufkommen. Also standen Zabel, Ullrich, Klöden, Wino, Wesemann und Co. gehörig unter Zugzwang. Zum sportlichen Druck gesellte sich noch eine teaminterne Auseinandersetzung – eigentlich typisch für das Team –, die teils offen, teils versteckt und meistens nicht auf der sportlichen Ebene ausgetragen wurden und schließlich in nachhaltigen Veränderungen zur kommenden Saison mündeten.



Die Kapitäne



Jan Ullrich *

Die schärfste Auseinandersetzung betraf die Teamaufstellung zur Tour de France, dem traditionellen Saisonhöhepunkt der Equipe um den ehemaligen Tour-Sieger von 1997 Jan Ullrich. Diesbezüglich ergaben sich mehrere interne Duelle. Zum einen bemühten sich drei Fahrer um die Kapitänsrolle für die Gesamtwertung, zum anderen meldete Erik Zabel Ansprüche bezüglich der Punktewertung an. Während in Bezug auf die Kapitänsrolle Klarheit darüber herrschte, dass vom Dreigestirn Ullrich-Winokourow-Klöden bei normalen Verlauf der Tour im Zweifelsfall Ullrich der Kapitän sein würde, gab es um die Nominierung von Zabel mächtigen und teilweise unnötigen Wirbel.

 

Ullrich, der in der Öffentlichkeit meist dadurch auffällt, sich in konkreten Angelegenheiten nicht klar zu äußern, vertrat salomonisch die Ansicht, dass die neun besten Fahrer starten sollten. Diese Aussage kann in alle Richtungen gedeutet werden. Vermutlich ist die Interpretation richtig, dass Ullrich damit zu verstehen geben wollte, dass er Zabel nicht zu diesem Kreis zähle – ansonsten hätte er ihn aufgrund der Brisanz ausdrücklich erwähnt und wäre dem Kern der Frage nicht ausgewichen. Klöden gab früh zu erkennen, dass eine Mannschaft ganz nach dem Gusto des Rundfahrtkapitäns – und damit ohne Zabel – gebildet werden sollte. Ete gab zu verstehen, dass er teilnehmen wolle und dass es trotz der Wünsche und Interessen der anderen drei Kapitäne möglich sei.

 





Erik Zabel hatte nicht immer gut lachen **

Jedoch hatte Zabel seine Bewerbung mit Argumenten versehen, die vor allen Dingen auf Ergebnisse basierten, die schon länger zurücklagen. Bis zur Nominierung konnte er nämlich nur einen aktuellen Erfolg vorweisen: den Sieg beim Rennen „Rund um den Henninger Turm“, wo er – um einen Begriff aus dem Gebiet des Boxens zu nennen – gegen handverlesene Konkurrenz die Oberhand behielt. Gegen die wirklichen Herausforderer dieser Saison – Petacchi, McEwen, Freire, Boonen etc. – hatte er bis zu diesem Zeitpunkt stets und meist recht deutlich verloren. Auch beim Giro konnte er Podiumsplatzierungen erst vorweisen, als der australische Konkurrent ausgestiegen war.

 

Letztlich ergab die Bekanntgabe des Kaders, dass sich alle aufgestellten Fahrer voll in den Diensten der Kapitäne stellen sollten – und von denen hieß keiner Zabel. Der Sprinterstar aus Unna machte aus seinem Herz keine Mördergrube und sprach später davon, dass die unterbliebene Nominierung für ihn mit ausschlaggebend dafür war, dass er sich nach der Saison von T-Mobile verabschiedete.

 

Als Trost für diese Entscheidung sicherte man Zabel jedoch zu, dass das Team bei den Deutschen Meisterschaften bedingungslos für ihn fahren würde – allerdings zog Ullrich es vor, gar nicht erst an den Start zu gehen. Auf dem sprinterfreundlichen Kurs verlief das Rennen bis zur Zielgeraden wunschgemäß. Die T-Mobile-Fahrer hatten ihrem Kapitän das Feld bereitet.

 

Aber Zabel war nicht in der Lage, dieses Geschenk anzunehmen. Der vermeintliche einzige ernst zu nehmende Gegner, Robert Förster, sowie der Youngster Gerald Ciolek (Team AKUD) zogen an ihm vorbei. Selbst gegen die nationale Konkurrenz, die noch kurz zuvor gar nicht als Herausforderer angesehen wurden, konnte er nicht für klare Verhältnisse sorgen, womit wollte er denn dann gegen die ungleich stärkere Gegnerschaft bei der Tour bestehen?

