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Saisonbilanz Phonak 2005

von Steamboat, November 2005 

© Fotos: * velo-photos.com, ** Mani Wollner, capture-the-peloton

 



>>> C4F-Teamliste Phonak Cycling Team 2005

>>> Siege und Plazierungen

 

In der wichtigsten Schlacht, die das Schweizer Team im vergangenen Jahr zu führen hatte und möglicherweise künftig auch noch hat, konnte es Pluspunkte sammeln. Mit einer strikten Haltung überzeugt die neue Teamleitung um John Lelangue und ergriff resolute Maßnahmen gegen neue Dopingfälle in der Equipe. Damit unterschied sie sich von der vorhergehenden Leitung. Im Nachhinein muss allerdings der Plural von Dopingfällen in einen Singular umgewandelt werden, weil sich im Fall von Guidi später eine positive Dopingprobe als falsch entpuppte. Umgehend wurde er nach der erfolgten Entlassung wieder eingestellt. Vom Spanier Santos Gonzalez hingegen trennte man sich, nachdem er bei einer internen Kontrolle mit überhöhten Werten aus dem laufenden Wettbewerb (Vuelta) genommen wurde. 

 

Unter dem Strich dominierten die Berichte über sportliche Glanzlichter, während die Dopingproblematik etwas aus dem Fokus in den Hintergrund gerückt wurde.  

 



die Pro Tour

Die Mannschaft war von ihrer Struktur in erster Linie für die Rundfahrten konzipiert. Schlüsselpositionen wurden mit ausländischen Fahrern besetzt. Da das Team darüber hinaus seine Stärken bei den anspruchsvollen Hügelklassikern sah, es aber nur wenige Schweizer gibt, die in diesen Segmenten zur absoluten Spitze im Radsport zählen, vergibt man diese Positionen an Legionäre. Als Kapitäne bei den GTs waren Floyd Landis (Tour, Vuelta) und Tadej Valjavec (Giro) angedacht. Im Laufe der Saison meldeten Oscar Pereiro und Santiago Botero ihrerseits Ansprüche an. Aber auch Miguel Martin Perdiguero gefiel in der Saison bei den Rundfahrten sowie bei Hügelklassikern.

 

Helferrollen im Team wurden aber durchaus mit Schweizern besetzt (Alexandre Moos, Martin Elmiger, Gregory Rast). So lässt sich auch erklären, dass zwar viele Fahrer in der Pro Tour-Rangliste auftauchen, die Eidgenossen des Teams jedoch meist weiter hinten zu suchen sind oder gar nicht auftauchen. Schwachstellen des Teams zeigten sich bei der Bestückung der flämischen Frühjahrsrennen sowie immer mal wieder im Sprintbereich – obwohl man mit der Verpflichtung von Robert Hunter gehofft hatte, diese Mängel zu beheben.

 





Fabrizio Guidi
HEW Cyclassics 2005 *

Ausgerechnet ein Sprinter setzte in der Saison erste Akzente. Fabrizio Guidi errang bei der Rundfahrt „Tirreno-Adriatico“ den dritten Gesamtplatz. Guidi, der im Rahmen der Pro Tour kein Rennen gewann, hielt immer Anschluss zur Spitze, so dass er bei dieser Rundfahrt auf dem Podium stand. Ungewöhnlich für einen Sprinter, aber die diesjährige Austragung begünstigte Fahrer wie ihn und die vor ihm liegenden Freire und Petacchi.

 

Noch ein Wort zu Guidi: Den Schreiber dieser Zeilen verwunderte die Meldung von seiner angeblich positiven Probe. Mir war bei der Meldung ein Bericht von Raphael Schweda, einst Teamkollege von Guidi bei Team COAST/Bianchi, in den Sinn gekommen. In seinem Tagebuch zum Giro 2002 äußerte Schweda, dass er eben mit jenem Guidi eine längere Unterhaltung über Doping geführt habe. Der Italiener gewährte Einblick in die Seele eines italienischen Pedalisten. Dabei kam heraus, dass Guidi im Gegensatz zu vielen italienischen Radsportlern einen passablen Schulabschluss erreicht habe und als intelligent bezeichnet werden kann. Viele brechen dagegen die Schule für den Einstieg in den professionellen Radsport ab. Außerhalb des Sports fehlen ihnen dann die Perspektiven, weshalb sie hin und wieder dopen müssen, um im Peloton konkurrenzfähig zu bleiben. Daraus schloss ich, dass Guidi keine verbotenen Sachen nähme.

