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Saisonbilanz: FDJeux.com 2004

Beitrag von Steamboat, 15. Januar 2005

 

Das französische Team Fdjeux.com (künftig: Francaise des Jeux) hatte in der Vergangenheit eine hohe Affinität zu australischen Radsportlern. 2003 gewann Baden Cooke das Grüne Trikot des besten Punktefahrers bei der Tour de France (TdF), 2004 rückte – wenn auch nicht während der TdF - Bradley McGee in den Mittelpunkt, da er das Rosa Trikot beim Giro vorübergehend trug und auch sonst eine gute Figur in Italien abgab.

 

Die Tour de France genießt als heimatliches Großereignis natürlich die meiste Aufmerksamkeit. Dieses Jahr hatte man bei fdjeux.com die Erwartungen schon etwas höher gesteckt. Cooke sollte das Grüne Trikot verteidigen, eine oder mehrere Etappensiege sollten herausspringen und einer des Teams sollte in der Gesamtwertung weiter vorne landen.

 

Cooke enttäuschte bei der TdF. Er kam weder in die Nähe eines Etappensieges, noch spielte er bei der Vergabe des Grünen Trikots eine Rolle. Seine Saison verlief im Vergleich zum Vorjahr eher enttäuschend. Zwar konnte er bei mehreren .3 Rundfahrten Etappen gewinnen (Herald Sun Tour (3 Etappen), Tour Méditerranéen (2 Etappen), Tour Down Under), dass aber ein Sieg während der „Driedaagse van de Panne“ (2,2) bereits das Ende der Fahnenstange bedeutet und kein Sieg bei einem .1 Rennen oder besser zu verzeichnen ist, schönt seine Bilanz nicht. Darüber kann auch der Sieg beim Ein-Tages-Rennen GP d'Ouverture La Marseillaise (1,3) nicht hinwegtäuschen.

 

Auch keiner seiner Mitstreiter konnte eine Etappe für sich entscheiden. Christophe Mengin und Sandy Casar erreichten jeweils 3. Plätze bei Tagesabschnitten. Besonders der 3. Platz für Casar sollte Auswirkungen haben, da er Teilnehmer einer Fluchtgruppe war, die ihm 12 Minuten Vorsprung vor anderen einbrachten. Er konnte am Gelben Trikot schnüffeln, ohne es aber zu tragen, kam in der Endabrechnung, durch diese Flucht begünstigt, auf einen 16. Platz und belegte in der Rubrik Nachwuchsfahrer den 2. Platz. Mit seinem Abschneiden bei der Tour muss man zufrieden sein. Fdjeux verfügte nicht über den erfahrenen und aussichtsreichen Klassementfahrer, so dass ein Platz unter den ersten 20 schon als Erfolg gesehen werden muss. Ferner gewann Casar bei der Tour de Poitou (2,3) auch noch eine Etappe, so dass er von einer guten Saisonleistung sprechen kann.

 

Wie gesagt, besonders die Australier drückten dem französischen Team den Stempel auf. Das war dieses Jahr nicht anders. Bradley McGee sprang für seinen Landsmann Cooke in die Bresche. Zwar war er bei der Tour de France nicht so erfolgreich, beim Giro d´Italia hingegen um so mehr. Zunächst gewann der den Prolog und schlüpfte in das Rosa Trikot, das er nach der 2. Etappe nochmals einen Tag trug, dann deutete er an, dass er auch in den Bergen nicht chancenlos ist. Stets kämpfte er vorne mit und belegte am Ende einen unerwarteten 8. Platz. Die Leistungen der anderen Fahrer verblassen neben McGee, der beim 2., 7. und 13. Tagesabschnitt jeweils Zweiter wurde. Aber das war noch nicht alles. Bei der Tour de Romandie war er erneut im Prolog erfolgreich und wurde dort letztlich Neunter. Seine Saisonbilanz wurde durch den Sieg bei der Route du Sud (2,3) abgerundet, bei der er auch eine Etappe gewann. Außerdem ist McGee auch ein guter Bahnfahrer.