 

Im Nachhinein erwies es sich als richtig, Zabel nicht nominiert zu haben, so sehr auch der Respekt vor seinen Leistungen besteht. Aber auch ein Sportsmann wie er sollte sich eingestehen, dass er nicht mehr in der Lage war, die Erfolge der Vergangenheit mühelos zu wiederholen. Dann wäre ein Platz für ihn verschenkt worden. Hätte Ete bis zur Tour in der Saison mehr Erfolge nachweisen können, wäre man vermutlich um seine Aufstellung nicht herumgekommen. So wirkte seine Reaktion trotzig und auch seine Fürsprecher taten ihm keinen Gefallen, als sie versuchten, die Situation zu verklären, in dem sie auf die beachtlichen Erfolge in der Vergangenheit verwiesen. Der letzte Etappensieg bei einer GT datiert vom 17.09.2003 (Vuelta), der letzte Etappensieg bei der Tour wurde am 12.07.2002 gefeiert. Und seit 2004 sind auch die sonstigen Siege deutlich spärlicher geworden.

 

Damit verschob sich das Risiko des Misserfolgs auf die Schultern von Ullrich, Klöden und Winokurow. Sie mussten das Beste aus der Situation zu machen.

 






Am Ziel aller Träume? „Ulle“ in Gelb ... bei der Tour de Suisse **



Erik Zabel während der Spanien-Rundfahrt im Einzelzeitfahren ***



Ullrich trat mit der Intention an, Armstrong noch vor dessen in Aussicht gestelltem Karriereende zu bezwingen. Aber schon früh wurde deutlich, dass Ullrich dem Texaner auch 2005 nicht gewachsen war. Zu keinem Zeitpunkt schien er wirklich ebenbürtig zu sein. Bereits beim Auftaktzeitfahren zog Armstrong an Ullrich vorbei, obwohl der Amerikaner eine Minute nach dem Deutschen gestartet war. Hierfür gab es eine Erklärung: Ullrich war durch eine Kollision mit der Heckscheibe des Teamfahrzeugs tags zuvor offensichtlich gehandicapt. Die Schmach, im Zeitfahren vom Hauptkonkurrenten gestellt zu werden, konnte er nicht vermeiden.

 

Ein gesunder Ullrich wäre sicherlich in der Lage gewesen, den Zeitverlust in erträglicheren Grenzen zu halten. Denn beim wesentlich schweren Zeitfahren in Saint-Etienne über eine deutlich längere Strecke von über 55 Kilometern büßte der Merdinger nur 23 Sekunden ein und beim nahezu topfebenen Auftakt mehr als eine Minute. Zum Triumph über Armstrong hätte es auf den 19 Kilometern sehr wahrscheinlich nicht gereicht.

 





Alexander Vinokourov in Siegerpose bei Lüttich-Bastogne-Lüttich 2005 **

Statt seiner schlüpfte beim Auftaktzeitfahren vorübergehend Alexander Winokurow in die Rolle des Herausforderers, da er Etappendritter wurde. Allerdings hatte auch er schon über 50 Sekunden auf den Texaner eingebüßt. Wino konnte kurzzeitig den Rückstand auf Armstrong etwas reduzieren. Aber zu mehr reichte es nicht.

Spätestens beim Aufstieg nach Courchevel tauschten die beiden T-Mobiler wieder ihre Rollen, als der Kasache überraschend früh reißen lassen musste und viel Zeit auf die Spitze verlor. Ullrich musste – wie üblich früher als prognostiziert – den Texaner samt einiger Konkurrenten fahren lassen. Er konnte seinen Rückstand gegenüber den direkten Konkurrenten aber in überschaubarem Rahmen halten. Der Vorsprung von Armstrong in der Gesamtwertung war schon recht ansehnlich.

 





Andreas Klöden hatte ein mehr als durchwachsenes Jahr **

Zwar schien Andreas Klöden zunächst dem Patron folgen zu können, aber er – der im Frühjahr seiner Form hinterher lief – opferte eigene Ambitionen und betätigte sich als Lokomotive für Ullrich. Allerdings schien Klöden trotz ansteigender Formkurve auch nicht in der Lage zu sein, ein ähnlich starkes Rennen wie im Vorjahr abliefern zu können.

 

Man kann den Fahrern in Magenta nicht unterstellen, nicht alles bei der Grand boucle probiert zu haben. Z.T. brachten sie Discovery Channel ordentlich in Bedrängnis. So gelang es dem Team auf der achten Etappe von Pforzheim nach Gerardmer, den Texaner von seinen Helfern zu separieren. Bei dieser Etappe konnte die Mannschaft ihre beabsichtigte Taktik umsetzen, indem stets einer der drei Kapitäne angriff. Armstrong, der sich vornehmlich auf Ullrich konzentrierte, ließ Klöden schließlich gewähren, der mit Pieter Weening den Tagessieg aussprintete. Leider blieb ihm nur der zweite Platz, nachdem er dem Niederländer um die Winzigkeit von weniger als einem Zentimeter unterlag.

