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Kommen und Gehen

Tick's Blick, 22.9.2004

von Tick, Übersetzung von Raubkatze

 

T-Mobiles Andreas Klöden hat sich um seine Zukunft gesorgt - oder besser gesagt, er sorgte sich darum, wo seine zukünftige Karriere stattfinden werde.

 

T-Mobile oder ein anderes Team? Es war faszinierend, die Spekulationen zu verfolgen, was er machen werde und das änderte sich mit jedem seiner Worte. Dies alles sagt eigentlich mehr über die Medien und die Fans aus als über den Fahrer. Er kann sich nichts anderes vorstellen, als als Helfer für seinen besten Freund Jan zu fahren - er wird bleiben. Als Zweiter der TdF wird er in der Lage sein, sie auch zu gewinnen - er wird gehen. Oh... das Sprachenproblem in ausländischen Teams! Er wird bleiben. Er will das große Geld - er wird gehen. Er hat gute Freunde bei T- Mobile und hat das Gefühl, ein Teil des Teams zu sein - er bleibt.

 

Mit anderen Worten, jede Äußerung kann in jeder Weise interpretiert werden, geradeso wie es der Hörer möchte. Wahrscheinlich hatte keines der diskutierten Argumente der Fans und der Presse wirklich etwas damit zu tun, wie Klöden sich entschieden hat und sicherlich weiß niemand von uns, was für ihn das Beste ist.

 

Genauso komisch ist es, dass irgendjemand, der plötzlich etwas erreicht, auf einmal der begehrenswerteste Fahrer überhaupt ist. Santi Perez gewinnt zwei Vuelta- Etappen! Er muss zu uns ins Team kommen! Hat er schon einen Vertrag für das nächste Jahr? Wen interessierts! Er könnte uns helfen! (Kein Zweifel, sein jetziges Team hofft auch darauf, dass er ihnen helfen wird).

 

Um noch mal eben auf T-Mobile zurück zu kommen, noch ein kurzer Blick auf das, was davon bei der Vuelta noch übrig ist und wie sie damit zurechtkommen. Nachdem mehr als die Hälfte des Teams auf einmal ausgefallen ist, wäre es für die restlichen vier verbliebenen Fahrer einfacher gewesen, zu sagen, was solls? Aber drei von ihnen haben das nicht getan. Stephan Schreck hat seine "internen Probleme" erfolgreich bekämpft und trägt wieder willig und aufmerksam die Wasserflaschen. Alexandre Vinokurov hat eine weitere große Entäuschung dieses Jahr erlitten, aber ist zurück, um in den Bergen anzugreifen und fährt ein herausragendes Bergzeitfahren. Und die zwei Fahrer, die das Glück hatten, dem bösen Virus zu entkommen? Erik Zabel fährt in Ausreissergruppen mit, sprintet ohne Helfer und hat - zumindest im Moment - einen festen Griff auf das Punktetrikot. Dann bleibt nur noch Cadel Evans über, der eigentlich die Chance hätte nutzen müssen, dem Team zu zeigen, was er kann und und für sich allein hätte fahren sollen - aber anstelle dessen heult und jammert er darüber, dass ihm niemand helfe und verschwindet in der Anonymität des Pelotons. Irgendwelche Fragen, welcher der vier Fahrer im nächsten Jahr nicht mehr dabei ist?


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