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Saisonbilanz: Crédit Agricole 2004

Beitrag von Steamboat, 05. Januar 2005

 

Jedes Jahr zur Tour de France-Zeit zeigen sich die Grün-Weißen besonders motiviert. Seit Jahren schon versuchen sie, das Grüne Trikot des Punktbesten in ihre Reihen zu bringen. Kein Wunder, farblich passt es ja auch am besten zur Teambekleidung. Ferner setzt man in den Franzosen Christophe Moreau stets die Hoffnung, dass er aufs Podium fährt.

 

In der Punktwertung hatte man die vergangenen Jahre besonders auf Stuart O´Grady gesetzt, der es 2001 auch schon auf der letzten Etappe nach Paris trug. Nach der Zielankunft aber musste er es noch an Zabel abgeben. Da er 2002 und 2003 nicht erfolgreicher war, verließ er das Team in Richtung Cofidis. Statt seiner versuchte dieses Jahr der Norweger Thor Hushovd sein Glück.

 

Erweiterte Zielsetzungen bei der TdF stellen auch das vorübergehende Tragen des Gelben Trikots, mindestens einen Etappensieg sowie die beste Platzierung eines Franzosen im Gesamtklassement dar. Auf der 2. Etappe war es dann soweit, als Hushovd in das Gelbe Trikot schlüpfte (nach der Etappe zog er es aber auch gleich wieder aus. Dafür gelang ihm dann auch der erwünschte Etappensieg auf dem 8. Tagesabschnitt. Dieser Sieg blieb allerdings der einzige des Teams. In der Punktewertung belegte er hinter McEwen den 2. Platz. Auch Moreau erfüllte sein Soll, da er als 12. der beste Franzose im Peloton war. Das Podium verfehlte er hingegen – für den objektiven Beobachter erwartungsgemäß – mit fast 18 Minuten Rückstand auf Basso deutlich. In der Bergwertung belegte er Platz 5. Eventuell wird künftig sein Ziel sein, das gepunktete Trikot anzugreifen, weil er sich von Jahr zu Jahr weiter vom Podium entfernt. Zudem hat sich Virenque, der stets als Saisonziel dieses Trikot nannte, seine Karriere beendet, so dass die Gegenwehr künftig geringer sein wird.

 

In der Teamwertung belegte Crédit Agricole Platz 8.

 

Neben der Tour verblassen die anderen Ereignisse des Rennkalenders regelrecht. Keine Top Ten Platzierung bei Weltcuprennen. Keine bemerkenswerten Ergebnisse bei den HC-Rundfahrten und natürlich auch keine Teilnahme an anderen GTs. Wenn man dann noch in der Ergebnislisten liest, dass die ehemaligen Fahrer Backstedt (Paris-Roubaix) und O´Grady (HEW-Cyclassics) zwei Klassiker gewinnen konnten sowie Julich bei Olympia Bronze im Zeitfahren gewinnen konnte und Voigt das wichtige Criterium International (1,1) für sich entschied, dann muss die Anmerkung erlaubt sein, dass die Transferpolitik nicht immer als glücklich zu bezeichnen ist.

 

Natürlich feierte das Team auch Erfolge. Der Kasache Kashechkin gewann beispielsweise die GP Fourmies (1,1). Weitere Gesamtsiege steuerten bei kleineren Rennen Hushovd (Classic Haribo (1,3), Tour de Vendee (1,3) G.P. Denain (1,3)), Fedrigo (Tour de Limousin (2,3)), Moreau (Trophée des Grimpeurs – Polymultipliée (1,3)) und Kashechkin mit dem Sieg bei der Sachsen-Tour (2,3) bei.

 

Wenn man auch bei HC-Rennen nicht brillierte, so konnte Huhovd, der immer mehr zu einer starken Persönlichkeit des Teams wird, immerhin eine Etappe bei der Dauphine Liberé gewinnen.

Dort belegte der Russe Botcharov als bester des Teams den 20. Platz. Eine gute Vorstellung zeigte das Team bei der früheren Midi Libre, der heutigen Tour du Languedoc-Rousillon (2,1), da Hushovd zwei Etappensiege und Moreau einen Etappensieg holen konnten. Außerdem gewann Moreau die Gesamtwertung.

 

Hushovd avancierte zum Lichtblick des Teams, da er neben den norwegischen Meistertiteln im Zeitfahren und auf der Straße, auch noch eine Etappenerfolg bei der Etoile de Besseges (2,3) feiern konnte. Fedrigo konnte neben seinem Gesamtsieg bei der Tour de Limousin auch einen Tagesabschnitt als Sieger abschließen und Hinault schaffte einen Etappensieg bei der Deutschland-Tour.

 

Verheerend allerdings die Bilanz bei den Weltcup- und HC-Ein-Tages-Rennen. Ganze 11 Punkte sammelte das Team. Die beste Platzierung schaffte Hushovd bei Paris-Roubaix mit einem 17. Platz. Die restlichen Punkte sicherte Kashechkin mit seinem 24. Platz bei den HEW-Cyclassics. Noch ein halbwegs zufrieden stellendes Ergebnis erbrachte Lequatre mit dem 18. Platz beim GP Ouest-Plouay.

 

Auch bei den HC-Rennen waren die Leistungen nicht berauschend. Botcharov wurde 18. bei Tirreno-Adriatico, Kashechkin 22. bei der Tour de Suisse und bei Paris-Nizza reichte es für Poilvet zum 31. Platz. Wahrlich nicht doll.

 

Unter dem Strich überzeugen konnten dieses Jahr Hushovd, Moreau, kashechkin und Fedrigo. Hinter den Erwartungen blieben besonders Halgand, Nazon und der Neuseeländer Dean zurück.

 

Das Team wird sein Aussehen für 2005 etwas wandeln. Man muss nun als Pro-Tour Teilnehmer an drei GTs starten. Zu diesem Zweck wurde der starke Italiener Caucchioli geholt, der bei der TdF 2004 einen Platz vor Moreau belegte. Caucchioli soll der Kapitän für den Giro sein. Zudem wurde der Este Kirsipuu geholt, um weitere Etappenerfolge bei der Tour de France zu sichern. Vielleicht hilft er auch mit, dass sich das Abschneiden bei den Klassikern freundlicher gestaltet. Zudem findet der starke Zeitfahrer aus Ungarn, Bodrogi, Aufnahme im Team. --> Team 2005

 

Man darf gespannt sein, wie sich das Team entwickelt. Besonders bei der TdF darf man mit diesem Team wieder rechnen. Vielleicht kann das Team eine Sonderwertung für sich entscheiden. Das Augenmerk wird sich auf Hushovd richten, da man von ihm 2005 noch mehr erwarten darf. Aber auch Caucchioli sollte für gute Ergebnisse sorgen.



Anmerkung zum Kommentar oder zur Saison von Crédit Agricole:


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