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Saisonbilanz: Rabobank 2004

Beitrag von Steamboat, 12. Februar 2005

 

Wenn ein Iberer mit den Niederländern gemeinsame Sache macht… Dann kann dabei was Gutes herauskommen. Oscar Freire katapultierte sich 2004 endgültig in die Top-Liga der Radrennfahrer. Der Spanier, von dem man bis dato annahm, dass er eigentlich nur Weltmeisterschaften gewinnen kann, machte einen weiteren Schritt nach vorne. So nebenbei gewann er nun schon zum dritten Mal die Weltmeisterschaft, aber er zeigte auch, dass bei Klassikern und bei Etappenrennen mit ihm in vorderster Front zu rechnen ist.

Italien war 2004 für ihn ein gutes Pflaster. In Verona errang er die Weltmeisterschaft, in San Remo fuhr er auf dem letzten Meter beim Klassiker Mailand-San Remo noch auf den ersten Platz. Beide Male war der erste Verlierer Erik Zabel. Besonders in San Remo muss man Freire attestieren, dass es seine Konzentration war, die ihm den Sieg einbrachte.

In Verona profitierte er neben einer exzellenten Mannschaftsleistung der Spanier von der Hilfsbereitschaft seines Teamkollegen Boogerd, in der entscheidenden Phase Tempo zu machen, um damit Freire den Weg zu ebnen. Wäre der Gegner in Verona ein Deutscher anderen Namens gewesen, wäre Oscar vielleicht nicht Weltmeister geworden, da er eine Woche später im Finish bei Paris-Tours Danilo Hondo unterlag und Dritter wurde. Aber da qewann das Rennen dann eben ein anderer Rabobänkler. Erik Dekker konnte eine gemeinsame Flucht mit Kessler (T-Mobile) noch gerade eben verzweifelt ins Ziel retten. Das niederländische Team hat es halt mit dem letzten Meter 2004… Es liest sich aber gut, dass man zwei Weltcuprennen gewinnen konnte.

Es verdeckte gleichzeitig etwas die Enttäuschung, dass bei der Tour de France der Amerikaner Leipheimer als auch der Däne Rasmussen den Sprung aufs Podium versagt blieb. Zwar ist eine TopTen-Platzierung nicht schlecht, aber man hatte sich mit der Verpflichtung von Leipheimer etwas mehr erhofft. Aber wenn die wichtigen Etappen in ihre entscheidende Phase gingen, hatten die Rabos mit dem Ausgang nichts mehr zu tun. Deswegen hat man sich mit dem Russen Menchov für 2005 verstärkt, der freilich erst mal den Nachweis eines Podiumfahrers bei GTs erbringen muss. Als man Leipheimer verpflichtete, konnte der immerhin einen dritten Platz bei der Vuelta 2002 vorweisen. 2004 war der beste der Rabos 48. Thorwald Veneberg nimmt diesen Platz ein.

Zurück zu Freire. Ihm gelang 2004 der einzige Sieg der Rabos im Rahmen einer GT. Im heimischen Spanien kam er in Castellon de la Plana vor – wem auch sonst – Erik Zabel im Ziel an. Daneben glänzte der Spanier durch einen Etappensieg bei Tirreno-Adriatco. Zudem gelangen ihm im Frühjahr Siege bei der Trofeo Alcudia (1,3) (vor Zabel) und bei der Trofeo Luis Puig (1,2). Im Gesamtklassement der Tirreno-Adriatico musste er sich nur Bettini (Quick Step) beugen und landete auf dem Podium (vor Zabel). Im Gesamtweltcup erkämpfte er sich den dritten Platz. Neben Mailand-San Remo und Paris-Tours konnte er sich bei den HEW-Cyclassics (4.), Züri-Metzgete (9.) und Klasika San Sebastian (11.) gut in Szene setzen. Punkte gab es auch für jeweils 14. Plätze beim Amstel Gold Race und Lüttich-Bastogne-Lüttich. Zudem wurde er 23. bei der Flandern-Rundfahrt.

Den Erfolgen am nächsten kam im Team Erik Dekker. Neben Paris-Tours stehen da der Gesamterfolg bei der ENECO-Tour (2,1) nebst Etappensieg und der Sieg bei der Ronde van Drenthe (1,3). Der holländische Straßenmeister belegte jeweils gute 5. Plätze bei der Flandern-Rundfahrt und Lüttich-Bastogne-Lüttich. Den 7. Platz feierte er beim heimischen Amstel Gold Race. Er kam aber noch weitere Male in die Punkteränge bei Weltcuprennen. Bei den HEW Cyclassics (11.), bei Mailand-San Remo (11.), in der Lombardei (12.) und in San Sebastian (19.) kam er zu Punkten. Dieses brachte ihm in der Weltcupwertung den 4. Platz ein.