 

Im weiteren Verlauf konnte das T-Mobile-Team den Amerikaner nochmals ärgern, als sie ihn auf dem Weg nach Ax-3 Domaines neuerlich von seinem Team isolierten. Aber auch die von Experten als stärkste Leistung beurteilte Performance reichte nicht aus, Armstrong aus den Schuhen zu fahren, am Ende war der Texaner wieder der Bessere und konnte alle T-Mobiler bei der Bergankunft hinter sich lassen.

 

Es blieb T-Mobile nichts anderes übrig, als um Etappensiege, gute Einzelplatzierungen im Gesamtklassement und um den ersten Rang in der Mannschaftswertung zu kämpfen. Ullrich blieb ein Etappensieg erneut versagt. Er konnte in all den Jahren ohnehin nur einmal einen Abschnitt gewinnen, seitdem Lance Armstrong das Tourgeschehen dominierte. Seine beste Platzierung bei der diesjährigen Austragung blieb der zweite Platz in Saint Etienne. Im Gesamtergebnis wurde er „nur“ Dritter, womit das hauptsächliche Saisonziel verfehlt wurde. Sein kasachischer Freund Wino wurde letztlich doch noch Fünfter, nachdem er zwei Etappen für sich entscheiden konnte. Einen Sieg schaffte er in Paris. Dieser sicherte ihm seine Gesamtplatzierung und er düpierte überdies Zabel, weil dem Unnaer der angestrebte Erfolg auf den Champs Elysees bisher nicht gelang.

 



Zudem gelangen Wino jeweils dritte Etappenplätze bei den zwei Zeitfahren der Tour. Einen Tagessieg erzielte überraschend Giuseppe Guerini, der im Gesamtklassement auf dem 20. Platz landete. Auch der Spanier Oscar Sevilla konnte Pro Tour Punkte verbuchen, als er trotz Helferdienste den 18. Rang der Gesamtwertung erreichte. Ganz offensichtlich unterstützte „El Nino“ einen erschöpften Ullrich auf der 15. Etappe, als er ihn vor dem nahenden Rasmussen sicher ins Ziel geleitete. Außerdem war der Spanier Teil einer Fluchtgruppe der Etappe von Pau nach Revel.

 

Die Mannschaft jedoch konnte – als Trostpflaster – die Teamwertung gewinnen. Praktisch jeder Fahrer trug zum Gelingen sein Scherflein bei. So sorgten u.a. Sevilla, Matthias Kessler und Guerini durch ihre Teilnahme an Fluchtgruppen in der letzten Woche dafür, dass man sich diesen gemeinschaftlichen Erfolg als Ersatz für den missglückten Toursieg sicherte.

 






Giuseppe Guerini **



Oscar Sevilla ***



Matthias Kessler **



Ob der Erfolg in der Teamwertung mit Zabel ebenfalls gelungen wäre, sollte bezweifelt werden, da man sich vermutlich eher dem Einholen von Fluchtgruppen in seinem Sinne gewidmet hätte und die Siege von Guerini und Wino (in Paris) wären wahrscheinlich nicht zustande gekommen. Trotz des erneut verpassten Gesamtsieges von Ullrich kann die Teilnahme an der Tour unter dem Strich als Erfolg angesehen werden.

 

Ullrich startete aber auch bei weiteren Events der Pro Tour. Seinen Vorjahressieg bei der Tour de Suisse konnte und wollte er wohl nicht wiederholen. Zwar war er der Schnellste im Zeitfahren, er verfolgte aber, wie vorab angekündigt, nicht mit letzter Konsequenz das Ziel, den Titel zu verteidigen. Ob er dabei tatsächlich mit der sprichwörtlich angezogenen Handbremse fuhr, muss allerdings etwas bezweifelt werden, da er bei den Zielankünften schon recht angestrengt und z.T. auch ausgelaugt wirkte. Er landete aber erneut – dieses Mal als Dritter – auf dem Podium dieser Rundfahrt.

 

Nach der Tour der France wollte er seine Sache bei der Deutschland-Tour besser machen. Zumindest einen Rundfahrtsieg in der Pro Tour wollte er feiern. Aber wieder war es ein Amerikaner, der seine Pläne durchkreuzte. Auf dem Weg zum Rettenbachferner musste er die beiden Gerolsteiner Totschnig und Leipheimer ziehen lassen, wobei letzterer die Etappe für sich entschied. Bei der zweiten Bergetappe konnte dieser den Vorsprung gar ausbauen, weil Ullrich am Feldberg mit der nasskalten Witterung nicht zu Recht kam. Auch wenn sich Ullrich am Folgetag mit dem Sieg im Einzelzeitfahren revanchierte, reichte es nicht mehr aus, Leipheimer in der Gesamtwertung noch zu gefährden. Damit blieb ihm nur der zweite Platz.

 

Dennoch sammelte er viele Pro Tour Punkte, so dass er in der Endabrechnung den vierten Platz belegte. Er landete endlich einen Platz und einen Punkt vor Dauerkonkurrent Armstrong, da er beim GP Ouest-Plouay den zehnten Platz belegen konnte und dadurch den entscheidenden Zähler mehr als der Texaner ergatterte.