 





Guidi bei der 4. Etappe der Tour de la Region Wallonie **


Nach dem Exkurs über die mögliche Integrität Guidis zurück zu seinen sportlichen Finessen.  Bei Mailand-San Remo konnte er im Gegensatz zur erwähnten Rundfahrt nicht viel ausrichten. Ebenfalls ohne nennenswerte Ergebnisse durchstand das Team die Rennen, die zum „flämischen Frühling“ gehören. Weiter verwunderlich ist das eigentlich nicht. Valjavec, Pereiro, Botero, Landis, Perdiguero & Co schätzen Hügellandschaften. Kopfsteinpflaster bei ungemütlichem Wetter gehört nicht gerade zu den Delikatessen und dieses Ambiente stört nebenbei den Formaufbau erwähnter Leistungsträger.

 



In der Konsequenz musste im kalten Belgien usw. vorrangig die eidgenössische Delegation des Teams ihr Glück suchen. Gregory Rast machte noch das Beste daraus, als er bei Gent-Wevelgem als 15. das Rennen beendete. Auch die Benelux-Rundfahrt im August war nicht nach dem Gusto des Teams, wie der 55. Platz des besten (Sascha Urweider) ihres Teams beweist.

 




Gregory Rast
Tour de Suisse 2005
1. Etappe *



Sascha Urweider
Tour de Suisse 2005
1. Etappe *



Die Kapitäne



Floyd Landis *

Ursprünglich war Floyd Landis als Ergänzung und Edeldomestike für seinen Landsmann Hamilton verpflichtet worden. Weil dieser aber wegen vermuteten Dopingmissbrauchs gesperrt wurde, bekleidete Landis beim wichtigsten Saisonereignis, der Tour de France, die Kapitänsrolle. Landis wurde schließlich Teambester als Neunter. Er konnte sich aber nicht in der Form in Szene setzen, dass man sich im Nachhinein auf Anhieb an besonders hervorzuhebende Etappenergebnisse oder Rennverläufe erinnern könnte. Immer wenn es bei Bergankünften zur Entscheidung kam, war er bereits abgehängt. Ein Tagespodium erreichte er nicht. Ein Aspekt seiner angeblichen Unauffälligkeit besteht darin, dass er sich mit seinem ehemaligen Kapitän während der Tour – wie bereits während der Dauphiné Libéré – heftige und laute Wortgefechte lieferte. Glaubt man den Berichten, war Landis das auserkorene Mobbingopfer von Armstrong für das Jahr 2005. Exzellente Etappenplatzierungen oder gar Siege sind mit solchen Fesseln in der Regel nicht mehr möglich. Bei der Dauphiné Libéré wurde Landis Elfter. Zumindest wies er in beiden Rundfahrten gute Qualitäten im Zeitfahren nach. Am Ende fand er sich in der Pro Tour Wertung auf dem 74. Platz wieder.

 



Eindringlicher machte der Kolumbianer Santiago Botero während der Dauphiné Libéré auf sich aufmerksam. Als guter Fahrer im Kampf gegen die Uhr bekannt, siegte er in dieser Disziplin bei der Dauphiné. Damit aber nicht genug, auch eine Bergankunftsetappe ging auf sein Konto. Am Ende sprang der zweite Platz in der Gesamtwertung heraus.

 

Getoppt wurde dieses vorzügliche Ergebnis durch den Gesamtsieg der Tour de Romandie. In einem der Heimrennen des Sponsors sicherte er sich auch den Sieg im Zeitfahren. Besonders die Verantwortlichen von T-Mobile schauten mit sorgenvollen Mienen zu ihrem ehemaligen Fahrer, der nach seinem Weggang von der Bonner Truppe genau die Resultate einfuhr, von denen er im Magenta-Trikot Lichtjahre entfernt schien, obgleich man sich diese von ihm erhoffte. Es bestand bei den Bonnern die Befürchtung, dass er auch bei der Tour entsprechend zuschlagen könnte.

