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Saisonbilanz: Lampre 2004

Beitrag von Steamboat, 23. Dezember 2004

 

Eine Herausforderung ist es schon, dass Saisonfazit für Lampre positiv zu gestalten. Denn große Erfolge waren bei dem Team 2004 wahrlich Mangelware. Bei keinem bedeutsamen Ein-Tages-Rennen reichte es für den Sieg, keine Rundfahrt wurde gewonnen, keine Etappe bei einer Grand Tour wurde für das Team gewertet, keine Einladung zur Tour erfolgte. Alles etwas trostlos – so lässt sich am ehesten die Saison umschreiben.

 

Highlight der Saison war die Verpflichtung des Weltmeisters Igor Astarloa während des Jahres, so dass ein Lampre-Fahrer das Regenbogen-Trikot trug. Allerdings können Spötter diesbezüglich behaupten, dass das Team sich mit fremden Federn schmückt. Ein anderer Erfolg war die Fusion mit dem Team Saeco in Hinblick auf die ProTour, Der Name des Sponsors taucht auch weiterhin auf, während von der Anzahl her mehr Fahrer von Saeco dem Team angehören werden.

 

Kommen wir zur Rückbetrachtung der Leistungen von Lampre 2004. Den größten Erfolg erzielte schon erwähnter Astarloa, der bei den HEW-Cyclassics zumindest als 3. auf das Podium steigen durfte. Im Weltcup belegte Astarloa den 8. Platz und das Team kam auf einen 11. Platz im Gesamt-Weltcup.

 

Der Lette Romans Vainsteins sammelte ein paar Punkte für den Weltcup. Immerhin hat er einen siebten Platz bei Mailand-San Remo und einen 11. Platz bei Paris-Roubaix für 2004 vorzuweisen. Ebenso steuerten der Slowene Andrej Hauptman (9. HEW Cyclassics, 23. bei Paris-Tours), Paolo Bossoni (10. bei den HEW Cyclassics) und der Spanier Francisco Vila (24. bei der Lomabrdei-Rundfahrt) einige Platzierungen bei. Zudem kam Igor Astarloa noch zu einem 12. Platz bei der für ihn heimischen Klasika. Sein 6. Platz bei Mailand-San Remo soll zwar nicht unerwähnt bleiben, aber die erzielte noch für das Cofidis-Team.

 

Das Team präsentierte eher durchwachsene Leistungen auch bei den Halbklassikern. Barbero kam bei der GP Ouest-Plouay auf den 9. Platz und bei der Lazio-Rundfahrt auf den 11. Platz. Nur 22. wurde als bester seines Teams Righi beim Wallonischen Pfeil.

 

In der Aufzählung der Ergebnisse vermisst man sicherlich Francesco Casagrande, der ja durchaus eine Favoritenrolle beim Giro einnehmen sollte. Durch eine Verletzung gehandicapt, konnte er allerdings nicht ins Geschehen eingreifen. Dafür sollte er dann bei der Vuelta fahren, aber ein zu hoher Hämatokritwert setzte ihn schon vor Rennbeginn außer Gefecht. Frustriert verließ er dann das Lampre-Team und kehrte im Herbst zu seinem alten Team Vini Caldirola zurück. Immerhin gelang ihm bei Züri-Metzgete der 21. Platz. Dennoch konnte er die Erwartungen nicht zufrieden stellen.

 

Beim Giro belegte Belli den 7. Platz, in die Gesamtentscheidung konnte er allerdings nicht nachhaltig eingreifen.. Bemerkenswert ist der 3. Platz in der Teamwertung. Das beste Tagesergebnis schaffte Astarloa mit einem 4. Platz. Garate mit einem 10. Platz in der Gesamtwertung gestaltete das Endergebnis freundlicher, ohne ihm aber Glanz zu verleihen. An den Giro wird man sich von der Sponsorenseite und Teamleitung kaum gerne erinnern. Zu ernüchternd waren die Ergebnisse.