 



Wie verlief die Saison der anderen beiden Tour-Kapitäne?

Ullrichs Freund Winokurow startete wie üblich deutlich früher in die Saison. Bereits – wie erwähnt – bei Paris-Nizza machte er sich auf die Jagd nach Trophäen und Pro Tour Punkte. Leider stand Glücksgöttin Fortuna wie schon im Vorjahr nicht auf seiner Seite. Abermals verpasste er den Anschluss an eine Spitzengruppe und mehr als der 16. Gesamtplatz war nicht somit nicht mehr möglich.

 

Mit größerem Erfolg nahm er an der Dauphiné Libéré teil. Die Etappe auf den mystischen Mont Ventoux entschied er zu seinen Gunsten, insgesamt belegte er den fünften Platz. Zwar startete er auch noch bei der Deutschland-Tour, aber er war meilenweit von seiner Bestform entfernt und stieg entkräftet aus. Bei der Polen-Rundfahrt wollte er es besser machen, konnte aber aufgrund eines fehlenden Einreisevisums erst gar nicht starten.

 

Mehr Fortune hatte er allerdings bei einem Klassiker. Beim vermutlich schwersten Eintagesrennen Lüttich-Bastogne-Lüttich sorgte er für den ersten Saisonsieg der Magenta-Fahrer. Zusammen mit Jens Voigt war er dem Hauptfeld entkommen und sicherte sich im Schlussspurt einen weiteren Meilenstein seiner Karriere. Beim Flêche Wallone war er allerdings nicht ganz so erfolgreich und wurde nur 12.

 

Wino verlässt nach vielen Jahren das Team. Er beschwerte sich, dass das Team bei der Tour auf seine Ambitionen zu wenig Rücksicht nahm und attackierte, obwohl er gerade einen Angriff lanciert hatte. Er kolportierte, dass Klöden ihm ausdrücklich verdeutlichte, dass die Equipe in Frankreich nicht für den Kasachen fahren würde. Diese Aussage wäre eine mögliche Erklärung für manche unverständliche Aktion des Blondschopfes. Kritisch muss man jedoch diesbezüglich anmerken, dass der Kasache sich selber offenkundig etwas überschätzte.

 

Schon bei der Etappe nach Courchevel musste er überraschend früh reißen lassen und stellte von dem Augenblick an keine Gefahr mehr für Armstrong dar. Eher scheint der Vorwurf Berechtigung zu haben, dass er seine Interessen nicht restlos in den Dienst von Ullrich stellte. Wie dem auch sei – Winokurow ist in einem Alter und hat das Format, selber der alleinige Kapitän einer Mannschaft bei der Tour zu sein. Von daher ist der Abgang des Sechsten der Pro Tour Rangliste nur zu verständlich und folgerichtig auch zu begrüßen.

 




„Co-Kapitäne“ für die Tour de France: Vino und Klödi ***



Andreas Klöden, der dritte Kapitän im Bunde, kam in der Saison lange Zeit nicht in die Gänge. Erst bei der Tour schien er seinen Leistungshöhepunkt erreicht zu haben. Leider stürzte er – auf Platz zehn in der Gesamtwertung liegend – und musste das Rennen aufgeben. Dadurch wurde in der Pro Tour nur ein 155. Platz möglich. Klöden fiel in der Saison durch mehrere Bemerkungen unangenehm auf. So ging er in der Öffentlichkeit mit Zabel auf Konfrontationskurs. Zudem stellten seine Bemerkungen gegenüber Wino auch nicht das Gelbe vom Ei dar. Zu allem Überfluss blieben seine Saisonleistungen deutlich hinter den Erwartungen.





Klassikjäger Steffen Wesemann **

Es bleiben die Analysen bezüglich der anderen Kapitäne des Teams. Da wäre zunächst Zabel als Sprinter des Teams, Andreas Klier und Steffen Wesemann für die Rennen in Flandern und in der Hölle des Nordens, Matthias Kessler für die Ardennen und den Giro sowie Oscar Sevilla für die Vuelta.

 

Erik Zabel startete gehandicapt in die Saison. Ein Fersenbruch im Winter erlaubte ihm keine kontinuierliche Saisonvorbereitung. Unter diesem Eindruck ist seine geringe Ausbeute im März des Jahres zu verstehen. Zunächst kam er bei den sechs Sprintankünften bei Tirreno-Adriatico nicht zum Zuge und verpasste dementsprechend den Einzug unter die ersten Zehn dieser Rundfahrt. Dann verfehlte er mit seinem 14. Platz bei seinem Lieblingsrennen „Mailand-San Remo“ um Längen sein erstes Saisonziel.