 





Lüttich-Bastogne-Lüttich 2005 *



Lüttich-Bastogne-Lüttich 2005 **


Der einzige Showdown, den er sich bei der Tour mit seinem ehemaligen Arbeitgeber lieferte, fand auf der Etappe von Courchevel nach Briancon statt. Winokurow und Botero gehörten frühzeitig einer Fluchtgruppe an, von der die beiden übrig blieben. Als im Zielort die Entscheidung heranreifte, bewies der Kasache das bessere Stehvermögen und verwies den Kolumbianer auf den zweiten Platz. Im Gesamtklassement der Tour konnte dieser das erhoffte hohe Niveau nicht halten und wurde 51.

 

Ein vorzeigbares Ergebnis stellt seine Teilnahme an der Volta A Catalunya dar, wo er insgesamt 12. wurde. Dieser Platz half ihm aber nicht, in der Gesamtwertung der Pro Tour weiter vorne notiert zu werden. Rang 19 (nach der Disqualifikation von Heras gar 18) übertrifft jedoch auch hier die kühnsten Erwartungen vor der Saison.

 





Pereiro und Botero
Lüttich-Bastogne-Lüttich 2005 *

Der auffälligste Phonak-Fahrer dürfte aber Oscar Pereiro bei der Tour de France gewesen sein. Bei vier Tagesabschnitten schloss sich der Spanier Fluchtgruppen an. Unterwegs nach Briancon begleitete er Teamkollegen Botero solange, bis er selbst eine Kurve falsch ansteuerte und auf einer Kuhweide landete.

 

Bei der 13. Etappe war er schon erfolgreicher. Er machte die komplette Tempoarbeit hinauf nach Saint – Lary – Soulan, während sein Begleiter Hincapie an seinem Hinterrad lutschte, um ihn schlussendlich zu übersprinten. Tags drauf, als man vermutete, dass sich Pereiro physisch und vor allem mental von den Strapazen des Vortagsrennens erholen müsste, fand er dann doch seinen verdienten Lohn. Auf dem Weg von Mourenx nach Pau setzte er sich im Zielort gegen seine Mitstreiter Xabier Zandio, Eddy Mazzoleni und Cadel Evans mit einem starken Finish durch. Dieser Erfolg hat eine historische Dimension, handelte es sich doch um den ersten Etappensieg des Phonak-Teams bei der Tour de France.

 

Aber der Spanier hatte noch nicht genug. Auf dem 19. Tagesabschnitt war er abermals Mitglied einer Fluchtgruppe. Seine Begleiter waren Sandy Casar, Giuseppe Guerini und Franco Pellizotti. Vermutlich war ein Etappensieg gar nicht das vordinglichste Ziel seiner Bemühungen. Er hatte die Intention, seine Gesamtplatzierung zu verbessern. So rückte er vorübergehend virtuell gar vom 13. auf den siebten Platz vor, bis sich im Peloton das Team von Illes Balears zur Führungsarbeit im formierte, um das Feld näher an die Ausreißer heranzuführen. Pereiro stellte zu diesem Zeitpunkt eine Gefahr für die Platzierung von Mancebo dar. Dass Pereiro nächste Saison die Farben des balearischen Teams tragen würde, wusste man damals noch nicht. Ihm reichte dann auch ein Vorrücken auf den zehnten Platz der Gesamtwertung, während er die Etappe seinen Mitstreitern überließ.

 





Pereiro während der 11. Etappe der Vuelta 2005 **



Pereiro während der 20. Etappe der Vuelta 2005 **


Auch bei der Vuelta zeigte er sich einmal bei einem Abschnitt weit vorne, als er sich nur Samuel Sanchez geschlagen geben musste. In der Gesamtwertung seines Heimatlandes wurde er als 26. (25.) Teambester, vermutlich musste er dem Stress der Saison und speziell der Tour Tribut zollen.

 



In diesem Jahr feierte er abseits der GT weitere Erfolge. So war er der Schnellste im Zeitfahren bei der Tour de Romandie. Bei dieser Rundfahrt belegte er sich auf den siebten Platz der Gesamtwertung (einen Rang vor ihm platzierte sich übrigens sein eidgenössischer Teamkollege Alexandre Moos). Vorher fand die Baskenland-Rundfahrt statt, die er als Sechster beendete. Eintagesrennen zählen zwar nicht zu seinen präferierten Wettbewerben, aber sowohl der 11. Platz beim Fleche Wallone als auch der 20. Rang bei Lüttich-Bastogne-Lüttich können sich sehen lassen. In der Gesamtwertung der Pro Tour hielt er auf dem 32. Platz Einzug.