 

Garate wurde bei der Vuelta bester seines Teams als 23. Der Spanier, der bei Lüttich-Bastogne-Lüttich den 20. Platz belegte, vermochte Casagrande in der Leaderrolle jedoch nicht zu ersetzen. Dem Spanier gelang noch das beste Einzelergebnis mit dem 6. Platz bei der 19. Etappe von Avila nach Collado Villalba. Besonders bezeichnet ist, dass bis dahin die beste Etappenplatzierung im Mannschaftszeitfahren erzielt wurde, als man von 21 Teams auf den 11. Platz fuhr…

 

Wie Sauerbier muss man Siege des Teams suchen. Den vermutlich größten Saisonerfolg erzielte der Tscheche Jan Svorada bei der Tour de Romandie, als er die 1. Etappe gewinnen konnte. Möglicherweise sollte man den Gewinn beim Giro della Romagna (1,3) von Gianluca Bortolami eine etwas höhere Bedeutung als dem Etappensieg im HC-Rennen beimessen. Bei der Tour de Romandie belegte Pinotti immerhin den 12. Platz. Auch bei anderen HC-Rundfahrten konnten sich Fahrer des Teams im Vorderfeld platzieren, ohne allerdings in Reichweite des Podiums zu gelangen. Als bester schnitt Vila mit dem 11. Platz bei der Tour de Suisse ab. Garate kam auf den 13. Platz bei der Baskenland-Rundfahrt. Der junge Scotto d´Abusco wurde 18. bei der Volta Ciclista a Catalunya und Barbero blieb der 21. Platz bei Tirreno-Adriatico vorbehalten. Weitere Etappensiege bei den genannten Rennen blieben aber aus.

 

Dafür schafften einige Fahrer bei kleineren Rundfahrten Tageserfolge. Weltmeister Astarloa gelang 2004 nur ein Sieg bei der 1. Etappe der Brixia Tour (2,3). Bortolami sicherte sich einen Tagesabschnitt bei der Belgien-Tour (2,2). Der Tscheche Svorada war bei der Giro del Trentino (2,2) noch einmal erfolgreich. Die meisten Saisonerfolge – nämlich drei – fabrizierte der Brasilianer Pagliarini. Bei der Tour de Langkawi (2,2) erreichte er zwei Tagessiege schon früh im Jahr. Den dritten fügte er bei der Tour de Murcia (2,3) hinzu.

 

Die Ergebnisse lesen sich in der Tat recht spannungsfrei. So muss man letztlich auch die Saison beschreiben, bei der lediglich ein Gesamtsieg erzielt wurde. Folglich hat Lampre nicht viele Fahrer in die Fusion einbringen können. Lediglich Bortolami, Righi, Scotto d´Abusco und Vila sowie Ballan, Marzoli und Kvachuk werden dem Zusammenschluss beiwohnen. Möglicherweise kann Astarloa noch gehalten werden, was allerdings nicht sehr wahrscheinlich scheint.

 

Bossoni, der in der Saison gelegentlich zu gefallen wusste, wechselt zu Fassa Bortolo. Der Spanier Garate versucht sein Glück zusammen mit Quinziato und Pinotti bei Saunier Duval. Wo Vainsteins nächstes Jahr startet, steht noch nicht fest, evtl. beendet er auch seine Karriere. Der in die Jahre gekommene Svorada (36) geht in seine Heimat. Domina Vacanze-De Nardi übernimmt Belli und Cortinovis. Der Brasilianer Pagliarini geht künftig für Liquigas auf Etappenjagd.

 

Lampre in seiner bisherigen Form wusste diese Saison wahrlich nicht zu überzeugen. Dieses lag daran, dass einige Fahrer über ihren Zenit hinaus sind (Bortolami, Svorada) oder in der Leistung stagnierten. Belli zeigte, dass er bei Rundfahrten nicht wirklich eine Gefahr fürs Podium darstellt. Die Bürde des Weltmeistertrikots schien für Astarloa nicht immer zu bewältigen. Einen Weltmeister lässt ein Feld nur ungern entkommen, so dass die Saisonbilanz – gezählt an Siegen – dürftig für den Basken ausfällt.

 

Mal sehen, wie sich das Team in der kommenden Saison schlägt. Man sollte auf den Spanier Vila im neuen Team achten. Alles Gute, Lampre-Caffitta, diese Saison sollte zu toppen sein. --> Team 2005



Anmerkung zum Kommentar oder zur Saison von Lampre:


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