 





Klassikjäger Andreas Klier ****

 

Aber im April bot er dann bei der Flandern-Rundfahrt eine Facette seines Leistungsvermögens an, die man ihm eigentlich so nicht zugetraut hatte. Man hatte taktisch auf ein Zusammenspiel von Klier und Wesemann bei dieser Fahrt gehofft. Da aber Wesemann frühzeitig ausfiel, übernahm Ete dessen Rolle. Am Ende belegte er den vierten Platz, nachdem er mehrfach attackierte und durch seine Fahrweise einen zweiten Rang von Klier ermöglichte.

 





Erik Zabels Premierensieg 2005 bei "Rund um den Henninger Turm" **

Leider blieb ihm eine Wiederholung eines solchen Rennens eine Woche später bei Paris-Roubaix aufgrund eines Platten versagt, aber in der Zeit zwischen den beiden Monumenten erkämpfte er sich noch den neunten Platz bei Gent-Wevelgem. Seiner bevorzugten Beschäftigung, dem Erringen von Etappensiegen, ging er im Rahmen der Pro Tour nur sehr unzulänglich nach. Lediglich sechs zweite Plätze (vier bei der Vuelta, zwei beim Giro) und ein dritter Platz (bei der Vuelta) trug er in diesem Jahr davon. Vergleicht man seine Ergebnisse mit der Vergangenheit, muss man schon festhalten, dass er an Schnelligkeit eingebüßt hat und auf höchster Ebene nur noch bedingt konkurrenzfähig ist. Solche Ergebnisse dienen nicht dazu, ihn gegen die Interessen anderer Fahrer bei der Tour durchzusetzen und zu nominieren. Zweifel an dieser Entscheidung sind nicht angebracht. Daran änderte auch ein Sieg bei dem Henninger-Rennen (s.o.) nichts.

 



Er sollte bei der WM in Madrid versuchen, die Goldmedaille heimzubringen, aber dieses Rennen verlief anders als erwartet. So drohte die Saison zu Ende zu gehen, ohne dass dem viermaligen Mailand-San Remo-Sieger in der ersten Auflage der Pro Tour nur ein einziger Sieg gelungen wäre.

 

Einen Hoffnungsschimmer stellte schon vorab der Klassiker „Paris-Tours“ dar. Viele der Hauptkonkurrenten machten dem Rennen nicht mehr ihre Aufwartung, da es recht spät im Jahr hinter den Saisonhöhepunkten lag. Zabel, der in der Vergangenheit meist abhängig von einer guten Teamarbeit war, hatte das Pech, bereits 25 Kilometer vor dem Ziel keinen Helfer mehr an seiner Seite zu haben. Seine Siegesaussichten sanken offensichtlich fast auf den Nullpunkt.

 

Gerade diese Situation umschrieb einen typischen Eindruck dieser Saison: Zabel war mal wieder alleine gelassen worden. Aber der Routinier gab nicht auf. Er hatte ein wenig Glück, dass es in Tours zu einem Massensprint kam, bei der er dann der Konkurrenz widerstehen und in seinem letzten Rennen für T-Mobile tatsächlich noch einen großen Sieg feiern konnte. Mit diesem versöhnlichen Abschluss endete die jahrelange Beziehung zwischen Zabel und dem Telekom/T-Mobile Team. Ete landete in der Pro Tour auf dem 22. Rang.

 

Künftig noch stärker in den Fokus soll Andreas Klier rücken. Er ist zwar nicht in der Lage, Zabel bei Sprintentscheidungen zu beerben oder zu vertreten, aber er gehört zu den Besten bei den belgischen Frühjahrsrennen. Leider vermasselte ein eifriger Motorradfahrer bei Gent-Wevelgem ihm den Erwerb weiterer Erfolge, da Klier verletzt aufgeben musste und bei Paris-Roubaix nicht zur Verfügung stand. Klier schöpfte für die Pro Tour aber durch einen zehnten Rang bei Tirreno-Adriatico und einen neunten Rang bei der Benelux-Rundfahrt noch einige Punkte ab und wurde 45.

 






Steffen Wesemann bei den HEW Cyclassics *



Matthias Kessler fightet am Hinterrad von Davide Rebellin bei Lüttich-Bastogne-Lüttich ***



Steffen Wesemann, der am ehesten durch seinen Nationalitätenwechsel auffiel, wollte sich seinen sehnlichsten Wunsch erfüllen: den Sieg bei Paris-Roubaix zu feiern. Aber wieder einmal hatte das Schicksal mit ihm kein Einsehen. Er konnte die entscheidende Attacke nicht mitgehen und versuchte vergeblich, die Spitzengruppe bis zum Zielort noch zu stellen. Schließlich kam er mit einer größeren Verfolgergruppe ins Velodrom. Im abschließenden Sprint agierte er lustlos und demotiviert und musste sich mit dem 16. Platz als Noch-Deutscher begnügen.