 





Tadej 2005 *



D-Tour 2005 **

Als weiterer guter Klassementfahrer gilt Tadej Valjavec. Zwar in der Kapitänsrolle aber dennoch ein bisschen stiefmütterlich abgeschoben, wurde er zum Start beim Giro veranlasst. Er kam nicht wie gewohnt sofort in den Tritt, da er krankheitsbedingt nicht ganz auf der Höhe seiner sportlichen Leistungsfähigkeit war. Erst im späteren Verlauf fing er sich, um dann mit einem zweiten Etappenplatz und einem 15. Rang in der Gesamtwertung aufzuwarten.

 

Während der Saison erzielte er weitere gute Ergebnisse in Rennen der Pro Tour. Sehr stark präsentierte er sich bei der Deutschland-Tour, die er als Sechster beendete. Bei der Tour de Suisse kam er auf den neunten Rang. Valjavec fand sich in der Pro Tour auf der 61. Position wieder (wie auch Teamkollege Guidi).

 



Vor ihm rangiert Miguel Perdiguero (40.). Der Spanier glänzte im Gegensatz zu seinen Teamkollegen nicht bei den GT-Gesamtwertungen.





Perdiguero 2005 *

Dafür schaffte er bei der 5. Etappe der Vuelta einen zweiten Platz und bei der 16. Etappe den dritten Platz.  Aber auch eine Wiederholung des Vorjahressieges bei der Klasika San Sebastian blieb ihm versagt. Dennoch kann er eine gute Bilanz mit nennenswerten Ergebnissen aufweisen. Die Volta A Catalunya, die er 2004 sehr eindrucksvoll gewinnen konnte, beendete er als Sechster.

 

Der Madrilene offenbarte jedoch Stärken bei anderen Klassikern. Den fünften Platz beim Amstel Gold Race und den siebten Rang bei Lüttich-Bastogne-Lüttich kann er hierfür als Beleg vorweisen.

 






Perdiguero bei Lüttich-Bastogne-Lüttich 2005 **



Perdiguero während der Vuelta 2005, 18. Etappe
**



Auf das Podium bei einem Event der Pro Tour schaffte es keiner weiterer Einzelfahrer. Allerdings gab es dennoch in einem Wettbewerb der Pro Tour einen zweiten Platz zu feiern. Die Herren Landis, Pereiro, Jose Gutierrez, Bert Grabsch, Nicolas Jalabert und Robert Hunter bildeten die Equipe, die beim Mannschaftszeitfahren (MZF) in Eindhoven den 2. Rang gemeinsam erstritten. Bei der Volta A Catalunya gab es ebenso einen entsprechenden Wettbewerb, den das Team mit mehr Fortune gestaltete. Der Sieg wurde in der Konstellation Landis, Perdiguero, Gonzalez, Jalabert, Hunter, Martin Elmiger sowie Botero erzielt. Beim MZF der Tour de France konnte das Team nicht an diese Plätze heranreichen, dort schaffte man den 5. Platz.

 




Mannschaftszeitfahren Eindhoven 2005 **



Pro Tour Rest



Santos Gonzales
Vuelta 2005, 17 Etappe **

Die Ergebnisse der Rundfahrten sind hinreichend aufgeführt worden. Lediglich einige Tagesplatzierungen mit Punktgewinn bei GTs fehlen noch. Gonzalez belegte den zweiten Rang bei der 17. Vuelta-Etappe. Mit der identische Platzierung beendete der Schweizer Elmiger im Ziel die 19. Etappe. Sein Landmann Aurélien Clerc ersprintete sich bei der neunten Giro-Etappe einen dritten Platz.

 

Beide Helvetier sollten im Rahmen der Klassiker ebenfalls Pro Tour Punkte einsacken. Elmiger war hierbei der erfolgreichere. Er glänzte mit dem sechsten Platz bei den HEW-Cyclassics und schob später noch einen achten Platz bei der Lombardei-Rundfahrt nach. Clerc sollte als Sprinter bei Paris-Tours in Erscheinung treten. Auch wenn dort schon einige prominente Fahrer fehlten, mehr als der sechste Platz kam dabei nicht heraus. Zur Spitze der Sprinter fehlt dem Schweizer doch noch einiges. Beide fanden sich in der Pro Tour Wertung wieder. Elmiger wurde 90., Clerc 117. – ihr Landsmann Moos 97.

