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Saisonbilanz: Maia Milaneza 2004

Beitrag von Steamboat, 21. November 2004

 

Wenn ein Team bei den Großevents die Rennställe RAGT und Bankgiroloterij an Unauffälligkeit noch überbieten konnte, dann war es das Team aus Portugal. Dieses lag allerdings daran, dass Milaneza weder zu einer der drei großen Rundfahrten noch zu einem Weltcuprennen eingeladen wurde. Besonders deutlich wird der Kontrast zwischen Wunsch und Wirklichkeit, wenn man bedenkt, dass die Teamverantwortlichen hofften, neben der ohnehin eingeplanten Vuelta auch noch zur Tour de France eingeladen zu werden, so wie es im ProCycling zu lesen steht.

 

Die Nichtberücksichtigung hat einen einfachen und klaren Grund: Doping. Im Jahre 2003 waren im Team drei Fälle bekannt geworden: Bernabeu, Perez und Lavarinhas. Dass die Tour kaum jemanden einlädt, der aktuelle Dopingsünder und sonst keine Knüller im Kader hält, gilt als offenes Geheimnis. Sicherlich wird man auf Seiten des Teams überrascht gewesen sein, dass auch die Organisatoren der Vuelta auf die Portugiesen verzichtete, aber auch dort reagiert man auf das Thema Doping sensibler. Zusätzlich fehlte es dem Team an starken Klassementfahrern, nachdem der geplante Neuzugang Azevedo bei Lance anheuerte und der Däne Möller bei Alessio sein Glück probierte.

 

Zumindest an einer HC-Rundfahrt (Tour de Suisse) nahm das Team teil, bei der es für den Basken Txema Del Olmo zum bemerkenswerten 6. Platz reichte. Bei anderen HC-Rennen startete das Team nichtl, auch nicht bei der Tour de Romandie, bei der man 2003 zwar glänzen konnte, allerdings wurde während der Tour Perez des Dopings überführt.

 

Bleiben eigentlich nur noch die wenig beachteten Events auf der iberischen Halbinsel, bei denen sich das Team zeigen konnte. Hierbei gelang wieder Del Olmo ein 6. Platz bei der Settimana Catalana und der Spanier Bernabeu konnte gar zwei Rundfahrten gewinnen, nämlich die Volta a Portugal (2,2) und die GP Joaquim Agostinho/T.Vedras (2,3). Der sprintstarke Spanier Edo gewann die GP Internacional MR Cortez-Mitsubishi (2,3). Drei Rennen, die hierzulande nicht sehr bekannt sind.

 

Edo ist allerdings langsam in die Jahre gekommen. Lediglich drei Etappen konnte der 34-jährige zu seinen Gunsten entscheiden, darunter eine bei der Settimana Catalana. Auf sich aufmerksam im Team machten noch Sabido und Cardoso mit je zwei Etappensiegen bei Rundfahrten. Um die doch eher dürftige Ausbeute abzurunden, konnte Castanheira das Trikot des portugiesischen Straßenmeisters überziehen. Gewonnen hat er das Rennen erst nach der Laborprobe, bei der eigentliche Sieger, Lopes von LA Pecol, des Dopings überführt wurde. Im Zeitfahren gelang Hugo Sabido immerhin der zweite Platz. Wer nun meint, dass in der Aufzählung die Silbermedaille des Portugiesen Paulinho bei Olympia fehlt, dem muss entgegnet werden, dass dieser Portugiese bei LA Pecol fährt und künftig für Liberty Seguros antritt.

 

Milaneza-Maia konnte für 2005 keinen Co-Sponsor gewinnen und wird als Continental Team weiter machen. Das Team wird im Peloton nicht fehlen, da es bei den großen Events ohnehin kaum dabei war. Man hat das Thema Doping viel zu leicht genommen, was Organisatoren und Sponsoren in Scharen abschreckte. Das Team wird mit etwas verändertem Kader im nächsten Jahr größtenteils wieder auf Portugals Straßen um Siege kämpfen. Dafür kann man dem Team alles Gute wünschen. Kritisch muss aber bemerkt werden, dass es dem Radsport gut tun würde, wenn das Dopinggespenst beim Thema Portugal nicht so laut jault.



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