 

Mehr Glück hatte er als Neu-Schweizer bei der Zürich-Metzgete, als er vor den Augen seiner neuen Landsleute sein Fahrrad auf den 6. Rang steuerte. Bei der Straßen-WM wurde er 12. und in der Pro Tour 118.

 

In den Ardennen setzte T-Mobile neben Winokurow auf die Künste von Matthias Kessler. Nach einem dritten Platz beim Flêche Wallone und jeweils zwei sechsten Plätzen bei Lüttich-Bastogne-Lüttich und Amstel Gold Race 2004, hoffte man auf Seiten der Teamleitung, dass dem Nürnberger nun eine erneute Steigerung gelingen würde. Aber nicht alles im Radsport ist punktuell planbar. Nimmt man seine Ergebnisse aus den Ardennen aus dem vergagenen Jahr als Maßstab, dann stagnierte er in seiner Leistung. Bei Lü-Ba-Lü wurde es der 12. Rang, beim Wallonischen Pfeil der 13. und in den Niederlanden gar nur der 22. Beim Giro durfte er auf eigene Rechnung fahren und verfehlte als 25. im Gesamtklassement erneut Pro Tour Punkte. Letztlich schaffte er keinen einzigen. Das muss man schon als Enttäuschung deklarieren.

 





Oscar Sevilla kämpft sich während der 11. Etappe der Spanien-Rundfahrt den Schlussaufstieg nach Cerler hinauf ***

Große Siege hatte man sich von Oscar Sevilla nicht erwartet. Er war aber mit den Ehren der Kapitänsrolle bei der Vuelta ausgestattet worden. Unter dem Strich fuhr er als Sechster der Gesamtwertung ein achtbares Ergebnis ein. Allerdings war er nicht in der Lage, mit den Favoriten des Rennens zu konkurrieren, wenn diese zum Finale einer entscheidenden Etappe baten. Letztlich strich er in der Pro Tour Gesamtwertung den 60. Platz ein.

 

Bei anderen Rundfahrten gelang es ihm nicht mehr, sein Pro Tour Punktekonto freundlicher zu gestalten. Der 25. Rang in der Baskenland-Rundfahrt muss als Enttäuschung gelten. Sein Landsmann Paco Lara verfehlte nur knapp den Einzug in die Top Ten der Volta A Catalunya.

 





Sergej Ivanov **



Marcus Burghardt *

Zwei weitere Fahrer tauchen aber auch in der Gesamtwertung der Pro Tour auf. Es muss vermerkt werden, dass Guerini durch seinen Etappensieg in Frankreich den 145. Rang belegte. Auf Platz 133 steht der Russe Sergej Ivanov. Durch den neunten Platz in Flandern und aufgrund der zehnten Position bei der Benelux-Tour sorgte er für zählbare Ergebnisse für die Pro Tour.

 

T-Mobile kam in der Teamwertung der neuen Rennserie nicht über den 14. Rang hinaus. Dieses überrascht etwas, weil doch einige Podiumsplatzierungen erreicht werden konnten. Zählt man lediglich alle Einzelpunkte der Fahrer zusammen und vergleicht dieses Resultat mit den Ergebnissen anderer Teams, wurde der fünfte Platz erreicht. Auch anhand der Bilanz von T-Mobile wird der Aussagewert sowie die Effektivität der Pro Tour Teamrangliste in Frage gestellt. Wohl kaum eine Mannschaft wird der Versuchung erliegen, die Teamwertung zu Lasten von Spitzenplatzierungen zum Hauptziel der Saison zu erkoren.

 

Aus dem Team konnten neben den genannten Fahrern im Rahmen der Pro Tour auch noch einige andere Akteure Akzente setzen, ohne dass sich diese in Punkten ausdrücken lassen. So denkt man stellvertretend an den Neo Marcus Burghardt, der einige gute Etappenplatzierungen bei der Vuelta realisierte und immerhin 20. bei Gent-Wevelgem wurde, nachdem er bei der Flandern-Rundfahrt ebenfalls positiv aufgefallen war.



Outside Pro Tour

Siege außerhalb der Pro Tour stellten für T-Mobile eine Rarität dar. Es wurde in der Saison keine Rundfahrt gewonnen und nur das Rennen „Rund um den Henninger Turm“ als Eintagesfahrt ging auf die Kappe eines T-Mobile-Fahrers. Wie erwähnt hieß der Sieger Erik Zabel.

 

Winokurow wurde kasachischer Meister im Straßenrennen. Ferner belegte er bei der Bayern-Rundfahrt (2.HC) den zweiten Platz. Im Rahmen dieser Rundfahrt gelang Klöden sein einziger Saisonsieg.

 

 





Eric Baumann *



Bram Schmitz **

Ebenfalls mit Landesmeisterehren und –trikot wurde der Russe Ivanov ausgezeichnet, der außerdem eine Etappe der Tour of Britain gewinnen konnte (2.1).