 





Aurélien Clerc *



Martin Elmiger *

Bei Paris-Tours gab ein anderer Slowene des Teams, Uros Murn, als Neunter sein Stelldichein in den Top Ten. Er strich somit drei Pro Tour Punkte ein, die ihn auf den 147. Platz hievten. Dahinter auf dem 164. Rang befindet sich neben Gonzalez auch der einzige Deutsche des Teams, Bert Grabsch. Ihm gelang in seiner Heimat bei den HEW-Cyclassics der zehnte Platz.

 



Phonak schrieb in der vergangenen Saison das Wort Kollektiv groß. Anders lässt es sich nicht erklären, dass Phonak in der Teamwertung der Pro Tour auf dem zweiten Platz geführt wird. Besonders viele gute Platzierungen im Vorderfeld wie bei der Tour de Romandie (dort gewann man die Teamwertung), dem Mannschaftszeitfahren in Eindhoven, Volta A Catalunya, Dauphine Libéré, Tour de Suisse, Paris Tours und dem Amstel Gold Race ermöglichten dieses Resultat. In der Addition aller Punkte der Fahrer hingegen sprang nur der neunte Platz heraus.

 



Outside Pro Tour



Uros Murn *



Bert Grabsch
Kriterium in Neuss 2005
**

Manchen Namen vermisst man in der Auflistung bzw. man hätte den einen oder anderen Fahrer präsenter in den Rennen vermutet. Robert Hunter kam bei der Pro Tour nicht in die Gänge. Lediglich ein zweiter Platz bei einer Dauphiné Libéré-Etappe steht zu Buche.

 

Dabei war der Südafrikaner nicht unerfolgreich. Zu Beginn des Jahres machte er durch Siege auf sich aufmerksam und offerierte Appetit auf mehr: Sieg beim Doha International GP (1.1) sowie je ein Etappensieg bei der Setmana Catalana (2.HC), Mittelmeer-Rundfahrt (2.1) und Tour of Georgia (2.1). Bei der zuletzt genannten Rundfahrt siegte Landis bei einer Etappe und wurde Gesamtdritter. Uros Murn sicherte sich im Rahmen der Setmana Catalana ebenso einen Etappensieg.

 

Alexandre Moos, ein recht versierter Schweizer Fahrer, der auch in den Bergen mehrfach Konkurrenzfähigkeit bewiesen hat, siegte beim GP Kanton-Aargau (1.1) – übrigens vor Jan Ullrich. Dennoch blieb er m.E. etwas hinter den Saisonerwartungen.

 

Auch der Deutsche Grabsch sorgte für positive Schlagzeilen. Nahe seiner Heimatstadt sicherte er sich den Erfolg beim Rennen „Rund um die Hainleite – Erfurt“ (1.1). Meist hatte er Aufgaben im Team zu erfüllen, so dass er nur selten auf eigene Rechnung fahren konnte. Umso schöner, dass ihm dann gegen starke Konkurrenz deutscher Fahrer ein solcher Erfolg gelang.

 

Fehlt noch ein weiterer Etappensieg. Der Sprinter Guidi schaffte diesen bei der Internationalen Österreich-Rundfahrt (2.1), wo dem Nachwuchsfahrer Johann Tschopp ein beeindruckender zweiter Gesamtplatz gelang.

 

Leider nicht mit den Lorbeeren eines Sieges ausgezeichnet wurde Gregory Rast, der zumindest einen zweiten Etappenplatz bei der Tour de Suisse davon trug. Bei der WM belegte er auf der Straße den 14. Rang. Landesmeisterehren wurden ihm auch nicht zu teil. Er musste dort seinem Teamkollegen Elmiger den Vortritt lassen, der sich zwei Tage zuvor beim Zeitfahren nur Fabian Cancellara geschlagen geben musste.

 



Tops und Flops

Die Gewinner des Teams sind:




• Santiago Botero: Ein weiterer Fahrer der von seinem Weggang von T-Mobile profitierte. Ein Sieg bei der Tour de Romandie, dazu noch ein zweiter Platz bei der Dauphiné Libéré. Der Mann blühte 2005 wieder auf.