Rabobank belegte im Weltcup den 2. Platz. Hierfür waren auch die Ergebnisse von Boogerd verantwortlich, dem 2004 kein Einzelsieg glücken wollte. Dafür brachte er das Kunststück fertig, jeweils 2. Plätze bei Weltcuprennen zu erreichen. Bei der Lombardei-Rundfahrt, bei Amstel Gold und bei Lüttich-Bastogne-Lüttich war jeweils nur einer noch schneller. Bei der Flandern-Rundfahrt reichte es für einen 20. Platz. Dafür fehlt ihm ein gutes Ergebnis bei einer der großen Rundfahrten.

Statt dessen genehmigte sich Robert Hunter ein paar bedeutende Siege. Im Rahmen der Tour de Suisse durften es zwei Etappenerfolge sein. Ebenso erfolgreich war er bei Katar-Rundfahrt (2,3), wo er obendrein sogar noch die Gesamtwertung einstrich. Zwei Tagesabschnitte gingen an den Südafrikaner bei der Internationalen UNIQA Classic (2,3). Und in deutschen Landen feierte er einen Sieg im Rahmen der Sachsen-Tour (2,3).

Nur einen Saisonerfolg, den dafür aber bei einem aus deutscher Sicht sehr wichtigen Rennen, erzielte Kasten Kroon, der das Rennen rund um den Henninger Turm nach langer gemeinsamer Flucht u.a. mit Hondo gewann. Ein mickriges Weltcup-Pünktchen erzielte er auch bei Paris-Tours.

Den 7. Platz bei der Dauphine Libere schaffte Rasmussen, der bei dieser Rundfahrt eine Etappe gewinnen konnte. Außerdem feierte er den Sieg in der Bergwertung bei dieser Rundfahrt. Rasmussen wurde 14. bei der Tour de France und holte 3 Punkte als 23. bei der Lombardei-Rundfahrt. Die einzelnen Ergebnisse führten zu einem 2. Gesamtplatz bei der Teamwertung im Weltcup.

Teamkollege und Kapitän Levy Leipheimer wurde 9. bei der Tour de France. Zudem feierte er den 5. Platz bei der Baskenland-Rundfahrt und den 8. Platz bei der Dauphine Libere. Einen Etappensieg gab es für den Amerikaner 2004 auch noch. Bei der Setmana Catalana (2,1) feierte den Sieg vor Rodriguez (Saunier Duval). Bei Paris-Nizza war er zwar bester seines Teams. Platz 22 kann aber dennoch nicht befriedigen.

Steven De Jongh, ein Mann, der eher weniger auffällt, überraschte bei Kuurne-Brüssel-Kuurne (1,2) mit einem Sieg. Der Fahrer hilft vorrangig und stellt eigene Ziele hinten an. Umso gönnenswerter der Erfolg. Eines der wenigen Rennen, bei denen sich Marc Lotz in Szene setzen konnte, gewann der Niederländer auch prompt. Das Rennen ist die Tour du Haut Var (1,2).

Zwei Siege steuerte auch der Deutsche Robert Bartko bei. Einen Erfolg bei einer Rundfahrt gab es bei Driedaagse van West Vlaanderen (2,3) sowie bei einem Zeitfahren bei der Rundfahrt. Dennoch wurde der deutsche Olympiateilnehmer auf der Bahn nach der Saison entlassen. Er kehrt auf die Bahn komplett zurück

Nicht gefeuert, aber auch nicht mit Ehrungen behäuft, fährt Grischa Niermann auch im kommenden Jahr für die Rabos. Immerhin 17. wurde er bei der Tour de Suisse. Niermann hat sich seine Meriten als Edelhelfer erworben, dennoch fehlt mal ein Toppergebnis.

Die Garde der jungen Wilden wollte aber auch nicht außen vor bleiben. Thomas Dekker startete für das erste Team von Rabobank und schon gewann er eine Etappe bei der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt (2,3). Aufmerksam auf sich machten während der Saison auch Posthuma und Wenning.

Boogerd ist ein gutes Jahr gefahren, wenngleich er kein Rennen gewinnen konnte.

Für die kommende Saison hat sich das Bild gewandelt. Menchov kommt als Chef und bringt Landsmann Kolobnev mit. Zudem kommen mit Löwik und Horrillo zwei endschnelle Leute. Verlassen haben den Klub u.a Lotz (Quick Step), Hunter (Phonak) und Leipheimer (Gerolsteiner) --> Team 2005

Rabobank schielt weiterhin nach Siegen bei den Klassikern. Inwiefern sie auch 2004 bei den großen GTs eine Rolle spielen werden, steht noch aus. Freire hat die Saison durch zwei Erfolge auf Mallorca gut begonnen. Der Weltklassefahrer hat derzeit Huldigungen verdient. Viel wird von ihm 2005 auch abhängen.



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