 

Im Rahmen der Tour of Luxemburg (2.HC) feierten gleiche zwei Profis des Teams Tageserfolge. So freute sich Eric Baumann über seinen einzigen Saisonsieg. Auch der Niederländer Bram Schmitz ging dort nicht leer aus.

 

Baumann konnte zusammen mit Wesemann und Klier bei der GP E3 Harelbeke (1.HC) glänzen, als die drei unter die ersten Zehn bei diesem Rennen kamen. Baumann belegte den neunten Platz, während Wesemann der sechste Rang blieb und Klier nur Tom Boonen den Vortritt lassen musste.

 





Olaf Pollack **

Bemerkenswert ist sicherlich auch, dass die beiden etatmäßigen Sprinter, Zabel und Olaf Pollack, weder innerhalb noch außerhalb der Pro Tour einen Etappensieg erzielen konnten. Neuankömmling Pollack hatte sicherlich das Pech, dass Zabel sich kurzentschlossen für den Giro anmeldete, so dass er nicht der Hauptsprinter des Teams war. Dennoch konnte er dessen Malaise nicht für sich nutzen, um beim Giro oder anderswo mit Sprinterfolgen aufzuwarten. Allerdings ereilte ihn das Verletzungspech, so dass er seine Saison früh beenden musste und seine Leistungen teilweise entschuldigt werden können.



Tops und Flops

Gewinner:







• Andreas Klier: Der Wahl-Belgier gehört nach dieser Saison endgültig zu den Topleuten für die Frühjahresrennen. Sein zweiter Platz in Flandern ist aller Ehren wert und macht Appetit auf mehr.

 

• Alexander Winokurow: Ein Sieg bei Lüttich-Bastogne-Lüttich und Erfolge bei weiteren schweren Etappen dieses Jahres haben ihn wieder ein Stück näher an den Gipfel gebracht. Ob er nächstes Jahr in anderer Teamkluft den Olymp des Radsports besteigen kann, muss sich erst noch zeigen.

 

• Jan Ullrich: Vierter in der Pro Tour und drei Mal Podium bei Pro Tour Rundfahrten. Zwar konnte er das angestrebte Ziel mit dem Sieg über Armstrong erneut nicht erreichen, aber sein Jammern ist letztlich jammern auf höchstem Niveau.

 

• Erik Zabel: Trotz des Sieges bei Paris-Tours und auch trotz guter Ergebnisse in Flandern und Frankfurt, den wichtigsten Kampf im Team hat er verloren. Erstmals war er nicht bei der Tour dabei.

 



Verlierer:






• Matthias Kessler: Ein Jahr der Konsolidierung, wenn man es nett sagen möchte. Kein Saisonsieg und keine Punkte für die Pro Tour – das hatte man sich anders vorgestellt.

 

• Christian Werner: Er konnte sich das gesamte Jahr über nicht in Szene setzen und beendet viel zu früh seine Karriere.

 

• Andreas Klöden: Er konnte auch aus Verletzungsgründen seinen Vorjahreserfolg bei der Tour de France nicht wiederholen. Allerdings blieben auch andere Saisonhighlights Mangelware. Zudem sollte er sich mit Äußerungen über und gegen Teamkollegen nicht nur in der Öffentlichkeit zurückhalten.

 



Ausblick auf 2006

T-Mobile steht vor einer Saison des Umbruchs. Wie angekündigt verlassen Zabel und Winokurow das Team. Beide sind kaum zu ersetzen, da soll man sich nichts vormachen. Beiden gilt aber der Dank für die Leistungen der Vergangenheit und in der letzten Saison. Beiden möchte man den Erfolg wünschen, den sie sich an neuer Wirkungsstätte erhoffen.

 

Zabel wird dabei auf Petacchi treffen. Diese beiden waren bisher Konkurrenten und müssen fürchten, dass sie es nun im Team Milram hin und wieder auch sein werden, da beide sich offensichtlich sich auf die gleichen Saisonziele versteifen (Tour de France, Mailand-San Remo). Aber Zabel wies ja nach, dass er auch bei den Frühjahrsrennen glänzen kann. Vielleicht schließt er dort an die gezeigten Leistungen an. Man möchte ihm wünschen, dass er aber selbst erkennt, wann es besser ist, vom Rad zu steigen und nicht darauf wartet, dass man es ihm wegnimmt, wie Wesemann es mal formulierte.

 





Tschöö, Rolf! ***

Winokurow ist ein Tausendsassa, dessen Ergebnisse – z.B. in den Ardennen und bei Paris-Nizza – dem Team künftig fehlen werden. Zudem fehlt nun auch eine Stütze für das Tourteam. Dass es mit einer Doppelspitze oder gar Dreifachspitze nicht effektiv funktioniert, hat die vergangene Saison unter Beweis gestellt.