• Oscar Pereiro: Ein Fahrer mit einer unglaublichen Energie. Mehrere gute Ergebnisse erzielte er in dieser Saison. Sein ständiges Aufbäumen wird in Erinnerung bleiben. Zudem gelang ihm der erste Etappensieg des Teams bei der Tour de France überhaupt.




• Martin Elmiger: Der Schweizer wartete mit einigen guten Ergebnissen auf.



 

Diese Fahrer enttäuschten:




• Santos Gonzalez: Manche lernen es nie. Offensichtlich reicht der Glaube an die eigene Leistung nicht aus.




• Robert Hunter: Ihm blieb in den Entscheidungen bei den prestigeträchtigen Rennen meist nur das Nachsehen. Keine Punkte in der Pro Tour, das hat schon etwas verwundert.




• Jose Enrique Gutierrez: Der Spanier trat diese Saison kaum in Erscheinung. Nichts zu sehen vom letztjährigen Etappengewinner bei der Vuelta.

 



Ausblick auf 2006

2006 bleibt der Hauptsponsor Phonak Hearing Systems bei der Stange, doch ob und wie es mit dem Team 2007 weitergeht, ist noch nicht geklärt. Es scheint aber als sicher zu gelten, dass Phonak als Sponsor nach der kommenden Saison aussteigen wird. Ob man im Team an eine Fortsetzung glaubt, lässt sich nicht erkennen. Anscheinend überwiegen die Zweifel. So sind die Zugänge im Vergleich zu den Vorjahren weniger namhaft – wenn man sich mal nicht vom Namen Merckx irritieren lässt. Dafür hat das Team einige schwerwiegende Abgänge zu verkraften.

 

Als ein weiteres Indiz für die Auflösung zum Saisonende kann gewertet werden, dass den drei Topfahrern des Rennstalls trotz laufender Verträge die Freigabe in Aussicht gestellt und gewährt wurde. Während sich Botero und Landis für den Verbleib entschieden, nahm Pereiro die Option wahr und verließ das Team in Richtung spanische Heimat.

 

Der Vertrag von Valjavec hingegen wurde von der Teamleitung nicht verlängert, so dass der Slowene sich einen neuen Arbeitgeber suchen musste. Die anderen Abgänge stellen keine erkennbaren Schwächungen des Teams dar.

 

Die neu verpflichteten Fahrer sind offensichtlich eher als Ergänzungen gedacht. Ambitionen auf vordere GT-Platzierungen wird von denen auf Anhieb keiner anmelden, selbst wenn Koos Moerenhout immerhin in die Top Twenty der Vuelta gelangte. Phonak wird auch 2006 schlagkräftige Delegationen zu den GTs entsenden können, wenngleich diese auf dem Papier nicht so stark aussehen wie in dieser Saison. Unklar dürfte im Moment sein, wer den Giro als Leader bestreiten wird. Vielleicht soll diese Rolle von Moos übernommen werden. Interessant wird zudem sein, ob Botero endlich mal wieder bei einer GT einen Platz unter den besten Zehn realisieren kann.

 




Mannschaftszeitfahren in Eindhoven 2005 **



Die Klassikerfraktion erfuhr keine spürbare Verstärkung. Phonak wird wohl auch 2006 bei den Frühjahrsrennen im März nur eine Mitläuferfunktion erfüllen. Vielleicht gelingt Rast dort eine bessere Platzierung. Etwas verwundert es schon, dass es offensichtlich keine Anstrengungen gab, Fabian Cancellara zu verpflichten, der z.B. bei Paris-Roubaix Ambitionen angedeutet hat. Von der Finanzkraft her hätte ein solcher Transfer eigentlich locker gestemmt werden können. Also muss man auch von dieser Personalie auf die Gesamtsituation abstrahieren, dass das Team nach der kommenden Saison die Pforten schließt.

 

Aufgrund des Potentials des Teams wäre eine Liquidation bedauerlich, allerdings kann man verstehen, dass der Sponsor aufgrund mehrerer Dopingfälle der Vergangenheit die Lust am Engagement verloren hat. Es bliebe gerade ihm zu wünschen, dass 2006 kein Dopingfall im Team für Aufsehen sorgen wird.



Anmerkung und Kommentar


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