 

Bei Weltcuprennen gab ein Belgier eine gute Figur. Philippe Gilbert belegte in der Endabrechnung des Weltcups Platz 14. Dieser wurde durch gute Leistungen bei Mailand-San Remo (14.), HEW-Cyclassics (13.) und bei Paris-Tours (12.) möglich. Der Belgier sammelte insgesamt 39 Punkte. Ein weiteres Ergebnisse steuerte Guesdon (18. bei Paris-Roubaix) bei. Die Ausbeute bei wichtigen Tagesrennen wäre für das Team noch ausbaufähig. Daran ändert auch ein 11. Platz von Robin beim GP Ouest-Plouay nichts.

 

Aber zurück zum Belgier Gilbert. Ihm gelang ein Gesamtsieg bei Paris-Correze (2,3). Ferner schaffte er auch noch einen Etappensieg bei der Tour Down Under (2,3) in Australien. Im Gesamtklassement belegte er bei Paris-Nizza den 18. Platz. Auf den Belgier sollte man achten, da er mit 22 Jahren erst am Anfang einer Karriere steht. Die Saison 2004 nähert Hoffnungen auf eine erfolgreiche Karriere.

 

Dieses gilt auch für den Schweden des Teams, Thomas Lövkvist. Als Neo gelang ihm der Gesamtsieg und ein Etappensieg bei der Circuit Cycliste Sarthe (2,3). Der Schwede ist erst 20 Jahre alt, konnte aber schon Zeitfahrmeister seines Landes werden. Zudem war auch bei einem Abschnitt bei der Tour de l´Avenir (2,5) erfolgreich. Außerdem war er bester seines Teams bei der Dauphine Libere, als er schließlich 17. wurde. Auch ein anderer Neo, Francis Mourey, ließ mit einem Etappensieg bei der Route du Sud aufhorchen.

 

Eher etwas ins Stocken geraten ist die Karriere des Österreichers Bernhard Eisel. Zwar gewann er beim Criterium der Espoirs (2,5) eine Etappe, aber ansonsten ist er etwas in der Versnekung verschwunden.

 

Nicolas Vogondy gewann einen Tagesabschnitt bei der Rothaus Regio Tour (2,3). Mit ihm war man aber gar nicht zufrieden. So trennen sich die Wege 2005. Vogondy wechselt zu Crédit Agricole.

 

Da Fdjeux.com über vier Australier verfügt, darf der Erfolg von Matthew Wilson nicht unerwähnt bleiben. Er belegte bei den australischen Straßenmeisterschaften den ersten Platz und war dadurch Träger der australischen Farben.

 

Im nächsten Jahr hält das Team am Konzept fest, meist junge Leute zu holen und aufzubauen. So stößt u.a. als „Exot“ ein Finne, Veikkanen, zum Team. Man hat ja gesehen, welche Erfolge und positiven Erfahrungen man in den Vorjahren mit dieser Ausrichtung erzielte. Damit das Team bei den drei großen Rundfahrten aber nicht nur mit Frischlingen antreten muss, kommen Finot (RAGT), der Belgier Detilloux (Lotto-Domo), Auger (Auber 03) und Jegou (Crédit Agricole). Verlassen haben das Team Vogondy, Fritsch (Saunier Duval) sowie Robin und wohl auch Derepas. --> Team 2005

 

Bei fdjeux.com spielt 2005 eine Rolle, ob McGee erneut bei einer GT auf sich aufmerksam machen kann. Ferner hofft man, dass Cooke wieder an die Leistungen von 2005 anschließen kann. Auf die Entwicklung von Lövkvist und Gilbert darf man gespannt sein. Sandy Casar muss es jetzt langsam gelingen, auch bei größeren Rennen ein wichtiges Wort bei der Podiumsvergabe mitzureden.

 

Auf ein neues, Francaise des Jeux.



Anmerkung zum Kommentar oder zur Saison von FDJeux.com:


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