 

Fehlen wird auch Rolf Aldag. Eine Persönlichkeit wie er ist für ein Team lebensnotwendig, weil er sich mit großer Tatkraft sich für die Ziele des Teams Zeug legte. Aldag hat seine Karriere beendet. Ebenfalls nicht mehr dabei sein werden Jan Schaffrath, Tobias Steinhauser sowie Christian Werner.

 

Zum Thema Neuerwerbungen: Verpflichtungen auf höchstem Niveau wurden für das Team schwierig, da viele Fahrer, die diese Saison auffielen, bereits das magentafarbene Trikot getragen haben und sicherlich nicht den Wunsch hegen, erneut in den Farben von T-Mobile ins Renngeschehen einzugreifen.

 



Die Neuen




Michael Rogers **



Patrik Sinkewitz **



Kim Kirchen **



Linus Gerdemann *



Lorenzo Bernucci **



André Greipel *



Thomas Ziegler *



Frantisek Rabon *****



Serhiy Honchar ****



Jörg Ludewig ***



Scott Davis ****



Eddy Mazzoleni ****



Dennoch lotste man den Zeitfahrweltmeister Michael Rogers zum Team. Der Australier bringt einen hoffnungsvollen Deutschen mit. Sein Name ist Patrick Sinkewitz. Beide sehen ihre Stärken bei den Rundfahrten. Zudem weiß Sinkewitz auch in den Ardennen zu gefallen. Dass beide bei der Tour de France nicht in Erscheinung traten, ist größtenteils mit dem Mangel an Unterstützung ihres Teams Quick Step zu erklären, das sie nach Bekanntgabe der Wechsel sprichwörtlich fallen ließ.

 

Der Gewinner der Polen-Rundfahrt, Kim Kirchen, kommt und bringt Lorenzo Bernucci mit. Auch Kirchen hat gezeigt, dass ihm die Ardennen liegen. Mit Zeitfahrqualitäten ausgestattet, unterstützt Altmeister Serhiy Honchar bald das T-Mobile Team. Er hat Jörg Ludewig im Schlepptau, der durch seine mannschaftsdienliche Fahrweise sicherlich ein fester Bestandteil der Equipe sein wird.

 

Zudem hat man auch Eddy Mazzoleni an Land gezogen, der bei den GTs in die Rolle des Edeldomestiken schlüpfen soll.

 

Aufsehen erregte die Verpflichtung von Linus Gerdemann, den T-Mobile von CSC loseiste. Gerdemann hatte angekündigt, 2007 sowieso zum Ullrich-Team zu wechseln. Manager Riis gab Gerdemann daraufhin umgehend frei, weil sich ein weiterer Aufbau dieses Talents aus der Sicht von CSC wahrlich nicht lohnt. Eine namhafte Verstärkung im nationalen Rahmen stellte überdies die Verpflichtung von Thomas Ziegler (Gerolsteiner) dar.

 





Gelingt Jan Ullrich 2006 endlich der langersehnte zweite Tour-Sieg? ***

Auch 2006 wird Jan Ullrich wieder versuchen, die Tour de France zu gewinnen. Sowohl dort wie auch schon beim Giro wird er er auf den Italiener Ivan Basso treffen, der bei der Tour 2005 vor ihm landete und besonders im Gebirge stärker war. Von daher ist Basso m.E. der Favorit für das Rennen in Frankreich. Aber auch Valverde, Winokurow und Leipheimer müssen bei der Grand Boucle beachtet werden.

 

Bei der Deutschland-Tour sollte Ullrich sich den Gesamtsieg zum Ziel setzen, da ein Erfolg in der Heimat sicherlich erstrebenswert ist und von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Vielleicht nützt es ihm, dass sein persönlicher Betreuer Rudy Pevenage endlich wieder im Teamfahrzeug sitzen wird. Die Spannungssituation zwischen ihm und Walter Godefroot hat die Lage sicherlich belastet und hat kaum für bessere Leistungen der Sportler gesorgt.

 

Weiterhin hat das Team einige Asse bei den Frühjahrsklassikern und für die Ardennen im Ärmel. Schwierigkeiten wird es eher bei den flachen Klassikern und den Sprintankünften bei Rundfahrten geben, da dort nun endgültig ein überragender Fahrer fehlt.

 

Eines sollte man T-Mobile aber nahe legen. Es ist bei den Fans nicht gut angekommen, dass das Team bei der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt und bei der Niedersachsen-Rundfahrt durch Abwesenheit glänzte. Sicherlich hat T-Mobile auch in anderen Teilen von Europa geschäftliche Verpflichtungen, aber diese Abstinenz wurde dem Team als überhebliche Arroganz ausgelegt und das sicherlich nicht ganz zu Unrecht. Deswegen möge ein Schwerpunkt in der Planung auch auf einheimische Rennen gelegt werden. Es gilt, verlorenes Terrain wieder gut zu machen.

 



Anmerkung und Kommentar


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